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Beitrag von Darnamur So Jun 28 2015, 16:20

Noemi stand immer noch vor den Türen des Saloons und sog den Rauch so tief wie möglich in ihre Lungen ein. Sie hatte ihr Auge geschlossen, aber bemerkte den warmen Wind, der an ihr vorbeistrich und ihren linken Arm und ihre Wange streichelte. Es fühlte sich angenehm an.
Noemi wusste zwar nicht genau, woher diese plötzliche Luftströmung kam, aber sie machte sich auch keine Gedanken darüber, sondern genoss einfach diesen Moment der Entspannung.
Hinter ihr im Saloon verstummten die Geräusche des ausbrechenden Tumults. Die Stimmen der Schreihälse waren augenblicklich nicht mehr zu vernehmen.
Das irritierte Noemi nun aber doch. Ihr Lid schob sich wieder nach oben und der schwarze Vorhang der ihre Sicht verschleiert hatte, war verschwunden.
Hier draußen war immer noch alles beim Alten. Sie konnte keine Veränderung in ihrer Umgebung erkennen. Aber was war mit den ganzen Geräuschen geschehen? Ein leises Gefühl der Unruhe machte sich in Noemi breit. Sie ließ die fast fertig gerauchte Zigarette fallen und zertrat sie unter der Spitze ihres rechten Stiefels. Dann machte sie sich wieder auf ins Innere des Etablissements. Auf ihrer durchkreuzten Stirn hatte sich mittlerweile eine leichte Sorgenfalte gebildet.

Noemis Auge weitete sich, als sie die Tür aufstieß und ins Innere marschierte. Was war denn hier los? Ihr Blick streifte leere und verstaubte Tische, die abgehalfterte Bar und blieb schließlich an dem Mexikaner und dem Pickligen hängen. Was stimmte mit diesen beiden Gestalten nicht? Und was war hier geschehen? Reflexartig zog Noemi das Messer aus ihrem Gürtel. Mit zusammengekniffenen Augen und fast schon irrem Blick fixierte sie das ungleiche Paar an dem Tisch. „Was geht hier vor sich?“, verlangte sie mit harscher Stimme zu wissen. Noemis Herz hatte vor Aufregung begonnen schneller zu schlagen.
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Beitrag von Fade So Jun 28 2015, 20:18

Als die Saloontüren aufschwangen drehte sich El Pezosa dem Eingang zu. Er hatte fast damit gerechnet, dass nach dem verdächtigen Wind noch etwas hereinkommen würde, aber dass es die Kleine war passte fast zu gut ins Bild. Die Mine des Mexikaners wurde schlagartig grimmig.
„Was hier los ist? Das könntest du besser wissen als wir, Missi. Du hast dich schließlich nach draußen verzogen, ehe diese Geisterstadt uns so richtig willkommen geheißen hat.“ Es war naheliegend, dass das kleine Biest etwas mit der Sache zu tun hatte, auch wenn ihre Worte dem widersprachen. Warum hatte sie sich gerade vor dem Geisterwind aus dem Saloon gestohlen? Warum waren gerade die beiden keine Geister, an deren Tisch er sich gesetzt hatte? Ok, der Suppenfresser war wohl einer gewesen aber die beiden waren ihm Aufgefallen. Sie hatten vielleicht nicht ganz ins Bild der Gäste gepasst, genau wie er selbst. Zu viele Gedanken. Zu wenig Zeit. El Pezosas Herz klopfte laut. Keine zwanzig Gäule oder vierzig Flaschen Wein und nicht einmal eine schöne Tänzerin mit einer Flasche Tequilla hätten ihn noch hier gehalten und diese beiden fadenscheinigen Gestalten schon gar nicht.
Er hatte schon vom ersten Moment mehr oder minder auf Noemi gezielt, als sie hereingekommen war. Nun hob er den einen Arm genau auf sie gerichtet, als würde er mit dem metallenen Lauf seines Revolvers, wie mit dem Finger auf sie deuten. „Du machst besser den Weg frei kleines, für mich ist jedenfalls die Zeit zum Aufbruch gekommen.“ Das Greenhorn hatte Pezosa ebenfalls nicht  völlig aus den Augen gelassen, während er sprach und bewegte sich dabei wieder zum Tisch zu, wo noch sein Messer lag. Der junge Mann hatte nicht den Eindruck gemacht, als wäre Waffengebrauch Bestandteil seines Lebens, jedoch waren die Umstände keine, in denen El Pezosa Risiken einzugehen bereit war. Er Steckte den zweiten Revolver erst weg, als er in Griffweite seines Messers war, welches er auch sogleich im Halfter verstaute.
Wenn die Kleine wirklich mit dem Geistertreiben hier zu tun hatte, so würde sie vermutlich nicht zurückweichen. Er würde sie voll Blei pumpen, was vermutlich wirkungslos war. Dann würde er dem Greenhorn ins Bein schießen und zu türmen zu versuchen. Mit etwas Glück würde die Hexe ja die leichtere Beute bevorzugen. Leidlich zufrieden mit dem Plan schritt er auf die junge Frau und die Saloontüren hinter ihr zu.

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Beitrag von Darnamur Mo Jun 29 2015, 20:33

Dass der Mexikaner die Waffe auf sie richtete, machte die Lage nicht besser. Noemi starrte ihn ernst durch ihr verbliebenes Auge an. Sie wusste, wenn es klüger war, nachzugeben. Und in diesem Fall war die Sachlage klar: Der Fremde war der Kerl mit dem Revolver, sie hatte nur ihre Messer und die nützten ihr bei diesem Abstand wenig. Sie war also mehr oder weniger darauf angewiesen, dass der Mexikaner nicht abdrückte. Oder zumindest darauf, dass er nicht traf. Aber dieser Kerl sah so aus, als hätte er auf jeden Fall Übung.
Noemi fiel ihr Gewehr ein, dass sie beim Betreten des Saloons dem Barkeeper übergeben hatte. Eine schlechte Entscheidung, rückblickend betrachtet. Jetzt hätte sie es gerne bei sich, um dem zwielichtigem Mann nicht wehrlos gegenüber zu stehen.
Ruhig trat sie zur Seite und wanderte zu der Bar hinüber, die nun in katastrophalen Zustand lag. Was war hier nur geschehen? Da fiel ihr ein, dass der Mexikaner etwas von einer Geisterstadt gesagt hatte. Aber hätte sie das nicht irgendwie merken müssen? Noemi dachte an Tommy, der ihr auch hin und wieder mit ihr sprach, obwohl er eigentlich tot war. Trotzdem…etwas dieser Art war ihr noch nie begegnet. Und noch vor ein paar Sekunden war der Raum doch noch gefüllt! Die Lage kam ihr nicht nur wegen des auf sie gerichteten Revolverlaufs gefährlich vor.
Als sie die Bar erreichte, strich Noemi sich das rote Haar aus dem Gesicht und nickte in Richtung Saloontür: „Lass dich nicht aufhalten…“
Vielleicht konnte der Picklige ja etwas Vernünftiges von sich geben, nachdem dieser Störenfried sich verpisst hatte.


