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No Man's Land - Teil I: Der raue Westen

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Beitrag von Umbra am Do Sep 24 2015, 20:23

Es verunsicherte Jim, dass Dayton so seltsam auf ihn reagierte und anfing, laut zu lachen. Es war nicht gut, dass Priest keine Rückendeckung gab. Dieser verdammte Sonderling machte es für Jim nicht gerade leichter. Aber dieses Verhalten bestätigte Jims Misstrauen. Er musste wohl alle im Auge behalten, nicht nur die am Boden liegenden. Zähneknirschend ließ Father O’Reilly Dayton zuendekommentierten und antwortete seinerseits nicht. Der Punkt war: Die Situation war äußerst merkwürdig. Auch war es merkwürdig, dass diese Personen hier so aufgereiht, aber nicht tot oder ausgeraubt waren. Wer sich hinlegte, bis an die Zähne bewaffnet, und offenbar darauf wartete, bemerkt zu werden, konnte doch nichts Legales im Schilde führen.
Was der Mexikaner von sich gab, war zudem nicht gerade glaubwürdig. Eine Geisterstadt? Leute, die zu Staub zerfallen? Pickelfresse bestätigte diese Aussage äußerst dümmlich klingend. Die Geschichte war gelogen, eindeutig. Oder die beiden glaubten wirklich, dass sie das erlebt hatten – dann war ihnen auch schlecht zu helfen.
Vielleicht wäre es gnädiger gewesen, sie der Sonne zu überlassen.
Dass die einäugige, junge Frau schweigend aufstand – Jim wich einen Schritt zurück und richtete die Waffe nun auf sie – und ihm den Griff eines Messers entgegenhielt, sprach auch nicht gerade von geistiger Zurechnungsfähigkeit.
„Was stimmt mit dir nicht, Mädchen?“, knurrte Jim stirnrunzelnd. „Bist du taubstumm? Ich will dein Messer nicht. Ich mag es nur nicht, auf’s Kreuz gelegt zu werden.“
Welch ironische Formulierung für einen Anhänger Jesu Christi.
„Von weitem saht ihr tot aus – so aufgereiht hier mitten im Nichts und ohne Pferde“, sprach Jim weiter, nun an die ganze Bande gewandt.[1]
„Allerdings ist es immer noch reichlich seltsam, dass ihr hier mitten in der Sonne faulenzt.“
Sie brauchten nicht zu glauben, dass er blauäugig durch die Welt rannte. Engländer und ihre amerikanische Brut dachten gleichermaßen, dass die Iren nicht helle waren, aber Jim wusste, dass es anders war. Wenn diese Landstreicher hier dachten, sein Amt würde sie vor seinem Zorn schützen, dann hatten sie sich ebenfalls geschnitten.
„Ihr braucht mich nicht anzulügen“, stellte er klar, was trotz seines weichen Akzents ernst genug klang.
„Eigentlich interessiert es mich wenig, was ihr hier vorhabt oder was ihr für mexikanische Kräuter pafft. Da ich euch nicht bestatten muss, habe ich wohl nichts mit euch zu schaffen. Und ihr auch nichts mit mir. Steht ruhig auf. Keine krummen Dinger nun. Wenn ihr mir in Frieden lasst, lass ich euch in Frieden.“
Jim ließ das Gewehr etwas sinken und wich weiter zurück – allerdings hielt er sich bereit, zu schießen, wenn es sein musste. Auch bemerkte er, dass sich Moses inzwischen angepirscht hatte. Der Kojote hielt sich im Hintergrund – noch.

[1] Ich löse hier in meiner SL-Rolle mal Terrys Alma-Aspekt aus. Gib einen Schicksalspunkt aus oder gerate in Panik, weil deine Stute verschwunden ist, und tue etwas Dummes/Unüberlegtes/Nachteiliges... Dann bekommst du einen Punkt.

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Beitrag von Fade am Sa Sep 26 2015, 02:15

Tatsächlich erkannte Pezosa das Mädchen aus dem Saloon, als sie sich aufrichtete und die Aufmerksamkeit des Priesters auf sich lenkte. Es wirkte ein wenig Bizarr, wie sie dem Bewaffneten ihr Messer hinhielt wie ein Hund seinem Herrchen einen Stock entgegenhalten würde. Der Priester schien schließlich, seinen Versuch diese absurde Situation kontrollieren zu wollen zu verwerfen, was dazu führte, dass der Mexikaner sich zufrieden entspannte.
Auch El Pezosa erhob sich nun schön langsam und mit offenen Händen. Es war ja schließlich nicht das erste mal, dass ihm beim Aufwachen ein geladener Lauf begrüßte. Endlich konnte er selbst sich ein Bild von der Umgebung machen. Tatsächlich schienen die Beiden keine weitere Verstärkung in der Nähe zu haben, wodurch sich die Frage stellte, wie ein so uneiniges Paar sich von den liegenden Körpern angezogen fühlte. Womöglich war der Mann mit der Flinte und dem Kojoten ja tatsächlich ein Priester und hatte zu helfen versucht, was natürlich ganz gegen sein Verhalten und seine Worte gesprochen hätte. Näherliegend war wohl die Erklärung, dass er lediglich die Leichen plündern wollte. Bei dem Gedanken viel El Pezosas Blick auf den älteren Herren neben sich, welcher sich bisher nicht gerührt hatte.

Eigentlich konnten die anderen ihm herzlich egal sein, wo sie sich offenbar einig waren, keinen klassischen Shootout zu begehen um eventuelle Besitzansprüche neu zu regeln. Mehr beunruhigte ihn der Umstand, dass von der Siedlung nur noch Ruinen standen. Der Sonne Nach war es um die Mittagszeit und seinem Hunger und Durstgefühl nach konnten sie hier noch keine zwei Tage liegen, aber warum lagen sie überhaupt so schön aufbereitet nebeneinander? Ein ganz mieses Spiel wurde hier getrieben und sie waren dabei die Angeschmierten. Die zwei Fremden hatten also keine Pferde gefunden und der mögliche Priester hielt nichts von Geistergeschichten. El Pezosa musste einige Momente darüber nachdenken, während er die beiden etwas genauer betrachtete, ob es sich auf dieser Basis überhaupt lohnte noch große Worte zu verlieren, oder einfach sein Glück in entgegengesetzter Richtung der Reiter zu versuchen, wohin die Pferde noch mit höchster Wahrscheinlichkeit geflohen sein konnten.

Die Beiden waren jedenfalls keine Gunslinger, wobei 'el pequeno siervo de Dios'* offenbar zumindest versuchte, gefährlich auszusehen. Pezosa nickte dem Zweiten, der immerhin keine Mühe unterlassen hatte, seinen Kollegen zu bloßzustellen, knapp grüßend zu und wendete seine Worte schließlich doch zum Priesterchen. „Du musst es den kleinen da nachsehen Priester. Man wird nicht jeden Tag vom Teufel böse ausgespielt. Gestern Abend haben wir dort im Saloon noch versucht, den Abend ausklingen zu lassen und dann kommt etwas Wind auf und alles zerfällt, als wäre es Hundert Jahre alt.“

Pezosa hatte beim erwähnen des Saloons in die Richtung gezeigt in der die zerschlissenen Grundpfeiler den Eindruck machten, einmal zum großen gemütlichen Gebäude gehört zu haben.
„Wenn ich euch anlügen wollte, würde ich mir etwas besseres einfallen lassen und wenn du scharf darauf bist, jemanden den letzten Segen zu erteilen, gestern Abend waren wir umringt von ein paar Dutzend Leuten die wohl ein Weilchen schon auf Erlösung warten. Dieser Ort ist entweiht. Darauf würde ich meinen Hut verwetten, wenn ihn der Wind nicht in die Prärie geweht hätte.“

Pezosa begann sich den Sand und Staub von der Kleidung zu klopfen. Körperlich war er offenbar unverletzt und wären die drei Genossen am Boden nicht, hätte er nun wohl abgewägt, die Fremden um eines ihrer Pferde zu erleichtern, aber hier waren einfach zu viele, auf die man sich nicht verlassen konnte.



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Beitrag von Darnamur am Sa Sep 26 2015, 17:21

Noemi zuckte mit den Schultern und steckte das Messer wieder weg. Sie hatte nur sicherstellen wollen, dass der Kerl wusste, dass er nichts zu befürchten hatte. Damit war diese Angelegenheit wohl geklärt.
„Wir haben nicht gefaulenzt“, vermittelte sie dem Kerl in der Priestergewandung knapp. Ihr dunkles Auge musterte seine Gestalt. Die Gesichtszüge des Mannes wirkten relativ ernst. Wer auch immer dieser Kerl war...er mochte eine Soutane tragen, aber wie ein Mann Gottes wirkte er nicht.
Was war mit dem anderen? Ein vollbärtiger, etwas untersetzter Mann. Er war sogar etwas kleiner als Noemi. Auf dem Kopf der Gestalt thronte ein Hut. Ihr Auge schwankte zurück zu dem Priester. Die Beiden schienen sich nicht übermäßig zu verstehen, aber er schien der Sprecher des Duos zu sein: „Wenn ihr herausfinden wollt, was mit uns geschehen ist, dann bleibt heute Nacht hier. Vielleicht könnt ihr dann dieselbe Erfahrung, wie wir machen.“
Sie konnte sehen, wie es der Mexikaner ihr gleich tat und sich ebenfalls erhob. Höchste Zeit von hier zu verschwinden. Sie überlegte, ob sie auf Terry warten sollte, aber eigentlich hatte sie mit ihm auch nichts zu tun. Sie hatten nur das Pech gehabt, dass es sie alle zur selben Zeit an diesen unglückseligen Ort verschlagen hatte. Noemi betrachtete ihren rechten Handrücken. Ihre Haut war noch immer völlig mit Ruß verdreckt. Das war vielleicht gar nicht so schlecht. Wenn der Priester ihre Narben gesehen hätte, hätte er nur noch mehr Misstrauen gehabt.
Insgesamt hätte es sie viel schlimmer treffen können. Bis auf ein paar leichte Rückenschmerzen und dem Ruß war die junge Frau glimpflich davon gekommen. Ihr Gewehr fehlte natürlich. Sie sah sich in der Ebene danach um. Vielleicht lag es ja noch irgendwo in der Nähe…
Wenn nicht, hatte sie nur noch ihre Messer zur eigenen Verteidigung. Um sich eine neue Schusswaffe zu kaufen, hatte sie einfach nicht genügend Geld. Mürrisch zog sie aus ihrer Tasche eine Zigarette hervor, klemmte sie sich zwischen die Lippen und zündete sie an. Immerhin das war ihr geblieben. Noemi zog den Rauch tief ihren Rachen herunter, bis hinab zu ihren Lungenflügeln.
Sie würde noch ein wenig warten, ob die Kerle noch etwas Geistreiches zu sagen hatten. Wenn sie fertig geraucht hatte, würde sie diesen verfluchten Ort hinter sich lassen. Die anderen konnten dann ja ruhig noch fröhlich miteinander weiterreden, wenn ihnen danach war.
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Beitrag von Leo am So Sep 27 2015, 17:52

