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Beitrag von wellby Do Aug 11 2016, 10:52

Hey Federweltelers!

Ich hatte bereits in der jüngsten Vergangenheit das großartige Vergnügen, einmal, tief in der Nacht, mit Umbra und Leo über Bücher und Geschichten im Allgemeinen zu diskutieren. Viele Themen haben wir dabei angeschnitten und über einige Autoren und ihre Werke gesprochen. Unter anderem kam das Thema "Dystopie" auf und sofort (einstimmig, so meine ich) seufzten wir lauthals ins Mikrophon, da dies eines der Grundthematiken war, die uns mittlerweile nicht nur aufgrund des deprimierenden Konsens an sich stören, sondern vor allem auch in jeglichem Medienbereich nahezu "in den Tod geritten" worden ist.

Selbes Thema, gleiche Abnutzungserscheinung: Elfen, Zwerge, Hobbits, Orks. Als gestandener, fast 30 jähriger Rollenspieler "rolle" selbst ich dabei mit den Augen, wenn ich auf dem Buchrücken eines neuen Bestsellers Phrasen lese, wie: "Verborgen vor den Augen der Menschen, geschützt durch magische Pforten, liegt das Reich der Elfen..." Pah - Baumkuschler und Rindenschmuser, so weit das Augenlicht nur reicht.

Und dann passiert folgendes: Ich ordne grad mal wieder meine neuen Bücher ins Regal ein (eines meiner Lieblingshobbies btw. - Bücher und Comics ordnen, tchecheche *mit Händen gierig reib*) und plötzlich fällt mir diese grüne, rechteckige Box ins Auge, mit der altertümlichen Zeichnung des Turmes von Isengard auf dem Rücken. Ohne wirklich noch Kontrolle über meinen eigenen Geist zu haben, greife ich hin und streiche über die drei Buchrücken, welche seit jeher ihr Dasein in diesem Kästchen fristen. Ich hole instinktiv das erste Werk dieser Reihe hervor, mit dem Titel "Die Gefährten", weil - nun, einen Blick auf Tolkiens Karte kann man doch mal wieder werfen, oder? Also setz ich mich auf die Couch, falte die - lustigerweise spiegelverkehrt eingeordnete - Aufzeichnung Mittelerdes heraus und ertappe mich dabei, mit dem Finger erst den Weg von Bilbo Beutlin darauf zu deuten, nur um direkt darauf zum Nebelgebirge zurück zu kehren und mit Frodo nach Süden zu wandern, zu den Fällen von Rauros, durch das Tor von Rohan, die Riddermark entlang, über Minas Tirith nach Minas Morgul... Um beim Schicksalsberg plötzlich zu merken, wie sehr sich mein Herz doch nach dieser Geschichte sehnt.

Etwa 5 1/2 Stunden später - meine Frau ist mittlerweile aus der Arbeit nach Hause gekommen, unsere Katzen hatten sich mehrmals lauthals über meinen Beinen gestritten, die Abendsonne verschwand schön langsam knapp hinterm Horizont.... Lese ich den Satz: "Hier endet der erste Teil dieser Geschichte." Und ich bin nicht nur zutiefst traurig über Boromirs Ende, sondern bis ins Mark erstaunt, wie sehr ich dieses Werk eigentlich verehre, bestaune und wie viel es mir wirklich bedeutet.

Dabei kann ich doch WEDER den Grundsatz der Dystopie leiden, NOCH Tolkiens Schreiberei oder überhaupt das tausendste Mal die peinliche, deutsche Übersetzung der Lieder von Elfen, Zwergen und Hobbits!

So viel spricht in mir dagegen, Tolkiens Lebenswerk zu mögen und DOCH trifft er genau die Noten, die mein Literarenherz zu höchsten Tönen schlagen lassen!

Typisch ich kann ichs natürlich nicht dabei belassen, sondern muss dieses Phänomen genauer ergründen und ich glaube das ist auch genau der Grund, wieso ich überhaupt mich gerade hier in diesem Thread damit beschäftige. Entschuldigt also bitte diese Schreiberei. Thehe.