Zuletzt von Darnamur am Mo Jun 29 2015, 23:36 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Beitrag von Leo Mo Jun 29 2015, 22:39

Niemand antwortete ihm.
Stattdessen trat die Einäugige wieder in den Saloon. Terry war überrascht, sie zu sehen – scheinbar hatte sie weder das Weite gesucht, noch sich als Staub in die Luft erhoben.
Aber warum sie drei nicht? Was wurde hier gespielt?
Er war noch zu perplex, um etwas einzuwenden, als der Mexikaner gehen wollte. Sollte er doch. Terry legte keinen großen Wert auf die Gesellschaft des Mannes, der ihm fast den Kiefer gebrochen hätte; schon gar nicht, wenn er etwas mit diesen seltsamen Begebenheiten zu tun hatte. Geh doch, Greenhorn. Weit weg, wenn ich bitten darf.
Durchs Fenster hatte Terry gesehen, dass Alma noch immer friedlich dastand und nichts von dem tödlichen Wind mitbekommen hatte. Also war es nur logisch, dass auch das Mädchen nichts davon wusste. Er hätte ihr den Vorfall gern erklärt, doch dafür fehlten ihm die Worte. Außerdem war seine Zunge wie versteinert. Die Kopfschmerzen machten alles noch unwirklicher. Vielleicht war er ja von dem Schlag zu Boden gegangen und träumte?
Er kniff sich in die Hand. „Au!“ Mist.
Aber was nun? Er konnte nicht einfach den Raum verlassen und seiner Wege gehen … oder? Nein. Er ahnte, dass ihn das Geschehene dann noch ewig verfolgen würde. Andererseits könnte es durchaus gefährlich sein, hierzubleiben.
Ich glaube nicht, dass sie etwas damit zu tun hat, Mexikaner.Aber du vielleicht schon … Doch das sprach er nicht aus; Terry hatte keine Lust auf den nächsten Kinnhaken. Trotzdem wirkte die Einäugige auf ihn nicht wirklich verdächtig. Möglich, dass er zu naiv war, aber eigentlich war seine Menschenkenntnis etwas, auf das er sich verlassen konnte.
Die Frage war aber eher, wer dann dahintersteckte.
Hallo? Wenn hier noch jemand ist, dann kann er jetzt rauskommen! Der Spaß ist vorbei!“ Wäre es mal nur ein Spaß gewesen. Doch es schien so, als hätten sich die Männer aus dem Saloon tatsächlich in tanzenden Staub aufgelöst.
Verrückt. Völlig verrückt.

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Beitrag von Radagast Mi Jul 01 2015, 18:13

Newson träumte noch vor sich hin, als ihn plötzlich etwas von seinem Nickerchen erlöste. Er verließ das Bett und stellte dabei fest, dass der Schlaf ihm seine Sorgen nicht genommen hatte. Vor ein paar Stunden hatte er wegen seinen verlorenen Geschwistern wieder Tränen vergossen. Der Impuls dazu traf ihn wie ein Pfeil aus dem Verborgenen und er konnte es nicht in sich behalten. Er dachte sogar schon darüber nach, ob ihn einer der wenigen Gäste des Hauses gehört haben könnte.
Seine jüngeren Geschwister Clarice, Goodwin, Vincent und Mike wollten ihm, so hieß es in dem Brief, den ihm seine Mutter Katherine geschrieben hatte, nach Amerika folgen, doch das Schiff sei verunglückt, mit höchstwahrscheinlicher Todesfolge für alle Passagiere an Bord. Vielleicht bedeutete ich ihnen mehr, als ich dachte?. Als ihm das in den Kopf schoss, heulte er los, und das, obwohl er den Brief schon vor einigen Wochen erhalten hatte. Seine damals achtköpfige Familie wohnte in London und hatte sich inzwischen auf die Hälfte reduziert.

Erst gestern Abend kam er im Gasthaus „Dry Cup Inn“ an, es wunderte ihn allerdings, dass es gleich neben einem Saloon errichtet worden war, wo dieser doch bis nach draußen nach Alkohol und Nutten stank. Ob das nicht die Kunden vergraulte? Die Gaststätte selbst würde sich als Schlafplatz schon eignen. Er wäre hier gar nicht gelandet, wenn ihn seine Karte auf dem Weg zu den Black Hills nicht zufällig hergeführt hätte, eingezeichnet war diese kleine Sammlung von Hütten jedenfalls nicht.
Das kleine Zimmer war mit schwarzen Holzmöbeln bestückt, einem einfachen Bett, einem Schreibtisch und einer Kommode. Auf der linken Seite befand sich ein Fenster, das zum Saloon hinübersah und auf der rechten die Tür zum Treppenhaus. Newson freute sich darüber, endlich mal wieder eine Nacht unter einem Dach verbringen zu können, und in der vorherigen Nacht im Gasthaus hatte er tatsächlich keine Albträume.

Er vergaß für einen Moment, dass er beim Basteln an seinen Geräten im Bett eingeschlafen war und fragte bei der Empfangsdame nach der Uhrzeit, da ihm seine eigene Uhr auf seiner Reise hierher verloren gegangen war. Bereits halb neun? Das war ja seltsam. Er hätte schwören können, dass er länger geschlafen hatte, denn normalerweise war sein Schlaf, wenn er denn mal einschlafen konnte, tief und fest. Er nahm an, dass ihn irgendetwas aus dem Saloon geweckt haben musste. Irgendetwas läuft da ja immer! Doch er stellte fest, dass er von hier aus nicht sehen konnte, was dort los war und setzte sich seufzend an seinen Schreibtisch.
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Beitrag von Umbra Mi Jul 01 2015, 18:44

Jim brummte als Antwort auf Priests Aussage, in Grey Falls jemand zu finden zu hoffen.
Also in der Tat eine Schmeißfliege.
Nur bestand der Misthaufen nicht aus glänzendem Wertmetall, sondern aus Fleisch und Blut… oder Knochen. Vielleicht kam Priest längst zu spät. Wen auch immer dieser Mann suchte: Hier im Westen herrschten raue Sitten. Gerade, wenn man hier draußen Gewinn roch, war man schnell bereit, dafür weit zu gehen. Und auch das Kriechen, Buddeln und Sprengen in den Minenschächten forderte leicht seinen Tribut. Der Tod lauerte an jeder Ecke. Schlangen, Schluchten, Krankheiten… Selbst die Sonne war gegen einen.
Zumindest war die Hitze des Tages bereits zurückgegangen. Am Feuer wäre es sonst nicht auszuhalten gewesen. Unter Jims Soutane war es natürlich trotzdem heiß. Der das eng geschnittene Kleidungsstück war durchaus eine Qual, an manchen Tagen, doch es war eine Bürde, die er als Priester zu tragen hatte. Normalerweise legte er sie zum Schlafen ab, allerdings schlief er ja noch nicht. Und sein Zelt lag auch noch in Einzelteilen auf dem Pferdewagen. Jim war zu antriebslos gewesen, um es aufzustellen. Unter freiem Himmel zu schlafen, war angesichts dessen, dass Mitte Juli war (es müsste der 20. sein, wenn er sich nicht verrechnete) und die Temperaturen auch nach Nachteinbruch nicht niedrig, vielleicht gar nicht so schlecht.
Sich Umstände zu machen, war nichts, das auf Jims Agenda stand. Da er nicht beabsichtigte, in seinem Zelt zu schlafen, würde er heute nicht mehr aufstehen müssen. Er würde einfach hier sitzenbleiben und trinken. Es war schwer zu sagen, wie lange er noch nach Grey Falls unterwegs sein würde… Sicher war nur, dass sein Whiskeyvorrat zur Neige ging.
„Whiskey is the life of man, it always was since time began…“
Die Zeilen dieses irischen Trinkliedes gingen ihm durch den Kopf. Auf gewisse Weise passte es gerade zu seiner Gemütsverfassung. Sein Whiskey wirkte gerade tatsächlich ein wenig belebend. Er fühlte sich schon leichter.
„Whiskey gave me an empty purse, from whiskey I am always worse…“
Jim nahm einen tiefen Schluck. Eigentlich war es wohl wirklich Selbstbetrug, dass das Trinken die Sache besser machte. Nein, gewiss machte Alkohol nichts besser. Er half nicht, zu vergessen. Er half, zu ertragen. Aber nur, solange er die Sinne benebelte.
„I’ll drink whiskey when I can; I’ll even drink whiskey from a rusty pan…“
Wie tief war er bloß gesunken? Sehr tief. Nun hatte er die Flasche… Aber vermutlich würde er unter Umständen sogar aus einer Whiskeypfütze am Boden trinken. Erbärmlicher Säufer!
Jim trank noch etwas.
„I’ll drink whiskey hot and strong; I’ll drink whiskey all day long…“
Jim war wirklich nur noch selten vollkommen nüchtern – auch wenn er sich eher abends richtig einen hinter die Binde kippte. So wie jetzt.[1] Noch war er zwar nicht bis zur Besinnungslosigkeit voll, aber der Abend war ja noch nicht vorbei...
Missgelaunt griff er nach seiner Gitarre und begann wieder, darauf herumzuklimpern. Moses hatte inzwischen das Interesse an Dayton verloren, da dieser kein Fleisch mehr herausrückte, und rollte sich neben seinem Besitzer zusammen.