Hätte Terry sich getraut, so hätte er wohl über Noemi den Kopf geschüttelt. Ja, was stimmte eigentlich nicht mit ihr? Taubstumm war sie vielleicht nicht, nur halb blind … und irgendwie seltsam. Er erinnerte sich an den Saloon, wo sie gezeichnet hatte. Auch nicht gerade ein Allerweltshobby. Er meinte, selbst den Geschmack des Rauches auf der Zunge zu haben, als sie sich eine Zigarette ansteckte. Verdammt. Das könnte er jetzt auch gebrauchen.
Er stand sehr zögerlich auf, obwohl der Priester seine Erlaubnis gegeben hatte. Dabei sah er ununterbrochen das Gewehr an, als könne es jeden Moment losgehen. Die Worte des Mannes hallten noch in seinem Kopf nach. Ja, sie mussten ein komischer Anblick sein …
… so ganz ohne Pferde.
Ohne Pferde.
Alma. Verfluchte Scheiße.
Sofort war Terry auf den Beinen, als hätte ihn eine Schlange gebissen. Sein Blick fuhr hektisch zwischen den Menschen um ihn herum hin und her. Priester. Mädchen. Mexikaner …
In einem wacheren Moment wäre Terry wohl selbst überrascht gewesen, wie schnell ihm seine Pistole in die Hand geriet. Es dauerte kaum eine Sekunde, da zielte er auch schon mit gezogenem Hahn auf den Kopf des Mexikaners. [1] Das Eisen in seiner Hand war so kalt wie Eis. Er spürte, wie ihm warmes Blut in den Kopf schoss. Sein Blick verfinsterte sich, als er drohend die Augen zusammenkniff.
Wo is mein Pferd? Da has‘ doch bestimmt du deine kleinen Drecksfinger im Spiel! ANTWORTE!“ In seinem Kopf spukten fürchterliche Bilder von seiner Stute herum. Alma, auf der Seite liegend, erschossen … ausgeweidet … alles voller Blut … Sein Kopf zuckte herum zu den Menschen, die sie umringten, doch die Pistole bewegte sich keinen Zentimeter. Er hatte schon immer eine ruhige Hand gehabt.
Steckt ihr da auch mit drinne?! Is das ne Verschwörung gegen mich, ja?“ Was für Schweine. Und er war fast so weit gewesen, das Mädchen zu mögen.
Schweine. Zu nachlässig, Terry. Viel zu nachlässig.
Und jetzt musste sein Pferd die Konsequenzen tragen. Er würde es sich nie verzeihen, wenn sie ihr was angetan hatten. Aber rächen würde er sie ...


[1]: Das dürfte wohl reichen, um einen Schicksalspunkt zu bekommen.

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Beitrag von Elli am Mo Sep 28 2015, 13:22

Während all der Reaktionen hatte Dayton sich ein wenig Trockenfleisch gegriffen und kaute darauf herum. Er versuchte zu erfassen mit wem er es hier zu tun hatte. Also gut, fangen wir mal an.
Zuerst: Der Maisfresser. Dieser Typ musste einfach aus Mexiko kommen, anders konnte es nicht sein. Die Hautfarbe, die Stimmlage - es passt einfach alles. Wie war der Kerl einzustufen? - Potentiell gefährlich.
Nr. 2: Die Einäugige. Priest hatte einen Augenblick gebraucht um zu erkennen, dass sie nicht zwei normale Augen hatte, sondern nur eins. Sie schien ungefährlich. Auf den ersten Blick. Immerhin zeigt sie sich kooperativ, auch wenn Jim, dass scheinbar nicht verstehen wollte. Auch Dayton machte keine Anstalten das Messer an sich zu nehmen.
Last but not least: Bürschchen auf dem Boden. Dayton stufte ihn so gefährlich wie einen Haufen Tumbleweed da. Eine gängige Erscheinung in der Prärie, dessen Anwesenheit niemand zu bemerken, geschweige denn zu stören schien.

Alles in allem fand Dayton, war die Situation unter Kontrolle, auch wenn Jim nicht wirklich den Anschein machte, als würde er die Situation ähnlich einschätzen wie er selbst. Interessiert hörte er dem Mexikaner zu, was er zu sagen hatte. Wo waren sie hier hingeraten? Für eine Lüge war das wirklich weit hergeholt, aber vielleicht hatten er ja zuviel Kaktusschnaps zu sich genommen. Für einen Reisfresser keine Überraschung. Die soffen ja alle wie die Löcher. Gut - er war früher auch kein Waisenkind gewesen, was den Genuss von Alkohol betraf, aber bei Mexikanern schien es ungeschriebenes Gesetz sich zu viel zu trinken und dann wild um sich zu schießen oder komische Lieder zu singen.
Die Einäugige schien ihm zuzustimmen. Allerdings konnten sie ja auch unter einer Decke stecken. Gerade als er dachte er könnte die Situation etwas auflockern, drehte das Bürschchen durch. Er zog seine Waffe und richtete sie auf den Mexikaner. Er suchte sein Pferd.
Die Sache hatte ein Gutes und ein Schlechtes.
Das Gute: Sie steckten wohl nicht unter einer Decke.
Das Schlechte: Nicht nur Dayton erschrak sich, sondern auch Frost und Snow, die schrill wiehrten, als sie die Reaktion ihres Besitzers spürten beziehungsweise sahen. Schnell hatte Dayton sich unter Kontrolle, war er auch bei dem Ausruf mehr als zusammen gezuckt und richtete die Waffe auf den Typen der sein Pferd suchte.
"Nimm' die Waffe runter, Pisser. Du schlägst tot auf dem Boden auf, bevor du selbst schießt, wenn du es nicht tust."
Dayton konnte gut schießen, seine Worte waren keine leeren.

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Beitrag von Fade am Mo Sep 28 2015, 22:45

Der Blick des Mexikaners wanderte immer noch suchend über den kargen Boden und die wenigen Landschaftsmerkmale als ihm der Puls wieder auf Hochtouren getrieben wurde. Mit vielem hätte El Pezosa gerechnet, doch der Ausbruch des Greenhorns erwischte ihn völlig kalt. Er fuhr herum und seine Hände waren reflexartig an den Gürtel gesprungen doch da blickte er bereits in den auf ihn gerichteten, leicht zitternden Lauf der Pistole eines völlig aufgebracht wirkenden Terrys.
Zum Teufel?! Woher hatte der Junge plötzlich Reflexe wie eine Natter und wieso gab er so eine erbärmliche Figur ab, wenn er doch schneller zog als die meisten Banditen, die Pezosa bisher begegnet waren?

Der Mexikaner war in seiner Bewegung völlig eingefroren und er war im Begriff die Hände zu heben, als der irre Gringo zusammenhanglos Beleidigungen hervor presste und nach seinem Pferd fragte. Rede nur du Spinner. Pezosa spielte mit dem Gedanken den Kopf nach vorne zu reißen und dem Typen ein paar Reflexschüsse aus der Hüfte zu verpassen, doch die deutlich sicherer  gewordene Haltung des Pistolenlaufes hemmte ihn, nun überstürzt zu handeln. Der Junge war offenbar völlig von Sinnen und dass er auf ihn zielte bedeutete nichts anderes, als dass er ihn aufgrund der Abreibung ganz oben auf seiner Liste hatte. Er würde nicht schießen, schließlich bewies seine Frage ja, dass er sich eigentlich nur nach seinem blöden Gaul sehnte, allein war er dermaßen durchgeknallt, dass er gerade wohl jede Dummheit begehen konnte.

Wieder reagierte der Begleiter des Padres zu El Pezosas gunsten, als er geübt sein Schießeisen in Richtung des Spinners richtete. Pezosa lockerte sich etwas. Würde das Greenhorn mit der Waffe zu seinem neuen Amigo schwingen würde er ihn abknallen, wie einen räudigen Köter, sofern der Mann mit Vollbart, welcher gerade ganz oben in der Gunst des Mexikaners stand, ihn nicht vorher erwischte.
El Pezosa unterdrückte das Verlangen, ein besonders dreckiges Grinsen ins picklige Gesicht seines Widersachers zu schleudern, da er ihm keinen Grund liefern würde, sein Leben für seinen Zorn einzutauschen. So blieb seine Mimik völlig reglos und sein Blick wirkte allenfalls dem einer Klapperschlange gleich kalt und starr auf sein Gegenüber gerichtet. Einer von uns Beiden verlässt diesen Ort mit den Füßen als erstes Freundchen.

