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[Charaktere] "The Sheriff's Wanted Board"

5 verfasser

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[Charaktere] "The Sheriff's Wanted Board" Empty [Charaktere] "The Sheriff's Wanted Board"

Beitrag von Umbra Do Mai 14 2015, 01:26


The Sheriff's Wanted Board

[Charaktere] "The Sheriff's Wanted Board" Billy-10

Infos zum Charakterblatt:
Ihr dürft euer Charakterblatt relativ frei gestalten, wobei ich euch aber eine Vorlage erstellt habe, an der ihr euch orientieren könnt. Allerdings bitte ich euch, zumindest die Malmsturm-relevanten Dinge (Fertigkeiten, Talente/Gaben, Aspekte, Waffenliste) in der Art zu formatieren, wie in der Vorlage zu sehen ist, um euch selbst und auch mir den Überblick über die Werte zu erleichtern. Ich habe das Charakterblatt in keinen Codetag gesetzt, weil das die Formatierung zerschießen würde, also zitiert einfach dieses ersten Beitrag und löscht den ersten Teil sowie meine teils gesetzten Kommentare, wenn ihr das Blatt ausfüllt.
Die Tabellen habe ich vorformatiert, um euch einige Arbeit zu ersparen. Schaltet in den WYSIWYG-Modus (What you see is what you get), wenn ihr mit den Codetags überfordert sein solltet. Wenn ihr im WYSIWYG-Modus seid, seht ihr, wie der Name schon sagt, die Tabellen im Bearbeitungsfenster so, wie das Ergebnis aussehen würde, ganz ohne den Code-Wirrwarr, und ihr könnt sie bequem ausfüllen. Der Modus-Wechsel funktioniert per Klick auf folgenden Button in der Befehlleiste:

[Charaktere] "The Sheriff's Wanted Board" Wysiwy10
[Charaktere] "The Sheriff's Wanted Board" Wysiwy11

Das Bearbeiten von Tabellen, was Zeilen- und Spaltenanzahl betrifft, funktioniert im WYSIWYG-Modus allerdings nicht. Das müsstet ihr manuell im Codetagmodus machen.

Allgemeines zum Erstellen/Bearbeiten von Tabellen:

Code:
Zwischen [table][/table] könnt ihr eine neue Tabelle platzieren.
[tr][/tr] begrenzt eine Tabellenzeile.
Zwischen [td][/td] kommt der Zelleninhalt, die Anzahl dieser Zellen bestimmt jeweils die Spaltenanzahl.

Für eine Tabelle mit zwei Spalten und zwei Zeilen sähe das so aus:

Code:
[table border=1][tr][td]Zelle 1[/td]
[td]Zelle 2[/td]
[/tr]
[tr][td]Zelle 3[/td]
[td]Zelle 4[/td]
[/tr]
[/table]
Ergebnis:
Zelle 1Zelle 2
Zelle 3Zelle 4
Für genaueres könnt ihr euch auf der Seite Selfhtml ansehen, wie man Tabellen formatiert, einfärbt etc. Das funktioniert auch hier im Forum in den Codetags mit den gleichen Befehlen wie für Html.

Vorgefertigte Tabelle:

Gern könnt ihr meine vorgefertigte Tabelle (im folgenden Code) als Vorlage für eure eigenen Tabellen verwenden. Das wäre am einfachsten und schnellsten und ihr könnt damit auch gleich das Farbschema übernehmen. Smile

Code:
[table bgcolor="#DBD6C8" border="1" width="80%"][tr align="center" valign="middle"][td bgcolor="#493E2B"][b]Kopf 1[/b][/td]
[td bgcolor="#493E2B"][b]Kopf 2[/b][/td]
[td bgcolor="#493E2B"][b]Kopf 3[/b][/td]
[td bgcolor="#493E2B"][b]Kopf 4[/b][/td]
[/tr]
[tr align="center" valign="middle"][td bgcolor="#736143"][b]Zeile 1 (Farbschema 1)[/b][/td]
[td][color=#322F30]xxx[/color][/td]
[td][color=#322F30]xxx[/color][/td]
[td][color=#322F30]xxx[/color][/td]
[/tr]
[tr align="center" valign="middle"][td bgcolor="#65553b"][b]Zeile 2 (Farbschema 2)[/b][/td]
[td bgcolor="#c0bcb0"][color=#322F30]xxx[/color][/td]
[td bgcolor="#c0bcb0"][color=#322F30]xxx[/color][/td]
[td bgcolor="#c0bcb0"][color=#322F30]xxx[/color][/td]
[/tr]
[/table]