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Beitrag von Fade Mi Jul 01 2015, 21:02

Die Frau reagierte besonnen. Jedoch gefiel Pezosa ihre Selbstsicherheit in der Situation nicht besonders. Anstatt, wie mit einem Funken Verstand nahe dem Ausgang zu bleiben, marschierte sie gar auf die entgegengesetzte Seite, als ließe sie der Umstand einer offensichtlich unmöglichen Begebenheit des blitzgealterten Raumes und dem Verschwinden von vielleicht fünfzig Personen völlig kalt. Der geistlose Kommentar des jungen Kerls machte das alles nicht besser und vor dem Henker stehend hätte El Pezosa wohl nicht sagen können, ob ihm gerade die Gespenster, oder diese beiden Figuren unwirklicher erschienen wären. Nur weg von hier.
Direkt vor der Saloontüre steckte er ein Schießeisen weg und warf den Beiden noch einen unverholen misstrauischen Blick zu, ehe er nach draußen äugte und schließlich hinaustrat, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen. Wenn der Saloon verhext war, konnte es mit dem Rest der kleinen Ansiedlung nicht viel anders bestellt sein. Wie in Duellhaltung wanderten die ruhigen Augen des Mexikaners umher. Zum Teufel wo war er hier nur hineingeraten?

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Beitrag von Umbra Do Jul 02 2015, 10:02

Nachdem der Mexikaner, den man „El Pezosa“ nannte, vor der Tür stehengeblieben war, kehrte Stille im Saloon ein. Ein bisschen Staub rieselte unschuldig aus der Luft in Richtung Boden. Während Terry ungläubig dastand und Noemi lauernde Gefahr befürchte, passierte… nichts. Das von Terry geforderte Ende des Versteckspiels war nicht in Sicht: Es rührte sich einfach nichts. Und es antwortete auch niemand. Innerhalb dieser Wände herrschte, genau genommen, vielleicht sogar im wahrsten Sinne des Wortes, Schweigen wie in einem Grab. Dies könnte genauso gut der langweiligste Ort im Westen sein, wüsste man es nicht besser. Die vielen Gäste, die Huren und selbst der Barkeeper hatten sich von jetzt auf gleich in eine Wolke aus Dreck aufgelöst und machten keine Anstalten, dies wieder zu ändern.
Zumindest momentan.
Die Frage war, was genau gerade eigentlich geschehen war. Hatte dieser mysteriöse Sturm die vielen Menschen getötet? Wenn ja, warum waren Terry, Pezosa und selbst Noemi verschont worden? Wenn nein, stimmte die Vermutung des Mexikaners, dass sie gerade Zeugen eines Geisterspuks geworden waren? So oder so war diese Angelegenheit mysteriös und beunruhigend.

Auch auf der anderen Seite der Saloontür, die Pezosa misstrauisch begutachtete, war es ruhig. Alles hier wirkte wie ausgestorben, sah man mal von den Pferden ab. Eins davon war sein eigenes. Die anderen beiden, die er entdeckte, gehörten dann wohl dem Greenhorn und der einäugigen Miss. Es schien so, als wären sie drei die einzigen Menschen aus Fleisch und Blut in diesem verfluchten Kaff. Tatsächlich fiel ihm auf, dass auch die anderen Häuser nun etwas heruntergekommener wirkten als zuvor – aber hätte er nicht gezielt darauf geachtet, er es wahrscheinlich gar nicht bemerkt.



Newson Wilford Hilger musste sich überraschenderweise nicht mehr lang über die etwas störende Geräuschkulisse ärgern, für die das Treiben im benachbarten Saloon sorgte – es fiel ihm wirklich schwer, sich bei dem Krach dort drüben, den die schiefe Musik und die verkommenen Säufer verursachten, zu konzentrieren, selbst wenn es im Gasthaus selbst auch nicht vollkommen ruhig war (immerhin befanden sich auch andere Gäste und Personal hier, die in diesem hellhörigen Gebäude mit knarrenden Dielen kaum vermeiden konnten, sich bemerkbar machten).
Vor seinem unfreiwilligen Nickerchen hatte Newson an seinem Gold Detector gebastelt. Noch war dieses Gerät ein unfertiger Prototyp – aber sollte er schlussendlich funktionieren, so war sich Newson sicher, würde er hier im Westen unter den Goldsuchern steinreich werden. Das war nach all den Rück- und Tiefschlägen in letzter Zeit ein Fünkchen Hoffnung, an das er sich klammern konnte. Jedoch würde er hier, an diesem Ort, wohl kaum den Durchbruch schaffen. In einem Bett schlafen zu können, war zwar erholsam, aber Newson konnte am besten in absoluter Stille werkeln. Dieser „Ort“ hier hatte neben dem Gasthaus, einem Stall und einer Hufschmiede auch nicht viel mehr als einen Brunnen und den Saloon zu bieten. Sonderlich reizvoll war es nicht, länger hier zu verweilen. Als er sich zum Gold Detector umsah, merkte er, dass er ihn eingeschaltet gelassen hatte – und so sah er auch, dass er vor dem Einschlafen wohl wirklich nichts Sinnvolles mehr zustande gebracht hatte. Die Anzeige des Geräts schlug immer noch aus, mal mehr, mal weniger. Er war sich sicher, dass dies nur eine Fehlfunktion sein konnte. Selbst, wenn sich hier irgendwo Gold befände (was Newson bezweifelte), sollte sich die Anzeige, da sich das Gerät nicht bewegte, auf einen Wert einpendeln – und nicht wild hin und her schwanken. Es war zum Haareraufen!
Dann, allerdings, geschah etwas Seltsames: Plötzlich schoss die Anzeige des Gold Detectors auf den Maximalwert 100 und zitterte nur noch minimal. Zeitgleich, und das fiel Newson erst kurz danach auf, war absolute Stille eingekehrt. Von einem Moment zum anderen war der Lärm, der aus dem Saloon gedrungen war, verstummt. Und auch hier im „Dry Cup Inn“ war kein Laut mehr von den anderen Gästen oder der Empfangsdame zu hören. Newson konnte sich gerade noch darüber wundern, als die Gold Detector-Anzeige plötzlich auf einen geringeren Wert abfiel und wieder stark zu schwanken begann.

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Beitrag von Elli Do Jul 02 2015, 10:50

Dayton hatte mit einer Antwort gerechnet. Vielleicht irgendwas. Doch stattdessen trank der Priester lieber, als das er sich unterhielt. Ein wenig langweilig, aber jemandem beim Trinken zuzuschauen war noch immer Interessanter als den Sand unter den Füßen zu betrachten.
Der Kojote schien fürs Erste Frieden mit Dayton geschlossen zu haben und gerade nicht die Absicht zu besitzen ihn zu zerfleischen. Damit konnte er leben. Tiere waren ehrlich als Menschen, die sagten einem selten ins Gesicht was sie von einem hielten oder ob sie vielleicht gerade planten dich und deine gesamte Familie zu ermorden. Bei Tieren sah man gleich wo man dran war. Gerade Kojoten zeigten Abneigung sehr deutlich. Knapp über dem Knöchel seines rechten Fußes hatte Dayton noch heute eine kleine, feine Narbe, mit der ein Kojotenwelpe ihm beibrachte, dass er ihn scheiße fand.  
Er verlor sich ein wenig in seinen Gedanken, als Jim mit dem Gitarrenspiel anfing. Leise klimperten die Töne durch die nun nächtliche Prärie.
Dann tat Dayton etwas, was er schon sehr lange nicht mehr getan hatte. Er begann zu singen. Laut, schief und zu einer Melodie die Jim nicht spielte.

Schon als ich kleiner war,
da war mir sonnenklar,
nur immer brav zu Haus,
das halte ich nicht aus
und unsere Stadt, die war mir viel zu klein,
ich wollte immer schon ein Cowboy sein.