Der Zucker für diese Situation wäre wohl gewesen, wenn 'el pequeno siervo de Dios' seiner Flinte Gehör verschafft und den offensichtlich Besessenen in die ewigen Jagdgründe befördert hätte. Ganz so nützlich war der Padre leider nicht einzuschätzen und so wartete El Pezosa geduldig, wie sich der Wahn des Greenhorns in der neuen Lage entwickeln mochte. Der Mexikaner war vorbereitet, alles auf eine Karte zu setzen, wenn 'el burro'* Anstalten machen würde, tatsächlich auf ihn zu schießen.




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Beitrag von Umbra am Do Okt 01 2015, 21:16

Die Situation spitzte sich schlagartig zu. Ausgerechnet die dümmliche Pickelfresse zeigte mit einem Mal ihr wahres Gesicht und hatte blitzschnell einen Revolver gezogen. Zwar richtete der Bursche seine Waffe auf den Mexikaner, aber…
„Nein, Moses!“, zischte Jim und hielt seinen Kojoten damit gerade noch einmal davon ab, vor alle Flinten zu springen und die Zähne in Terry zu versenken. Gehorsam, aber trotzdem zähnefletschend, knurrend und geifernd, mischte sich Jims pelziger Begleiter nicht in das Geschehen ein. Sein Herrchen wollte vermeiden, dass das Tier am Ende noch eine Kugel abbekam.
Die Augen des Mexikaners funkelten wütend und Dayton hatte auch sofort eine Waffe bereit, um den Verrückten in Schach zu halten. Jim umklammerte sein Gewehr immer noch. Nicht, dass er es unbedingt einsetzen wollte, aber wenn er sich dazu gezwungen sehen würde…
„Wo soll der Mexikaner denn deinen Gaul gelassen haben, mein Sohn?“, versuchte er es, mit Jim-typischer, todernster Stimme.
„Wenn du Glück hast, findest du ihn hinter dem nächsten Hügel. Wenn nicht dort… Nun, das hier ist Indianerland. So oder so hast du Glück, dass du noch lebst, schätze ich. Deinen Skalp hast du noch, damit bist zu reicher als viele, die sich hier in der Wildnis herumtreiben. Allerdings hat die Sonne dir wohl die Birne weichgekocht, wie’s aussieht. Wie wär’s mit einem Schluck Wasser?“, bot er an. Vielleicht bewegte das den Grünschnabel ja dazu, ein Blutbad zu vermeiden.

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Beitrag von Darnamur am Sa Okt 03 2015, 12:17

In der Ferne nahm Noemi ein Glitzern war. Die Esse, in der sie sich während des Sturms zurückgezogen hatte, hatte als eines der wenigen Bruchteile der Ansiedlung die Verwüstung überlebt. Ihre Wahl sich dorthin zurückzuziehen war also gar nicht so schlecht gewesen. Und dennoch war sie hier vorne, mitten auf der Straße aufgewacht. Hatte jemand sie hierhin geschleppt?
Was auch immer der Fall war, ihr Gewehr schien den Sturm glücklicherweise überstanden zu haben. Sie konnte es schwach im Inneren der Esse erkennen. Ansonsten gab es in der Umgebung nicht viel zu entdecken. Das Meiste, der Saloon und auch das „Dry Cup Inn“, war vollkommen vernichtet worden.
In der anderen Richtung, in der Richtung, aus der der ominöse Priester und sein Begleiter gekommen waren, konnte Noemi noch einen Pferdewage entdecken, der diesen wohl gehören mochte. Und…einen Kojoten. Das war ungewöhnlich. Normalerweise näherten sich diese Tiere Menschen und vor allem Menschengruppen nicht unbedingt. Doch dieses Tier schien keinerlei Angst zu haben. War es krank? Noemi behielt das Geschöpf aufmerksam im Auge. Auch der Priester, zu dem das Tier nun gelaufen kam, schien es zu bemerken, sich aber keine Sorgen zu machen. Es wirkte fast so…als gehört es zu ihm. Interessant.
Noemi ließ ihre Zigarette fallen, die sich mit einem Zischen selbst zu löschen begann. Sie sollte sich um ihr Gewehr kümmern. Und dann…die Reisenden hatten Pferde mit sich herum geführt. Noemi bezweifelte das der Sturm sie alle getötet hatte. Pferde waren schnelle Tiere. Sicher hatte es das eine oder andere geschafft dem Chaos noch rechtzeitig zu entkommen. Und wenn ihre Herrchen hier untätig herumstanden, würde sich Noemi vielleicht eines schnappen können. Das wäre wirklich nicht übel. Pferde ließen sich gut verkaufen.
Noemi wollte schon aufbrechen, als Terry plötzlich ausrastete und die Mündung seines Revolvers auf den Mexikaners richtete. Sie konnte ihn irgendetwas von „Pferd“ krakeelen hören. Einen Augenblick blieb sie einfach nur überrascht stehen. Bei ihm hätte sie am Wenigsten mit so einer Aktion gerechnet und auf einmal war der Mexikaner in der Opferrolle. Augenscheinlich. In Wirklichkeit steckte Terry knöcheltief in der Scheiße.
Das geht mich nichts mehr an. Noemi musterte die Männer kritisch.
He, kleine Schwester! Sie drehte sich zur Seite und konnte Tommy neben ihr stehen sehen. Auf seinem roten Haar hatte er einen schicken Cowboy-Hut platziert und sein Gesicht wurde von einem Grinsen gezeichnet. Willst du denn, dass hier gleich ein Blutbad entsteht?
Noemi zuckte mit den Schultern, während sie mit ihrem Bruder sprach: Was habe ich damit zu schaffen? Der kleine Vollbärtige und sein Priesterfreund haben das schon im Griff.
Tommy schlenderte zu Terry hinüber: Sieh dir den armen Burschen doch an. Gleich dreht er richtig durch. Du kannst immer noch von hier verschwinden. Aber ohne zwei Leichen in deinem Rücken.
Noemi begann sich langsam in Bewegung zu setzen. Sobald diese vermaledeite Situation vorüber war, würde sie das Weite suchen. Immer musste irgendein Holzkopf Probleme machen.
Sie versuchte sich von hinten an Terry heran zu schleichen. Wenn der Kerl ihr Messer spürte, würde seine Vernunft schon wieder zurückkehren. Doch sie unterschätzte ihn. Sie war erst auf halber Strecke, als sie bemerkt wurde. Nun gut, versuchen wir es anders.
„Runter mit der Waffe, Idiot“, knurrte sie das Greenhorn finster an. „Willst du unbedingt sterben? Dein bescheuertes Pferd ist weggelaufen. Was soll es denn sonst gemacht haben?“
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No Man's Land - Teil I: Der raue Westen - Seite 4 Empty Re: No Man's Land - Teil I: Der raue Westen

Beitrag von Leo am So Okt 04 2015, 10:27

Als Terry wieder zu Sinnen kam, hatte sich die Situation leicht verändert.
Sicher, er hatte gewonnen und den Mexikaner überrumpelt. Der stand wehrlos vor ihm und wirkte nicht gerade glücklich.
Dummerweise hatten sich die Umstehenden alle auf seine Seite geschlagen – und alle eine Waffe in der Hand. Genauso wie er. Was machte er hier eigentlich? Er wollte doch niemanden erschießen … er wollte nur wissen, wo sein Pferd war … war er zu weit gegangen?
Terry blinzelte zweimal, dann starrte er auf seine ausgestreckte Hand, als hätte sich die Zwiebel, die er gerade noch gehalten hatte, plötzlich in einen Revolver verwandelt. Was sollte das denn? Er hatte noch nie einem Menschen mit einer Waffe gedroht. Vielleicht hatte der Priester ja Recht. Dieser Sturm schien ihn stärker mitgenommen zu haben, als er erst gedacht hätte.
Terry bedauerte die plötzliche Feindseligkeit, die er hervorgerufen hatte, mit jeder Sekunde mehr. Verdammt. Eben war doch noch alles gut gewesen. Und jetzt hatte er alles vermasselt. Wenn er den Mexikaner erschoss (keine sehr gute Idee), würde er gleich mit sterben, für nichts und wieder nichts. Sie würden Alma einfangen und verkaufen … oder schlachten … essen …
Und wenn er die Waffe runternahm? Keine Garantie, dass es dann besser lief. Aber die Chance war da, oder?
Ich will kein Wasser, und ich bin nicht dein Sohn“, murrte er und versuchte, so hart wie der Mexikaner zu klingen, doch er konnte das Kleinlaute in seiner Stimme nicht so recht verbergen. Die Situation beunruhigte ihn. Wäre Alma doch nur hier … ohne sie aber konnte er kaum einen klaren Gedanken fassen. Alma …
Sein Blick wandte sich von dem Mexikaner ab, kurz darauf ließ er die Waffe sinken und verstaute sie wieder an ihrem angestammten Platz an seiner Jeans. Gut. Dann würde er sie halt suchen. Bestimmt hatten die anderen Recht – irgendwo hier musste seine Stute doch stecken! Sie würde nie weit von ihm weglaufen. Er machte einen unsicheren Schritt zur Seite und streckte den Kopf, um besser zwischen den Ruinen umhersehen zu können. Keine Alma. Kalte Panik stieg in seinen Kopf, doch er zwang sich, ruhig zu bleiben. Sonst würde das wieder enden wie vorhin …
Alma!“ Terry machte Anstalten, zwischen den Ruinen zu verschwinden. Die anderen Menschen hier waren ihm egal. Er wollte nur noch zu seinem Pferd. Alma … wo steckte sie bloß?