Der ein oder andre wird sich jetzt denken, "wieso spricht der die ganze Zeit von ner' Dystopie, spinnt der?!" - meinetwegen können wir darüber streiten, wenn man nun sagt, dass es sich bei einer Utopie oder dem Gegenstück Dystopie, um eine Betrachtung der "ZUKUNFT" handelt. Ich für meinen Teil sehe Herr der Ringe sehr wohl als eine solche Genannte an, einfach weil es sich hierbei um die "Zukunft eines, der Farbe und dem Glanz früherer Tage längst beraubten, Reiches geht, dass dem Untergang durch die Horden Saurons und die Knechtschaft des Ringes geweiht ist." Alle Zeiger stehen hier auf "Es ist eh bald alles vorbei und der Tod lauert stets auf den Wegen derer, die sich aus den Ansiedlungen herauswagen." ÜBER DIE HÄLFTE der REICHE, durch die sie in die Gefährten wandern, steht schon "seit dem letzten Zeitalter" leer! Kein Mensch lebt mehr in "Enedwaith", "Eregion", "Dunland" - der halbe Osten ist von Schlachtfeldern vergangener Kriege zerstört, die Bewohner Thals können den Horden kaum mehr stand halten, Lothlorién ist eine Insel im Meer von Schatten, genauso wie Bruchtal, Bree und Co. Das Auenland funktioniert nur, weil sie von losen Menschensiedlungen umringt beschützt, in ihrer eigenen, schrebergärtigen Ignoranz leben.

Aber genau dieses Thema greift Tolkien auf und, auch wenn im Gegensatz zu früheren Autoren sein Schreibstil sehr altertümlich und "eigen" wirkt, führt uns in der Person von Frodo Beutlin, eines Nichtwissers aus einem Kleinbauernland, durch diese versunkenen Reiche. Die Reise fühlt sich so reell und mystisch an, weil wir sie durch die Augen dieser Person sehen, die uns jede Ruine, jeden uralten, verwurzelten Weg, jede Brücke und jeden Gipfel an der Seite seiner Gefährten entdecken lässt. Tolkiens Idee, zwei Zeitalter zu erschaffen, diese komplett zu vernichten und DANN deren Ruinen durch die Augen eines Auswärtigen zu erforschen, geht voll auf und schöpft absolut aus den Vollen der romantischen Dystopie, dass man als Leser nur begeistert sein kann. An jedem Wegesrand steht etwas, deren Geschichte erzählt wird und in deren Erzählung andere Dinge angeschnitten werden, über die der Leser nur fantastisch mutmaßen kann. Clever.

Elfen, Zwerge, Halblinge, Orks - irgendwie verzeihe ichs ihm absolut. Immerhin hat er das Bild dieser Wesen für uns geprägt und mit obig genanntem, geschicktem Schachzug ihnen sofort einen Mystizismus verliehen, den sie wohl nie wieder, in den kommenden Jahrzehnten verloren haben oder noch verlieren werden. Wenn er einen Brunnen in den lichtlosen Tiefen von Moria beschreibt, dann SPÜRE ich förmlich meine Nackenhaare steigen, denn WER WEIß SCHON, was dort unten wahrlich lauert?! Wenn Gandalf das Licht erhellt und er das volle Ausmaß von "Zwergenbingen" beschreibt, dann sehnt man sich NICHT NUR das Bildnis seiner Blütezeit herbei, sondern malt sich förmlich selbst aus, was dort nun, in diesen längst vergessenen Kavernen, wahrlich lauern möge. "Die Trommeln in der Tiefe", die "Brücke von Khazad-Dûm" und meine absolute Lieblingsstelle, wenn die Rede ist von "Durins Fluch"... "Denn die Zwerge hatten zu tief gegraben." Gänsehaut pur. Klar, aus dem Silmarilion wissen wir ein bisschen mehr darüber, genauso können wir uns Ausmalen, dass dort unten der Balrog lauerte, doch Tolkien PERFEKTIONIERTE in meinen Augen das "Anschneiden von höchst interessanten Dingen, die wir uns selbst im Kopf zusammenreimen", obwohl er sich gleichsam auch in unzähligen, eher langweiligen Passagen verliert und sich oftmals sehr schwer tat, wirklich auf den Punkt zu kommen. Diese Abschnitte machen aber überhaupt nichts aus, vor allem wenn man das Werk schon einmal gelesen hat. Denn man weiß genau, was kommen wird und freut sich einfach darauf, erneut durch Lothlorién zu schreiten und den großen Strom entlang zu paddeln, um die beiden Bildnisse der "altvorderen Könige" zu bestaunen! Er hat allen voran die REISE AN SICH in den Vordergrund gestellt und niemals zugelassen, dass diese sich dem Plot unterjocht und das ist auch einer der Gründe, warum man nach dem 100 Mal lesen niemals dieser Trilogie müde wird. Ich denke mir dabei nie:"So, jetzt hintergeht der den gleich und der stirbt, damit die Handlung voran geht..." sondern: "Als nächstes wandern wir zu Tom Bombadils Haus!"