Ich wollt Indianer seh'n,
am Lagerfeuer steh'n
und dann mit Banjoklang
an der Prärie entlang,
ich ging nach Idaho
hey jippie hei-i-i-i-ii,
na raten sie doch mal, was ich nun seh':


Hey, siebentausend Rinder!
Kinder, Kinder, Kinder!
Im Sommer und im Winter,
immerzu lauter Ochs, lauter Kuh!

Aridijeih - aridijeih - aridijeih -
immerzu lauter Ochs, lauter Kuh!


Yeah, yeah zu Hause war
das alles wunderbar,
ich konnt in die Stadt geh'n
und schöne Mädchen seh'n,
doch hier in Idaho
hey jippie jei-i-i-i-ii,
na raten sie doch mal, was ich hier seh':

Hey, siebentausend...

Hey!


Dabei trommelte er ohne jegliches Taktgefühl auf seinem Oberschenkel herum und stampfte auf den Boden auf.

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No Man's Land - Teil I: Der raue Westen - Seite 2 Empty Re: No Man's Land - Teil I: Der raue Westen

Beitrag von Radagast Do Jul 02 2015, 23:28

Der in die Jahre gekommene Erfinder betrachtete seine Erfindung, als hätte es alle guten Geister verlassen. Das Ding spinnt doch. Manchmal wünschte er sich, dass seine Erfindungen ihn von seiner Trauer befreien würden, doch er freute sich selten, da seine Ideen oft im Sand verliefen. Da muss etwas passiert sein! Sonst wäre das Ding nicht durchgedreht. Verdutzt schaute er aus dem Fenster, horchte ins Gasthaus, doch noch immer war nichts als Stille zu vernehmen.
Newson wusste, dass ein besonderes Ereignis meist auch eine besondere Ursache hatte. Da er in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen und es doch auf die Universität London geschafft hat, kann er das mit Stolz sagen, denn ohne seinen Fleiß und sein ehrliches Interesse für die Technik wäre er auch nie zum berühmten Erfinder des Lie Detector geworden.

Irgendwie war er jetzt ganz aufgeregt und sein vorher noch verträumter Blick verwandelte sich in flammende Neugierde. Wenn es etwas gibt, worauf das Ding angesprungen ist, selbst wenn es kein Gold war, dann muss ich es herausfinden! Er hielt es nicht länger in diesem einengenden, schlecht beleuchtetem Zimmer aus, zumal es im Obergeschoß war, und sich über den Tag ziemlich aufgehitzt hatte, was seine Denkvorgänge hemmte.
Es war schon spät und Newson hatte es sich eigentlich zur Gewohnheit gemacht, früh schlafen zu gehen, um morgens früh aufzustehen, denn Morgenstund hat Gold im Mund, aber da er bereits ein Schläfchen hinter sich hatte, strahlten seine blauen Augen vor Wachsamkeit, und wenn es da draußen irgendetwas gab, bei Gott, Newson würde es finden! Es blieb ihm nichts anderes übrig, als das Zimmer zu verlassen, also packte er seinen Lie Detector, den Gold Detector und sein übliches Gepäck in den Rucksack, steckte sich für Notfälle seine kleine Pistole in die Hosentasche, und ging das Treppenhaus hinunter.
Auf dem Weg zum Empfangsthresen fiel ihm bereits auf, dass seine Vorahnung, dass etwas im Argen lag, stimmte. Es war kein Mucks in den Zimmern des Hauses zu hören und die Empfangsdame stand nicht mehr am Thresen. Komisch. Vorhin verriet sie mir noch die Uhrzeit. Er entschied sich dazu, mal im Saloon vorbeizuschauen, das schwebte ihm schon die ganze Zeit vor, aber jetzt, wo es so merkwürdig still dort geworden war, konnte er seiner Abenteuerlust kaum mehr Einhalt gebieten.

Er trat aus der Tür und drehte sich zum Saloon um. Ein sonnengefärbter, kräftiger Mann mit dunkler Kleidung stand vor ihm und seine Kenntnisse über Amerika reichten aus, um ihn als Ausländer bezeichnen zu können. Was hat es mit ihm auf sich? Der Mann war etwa so groß wie er selbst, sah aber viel gefährlicher aus. Da begann der Fremde Newson zu bemerken und musterte ihn argwöhnisch. Newson wurde leicht nervös, denn er wusste nicht, wie er reagieren sollte.
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No Man's Land - Teil I: Der raue Westen - Seite 2 Empty Re: No Man's Land - Teil I: Der raue Westen

Beitrag von Fade Fr Jul 03 2015, 21:21

Pezosa war nicht besonders glücklich damit was er sah, aber es hätte wohl schlimmer sein können. Die Geisterstadt enthüllte ihr wahres Gesicht und was nun folgen würde konnte man nur raten. Kein Grund hier länger als irgend nötig zu bleiben.
In Gedanken sah er sich bereits zufrieden in die Ferne reiten, als der Fremde auf der Bildfläche erschien. Der Mann erinnerte ihn mit Unbehagen an einen Sheriff, der ihm einmal Ärger gemacht hatte und ihn wegen ein paar Kleinigkeiten an den Galgen bringen wollte, jedoch passte seine Kleidung nicht zu der eines Gesetzeshüters und der Rucksack den er trug, wies ihn auch eher als Streuner aus.
Der Mann an sich hätte El Pezosa nun nicht sonderlich beeindruckt oder weiter verunsichert, wo es nur logisch war, dass die Drei aus dem Saloon nicht die einzigen nicht-Gespenster gewesen wären. Auch wenn der gelernte Räuber Mathematik nicht gerade an einer der feinen Schulen hätte unterrichten können, welche er bisher ohnehin nur von außen gesehen hatte, stellte der Fremde ihn vor ein mathematisches Problem, welches sein messerscharfer Verstand sofort zu entwirren begonnen hatte.
Drei Pferde, aber vier Reiter.... Aus dem Bauch hätte Pezosa sofort auf die einäugige Hexe getippt, auch wenn sie selbst nicht wirklich gefährlich, sondern eher mitleiderregend gewirkt hatte, aber Frauen konnten ohnehin nicht sonderlich gut reiten und Kutschenverbindungen würde man zu einer Geisterstadt wohl nicht aufrechterhalten. Unabhängig von Vermutungen erschien es Pezosa jedenfalls offensichtlich, dass er den Gestalten hier nicht vertrauen konnte, ganz egal, wie echt sie auch wirkten.
Der Andere schien zumindest ähnlich unglücklich mit der Situation wie El Pezosa selbst und da er ja die Waffen bereits in der Hand hatte und der Fremde höchstens irgendwo welche mit sich führte und so tat Pezosa das einzig sinnvolle und richtete die Revolver direkt auf den Fremden. „Hände schön lassen, wo ich sie sehen kann.“ Brummte er angespannt vor sich hin. Den Fremden nicht aus den Augen lassend, bewegte sich Pezosa zu seinem Gaul. Es wäre eine gute Gelegenheit gewesen, sich bezüglich der Reittiere zu verbessern, jedoch machte die Geisterstadt ihm bereits genug sorgen und eigentlich wollte er nur in die freie Prärie zurück.