Zuletzt von Leo am So Okt 04 2015, 15:27 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Beitrag von Fade am So Okt 04 2015, 13:53

Als Terry sich abwandte spielte Pezosa für einen Moment mit dem Gedanken, ihm ein, zwei Kugeln in den Rücken zu verpassen, aber damit hätte er gegenüber der anderen Anwesenden ein etwas zu klares Bild von sich abgegeben, um heil aus der Lage herauszukommen. Alle hier schienen dabei, erfahrener im Waffenumgang zu sein, als er es ihnen auf den ersten Blick zugestanden hatte, besonders das Greenhorn.
Überhaupt war es etwas seltsam, wie schnell alle auf Deeskalation gesetzt hatten, anstatt Terry einfach eine Kugel zu verpassen. Wahrscheinlich würde man es ihm sogar vorhalten, wenn er dem Pickelgesicht nur als kleines Andenken eine Kugel in die Schulter seines Waffenarms jagte, was auf lange Sicht sicher nur dazu beigetragen hätte, den kleinen vor sich selbst zu beschützen.

Sogar die Einäugige hatte sich für Pezosa eingesetzt, von der er es nun so gar nicht mehr erwartet hatte. Womöglich regten sich bei dem Mädchen ja familiäre Gefühle und sie ergriff ganz bewusst Partei für den gestandenen Südländer. El Pezosa hätte sicherlich keinen vorbildlichen Ehemann abgegeben aber wenn sie genug Geld und Geduld aufbringen konnte, um ihn eine weile zu halten, wieso nicht?
Den Padre beschloss Pezosa, sich vorerst als schlechten Padre zu merken, denn einen Kojoten abzurichten bedurfte nach seinen Begriffen wohl einem gewissen Grad an Verschlagenheit.

Nachdem sich die Situation also geklärt zu haben schien nickte Pezosa den anderen kaum merklich zu, da sie ihm immerhin mit dem wahnsinnigen Greenhorn geholfen hatten. „Dann sehen wir wohl besser mal zu, die Pferde wieder einzufangen.“ Brummte er dumpf, während er auf den immer noch am Boden liegenden Newson zuschritt um ihn mit sachtem Stiefeltritt zu wecken. Der Mexikaner hatte bereits so eine Ahnung, da es sehr auffällig vom reglos am Boden liegenden war, das Geschrei verschlafen zu haben, während alle anderen fast zeitgleich munter geworden waren.

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Beitrag von Elli am Mo Okt 05 2015, 10:04

Dayton entspannte sich nicht wirklich, als der Jüngling die Waffe runter nahm. Die Situation kam ihm zu suspekt vor. So einfach konnte das doch nicht sein. Eben will er noch den Maisfresser abknallen und im nächsten Moment wollten sie gemeinsam nach Pferden suchen?
Vielleicht hatte Jim ja doch recht und hier ging etwas nicht mit rechten Dingen zu.
Er schnaubte, auch wenn er seine Waffe langsam herunter nahm.
"Moooment. Wie wir alle wissen, dreht man niemandem den Rücken zu, der eben noch mit einer Waffe auf einen gezielt hat. Ihr seid vielleicht ein komischer Trupp. Ich will erstmal eure Namen wissen, bevor wir nach den Pferden suchen. Wie ihr seht, sind wir bestens mit Tieren ausgestattet." Er deutete auf Moses, der noch immer angriffslustig aussah. "Der hier, findet eure Pferde ganz bestimmt. Vielleicht schneller als euch lieb ist. Unsere Pfarrer hier kann ihn vielleicht zurückhalten zu testen, welches eurer Pferde am leckersten ist. Also solltet ihr uns ein wenige entgegenkommen. Yepp, so ist das nämlich."
Dayton fragte sich, was er hier eigentlich gerade machte. Vielleicht war einer dieser Pappnasen, derjenige der ihm die Familie genommen hatte. Man konnte es nie wissen. Naja, das Mädchen und der Typ ohne Kontrolle, waren zu jung, schätze er. Aber der andere dort....
Er wollte wissen mit wem er es zu tun hatte. Immerhin gab es vielleicht später ein Grab, auf das es zu pissen galt.

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Beitrag von Darnamur am Do Okt 08 2015, 09:17

Im Gegensatz zu Dayton entspannte sich Noemi ein wenig, als Terry die Waffe herunter nahm. Ihr Blick folgte dem jungen Mann, als dieser zwischen den Ruinen abtauchte, um seine Alma zu suchen. Sie ist tot, Dog. Der Sturm hat sie ermordet, sie mit seinen scharfen Winden aufgeschlitzt. Bestimmt ist sie gestürzt, hat sich die Knöchel gebrochen und ist ausgeblutet. Und selbst wenn das Pferd noch lebte. Es würde das Weite gesucht haben. Pferde suchten das Weite, wenn Gefahr drohte. Nur Esel blieben untätig in der Gegend herumstehen.
Eigentlich sollte sie aber froh sein, dass Terry nun davon irrte. Im Saloon hatte sie für kurze Zeit überlegt, ob sie für das nächste Stück des Weges zusammen weiterreisen sollten. Er hatte nicht sonderlich gefährlich und einigermaßen freundlich gewirkt. Wie oft sie darauf schon hereingefallen war...
Irgendwie schien Noemi ein Bedürfnis nach solchen Menschen zu verspüren, die harmlos waren, bei denen sie sich sicher sein konnte, dass sie sie nicht missbrauchen würden oder in Gefahr bringen würden. Doch diese Suche war vermutlich vergeblich. In jeder Seele war ein Samen des Wahnsinns eingepflanzt und es brauchte nur die richtige Situation, damit er begann zu wachsen und sich zu entfalten.
Bei Terry schien dieser Wahnsinn mit seinem Pferd zusammenzuhängen. Sie hatte schnell festgestellt, dass dieser Kerl eine Neigung dazu besaß unüberlegt Dummes von sich zu geben- die Szene im Saloon war Beweis genug. Und das er nun völlig ausgerastet war, hämmerte für Noemi den Nagel in den Sarg. Terry konnte sie mit Sicherheit vergessen.
Sie wandte sich dem Begleiter des Priesters zu. Einem kleineren Mann mit Bauchansatz, der sich bisher als relativ vernünftig herausgestellt hatte. Doch sie würde sich nicht von ihm trügen lassen. Nicht nachdem sie eben schon schlechte Erfahrungen mit Terry gemacht hatte. Sein krankhaftes Lachen von vorher, dass sie hatte aufhorchen lassen, mochte vielleicht schon einen Hinweis darstellen. Vielleicht war das die Quelle seines Wahnsinns. Das was er verloren hatte. Worum auch immer es sich dabei handelte.
Es konnte vieles sein: Seine Geliebte, sein Vermögen, seine Arbeit. Vielleicht alles zusammen. Wenn etwas zugrunde ging, ging es schnell. Noemi hatte ihren Bruder, ihre Mutter und ihren Vater innerhalb nur einer Stunde verloren.
Von den dreien war bisher nur ihr Bruder zurückgekehrt. Und dafür war sie ihm sehr dankbar. Manchmal fühlte sich Noemi einfach verloren und allein. Und dann wenn sie niemanden hatte, dem sie sich anvertrauen konnte, dann hatte sie ihn um mit ihr zu reden. Er war ihre Stütze, der Einzige auf den sie sich verlassen konnte.
Sie erinnerte sich noch, wie er zu ihr zurückgekehrt war…

Es war in dem Zimmer geschehen, dass Fletcher ihr zugewiesen hatte. Dort durfte sie schlafen, dort durfte sie aus dem Fenster blicken und dort durfte sie den Hausherren zu Diensten sein. Des Nachts kamen sie. Fast immer war jemand da gewesen. Hin und wieder Hanson, selten Kelly und sehr oft Fletcher mit seinen knochigen, bohrenden Fingern und den amüsiert funkelnden Augen hinter seinen Brillengläsern. Ohja, sie hatte ihm sehr viel Vergnügen bereitet. Schöne, samtweiße Haut…
Sie konnte ihn immer noch deutlich vor sich sehen. Wie er sich mit der Zunge über die rauen Lippen fuhr und seine Erregung bereits eine deutliche Prägung in der Hose hinterließ. Ja, zweifelsohne war sie einer von Fletchers Lieblingen gewesen und er hatte einen Narren an ihr gefressen.
Von den anderen Mädchen wusste sie, dass sie teilweise Besuch von Unbekannten erhielten, die die Farm aufsuchten und mit barer Münze dafür bezahlten. Aber sie hatte es meistens immer mit der gleichen Gestalt zu tun gehabt.
Es hatte ihm gefallen, wie sie sich gewehrt hatte.
Doch irgendwann, in einer dieser vielen Nächte, wenn Noemi wieder den Schmerz zwischen ihren Schenkeln spürte und Fletchers Schnaufen vernahm, drang leise die Stimme ihres Bruders zu ihr durch. Fletcher begann bereits seinen Höhepunkt zu erreichen und sie hatte die Augen geschlossen, sich in ihre eigene Sphäre zurückgezogen. Wehre dich nicht, Kleine. Das macht es einfacher.
So vermeinte sie die leise, ruhige Stimme ihres Bruders zu hören. In diesem Augenblick wurde Noemi von einem plötzlichen, explosiven Glücksgefühl erfasst. In ihrem Schädel tanzten Bilder ihres brennenden Hauses. Wie sie aus dem Schrank stolperte. Vorbei an ihrem Bruder, die Treppen hinunter.
Kann das sein? , hatte sie sich gefragt. Kann Tommy das überlebt haben?
Ich helfe dir Schwester, meinte sie ihn sagen zu hören und das war wunderbar. Noemi folgte seinem Rat und in diesem Augenblick trat der Schmerz für sie tatsächlich in den Hintergrund.
Fletcher krächzte etwas Unverständliches und begann seine Hose wieder anzuziehen, während sein Samen noch auf den Fußboden tropfte. Dann torkelte er davon.
Tommy hingegen blieb.
Zunächst war er nur eine Stimme. Sie musste immer an ihn denken. Ihr Bruder war ihr immer ein guter Ratgeber gewesen und an dem Tag, als ihre Farm niedergebrannt wurde, hatte er sein Leben für ihres gegeben. Sie redete viel mit ihm. Über ihre Verzweiflung, als sie aus dem brennenden Haus gerannt war. Wie sie zu der Fletcher-Farm gebracht worden war und wie Fletcher und seine Männer begonnen hatten, sie zu verletzten. Ihr Bruder war wie immer für sie da. Er sprach ihr Mut zu, sagte ihr das am Ende alles gut werden würde, munterte sie auf.
Noemi half das mehr als alles andere. Mit der Zeit begann sie nach Tommy Ausschau zu halten. Hin und wieder, wenn das Mondlicht mal wieder in ihr Zimmer fiel, meinte sie Bewegungen in den Schatten wahrzunehmen. Dann und wann meinte sie dort dann Tommys Silhouette erkennen zu können. Er wurde zu einer Gestalt in den Schatten, ein vager Umriss, der sich immer mal wieder zeigte. Und wenn er sich zeigte, begann er wieder mit ihr zu reden, ihr zu helfen…