Vorlage Charakterblatt:
Bild: optional, wäre aber schön

Name:
Geschlecht:
Alter:

Nationalität:
Geburtsort:  
Wohnort:

Familienstand:
Familie:
Religionszugehörigkeit:

Beruf:
Organisation: falls ihr einer zugehörig seid, z.B. United States Marshal Service

Aussehen:
Größe: Einige Anhaltspunkte, was ihr gern erweitern könnt. Stattdessen/zusätzlich wäre ein Fließtext aber auch schön.
Körperbau:
Augenfarbe:
Frisur:
(Bart:)

Kleidung:
Besonderheiten:

Fertigkeiten:

Fertigkeitswert
Fertigkeit 1Fertigkeit 2Fertigkeit 3Fertigkeit 4Fertigkeit 5
Hervorragend (+4)xxx
Gut (+3)xxxxxx
Ordentlich (+2)xxxxxxxxx
Durchschnittlich (+1)xxxxxxxxxxxx
Mäßig (±0)xxxxxxxxxxxxxxx


FertigkeitNiveauWert
Athletikz.B. hervorragend+4
Ausdauerz.B. mäßig±0
Ausweichenxxxxxx
Besitzxxxxxx
Bluffen/Täuschungxxxxxx
Einbruchxxxxxx
Einschüchternxxxxxx
Entschlossenheitxxxxxx
Fernkampfxxxxxx
Fingerfertigkeitxxxxxx
Führungsqualitätxxxxxx
Gassenwissenxxxxxx
Gelehrsamkeitxxxxxx
Gespürxxxxxx
Gewaltxxxxxx
Handwerkxxxxxx
Heilkundexxxxxx
Heimlichkeitxxxxxx
Kunstxxxxxx
Nahkampfxxxxxx
Reitenxxxxxx
Spielexxxxxx
Sprachenxxxxxx
Technikxxxxxx
Überzeugenxxxxxx
Wahrnehmungxxxxxx
Zaubern (Äthermanipulation)xxxxxx

Talente und Gaben:

Gabe/TalentNameFunktion
z.B. Talent (Tausch)Name Talent/Gabe 1Tausche Fähigkeit 1 mit Fähigkeit 2, unter der und der Bedingung.
Talent/Gabe 2Name Talent/Gabe 2xxx
Talent/Gabe 3Name Talent/Gabe 3xxx
Talent/Gabe 4Name Talent/Gabe 4xxx

Aspekte:
Aspekt 1: Name des Aspekts
Zitat: "optional (wenn ihr hierfür etwas Passendes findet und einsetzen wollt, könnt ihr das gern machen, sonst löscht die Zeile einfach)" (Quelle)
Beschreibung: xxx

Aspekt 2: Name des Aspekts
Zitat: "optional" (Quelle)
Beschreibung: xxx

Aspekt 3: Name des Aspekts
Zitat: "optional" (Quelle)
Beschreibung: xxx

Aspekt 4: Name des Aspekts
Zitat: "optional" (Quelle)
Beschreibung: xxx

Aspekt 5: Name des Aspekts
Zitat: "optional" (Quelle)
Beschreibung: xxx

Persönlichkeit:
Zusammenfassung der Aspekte, optional

Waffen:

Nahkampf:

WaffeBeschreibungBild
(optional)
Bonus auf die Erfolgswürfe des Angreifers Bonus auf die Erfolgswürfe des Verteidigers
rostiges Taschenmessermitgenommenes Ding mit Holzgriff/±0±0
xxxxxxxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxxxxx
Fernkampf:

WaffeBeschreibungBild
(optional)
Ziel in derselben
Zone
Ziel in benachbarter
Zone
Ziel zwei Zonen
entfernt
Ziel drei Zonen
entfernt
Revolveramerikanischer Army-Colt, sechs SchussBild+1±0-1/
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Inventar:


  • Ausrüstungsstück 1
  • Ausrüstungsstück 2
  • usw.