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Beitrag von Darnamur Sa Jul 04 2015, 23:03

Noemis dunkelbraunes Auge folgte dem Mexikaner und verharrte noch einige Sekundenbruchteile auf den schwingenden Saloontüren. Ein Problem weniger. Trotzdem war ihr immer noch nicht klar, was hier genau geschehen war. Sie beobachtete den anderen Mann im Raum, dem die Verblüffung immer noch ins Gesicht geschrieben stand. Es würde sich vielleicht durchaus lohnen, sich mit ihm einmal zu unterhalten. Aber jetzt wollte sie sich erstmal ihr Gewehr zurückholen, ohne dass sich die junge Frau etwas schutzlos fühlte.
Noemi holte die Marke mit ihrer Nummer hervor, die ihr der Barkeeper überlassen hatte und sie konnte nicht verhindern zusammenzuzucken. Das Metallplättchen hatte zu rosten begonnen. Die Marke glitt ihr zwischen die Finger und fiel mit einem Klinken zu Boden. Das Gewehr. Alles andere war jetzt erst mal nebensächlich. Ihr Auge huschte hin und her. Es war wieder mal einer dieser Augenblicke in dem ihr fehlendes Sichtfeld sie stark störte. Anders hätte sie sich viel schneller orientieren können.
Dann fiel ihr auf, dass die Bar einen kleinen Hinterraum zu besitzen beschien, der zuvor nicht mal aufgefallen war. Dort stand auch, einsam und verlassen, ihr Gewehr. Das Gewehr, das sie Hanson abgenommen hatte, bevor sie ihn erschossen hatte.
Hanson. Sie sah ihn dastehen, wie er gegrinst hatte, als sie zur Fletcher-Farm gebracht worden war. Den Dreitagebart im Gesicht, einen ansehnlichen Stetson auf dem etwas wirren Haupthaar. Neben ihm der fettleibige Kelly und natürlich Fletcher, der aussah, als würde er geradewegs einem Horrorkabinett entstammen. Damals hatte sie noch gedacht, dass er der Einzige unter den drei Männern war, der normal wirkte. Damals hatte sie noch vieles gedacht. Daran das der Mord an ihren Eltern, denn nichts anderes war es gewesen, gerächt werden würde. Das niemand einem kleinem Mädchen, wie sie es war, Böses zufügen würde wollen. Damals hatte sie noch geglaubt, dass es einen gerechten Gott gab, der sie beschützte, wohin auch immer ihr Weg führen sollte.
Sie griff sich hastig das Gewehr und verließ den Hinterraum wieder. Dort hatte sie nichts verloren. Sie wollte nun erstmal herausfinden, was hier wirklich geschehen war. Und dafür, so hoffte sie, hatte der Blonde eine gute Erklärung. Sie musterte ihn über den Schanktisch hinweg. Er war ehrlich überrascht gewesen. Es erging ihm vermutlich genauso wie ihr, nur das er tatsächlich gesehen hatte, was passiert war. Der Mexikaner hatte von einer Geisterstadt gesprochen…was auch immer es war…es gefiel Noemi nicht.
„Hey“, sprach sie den Mann an, mit dem sie zuvor noch an einem Tisch gesessen hatte. Sonderlich intelligent schien er nicht zu sein, den anderen Kerl als Greenhorn zu bezeichnen, aber er hatte nicht gefährlich gewirkt. Das war auch schon mal etwas Gutes. „Ich bin Noemi.“
Es konnte zumindest nicht schaden, sich vorzustellen. Sie waren beide Opfer dieser Situation, so betrachtete Noemi das. Das schweißte sie zumindest ein wenig zusammen. Und wenn sie ein Gespräch miteinander führen wollten, wären Namen nützlich. „Kannst du mir sagen, was genau hier vorgefallen ist? Ich war gerade außerhalb des Saloons gewesen und hatte nur einen warmen Wind an mir vorbeiziehen gespürt. Und dann waren keine Geräusche und Stimmen mehr aus dem Inneren zu hören gewesen.“
Sie suchte Augenkontakt zu dem Fremden.
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Beitrag von Radagast Sa Jul 04 2015, 23:31

Newson nahm sofort die Hände hoch, sah dem Ausländer aber nicht ins Gesicht, denn er wollte ihn nicht provozieren. Nicht, dass er ein Feigling war, aber er war nicht dumm. Er glaubte, mit aggressiven Leuten wäre es wie mit aggressiven Hunden: sie rennen auf dich los, wenn du ihnen in die Augen siehst... Mit solchen Leuten spaßt man nicht. Was nicht bedeutete, dass er sich nicht wehren würde, wenn er dazu die Gelegenheit hätte. Doch noch hatte der Fremde den Finger auf dem Abzug und Newson's kleine Pistole war erstens in der Hosentasche und zweitens würde er aus der Entfernung wahrscheinlich nicht mal treffen. Zudem wollte er nicht riskieren, dass der Nichtsnutz seine Sachen kaputt machte, also beließ er es dabei dem Macho zuzusehen, wie er sich seinem Gaul näherte.

Irgendetwas ist doch an der Sache faul.... Vielleicht verhält der Mann sich nicht ohne Grund so? Der Fremde unterbrach den Gedankenkang des Erfinders.
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Beitrag von Fade So Jul 05 2015, 00:40

Endlich jemand, der sich auf der falschen Seite des Laufs auch normal verhielt in diesem verfluchten Kaff. Der Typ wirkte jedenfalls noch weniger für die Gegend hier ausgestattet, als der vorlaute Kerl im Saloon und wie er sich bewegte, würde er niemals schneller ziehen können, als El Pezosa. Die Anspannung wich etwas vom Mexikaner ab, während er die Luft unter freiem Himmel einsog. Wenn er wenigstens eine Ahnung gehabt hätte, was an diesem Ort gespielt wurde, so hätte er diese Situation gut zu seinem Vorteil nutzen können. Die Anwesenden hier waren ihm unterlegen, soweit er es beurteilen konnte, aber in der momentanen Lage ging die eigene Haut vor. Während er sein Pferd losmachte und die Ausrüstung dabei routiniert überprüfte, hatte er die Waffen wieder weggesteckt. Sein Blick jedoch ruhte fast jeden freien Moment auf dem Fremden und schweifte dann über die Saloontüren durch die gesamte Umgebung.
Der Mann würde vermutlich selbst schon gemerkt haben, dass etwas hier im Busch war und im Gegensatz zu den Beiden Galgenvögelchen im Saloon, welche noch immer nicht hinausgekommen waren, reagierte er doch etwas Besonnener mit seiner raschen Vorsicht. „Ich verschwinde von hier und wenn du klug bist, wirst du es mir gleichtun. Hier geht ein Spuk um und was das bedeutet wird man sicher noch am eigenen Leib erfahren, wenn man es nicht rechtzeitig fort schafft.“

Pezosa beobachtete den Mann, während er die Worte zu ihm rief. Hier war die Situation zu angespannt und die Anderen konnten ja auch jeden Moment auf der Bildfläche erscheinen, aber wenn eines der Lämmchen sich einzeln aus der Stadt begab so konnte man in der Nacht ja vielleicht doch noch etwas Beute machen. Dieser Kerl war definitiv leichte Beute und mit etwas Glück sogar etwas vermögend, was für die anderen Beiden sicherlich nicht zutraf. Im ungünstigsten Fall würden sie sich zusammen tun und dann konnte es schwierig werden, doch auch für diese Situation hätte man angemessen reagieren können. Zumindest die beiden Männer hatten sicherlich keine gute Orientierung hier draußen und die Kleine schien schlicht zu jung, um schon mit allen Wassern gewaschen zu sein und so könnte er die Gruppe auch gut zusammen halten um sie in vermeintliche Sicherheit zu führen. Er würde zumindest nicht zu weit voraus reiten um wenigstens noch sehen zu können, welche Richtung die anderen einschlagen würden. Aber dies stand noch aus und zuerst galt es wohl die eigene Haut zu retten. Der Fremde würde ihn nun entweder ansprechen um El Pezosas Version des Vorfalls zu erfragen oder sich vielleicht auch nur schnell von dannen machen. Das dieser nun auch neugierig und aller Vernunft zum Trotz in den Saloon gehen würde schloss der Mexikaner in sofern aus, dass er es hier mit einem Wesen aus Fleisch und Blut und keinem verteufelten Geist zu tun hätte.