Noemi fragte sich, ob dieser Fremde ihr gegenüber auch manchmal mit denjenigen sprach, die er verloren hatte. Sofern es sich natürlich um Personen handelte, natürlich. Aber irgendwie war das ihre erste Vermutung gewesen.
Die Worte des Dicklichen klangen zumindest einigermaßen vernünftig. Darauf mit dieser Gruppe jedoch weiter durch die Gegend zu ziehen, hatte Noemi wenig Lust. Dafür war der Großteil schlicht zu unberechenbar. Lieber zog sie wieder zusammen mit Tommy los. Ohne Gestalten in der Nähe, die sie ständig im Auge behalten musste.
„Noemi“, stellte sie sich dem Mann vor. „Macht euch keine Sorgen. Ich werde euch keinen Ärger machen. Mit diesem Schwachkopf habe ich nichts zu tun. Trotzdem werde ich von hier verschwinden und euch nicht begleiten. Ich habe kein Pferd gebraucht, um hierher zu gelangen und werde auch nun ohne klarkommen.“
Ihr Blick wanderte zu dem Mexikaner und Newson hinüber, der anscheinend noch immer reglos am Boden lag. Sie runzelte die Stirn: „Was ist eigentlich mit dem? Ist er tot?“
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Beitrag von Umbra am Do Okt 08 2015, 21:51

Wäre Jim der Jim, der er vor einigen Jahren gewesen war, hätte er vermutlich laut vor Lachen losgeprustet, sobald er Terrys Ruf nach „Alma“ vernahm. Das klang fast so, als würde der picklige Sonnenstichbursche nach seiner entlaufenen Gattin oder einem Hund rufen. Allerdings zerrte die angespannte Situation zu sehr an seinen Nerven, als dass ihn dieses sonderliche Phänomen dazu bewegte, seine Seriosität und seine grimmige Miene abzulegen. Zusammen mit seiner allgegenwärtigen bedrückten Laune, waren das Misstrauen und das Gefühl, von keinem der Anwesenden respektiert zu werden, ein stachliges Reibeisen, das an seiner Geduld schmirgelte.
Herr, gib mir Kraft.
Moses merkte die Anspannung seines Herrchens und war seinerseits aufgekratzt, aber hatte Jim nicht vor, sich und seinen Begleiter benutzen zu lassen, so wie Dayton es zu tun gedachte.
„Lass mich ja aus deinen erpresserischen Verhandlungen raus, Priest“, schnaubte Jim missbilligend. Klarstellend. „Ich werde Moses für nichts dergleichen einsetzen.“
Das war ja wohl die Höhe der Unverschämtheiten des bisherigen angebrochenen Tages! Jim war noch nie so weit im Westen gewesen… Aber hier draußen schien den Herumtreibern nicht einmal ein kleines Fünkchen Achtung vor seinem Amt innezuwohnen. Hielt man ihn etwa für einen gemeinen Straßenräuber?
„Was ihr mit eurer Zeit anfangt, geht mich nichts an. Ihr trefft eure Entscheidungen, ich meine“, äußerte Jim, mit kurzem Seitenblick zur jungen Frau, die den Wunsch äußerte, allein und zu Fuß weiterzureisen. Das klang zwar unvernünftig, aber sie sah so aus, als wüsste sie, was sie tat.
„Ich werde weiterziehen und für euch beten.“
… und bei dieser Gelegenheit auch dafür, dass ich euch niemals wiedersehen muss.
Jim entspannte den Hahn seines Gewehrs und schulterte es mithilfe des Gurtes, der daran befestigt war. Er hatte befunden, dass es nun nicht mehr notwendig war, sich schussbereit zu halten. Sollte sich herausstellen, dass er sich diesbezüglich irrte, hatte er wohl Pech gehabt.
Allerdings verschob Jim seine Aufbruchpläne für einen Moment nach hinten, da vor allem Noemi seine Aufmerksamkeit auf den immer noch am Boden liegenden Herrn mit Schnauzer und Anzug lenkte. Dieser hatte sich bisher kein Stückchen gerührt. Ob er wohl tatsächlich tot war? Jim war den Anblick Verstorbener zwar gewohnt, was an sich schon makaber war, darüber hinaus kam ihm aber ein Tod ohne Gewalt inzwischen bereits ungewöhnlich vor.
Rote Spritzer und Flecken flackerten vor Jims Augen auf der Kleidung des Mannes auf – begleitet von einer dunklen, größer werdenden Lache, die unter dem reglosen Körper einen Weg durch den trockenen Staub bahnte, der sie gierig aufsaugte.
Jim blinzelte und das Blut verschwand. Das Verlangen, in eine seiner Taschen zu greifen und einen kräftigen Schluck aus seinem Flachmann zu nehmen, war plötzlich sehr groß. Seine Hände zitterten leicht.
„Ist er tot?“, ertönte ein Echo der Stimme des Mädchens in seinem Schädel.
Jim zögerte nur einen Moment.
„Ich prüfe das“, zeigte er sich dann hilfsbereit, auch wenn er die Worte brummte. Ohne zu zögern, trat er an den daliegenden Körper heran und ließ sich auf die Knie sinken. Auch aus der Nähe sah der Mann nicht lebendiger aus. Jim offenbarte seine schweißnassen, struppigen, schwarzen Haare, als er seinen Priesterhut auf den Boden ablegte. Daneben platzierte er sein Gewehr. Das bedeutete nicht, dass er den Anwesenden plötzlich vertraute. Aber, Gewehr und Hut: Beides würde ihm nur im Weg sein. Er beugte sich tief und hielt mit dem Ohr dicht über dem Gesicht des Liegenden inne. Einen Moment lauschte er. Dann legte er dem Mann für einen Moment zwei Finger an die Schlagader am Hals.
„Nun…“, teilte Jim seine Erkenntnis mit den anderen und kniete nun wieder aufrecht, „… er schläft scheinbar. Er atmet und sein Herz schlägt.“
Dennoch reagierte der Mann nicht. Auch nicht darauf, dass Jim ihn an der Schulter rüttelte und ihn aufforderte, aufzuwachen.
Jim sah wieder das Blut. Die Flecken und Spritzer. Die Lache, in der er nun selbst hockte. Jetzt hatte er sich selbst ebenfalls mit dem imaginären Lebenssaft dieses Herrn besudelt. Der metallische Geruch stieg ihm in die Nase, obwohl er wusste, dass kein Blut dort war. Es geschah nicht das erste Mal, dass er sich so etwas einbildete. Fast kam es ihm tatsächlich nass vor.
Aber doch… Diesmal merkte er an den Reaktionen der anderen, dass sie es auch sahen.
Jim erstarrte erschrocken. Nein, das konnte nicht sein!
Der Schnauzbärtige riss die Augen auf, begann zu röcheln und Blut zu spucken. Keuchend rang er nach Luft und zuckte mit Armen und Beinen, während er am eigenen Blut zu ertrinken schien. Immer mehr davon quoll aus dem Schlund dieser bedauerlichen Gestalt hervor, die versuchte, dagegen zu wehren.
Jim wusste nichts mit sich anzufangen. Der Grauen, das sich direkt vor ihm abspielte, zog ihn in einen unheimlichen Bann. Er konnte nichts anderes tun, als hilflos zuzusehen, während die Last seiner blutigen Erinnerungen auf ihn herabstürzte und ihn bewegungsunfähig machte.

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Beitrag von Fade am Sa Okt 10 2015, 17:25

Pezosa hörte Daytons Worten nur mit einem Ohr zu, da seine Aufmerksamkeit bereits auf dem am Boden liegenden Newson gewandert war. Namen? Ja. Die waren nun sicher wichtiger als alles andere, aber da sich der Bärtige vernünftig verhalten und vielleicht auch Blutvergießen verhindert hatte, war man ihm diese Höflichkeit wohl ausnahmsweise schuldig. „Diego.“ kam es ruhig und emotionslos von El Pezosas Lippen.
Die Aussage, dass der Kojote sich an den Pferden vergreifen könnte, deutete der Mexikaner als Scherz, denn es war schwer vorstellbar, dass so ein kleiner Vierbeiner, der vielleicht 15 Kilo auf die Waage brachte, den Hufen eines wenigstens 350 Kilogramm schwereren Tieres gewachsen war.
Ja, über so was hatte er sich schon Geschichten anhören müssen, in den langen Lagerfeuernächten, wenn es ein paar besonders schlaue in der Bande gab.
Auch die Aussage der kleinen Noemi deutete er als glatte Lüge. Sie gab sich ja wohl notgedrungen als stark und hart aus, jedoch wozu stand sie noch hier herum, wenn sie mit keinem hier etwas zu tun hatte, oder haben wollte? Die Wahrheit war ja wohl, dass sie im Zweifel in der Gruppe sicherer war, als wenn sie jetzt den Rücken drehte und darauf hoffte, dass niemand ihr nachstellen würde.