Und genau daraus, aus dieser Vorarbeit, diesen vergangenen Jahren, die erzählt nie stattgefunden haben, doch als vergessene, romantisch zerstörte Bühne für die Trilogie der Herr der Ringe dienen, ziehe ich wohl mein Fazit, warum die beschriebene Reise nicht nur heute noch so verzaubert, sondern sie vor allem auch für jeden Leser zu einer ganz persönlichen, eigenen Erfahrung wird. Jeder von uns wird an einer anderen Stelle sinnieren, etwas anderes toller und "epischer" finden und das ist auch wirklich gut so. Romantische Dystopie als Beiwerk, um uns als Leser selbst auf eine Reise zu schicken, die am Ende dann auch noch zu einer unvergesslichen Erfahrung wächst. Bravo! Außerdem wirds am Schluss - Spoiler ? - Sowieso gut ausgehen und ein besseres Zeitalter bricht an.

"... Und sie lebten friedlich, bis ans Ende aller Tage."

Wahrscheinlich interpretiere ich in dieses Buch sehr viel mehr hinein als so manch anderer. Immerhin lagen diese grünen, mit Tolkiens Zeichnungen versehenen Bücher bereits auf dem Nachtkästchen meines Vaters, als er wohl ähnlich alt war wie ich und zählten lange Zeit zu seiner Religion. Aber ich glaube ich verstehe es mal wieder und sehe ein, dass "Der Herr der Ringe" sich diesen Status absolut verdient hat. Tolkien schreibt eher gemächlich und seine Sprache ist alles andere als modern, doch seine Ideen und das Geschick, mit den einzelnen Bausteinen zu arbeiten, macht HDR zu einem Kunstwerk.

Sinn dieses Threads? Hm, keine Ahnung. Bin wohl nicht wirklich zum Punkt gekommen Cool. Aber zumindest FÜR MICH wars die Reise wert, diesen Gedankengang zu Ende zu bringen. Flucht2

LG und viel Spaß weiterhin,

der Alex!
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Beitrag von Fade Do Aug 11 2016, 22:46

Finds schön, dass du Tolkin verzeihst, dass er Elfen, Orks, Zwerge und Halblinge in unseren Köpfen so lebendig gemacht hat, dass wir sie inzwischen für ein Klischee halten :D
Bin nun nicht mehr so die Leseratte, aber im Fantasybereich siedle ich den Hobbit und HdR auf jeden Fall bei den hochqualitativeren Werken an (Habe sonst grade nur Shannara, Schwert-Tänzer-Sänger-blablabah, Drachenkrieg, 'Orks' und paar andere Geschichten im Hinterkopf).
Was mir bei Tolkien einen richtigen Unterschied macht, ist der Umstand, dass ich die Filme ab einem gewissen Punkt nicht mehr sehen wollte, weil die Welten wie er sie beschrieb in meinem Kopf einfach besser waren, als die (hochqualitative) CGI Grafik die für abermillionen an die Leinwand geschmissen wurde (und auf die ich im Regelfall auch total abfahre). Will nicht behaupten dass die Filme schlecht waren, ganz sicher nicht. Aber was so-lala Erzählstile in Fantasyromanen angeht, kenne ich deutlich schlimmeres...

Was du über die Dystopie schreibst, habe ich in Form der leeren Königreiche eigentlich weniger gespührt, wohl aber durch das unangenehme Gefühl was die Elben und Ents vermittelt hatten, die während der Geschichte mehr oder minder ihren eigenen langsamen Niedergang dokumentierten... Bei kurzlebigen Völkern (Humes, Orks) ist es ja eh immer so ein Auf und Ab wenn mans mit den Jahrhunderten nicht so eng sieht ^_^,

PS: "Wirf den Ring ins Feuer." - "Wir haben keinen Ring. Wir haben nur Schneewitchen." - "Was? Äh. Dann wirf Schneewitchen ins Feuer."

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