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Beitrag von Leo So Jul 05 2015, 12:34

Während das Mädchen dem Mexikaner hinterherblickte, ließ sich Terry auf einen der Stühle fallen, die nicht umgekippt waren. Das Möbelstück sah alt und morsch aus, doch es hielt seinem Gewicht mit einem protestierenden Knirschen stand.
Es hörte sich ebenso unwirklich an, wie die ganze Situation es war.
Seine Hand fischte in den Taschen nach einer Zigarettenschachtel, fand sie und zog einen der unförmigen Glimmstängel hervor. Er war fest; er war greifbar und sichtbar. Es tat gut, etwas deutlich in der Hand zu haben.
Er suchte weiter, dieses Mal nach den Streichhölzern, wurde ebenfalls fündig und sog schon kurz darauf die rauchige Luft so gierig ein, dass er sich fast verschluckte. Doch auch die Zigarette half ihm nicht, auf andere Gedanken zu kommen. Der Saloon war wie ausgestorben. Das Mädchen war nach hinten verschwunden, und er saß ganz allein inmitten von Staub. Seine Erinnerung daran, dass hier vor kurzem noch jede Menge Menschen gewesen waren, verblasste bereits; er versuchte, sich an das Gesicht des Suppenmannes zu erinnern, doch es schien, als wäre mit dem Mann auch sein Bildnis verschwunden.
Terry zog an seiner Zigarette. Das brennende Ende glühte widerwillig auf.
Der Wind. Er war es gewesen, er hatte all diese Menschen verschwinden lassen.
Aber warum ihn nicht? Und den Mexikaner? Warum waren sie noch da? Oder war er auch gealtert, so wie der Saloon, und hatte es gar nicht gemerkt? Ein erschreckender Gedanke. Würde er nun früher sterben?
Er fuhr zusammen, als die Einäugige ihn von der Seite ansprach. Er hatte sie nicht kommen sehen. Nun stand sie da wie ein Splitter dessen, was noch vor 5 Minuten die Realität gewesen war.
Sie hatte es hierhergeschafft. Genauso wie er und der Mexikaner. Dass der sie inzwischen verlassen hatte, stimmte Terry nicht wirklich traurig.
Er sah auf, nahm die Zigarette in die linke Hand und hielt ihr die rechte hin.
Terry.
Noemi also. Ein schöner Name. Er passte nicht recht zu dem verunstalteten Mädchen. Noemis hatten zwei Augen.
Er nahm noch einen Zug aus seiner Zigarette. Er hätte erwartet, dass seine Finger zitterten, doch das taten sie nicht. Bemerkenswert.
Ja … der Wind. Der war auch hier drinnen.
Er blickte sich um, als wäre er noch immer da. Doch der Wind war verschwunden, und mit ihm alles andere.
Der hat alle …“ Er suchte nach Worten und fand keine, also machte er eine vielsagende Handbewegung, als wolle er eine Explosion darstellen. Noch ein Zug. „… mitgenommen.
Er zeigte auf einen umgekippten Stuhl vor ihnen.
Und den Raum hat er … na, du siehst es ja.“ Er wusste nicht recht, wie er es dem Mädchen beschreiben sollte; dazu begriff er es wohl selbst zu wenig. Alles was übrig geblieben war, war der halbverfallene Raum, in dem sie sich befanden; aber wie ein Windstoß so etwas bewirken konnte, wusste er nicht.
Er stützte sich mit einer Hand auf die Rückenlehne seines Stuhls und drehte sich halb herum. Das Mädchen war nicht sehr groß, er musste nicht weit aufsehen.
Hast du sowas schon mal gehört? Ein Wind, der Menschen zu Staub verwandelt?

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Beitrag von Umbra So Jul 05 2015, 15:18

Jims Gitarrenspiel stoppte abrupt, als sein unerwünschter Feuergenosse mit einem Mal damit begann, laut herumzukrakeelen. Etwas irritiert, aber vor allem verärgert, legte Jim sein Instrument auf seinem Schoß ab und musterte den Kerl, der offenbar versuchte, zu singen, mit äußerst kritischem Blick.
Was sollte das nun?
Die Töne, die er da von sich gibt, sind ein Verbrechen an Leib und Seele.
Auch Moses blickte vorwurfsvoll und legte die Ohren an. Absolut nachvollziehbar, wie Father O’Reilly fand. Neben dem „Gesang“ war auch dieses Getrommel und Gestampfe eine Zumutung. Er fühlte sich in Versuchung, nach dem Gewehr zu greifen und für Ruhe zu sorgen. Aber, nein: Er wartete, während seine Miene mit jedem Vers eisiger wurde.
Oh, Herr, heute meinst du es aber besonders gut mit mir…
„Wünscht der Gentleman eine Teufelsaustreibung?“, kommentierte Jim finster, als zumindest Priest Stimme sich endlich verlor. Ein weiterer Schluck aus der Whiskeyflasche schadete an dieser Stelle nicht. Diese Art der Folter musste immerhin irgendwie verkraftet werden.
„Ich sehe da durchaus Bedarf.“

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Beitrag von Elli Mo Jul 06 2015, 08:24

Dayton vollendete sein Lied und sah Jim dann eine Weile an, bevor er etwas tat. Er hob dann beschwichtigend die Hände. "Tut mir leid. Tut mir leid." Doch er sagte nichts davon, dass es nicht mehr vorkommen würde. Immerhin sang er durchaus zwischendurch mal ein Liedchen, auch wenn noch nie jemand dabei erfreut gewesen wäre. Er erinnerte sich traurig daran, dass die Mutter seiner Kinder im Scherz immer gedroht hatte, ihr Vater würde ihnen ein Lied singen, wenn sie sich nicht benahmen. Doch nun mahnte niemand mehr. Das Singen hatte er sich im Grunde nur beibehalten, weil er hoffte das seine Jüngste ihn daran erkennen würde. Sie war noch sooo klein gewesen. So ein Goldstück!
Doch hier draußen in der Prärie wurde er niemanden finden, der seinem Gesang lauschen wollte.
"Ich bin schon still. Das Gitarrenspiel hat mich einfach mitgerissen...sagt wann wollt ihr weiterziehen?"

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Beitrag von Darnamur Di Jul 07 2015, 17:28

Noemi lauschte Terry aufmerksam, während der kalte Rauch an ihr vorbeizog. Sie hatte sich von der Bar aus ein wenig in die Richtung des Mannes bewegt, jedoch ohne zu nahe an ihn heranzutreten. Noemi stützte sich mit ihrem linken Ellenbogen auf einem Nachbartisch Terrys ab. In der Rechten hielt sie ihr Gewehr.
Sie hätte sich natürlich auch hinsetzen können, aber Noemi entschied, dass jetzt nicht der passende Augenblick für Entspannung war. Diese Situation könnte noch gefährlicher werden und dann war sie lieber auf den Beinen, anstatt auf einem Stuhl festzukleben.
Was Terry sagte, klang beunruhigend. Was war das für ein Wind, der Menschen einfach in seinen Strudel reißen und davontragen konnte? Und was hatte er mit dem Saloon gemacht? Sie müsste sich eingestehen, dass die Theorie des Mexikaners sinnvoll klang. Vielleicht waren sie hier tatsächlich in eine Geisterstadt geraten und saßen irgendeinem unheilvollem Spuk auf. Zumindest war ihnen bis jetzt noch nichts geschehen…
Auf Terrys Frage hin, schüttelte sie den Kopf. Sie hatte dergleichen weder irgendwann einmal gesehen, noch gehört. Die Frage blieb, was das Ganze nun zu bedeuten hatte? Warum waren ihnen diese Männer und Frauen erschienen und hatten so getan, als wäre dies ein gut intakter Saloon? Und warum waren sie verschwunden? Noemi runzelte die Stirn.
„Weißt du, warum das passiert ist? Hat es irgendeinen Auslöser dafür gegeben, dass der Wind aufkam?“
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Beitrag von Radagast Di Jul 07 2015, 18:01

Newson nahm die Hände wieder herunter. Der Mann erweckte den Eindruck, doch Mitgefühl zu haben, sonst würde er ihn nicht auf eine solche Bedrohung hinweisen. "Ein Spuk?" Neugierig schaute Newson auf den Saloon. Wenn es dort wirklich Geister gab, war er der Erste, der es herausfinden würde. Sofern man sie beweisen kann... andererseits handelt es sich wahrscheinlich nur um seine Einbildung. Er blickte wieder zu dem Fremden. "Was ist denn überhaupt passiert?"