Ja der alte Mann war tot, jedenfalls hätte El Pezosa darauf gewettet, als seine Stiefelpitze den Mann traf, ohne dass er sich darauf regte. Als nun aber der Padre seines Amtes weilte und in den alten plötzlich Leben kam, zuckte etwas im Antlitz des Mexikaners.

Es war nicht so, als ob er echtes Mitleid für den alten Zausel empfand, den er nicht mal kannte. Er hätte erwartet, dass der Alte wohl im Sturm erstickt wäre, oder von einem Trümmerteil erschlagen, doch das Blut ohne äußerliche Spuren deutete auf nichts anderes hin, als das der üble Zauber von letzter Nacht noch nicht vorüber war.
El Pezosa zog seine Waffe in einer ruhigen Bewegung, damit keiner der anderen Waffenträger dabei so unüberlegt oder wahnsinnig reagierte, wie der junge Narr gerade vorhin und richtete sie auf den Kopf des alten Mannes. „Das menschlichste, was wir noch für ihn tun können.“ Sprach er kühl und deutlich aus und suchte dabei den Blick des Padres. Wenn niemand hier Wunder vollbringen konnte. War eine Kugel immer noch barmherziger, als dem alten bei seinem Todeskampf zuzusehen. Sein Blick wirkte hart und nicht ohne Grund drückte ihm die Zeit rasch aufs Gemüt. Was dem Alten passierte konnte doch jeden hier treffen, wenn der Spuk immer noch anhielt.

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Beitrag von Umbra am So Okt 11 2015, 12:53

Die Worte des Mexikaners Rissen Jim aus der eigentümlichen Starre, in die er verfallen war. Nur für einen kurzen Moment hatte er so dagehockt. Das musste der Schreck gewesen sein… Damit, dass der Fremde wie aus dem Nichts plötzlich auf so grausame Weise im Sterben lag, hatte niemand rechnen können. Woher kam mit einem Mal das viele Blut?
Doch nun, da Jim diesen Moment überwunden hatte, spürte er eine Ruhe in sich, die ihm selbst unheimlich war. Er wusste, was zu tun war: Das, was er schon häufiger hatte tun müssen, als ihm lieb war.
Ihm blieb offenkundig nicht mehr viel Zeit.
Jims Blick schnellte finster zum Mexikaner hoch, an der Mündung von dessen Revolver vorbei – zusammen mit der linken Hand, die er dem Bewaffneten mit einer Einhalt gebietenden Geste entgegenstreckte.
„Nein!“, verbat Father O’Reilly mit Bestimmtheit und ignorierte in diesem Moment, dass Moses den Mexikaner zähnefletschend ankläffte, während er selbst in gefasste Eile verfiel und in seinen Taschen nach einer kleinen Phiole mit Öl forschte. Erwartete dieser Schurke etwa tatsächlich eine Erlaubnis, diesen Mann zu erschießen zu dürfen?
Es blieb keine Zeit für den üblichen Ritus. Keine Weihung. Keine Taufe, sollte dies nötig sein. Keine Abnahme eines Schuldbekenntnisses oder einer Beichte. Nur das Nötigste. Darin hatte Jim vor allem in Gettysburg schon Erfahrung gesammelt. Wenn man sich nicht gerade in der Nähe eines Schlachtfeld aufhielt, wusste man nie, wann man in eine Situation wie diese geriet. Nun, in diesem Moment, war sie äußert unerwartet über sie alle gekommen.
Der Priester benetzte seine blutigen Finger mit dem Öl und legte dem Sterbenden die Hand auf.
„Schhh“, machte Jim, auch wenn dies den von offenkundigem Leid geplagten, zuckenden Mann selbstverständlich nicht dazu brachte, sich zu entspannen. Aber vielleicht spendete es dem Sterbenden Trost. Es ging zu Ende.
„Keine Angst“, sagte Jim möglichst sanft, auch wenn es ihm dabei im Hals kratzte, und vollzog dann sofort die Salbung in der Kurzfassung. Nur die Stirn.
Per istam sanctam Unctionem“, sprach er dabei, et suam piissimam misericordiam indulgeat tibi Dominus quidquid deliquisti. Amen.[1]
Gott schenkte Gnade… keine Kugel konnte das. Der Tod war grausam, doch nun konnte dieser Mann in Frieden gehen, befreit von jeglicher Schuld, die er ihm Leben auf sich geladen haben mochte, sollte Gott ihm dies gewähren, auf dass der Herr am Ende auch über seine Seele richten möge. Und während der Schnauzbärtige nur kurz darauf seinen letzten Atemzug aushauchte, war Jim sich sicher, das einzig Richtige getan zu haben.
Es bedrückte ihn stets, die letzte Ölung durchführen zu müssen, doch es gelang ihm, sich davon zu distanzieren. Ihm war egal, was die anderen Trieben. Jim schloss die Augen des Toten und betete murmelnd. Gott hörte auch leise Worte. Und die übrigen Anwesenden konnten mit Latein vermutlich sowieso nichts anfangen.

[1] Durch diese heilige Salbung und Seine mildreichste Barmherzigkeit lasse dir der Herr nach, was immer du gesündigt hast.

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Beitrag von Leo am Fr Okt 16 2015, 17:47

Terry war so in Gedanken, dass er zunächst gar nicht mitbekam, was um ihn herum geschah. Er konnte nur an sein Pferd denken. Hoffentlich war ihr nichts passiert … aber wo war sie nur hin? Alma und er trennten sich so gut wie nie!
Klar, das hier war eine Ausnahmesituation … er konnte schon verstehen, dass seine Stute es da mit der Angst zu tun bekommen hatte. Er selbst war ja während des Sturms auch nicht gerade die ruhe selbst gewesen. Aber dass sie nicht kam, als er ihren Namen rief … das war ungewöhnlich. Entweder, sie war sehr eingeschüchtert … oder sehr weit weg. Er wusste selbst nicht, was ihm davon lieber war.
Er drehte sich erst um, als er hinter sich seltsame Würgelaute hörte.
Fuck!
Es war der Schnauzbart, mit dem Terry sich noch so kurz vor dem Sturm unterhalten hatte. Und er würgte nicht nur – er starb. Terry hatte noch nie einen Sterbenden gesehen, aber das hier musste wohl einer sein. Aber warum? Was war passiert? Was sollte das auf einmal?
Was der Pater machte, hielt er zwar für idiotisch, aber er sagte nichts … natürlich nicht. Lieber blieb er in sicherer Entfernung stehen und versuchte, sich nicht zu übergeben. Mann, dass ein Mensch so viel Blut spucken konnte … man konnte sicher schöner sterben als der Schnauzbart. Obwohl Sterben wohl allgemein keine schöne Sache war.
Terry hatte keine Idee, was er selbst tun konnte, aber er konnte sich auch nicht einfach abwenden. Das grausige Spektakel war auf makabere Art fesselnd. Er selbst hatte keine Ahnung, ob man den Mann nicht doch irgendwie retten konnte; er konnte es jedenfalls nicht, und die anderen scheinbar auch nicht. Verdammt … armer Schnauzbart. Hätte ein Doc diesen Sturm überlebt, hätte er vielleicht noch ein paar Jahre gehabt.

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Beitrag von Darnamur am Mi Okt 21 2015, 22:15