Hintergrund:
Art nach Wahl. Nach Malmsturmart wird jedem der folgenden Abschnitte ein Aspekt zugeordnet bzw. umgekehrt.
Kindheit:
Aspekt: xxx

Text
Jugend:
Aspekt: xxx

Text
Das erste Abenteuer:
Aspekt: xxx

Text
Ein denkwürdiges Treffen:
Aspekt: xxx

Text
Noch ein denkwürdiges Treffen:
Aspekt: xxx

Text

_________________
Wenn 666 die Zahl des Antichristen ist,
dann muss circa 25,806 die Wurzel allen Übels sein. Denker
Umbra
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Tiefseemonster

Weiblich Anzahl der Beiträge : 6616
Anmeldedatum : 09.07.12
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[Charaktere] "The Sheriff's Wanted Board" Empty Re: [Charaktere] "The Sheriff's Wanted Board"

Beitrag von Fade Do Mai 14 2015, 18:57



Name: "El Pezosa"
Voller Name: Diego Gonzalez Pancho Pezosa

Geschlecht: männlich
Alter: 36


Nationalität: mexikanisch

Geburtsort:  El Paso (Mexiko)
Wohnort: flexibel


Familienstand: unbekannt; unbestätigter Vater von ein paar Dutzend Kindern
Familie: Der Clan der Pezosas setzt sich aus derzeit 8 Großfamilien mit insgesamt 267 Mitgliedern zusammen, welche besonders in den Nordregionen von Mexiko ansässig sind und nach dem amerikanisch-mexikanischen Krieg dort große Teile des organisierten Verbrechens unterhalten sollen.
Religionszugehörigkeit: römisch-katholisch

Beruf: offiziell: Spirituosen Großhändler (vornehmlich Tequilla)

Organisation: Angehöriger des Pezosa Clans (was in Amerika keinerlei Bedeutung hat)

Aussehen:
Größe: 1,76
Körperbau: kräftig, sehnig
Augenfarbe: dunkelbraun
Frisur: schulterlanges, ungepflegtes, strähniges, schwarzes Haar
(Bart:) ungepflegter Schnautzbart, 1x wöchentlich messerrasierte Stoppeln
Kleidung: dunkle Lederkleidung
Allgemein: El Pezosa besitzt die typische sonnengegärbte und gebräunte Haut der Völker der Äquatorregion, was es etwas schwierig macht, sein Alter zu erraten. Er blickt in der Regel etwas grimmig drein, was ihm ergänzend zum restlichen Äußeren zumindest unter den meisten Zeitgenossen etwas Bewegungsfreiraum verschaft (da die Leute einen Bogen um ihn machen).

[Charaktere] "The Sheriff's Wanted Board" Elpezo11

Fertigkeiten:

Fertigkeitswert
Fertigkeit 1Fertigkeit 2Fertigkeit 3Fertigkeit 4Fertigkeit 5
Hervorragend (+4)Fernkampf
Gut (+3)NahkampfAusdauer
Ordentlich (+2)EinschüchternGewaltWahrnehmung
Durchschnittlich (+1)AusweichenReitenEntschlossenheitEinbruch
Mäßig (±0)BluffenFingerfertigkeitHeimlichkeitFührungsqualitätHeilkunde