Newson erinnerte sich daran, denn das hatte er im Angesicht der Situation schon fast vergessen, dass sein Gold Detector verrückt gespielt hatte. "Ich weiß deinen Ratschlag zu schätzen. Aber wenn es eine Chance gibt diesen Geistern zu begegnen, muss ich diesen Ort näher untersuchen." Newson glaubte bisher eigentlich nicht an Geister. Aber da sein Prototyp zufällig zur selben Zeit verrückt gespielt haben schien, wollte er diese sogenannten Geister, oder was immer es auch in Wirklichkeit war, seine Aufmerksamkeit widmen. Newson starrte jetzt abwechselnd auf den Saloon und auf den Fremden, um zu sehen, ob der Ausländer nicht doch noch seine Waffe wieder herausholen würde.
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Beitrag von Fade Mi Jul 08 2015, 21:33

Die Chance Geistern zu begegnen? Den Ort näher untersuchen? Damit war das Trio der seltsamen Gestalten wohl komplett, welches ihm auf diesem unheiligen Fleck Land heimsuchte. Was war aus dem intakten Selbsterhaltungssinn des Kerls geworden, der gerade noch geistesgegenwärtig die Pfoten in die Luft hielt, als die Revolverläufe ihn so hübsch angrinsten? El Pezosa blickte skeptisch auf den Fremden. Es konnte doch kein Zufall sein, dass die einzigen Verbliebenen hier so auffällig benahmen. Gehörten sie doch mit zum Spuk? Es war nicht unvorstellbar und schließlich konnten ja auch die übrigen Pferde Geister sein. Eine Kugel nur und er wüsste es sicher. Aber hatte nicht auch der Hieb gegen das Greenhorn echt gewirkt und sogar Drink und Chili? Pezosa beschloss, sich an so einem Ort auf keine Spielchen einzulassen und schwang sich mit einem gewichtigen Satz auf sein Pferd, welches nicht einmal aufgeregt, aufgrund der gespenstischen Vorgänge wirkte. Vielleicht war es auch schon zu alt, um sich noch darum zu scheren.

„Mach die Augen auf, Mann! Das ist nicht mehr der Ort, der es noch vor ein paar Minuten war. Im Saloon sind gerade wenigstens dreißig Personen einfach zu Staub zerfallen. Wenn du unbedingt heute ein Held sein möchtest, kannst du ja mit der Hexe und dem Hofnarren spielen, die sich nun dort austoben, aber wenn du noch einen Funken Verstand im Schädel hast, solltest du tun, was ich tue.“ Mit dem letzten Wort zog El Pezosa die Zügel seines Gauls zur Seite um ihn auf der offenen Straße Richtung der freien Prärie zu wenden. Das Pferd unterm Sattel fühlte sich die ganze Situation doch endlich wieder etwas überschaubarer an. Wer würde ihm so eine Geschichte glauben, außer kleiner Kinder oder dem ein oder anderen naiven Saloonmädchen? Ach was spielte es schon für eine Rolle, solange er überhaupt Gelegenheit bekam, nochmal über derartiges zu berichten.

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Beitrag von Leo Fr Jul 10 2015, 00:18

Terry pustete noch eine letzte Rauchwolke in die Luft, dann ließ er die Zigarette fallen und drückte sie unter der Schuhspitze aus. Er erhob sich. Es war ein gutes Gefühl, nun größer als das Mädchen zu sein. Von oben sah sie nicht mehr so bedrohlich aus.
Er sah sich erneut im Raum um, doch nichts hatte sich geändert, auch aus dieser Sichtweise nicht. Verwahrlosung und Einsamkeit beherrschten den Saloon. Terry kam sich hier falsch vor, als stünde er in der Gruft einer völlig fremden Familie.
Zum ersten Mal überlegte er, ob vielleicht noch Gefahr für ihn und Noemi bestand. Klar, der Windzug war fort – aber wenn er zurückkam? Ob er sie dieses Mal vielleicht mitnahm? Das wäre natürlich blöd … Aber wie schützte man sich gegen Wind? Weglaufen sicher nicht, und sein Revolver würde ihm auch nicht helfen. Und einen Schirm besaß er nicht. Also war er dieser unbekannten Macht schutzlos ausgeliefert.
Außer, es steckte noch etwas anderes dahinter. Oder jemand.
Terry tastete an sich herunter. Seine Waffe war noch an ihrem Platz. Gut. Im Fall des Falles würde er sie vielleicht schnell in der Hand haben müssen.
Jetzt erst begann er, ernstlich über Noemis Frage nachzudenken und schüttelte mit dem Kopf.
Ich hab nur gesehn, was er gemacht hat, nicht, wo er herkam. Meinst du, der Wind kommt nochmal?
Terry blickte zur Eingangstür, die morsch und müde in den Angeln hing.
Ich denke, wir sollten raus hier. Wenn irgendwer den Wind … gemacht hat, steht der vielleicht noch draußen.“ Dann hätten sie jemanden, der Schuld war. Ein beruhigender Gedanke.
Aber was, wenn niemand dort war? Was, wenn der Spuk einfach vorbei war?
Nein, das konnte nicht sein. Mörderische Winde kamen nicht von selbst in einen Saloon. Das konnte er sich einfach nicht vorstellen.
Er machte ein paar Schritte auf die Tür zu und drehte sich zu Noemi um. Es fühlte sich gut an, jemanden auf seiner Seite zu haben. Eine Leidensgenossin, sozusagen.
Wie sagte man noch? Geteiltes Leid war halbes Leid …
Kommst du?

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Beitrag von Darnamur Mo Jul 13 2015, 02:28

Noemi wusste nach wie vor nicht genau, was sie von der Situation halten sollte. Sie hatte nicht mit eigenem Auge gesehen, was passiert war, aber die Beschreibungen der Männer klangen sehr fremdartig. Sie ließ ihr dunkles Auge noch einmal über den Saloon schweifen. Gab es hier noch irgendetwas das für sie von Interesse war? Aber sie wusste ja nicht mal genau, wonach sie suchen sollte. Geld oder brauchbare Alkoholvorräte konnte man hier wohl nicht mehr vorfinden.
Ich bin nicht ohne Grund hier gelandet. Noemi konnte es sich nicht anders vorstellen. Sie war zwar scheinbar rein zufällig an diesen Ort gelangt, doch hatte sie nie von einem Phänomen gehört, wie es Terry ihr beschrieben hatte. Der Wind hatte sich zwar um die anderen Saloongäste gekümmert, die vielleicht wirklich Geister waren, aber sie waren unbehelligt geblieben. Irgendetwas sollte ihnen mitgeteilt werden. Die Frage war nur, was?
Noemi, die immer wieder Gespräche mit ihrem toten Bruder sprach, sah diesen Wind als ein Signal an. Vielleicht war es sogar eine Art Hilferuf. Etwas musste mit diesem Ort, mitten in der Wildnis, nicht stimmen und es könnte ihre Aufgabe sein, das aufzuklären.
Sie blickte zu Terry: Der Mann würde sie für verrückt halten, wenn sie es ihm erklärte. Womöglich hatte er auch Recht. Einfach von hier zu verschwinden, wäre die einfachste Möglichkeit. Aber was würde Noemi das bringen? Eine weitere sinnlose Reise ins Unbekannte, auf dem Weg zum nächsten Saloon? Genauso gut konnte sie auch noch eine Weile hier bleiben. Ob der Wind von jemandem erzeugt wurde oder auch nicht, er hatte sie nicht verletzen können. Wer oder was auch immer dafür verantwortlich war, hatte ihnen keine Harm zufügen wollen.
Den Saloon würde sie nun trotzdem erst einmal verlassen. Hier sah sie im Augenblick nichts, was ihr weiterhelfen könnte. „Ich glaube nicht.“, meinte Noemi auf Terrys Frage. Jetzt gab es im Grunde nichts mehr für diesen Wind zu holen. „Ja. Gehen wir.“ Bei ihren Antworten blieb Noemi wie auch schon zuvor knapp und ernst. Die Tage, in denen sie ein fröhlicher und ausgelassener Mensch gewesen war, waren längst Vergangenheit.
Ein letztes Mal blieb ihr dunkler, brauner Augapfel an dem verfallenem Saloon-Innerem hängen. Dann folgte sie ihrem „Leidensgenossen“ ins Freie.
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Beitrag von Umbra Mi Jul 15 2015, 14:24