„Das ist nicht nötig, danke“, erwiderte Noemi die Aussage des Priesters, dass er für sie beten würde. Gebete hatten ihr noch nie geholfen. Ihre Familie war immer sehr christlich gewesen. Und hatte es ihnen etwas gebracht? Hatte es ihnen etwas gebracht als die Fremden gekommen waren, Blut vergossen und Asche hinterlassen hatten?
Im Wandschrank, in ihrem Versteck, da hatte sie gebetet gehabt. Ein kleines, unschuldiges Mädchen in seinem siebten Lebensjahr.
Ich bin klein, mein Herz ist rein. Soll niemand hinein, als du mein liebes Jesulein…
Sie war nicht entdeckt worden. Aber nicht wegen Gott. Gott hatte sie nicht beschützt. Es war ihr Bruder gewesen. Nicht viel älter als sie und doch hatte er sein Leben riskiert und verloren. Gott hatte ihm nicht geholfen. Einem neunjährigen Jungen, der in seinem Leben nichts Böses getan hatte.
Und was war dann geschehen? Wer hatte sie an die Ranch verkauft? Es war der Priester gewesen, dieser feiste, widerliche Kerl. Damals fand sie ihn nett und sympathisch. Dieser Hurensohn hatte ganz genau gewusst, was mit ihr passieren würde, da war sie sich sicher. Wahrscheinlich profitierte er selbst einiges von dem Etablissement.
Wenn Noemi ihm nun, mehr als zehn Jahre später wieder begegnen würde, sie würde ihm keine Gnade gewähren. Sein feistes Gesicht stand ihr noch ins Gedächtnis geschrieben. Die Gesichter seiner Feinde vergaß man nicht einfach.
Ihre Aufmerksamkeit war nun auf den Mann am Boden gerichtet. Er war recht wirr gewesen, aber den Tod wünschte sie dem Burschen nicht. Aufmerksam beobachtete sie durch ihr eines Auge wie sich der vermeintliche Priester zu ihm herabbeugte und versuchte ihn zu wecken.
Dann geschah es. Erst wirkte es so, als ob das Leben in den Kerl zurückkehren würde. Dann zuckte sein Kopf nach vorne und er spie einen Schwall Blut aus. Noemis Auge weitete sich einen Moment lang, dann musterte sie starr das Ableben des Mannes. Die Arme und Beine des Schnauzbärtigen zuckten hilflos und verzweifelt durch die Gegend, doch es gab nichts an das er sich klammern konnte. Der Priester stand einfach nur versteinert und entsetzt da.
Noemi konnte den Blick nicht abwenden. Sie spürte keine Furcht, obwohl das vielleicht sogar angebracht gewesen wäre, denn das was nun mit dieser Gestalt geschah, hätte mit jedem von ihnen geschehen können. Aber nein, das war es nicht. Viel mehr schien von dem Röchelnden und sich Windenden eine Art Faszination auszugehen.
Sie blickte direkt in die großen, panischen Augen des Mannes, in denen sich das Blau des Himmels spiegelte. Fletcher war ähnlich gestorben. Das Blut hatte ihn erstickt. Leider hatte sie in der Finsternis nicht allzu viel sehen können, doch die Betrachtung dieser elenden Gestalt gab ihr einen guten Eindruck, wie er sich gefühlt haben musste.
Er musste gemerkt haben, wie das Leben langsam aus ihm wich und er nichts mehr dagegen tun konnte. Er verlor alles. Alles, was er hatte. Die Schmerzen mussten ihm schließlich den Blick vernebeln. Und seine letzten Gedanken in dieser Welt waren schließlich von nichts anderem geprägt gewesen sein, als Verzweiflung und Hilflosigkeit. Noemi musterte aufgeregt, wie das Blut dick und dunkel aus dem Maul des Mannes hervorsprudelte. Es wirkte so, als würde er seinen eigenen Lebenssaft erbrechen.
Der Anblick war wunderschön.
Da bemerkte die Einäugige die Waffe des Mexikaners und die Realität begann sie wieder ein wenig einzuholen. Etwas Besseres werden wir für ihn nicht mehr tun können. Was folgt, ist unaufhaltbar. Gedanklich segnete sie Diegos Vorschlag ab.
Nur der Priester war es, der etwas dagegen zu haben schien und sich geradezu dramatisch dem Colt in den Weg stellte. Noemi schnaubte.
Sie machte auf dem klackenden Absatz kehrt und begann in Richtung des Schmiedeofens loszugehen. Sie hatte es bereits gesagt. Mit dem hier, hatte sie nichts mehr weiter zu tun. Hinter sich hörte sie, wie der Priester etwas Unverständliches auf Latein von sich gab. Wenn er dem Sterbenden Trost zusprach, würde er es also nicht mal verstehen können. Was für eine Zeitverschwendung. Vielleicht hätten sie dem Mann noch ein paar Qualen ersparen können, aber eigentlich war es auch egal. So oder so, in ein paar Sekunden wäre er tot.
Noemi nahm ihr Gewehr wieder auf. Genauso wie ihr gesamter Körper und ihre Kleidung war es rußverklebt. Behutsam ließ sie die Waffe durch ihre Hände gleiten. Endlich hatte sie wieder etwas, mit dem sie sich im Zweifelsfall verteidigen konnte. Die Messer waren schön und gut, aber auf einer offenen Fläche, wo jeder eine Feuerwaffe bei sich trug, war sie einfach nur unterbewaffnet gewesen.
Mit mürrischem Gesichtsausdruck begann sie sich auf den Weg zu machen. Fürs Erste hatte sie vor einen Pfad etwas abseits des Weges zu wählen, um Begegnungen mit weiteren Fremden erstmal aus dem Weg zu gehen.
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Beitrag von Elli am Fr Okt 23 2015, 10:57

Dayton betrachtete die Zuckungen des Mannes. Er fand die Wahl des Maisfressers wesentlich menschenfreundlicher, als das christliche Gebrabbel von Jim. Was sollte das helfen? Das Ableben hätte man schöner gestalten können. Das änderte aber nichts daran, dass er bemerkte der junge Kerl einen Scheiß auf seine Waffe gab und ihn einfach ignorierte. Plötzlich wuchs ein Verdacht in ihm. Wer auch immer seine Familie umgebracht hatte, hatte ja auch Dayton nicht gefürchtet. War dieser Bursche vielleicht ein Drahtzieher? Ein Nachkömmling? War er es vielleicht gewesen?
Mit einer fließenden Bewegung sprang er vom Pferd herunter und schritt noch immer mit erhobener Waffe auf ihn zu. "Lenk nicht ab. Der Alte hat's hinter sich gebracht. Ich hab dich was gefragt."

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Beitrag von Leo am Sa Okt 31 2015, 16:07

Oh, bitte …
Terry hatte ernsthaft gedacht, seine … Unbedachtsamkeit von vorhin wäre nun ausgestanden, doch die Priesterbegleitung schien das anders zu sehen. Skeptisch betrachtete er den auf ihn gerichteten Revolver, während er langsam die Hände hob.
Er lenkte also ab? Pah, er war es nicht, der gerade verreckte …
El Schnauzbart war noch nicht tot, aber lange konnte es nicht mehr dauern. Terry wandte den Blick schnell wieder ab und versuchte, sich an die Frage des Revolvermannes zu erinnern versuchte. Nee. Da kam nichts. Musste wohl im allgemeinen Aufruhr untergegangen sein.
Äh, sorry, aber … was war deine Frage?“ Er wusste nicht, wie er den Mann ansehen sollte, also verschränkte er die Arme und sah an seinem Kopf vorbei auf die Ruinen … oder das, was davon übrig war. Mann. Eigentlich waren das mehr die Ruinen einer Ruine. Wie hatten sie drei das eigentlich überlebt? Als er noch wach gewesen war, hatte sich der Sturm ziemlich echt angefühlt. Machte er jetzt eigentlich auch noch … Terry hatte sich schon bedeutend besser gefühlt.

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No Man's Land - Teil I: Der raue Westen - Seite 4 Empty Re: No Man's Land - Teil I: Der raue Westen

Beitrag von Fade am So Nov 01 2015, 20:38

Brav, wie er sein konnte wenn es nützlich war, steckte El Pezosa den Colt zurück in den Halfter. Was der Padre machte, entzog sich Pezosas Verständnis, aber darauf kam es wohl nicht mehr an. Der alte erstarb relativ schnell in den Armen des Padres, doch wurde der Mexikaner bereits durch das unbeherrschte gekläffe des Flohsacks abgelenkt, was er mit einem bösen Blick auf den Vierbeiner und kurzes Zähnezeigen seinerseits quittierte. In der Prärie hätte der den Kojoten einfach erschossen oder abgestochen und sich zusammen mit Bohnen eine Mahlzeit daraus gemacht.

Während die Frau sich nun tatsächlich auf den Weg zu machen schien, fuhr der Bärtige, vom blutigen abtritt des alten Mannes recht unbeeindruckt, damit fort, dem Pickelgesicht auf den Pelz zu rücken und El Pezosa für seinen Teil befand sich nun in der angenehmen Situation, das Geschehen aus dem Abseits beobachten zu können und sich selbst auszusuchen wann und wie er weiter verfahren wollte.
Ein wenig verwunderte es ihn, wie die anderen beiden Schicksalsgenossen der letzten Nacht das Ableben des alten Mannes abtaten, gerade wo der Bärtige und der Padre sich nun als nicht gerade feindselig entpuppt hatten. Sollten die Hunde nur das Weite suchen. Wenn er seinen Gaul und das Gepäck erst gefunden hatte würde er zumindest lieber mit dem Bärtigen und dem Padre Reiten, als mit dem Verrückten.

Der Kojote war offenbar vom Padre abgerichtet, dass er wie ein verfluchter Wachhund reagiert hatte was es mit dem menschlichen Begleiter des Geistlichen auf sich hatte, konnte sich der Mexikaner noch nicht so recht zusammenreimen. Ganz offensichtlich waren sie noch nicht lange gemeinsam unterwegs, da sie sich vorhin noch sehr unabgestimmt verhalten hatten, als der Padre sie geweckt hatte. Um so sicherer, war es wohl mit ihnen zu reisen. Wenn keiner dem anderen völlig vertrauen konnte schützte sich die Gruppe gegenseitig voreinander, aber vielleicht waren diese Gedanken auch noch etwas verfrüht und schließlich befanden sie sich hier alle immer noch an einem verwunschenen Ort an dem man Nachts mit Geistern tanzte.

Pezosa beschloss sich zunächst auf den Padre zu konzentrieren, ob er etwas mit der Leiche anfangen konnte oder womöglich nun doch den vorgebrachten Worten des Mexikaners glauben zu schenken begann, was das Land hier betraf. Natürlich ließ er das Greenhorn diesmal nicht mehr vollends aus den Augen. Ein zweites mal würde der Spinner keine Gelegenheit bekommen, ihm ein Schießeisen ins Gesicht zu halten. Vielmehr würde es hier eine zweite Leiche im eigenen Blut geben, wenn er es doch nochmals wagte.

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Beitrag von Elli am Mo Nov 02 2015, 09:52

Dayton gefiel es ganz und gar nicht was sich hier tat. Er wurde von diesem beschissenen Greenhorn einfach ignoriert! Sollte das ein Zeichen sein? Konnte dieser komische Typ etwas mit der Ermordung seiner Familie zu tun haben und versucht sich gerade davon zu stehlen, ohne seinen Namen zu nennen? Die Augen des Cowboys verengten sich zu Schlitzen. Er spürte das Blut in seinen Ohren rauschen und unfassbare Wut. Wie konnte man so dumm sein und einfach denjenigen ignorieren, der eine Waffe auf einen richtete?
Ungeachtet der anderen Geschehnisse, die Jim oder der Maisfresser taten, entschloss Dayton es war Zeit für etwas Respekt.
Er spannte seine Waffe durch und zielte gleich neben die Füße des jungen Aases.
"Ich will deinen Namen wissen, Pisser." Der Schuss schallte durch irrsinnig laut durch die leere Prärie.