FertigkeitNiveauWert
AthletikSchlecht-1
AusdauerGut+3
AusweichenDurchschnittlich+1
BesitzSchlecht+1
Bluffen/TäuschungMäßig±0
EinbruchDurchschnittlich+1
EinschüchternOrdentlich+2
EntschlossenheitDurchschnittlich+1
FernkampfHervorragend+4
FingerfertigkeitMäßig±0
FührungsqualitätMäßig±0
GassenwissenSchlecht-1
GelehrsamkeitSchlecht-1
GespürSchlecht-1
GewaltOrdentlich+2
HandwerkSchlecht-1
HeilkundeMäßig±0
HeimlichkeitMäßig±0
KunstSchlecht-1
NahkampfGut+3
ReitenDurchschnittlich+1
SpieleSchlecht-1
SprachenSchlecht-1
TechnikSchlecht-1
ÜberzeugenSchlecht-1
WahrnehmungOrdentlich+2
Zaubern (Äthermanipulation)Schlecht-1

Talente und Gaben:

Gabe/TalentNameFunktion
Talent (Spezialisierung)KillerinstinktFür El Pezosa ist jeder Tag ein Ringen mit dem Tod. Er reagiert äusserst kaltblütig in Gefahrensituationen und kennt dabei kein Zögern, Mitleid oder Bedenken.

+1 auf Wahrnehmung und Nahkampf in offensichtlichen Konfliktsituationen (also kein Hinterhalt, kein in den Raum stürmen, während er in Bett, Badewanne liegt etc).
Gabe (Besitz)Dickes FellDie schwere Kluft aus Büffelleder dient El Pezosa nicht nur gegen die Witterung, sondern ist auch zäh genug, mäßigen Schutz gegenüber Angriffen zu gewähren (zb Cobra- Raubtierbissen, kleinkalibrigen Geschossen..)

+1 Ausdauer "Rüstungsschutz"
SpezialeigenschaftAntiheld (Ausstrahlung)Was die meisten "normalen" Männer an El Pezosas Erscheinungsild einschüchtert, sorgt bei einigen Frauen (vornehmlich in örtlichen Saloons) für genug Interesse, um über die offensichtlichen Defizite des Fremden (Umgang, Ausdrucksweise, Körperpflege) hinwegzusehen und Zeit und Informationen mit ihm zu teilen.  

"interessierte" Saloondamen Teilen mit Pezosa manchmal ihr Gassenwissen

Talent (Spezialisierung)In Reih und GliedDurch das jahrelange Banditendasein hat El Pezosa gelernt, wie mit seinesgleichen umzugehen ist, um Überfälle oder andere Schurkenstreiche erfolgreich zusammen durchzuführen, ohne dass jeder Zweite sofort aus der Reihe tanzt.

+2 zu Führungsquallität solange es um Bandidos seines Schlages (oder weniger) handelt

Aspekte:
Aspekt 1: Gefährlich? Pah. Tödlich! (pro: handelt ohne Reue / con: häuft zunehmend "alte Sünden" an)

Beschreibung: Den ersten Mann erschoss El Pezosa im Alter von 14 Jahren. In seinen Augen gerechtfertigt, denn er hatte versucht eine Ziege zu stehlen. Seine Onkel verscharrten die Leiche und niemand fragte jemals danach und auch wenn er Nachts noch lange Zeit das Gesicht des Diebes vor Augen hatte und über schwierige Fragen, wie die Vergänglichkeit des Lebens nachzusinnen begann, so reute ihn seine Tat niemals. Man hatte zu verantworten was man tat und wenn man erwischt wurde, so hatte man die Konsequenzen zu tragen. Niemals erwischt werden, dass war die schlichte Antwort für solche Handlungen. Mit den Jahren lernte El Pezosa noch einen anderen Aspekt solcher Taten kennen. Respekt und Furcht, einen Ruf, konnte man sich damit verdienen, wenn man gefährlicher war, als andere. Beflügelt davon, nicht auf der falschen Seite des Laufes zu stehen, übte er sich gewissenhaft im Umgang mit seinen Waffen, welche allesamt Familienerbstücke waren und qualitativ hochwertiger, als das Meiste, was es in den örtlichen Geschäften zu bekommen gab. Als er seine Heimat schließlich verließ, war es nicht, weil seine Eltern ihn in die Welt hinausschickten, um etwas aus sich zu machen, oder ein Mann zu werden. Er war berüchtigt. Sein Ruf und Bekanntheitsgrad machte es für seine Verwandtschaft schwierig, ihren Geschäften nachzugehen und ehe man die Häscher nach ihm aussandte, zog er aus El Paso gen Norden über die mexikanisch-amerikanische Grenze, wo noch kaum jemand von ihm gehört hatte.