Jim war zufrieden mit Daytons Antwort, als dieser versicherte, nicht weiterzusingen.
Das bedeutet nicht, dass er mich nicht noch anderweitig zur Weißglut treiben kann, war hingegen der pessimistische Gedanke, der sich trotzdem in seinen Kopf schlich. Noch waren sie beide wach. Noch konnte einiges geschehen.
Vor einigen Jahren, als Jim noch der glückliche Father O’Reilly war, hätte ihm die Lebensfreude eines wildfremden Reisenden in der Prärie, der sich zu ihm ans Feuer gesellt hatte, ebenfalls Freude bereitet. Den Gesang hätte er auch damals scheußlich gefunden, anderes hätte wohl an seiner Zurechnungsfähigkeit zweifeln lassen, aber die schiefe Stimme und das fehlende Taktgefühl hätte ihn eher amüsiert, als dass es ihn so massiv gestört hätte wie am heutigen Tag.
Jim war inzwischen ein anderer Mensch. Ihm war das bewusst. Er hätte dies gern rückgängig gemacht. Aber das lag wohl außerhalb seiner Macht.
Der Herr hatte ihm einst ein sonniges, naives Gemüt geschenkt – die Realität hatte es ihm genommen. Nun musste Jim damit zurechtkommen. Dass ihm das eher schlecht gelang, war vermutlich nicht zu übersehen. Jedoch war er, wie Hiob, nicht vom Glauben abgefallen. Er trug seine Soutane aus Überzeugung und weil er ein Versprechen vor Gott abgelegt hatte, das er nicht zu brechen gedachte. Allein das war ihm noch geblieben.
Vielleicht würde Jim in Grey Falls bleiben. Zumindest für eine Weile. Einige Tagesreisen war dieser Ort bestimmt noch entfernt – jedoch wusste er nicht genau. Er besaß keine Karte, sondern folgte einfach der Straße. Vielleicht würde er demnächst an einem Schild vorbeikommen, das Grey Falls ankündigte. Er gedachte, den Weg möglichst zügig hinter sich bringen. Sobald ihm der Whiskey ausgehen würde, würde die Reise umso lästiger sein. Deswegen hatte Jim vor, nach der Nachtruhe wieder auf den Karren zu steigen und weiterzufahren.
„Morgen früh“, antwortete er Dayton, dies hatte wissen wollen,  wann genau der Aufbruch geplant war.
Zumindest war das in der Theorie der Plan. In der praktischen Umsetzung würde er aufbrechen, wenn er so weit war. Vielleicht ließ ihn der Rausch lang schlafen… vielleicht überhaupt nicht.
Vielleicht würde er, im zweiten Fall, versuchen, heimlich abzuhauen, um Dayton Priest loszuwerden. Aber dafür müsste der Mann am besten selbst tief schlummern.
Jim bot ihm die Flasche an.
Der Herr Jesus Christus hat auch geteilt, was er hatte.
Vermutlich aber nicht mit selbstsüchtigen Hintergedanken. Ein Versiegen des Whiskeyvorrats war beklagenswert… aber der Ruf der verlockenden Einsamkeit war stärker.



Als Terry Carter und Noemi Flint den Saloon verließen, trafen sie nicht nur auf den Mexikaner, der sich offenbar bereits aufbruchsbereit auf seinen Gaul geschwungen hatte, sondern auch auf einen bereits etwas älteren Herrn mit großem Schnurrbart, den sie vorher noch nie gesehen hatten. Selbst hier draußen waren, außer den vier anwesenden Personen, nichts mehr von dem Treiben übrig, dass sie alle bei ihrer Ankunft hier vorgefunden hatten. Keine anderen Menschen, keine Tiere – außer drei  Pferden. Die gesamte kleine Ansiedlung, bestehend auf dem Saloon, dem Gasthaus, einem Stall und einer Schmiede, wirkte wie ausgestorben. Hätten sie alle nichts zuvor anderes gesehen, hätten sie wohl geglaubt, dass sich seit Jahren niemand mehr hier aufgehalten hatte. Einige Fenster waren trüb und zierten nur noch in Form von Restsplittern ihre Rahmen. Unkraut wucherte überall. Hier lag ein Stück eines zerbrochenen Wagenrads, da ein Pfosten, der vielleicht einmal zu einem Schild oder Zaun gehört hatte. Einen einladenden Eindruck machte dies alles nicht unbedingt, aber nichts hier sprang besonders ins Auge.
Allerdings war es auffallend still. Keine Geräusche, außer denen, die Pezosa, Newson, Noemi, Terry und ihre Pferde verursachten. Und auch kein Wind. Möglicherweise war der Spuk wirklich vorbei. Oder aber es herrschte gerade die Ruhe vor einem erneuten Sturm.

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Beitrag von Radagast Fr Jul 17 2015, 06:40

Newson sah zwei weitere Fremde aus dem Saloon herausspazieren. Es handelte sich um eine sehr junge Dame, die aber einen starken Eindruck machte und ein nicht viel älterer junger Mann, der auf ihn vom ersten Moment an hingegen eher einen unbeholfenen Eindruck machte. Newson ließ nicht lange auf sich warten und ging auf die Beiden zu. "Wie ich gehört habe soll hier was Merkwürdiges vorgefallen sein? Das hat jedenfalls dieser Ausländer da behauptet! Könnt ihr mir mehr dazu erzählen? Wir sollten den Saloon näher untersuchen, wenn hier etwas nicht stimmt!"

Newson packte sogleich seinen Rucksack und holte seinen Gold Detector heraus und hielt ihn vor die Augen der Beiden. Seht, das Ding hier hat vorhin verrückt gespielt, und scheinbar wohl zufällig gerade zur selben Zeit als bei euch.... Newson sprach nicht zu Ende. Noch wollte er nicht glauben, was der Ausländer behauptet hatte. Er hoffte, er hatte nicht zu voreilig zu viel geredet, aber er platzte einfach vor Neugier und musste unbedingt in Erfahrung bringen, was Sache ist.
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Beitrag von Fade Sa Jul 18 2015, 13:35

El Pezosa zügelte sein Pferd, als die anderen beiden aus dem Saloon kamen. Er hatte nicht damit gerechnet, dass sie nun doch so schnell eine vernünftige Entscheidung getroffen hatten und scheinbar waren sich die Zwei auch einig in ihrem Handeln.
Der Alte war dann aber doch für eine Überraschung gut, als er den seltsamen Kasten aus seinem Gepäck zerrte, auf dessen Erscheinungsbild sich der Blick des Mexikaners senkte, wie hypnotisiert. Wie außerordentlich praktisch, in einer Geisterstadt auch sogleich auf jemanden zu stoßen, dessen Wunderkästchen alles im Griff hatten. Wer sollte ihm diesen Schwachsinn bitte abkaufen? Im zweiten Moment korrigierte Pezosa seine Meinung, während er auf Terry und Noemi zu schielen begann.
Wieso sollte sie der Kerl wieder in den Saloon locken wollen und wieso hatte er überhaupt solche Apparate dabei, welche er in dieser unwirklichen Situation als nützlich anpries? Und warum zum Teufel bezeichnete der Gringo ihn als Ausländer, während er sich offenbar mit den anderen beiden aus heiterem Himmel zu verbrüdern gedachte?
Den moment ließ Pezosa sich zumindest nicht nehmen, um zu sehen, wie die beiden Saloonbekanntschaften nun reagierten. Zumindest der Frau traute er einen gewissen Überlebensinstinkt zu und vielleicht würde sie sich damit auch lieber ihm anschließen als dem netten Onkel mit dem Zauberkasten, der sein Glück bei den Geistern versuchen wollte. Das Greenhorn würde sich vermutlich auf die Entscheidung der Frau verlassen, wenn der alte nicht zu hartnäckig blieb. Wäre dies nicht zufällig ein Ort der Toten und hätte er schon ordentlich gesoffen, hätte sich El Pezosa wohl nun entspannt zurückgelehnt und mit einem breiten lächeln das Schauspiel verfolgt. So stand lediglich die Entscheidung aus, ob er alleine aus der Stadt ritt um diesen Spuk hinter sich zu lassen, oder in Gesellschaft.

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