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Beitrag von Leo am Mo Nov 09 2015, 19:47

Wow! He … wow!
Fuck! Damit hätte er nicht gerechnet. Terry riss die Hände so hoch, dass es in den Achseln wehtat. Er hatte es doch gar nicht so gemeint … warum war der Typ nur so aggressiv? Mit hochgezogenen Augenbrauen musterte er den Krater im Sand. Musst vorsichtiger werden, Terry.
Ich … äh, ich … ähm …“ Er überlegte so hektisch, dass seine Gedanken sich wie ein Wollknäuel anfühlten. Heillos verknotet. Der Name. Der Name … klar, den wusste er. „Ich … Terry Carter! Ich bin nur zufällig hier, ehrlich!Und wenn ich erstmal mein Pferd wiedergefunden habe, bin ich schneller wieder weg, als du in den Boden schießt, Kumpel. Nichts hielt ihn mehr an diesem unheimlichen Ort, daran änderte auch der tote Schnauzbart nichts … im Gegenteil. Er selbst könnte jetzt genauso gut dort liegen und Blut spucken. Ob der Mann mittlerweile tot war? Er wusste es nicht … aber gerade bekam er sowieso nicht allzu viel von der Außenwelt mit.

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Beitrag von Elli am Mi Nov 11 2015, 15:23

"Merk' dir Junge: Richtet jemand die Knarre auf dich, tu' besser was er sagt. Idiot."
Der Verdacht, der sich in Daytons Kopf eben noch so sinnvoll und real gestaltet hatte, kam ihm nun plötzlich lächerlich vor. Er war nicht mal sicher, ob das halbe Kind dort unten wusste, wie man eine Waffe nutzte, geschweige denn damit Kinder erschoss.
"Also...Terry...ich bin mir sicher wir finden dein Pferd, wenn du mal ein bisschen runterkommst. Entweder läuft es irgendwo herum, oder wir finden die Überreste. Kojoten lauern überall."
Seine Blick schweifte durch die Ferne, doch er konnte bei bestem Willen nicht ansatzweise ein Pferd erkennen. Er war sich dennoch sicher, dass man das Tier finden würde - in welchem Zustand, dass stand auf einem anderen Blatt.
Nun endlich sah auch er den Sterbenden an. Vielleicht war er auch schon tot. Sicher war er sich nicht, es kümmerte ihn aber auch nicht. Er kannte den Alten nicht, wer er war und warum er nun so dort lag und sein Leben aushauchte, interessierte ihn auch nicht. Er blickte zu Jim herüber. Viel zu erledigen gab es nun ja nicht mehr. "Können wir langsam mal weiter? Vielleicht möchte sich ja einer der Rabauken ja anschließen? Wird sicher 'ne lustige Reise."

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Beitrag von Umbra am Sa Nov 21 2015, 21:07

Father James O’Reilly wandte seinen Blick vom gerade Verstorbenen ab und sah zu Dayton auf. Die ersten Gebete waren gesprochen und nun war es an der Zeit, sich mit dieser Bande von Chaoten zu befassen, die ihn umgaben. Jim gedachte, aufzubrechen, ja, aber noch nicht sofort.
„Helft mir erst, ihn zu bestatten“, sprach er aus und hielt es für selbstverständlich, dass man seinen Worten Folge leistete. „Es wäre falsch, ihn so liegenzulassen.“
Jim musste sich eingestehen, dass er sich immer noch keinen Reim daraus machen konnte, warum dieser zuvor scheinbar schlafende Mann von einem Moment zum anderen im Sterben gelegen hatte. Vielleicht eine Glasscherbe im Mund, die er beim Aufwachen verschluckt und sich damit die Kehle von innen aufgeschlitzt hatte? Das war… möglich. Zumindest die wahrscheinlichste Erklärung, die Jim einfiel, weswegen er sie als Gegebenheit annahm. Und er schloss nicht aus, dass einer der Anwesenden dies zu verantworten hatte. Ein grausames Ende. Eine äußerst feige Art, jemanden umzubringen.
Jim spürte, wie Wind aufkam, und sah den Staub, der seine Soutane umwehte. Er nahm seinen Hut und sein Gewehr und brachte sich wieder auf seine Füße. Währenddessen begann er schon seinen nächsten Satz:
„Es wäre zudem eine Schande, wenn ihr nun dafür sorgt, dass mehr als ein Loch gegraben werden muss.“
Am Ende blieb das wieder am ihm hängen. Zu viele Gräber. Schaufel um Schaufel und Schaufel, Leiche um Leiche um Leiche.
Jim blickte finster in die Runde und setzte seinen Priesterhut wieder auf. Die Sonne schändete seinen vom Kater gebeutelten Schädel. Er hatte das Bedürfnis, einen tiefen Schluck aus seinem Flachmann zu nehmen, doch das gedachte er nicht, nun vor versammelter Runde zu tun. Auf dem Weg zu seinem Karren, zu dem er sowieso zurückmusste, um eine Schaufel und seine anderen Habseligkeiten zu holen, würde sich sicher die Gelegenheit bietet. Er fühlte sich gerade wirklich nicht wohl – nicht, dass ihm körperlich übel war, sondern eher, dass er sein Leben mal wieder hasste. Es war stets deprimierend, mit dem Tod konfrontiert zu werden. Ein natürlicher Tod war dabei einfacher zu verkraften, aber das hier… das erinnerte ihn zu sehr an Gettysburg.
Wenigstens der langsam immer stärker werdende Wind auf seinem Gesicht war im Moment angenehm. So stand die Hitze nicht drückend in der Luft.
„Ich kann mir nicht sagen, dass ihr mir gefallt“, erklärte Jim griesgrämig. „Aber wenn ihr auch nach Grey Falls wollt, macht es keinen Sinn, mit Absicht Abstand zu halten.“
Nun wandte der Prediger sich Moses zu. Sein tierischer Gefährte behielt die Situation immer noch genau im Blick. Er spürte die Anspannung seines Besitzers und war deswegen nervös. Dem Kojoten eine Aufgabe zu geben, war gewiss nicht falsch. So konnte Jim die angestaute Energie seines Freundes in die richtige Bahn lenken.
„Moses“, befahl er und deutete auf den Toten, „gibt Acht.“
Anders als erwartet, fiel die Nervosität nicht von dem Kojoten ab. Die Wachsamkeit blieb jedoch ebenfalls, als das Tier sich neben den Toten Stellung bezog. Moses knurrte bereits warnend vor sich hin und legte die Ohren an.
Mehr oder weniger zufrieden wandte Jim sich ab und machte sich daran, zu seinem Pferdewagen zurückzukehren. Moses würde jeden räudigen Mistkerl hinter sich wohl beschäftigen, sollten Leichenfledderei-Tendenzen aufkommen.

Wie auch alle anderen, bemerkte Noemi, wie die absolute Windstille wieder in ein stetig stärker werdendes Lüftchen umschlug. Der Staub zu ihren Füßen bildete kleine Wirbel auf dem Boden. Unwillkürlich fühlten sich Noemi, aber auch Terry und El Pezosa, an die Anfänge des Sturms erinnert, der zuletzt vor ihren Augen Menschen in umherfliegenden Dreck und diesen Ort in Ruinen verwandelt hatte. Nebenbei wurde klar, dass der Kojote namens Moses nicht die Anwesenden anknurrte, sondern dass ihm die Situation nicht behagte. Die Rute klemmte zwischen den Hinterbeinen des Tieres und mit einem Mal sprintete es los. Wie vom Teufel gejagt, sprintete Moses an Jim vorbei und reagierte auch nicht auf die Rufe, die der Priester ihm verwundert hinterherschickte. Auch Daytons Pferde blieben nicht ruhig, sondern begannen zu scheuen.

Jim hielt irritiert inne. Dieses Verhalten war sehr untypisch für Moses. Da aber auch Priests Pferde verrücktspielten, stimmte hier etwas ganz und gar nicht.

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No Man's Land - Teil I: Der raue Westen - Seite 4 Empty Re: No Man's Land - Teil I: Der raue Westen

Beitrag von Fade am Mo Nov 23 2015, 21:33

El Pezosa stutzte, als der Padre äußerte, den Alten hier begraben zu wollen. Für einen Priester verhielt der Kerl sich eigenartig, auch wenn ihm die rohe Art zumindest aufrichtiger vorkam, als von diesen freundlich lächelnden Brüdern, welche hinterrücks über einen armen Sünder wie den Mexikaner zu tuscheln gedachten. „Wir sollten die Leiche auf euren Karren packen und in Grey Falls verscharren. Hier sind böse Geister am Werk Padre.“ Der Mexikaner gab die worte gedrückt und mürrisch von sich, da ihm die ganze Situation hier ohnehin schon falsch genug vorkam. Sollte der Padre doch tun, was er für richtig hielt, wenn er seinen Worten ohnehin schon keinen Glauben schenkte. Die leeren Drohungen die dieser von sich gegeben hatte, schüchterten dabei wohl nicht einmal mehr das Greenhorn ein, auch wenn sich dieser immer noch als potentielle Zielscheibe des bärtigen Genossen des Padres in einer für El Pezosa wünschenswerten Lage befand.

Die Lage, wie Pezosas Stimmung änderte sich schlagartig, als plötzlich schon wieder dieser unheilige Wind aufzukommen begann. Der Mexikaner fühlte, wie es ihm kalt über den Nacken lief und auch die Tiere zeigten, wie beim letzten Mal ein feineres Gespühr für das drohende Unheil. Als die Töle losrannte hielt es auch El Pezosa nicht mehr auf dem Fleck. Teufel noch eins?! Wie viel Zeit hatten sie seit der Marter des gestrigen Abends im bewussten Zustand gehabt? Ein paar Minuten vielleicht? Wer oder was gebot eigentlich über diesen Geistersturm, dass er ihnen gerade ein paar Momente gelassen hatte um neue Opfer anzulocken? „Maldito!“*, fluchte Pezosa, während er sich in bewegung setzte, um dem Vierbeiner, weit weniger elegant, halbwegs auf den Fersen zu bleiben. „Lauft wenn euch euer Leben lieb ist!“ Die Worte schallten im aufkommenden Wind zweifellos laut genug, dass alle Versammelten sie gut zu verstehen mochten und das Bild des in Bewegung geratenen, stämmigen Mexikaners gab wohl sein übriges, um den ernst seiner Einschätzung zu unterstreichen.



*Verflucht

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