Aspekt 2: Kurzzeitmillionär (pro: genügsam wenn nötig großzügig wenn möglich / con: selten finanzielle Reserven)
Zitat:
Lebe jeden Tag, als ob es dein letzter wäre

Beschreibung: Geld war nicht dafür da, es für das Alter zu sammeln. Alt würde El Pezosa nicht werden. Daran glaubte er einfach nicht bei seiner Lebensweise. So war es mit seinem Wohlstand auch ein ewiges Berg auf, Berg ab. Wenn er Geld hatte, gab er es aus, so schnell er konnte. Wenn er keines hatte, so besorge er es sich auf den gerade günstigsten Weg. Alkohol und Weiber waren dabei die beiden größten Ventile für seinen Geldhahn, wobei er lediglich bei ersteren bedacht war, gewisse Vorräte für schlechte Zeiten zu bewahren, welche wiederum nie lange auf sich warten ließen.

Aspekt 3: Loyal bis in den Tod.... bin ich mir nur selbst! (pro: wählt seine Partner mit bedacht / con: schafft sich Feinde)

Beschreibung: Besonders in der Jugendzeit fehlte es El Pezosa nie an Freunden und auch Liebeleien stellten sich früh und reichlich ein. Sein nicht gerade sorgenfreier Alltag jedoch ließ ihn Bezüglich der Wahl seines Umfeldes stetig sorgfältiger werden. Vertrauen war etwas für die eigene Familie und nicht einmal bei jenen konnte es grenzenlos sein. Als er schließlich in die Fremde aufbrach, ritt El Pezosa allein. Es hätte eine Handvoll Personen gegeben, mit denen er gerne zusammen ins große Abenteuer aufgebrochen wäre, doch diese waren entweder unabdingbar, oder bereits begraben. Auf sich gestellt hatte er viel Zeit, die Vor und Nachteile des „Einsamer Wolf“-Daseins zu überdenken. Freunde und Liebschaften hatten ihre Daseinsberechtigung, jedoch waren sie vergänglich, wie Büffeldung. Wurde man sie nicht rechtzeitig wieder los, setzte man mehr als nur Gefühle aufs Spiel. Letztendlich diente beides nur einem praktischen Nutzens für sich selbst. Längst nicht jeder Raubzug konnte alleine gelingen und in einigen Fällen war es doch ein wahrlich warmes Gefühl, Rückendeckung zu haben, oder zumindest einen Trottel, der sich die Kugeln stellvertretend für das eigene Fell einfing. Allgemein war es El Pezosa recht einfach anzumerken, ob und welcher Gesellschaft gegenüber er gerade zugänglich war und wenn man sich doch irrte, so war man einer Lektion nicht fern, die man nicht so schnell vergessen würde.

Aspekt 4: Bösewicht, das bin ich. (pro: setzt alle Mittel ein die sich ihm bieten / con: kommt leicht und schnell mit dem Gesetz in Konflikt)
Zitat:
See i know, how to play my hands. What the winner don`t know, the gambler understands. You don`t stand a chance!

Beschreibung: Auch wenn El Pezosa nie in den Genuss einer anständigen Bildung gelangte und auch nicht gerade die Weisheit mit Löffeln aß, so brachte ihn die Schule des Lebens auf harte Weise die Gesetzmäßigkeiten der Gesellschaft bei. Ideale und Ethik wurden in aller Regel jenen gelehrt, welche als Arbeiter und Diener für die Erfolgreichen angedacht waren, um ihr Los besser zu tragen und wer sich diesem Muster nicht beugte, wurde gejagt und ausgesondert. Doch auch die Kehrseite der Gesellschaft hatte Regeln und Gesetze, mit denen er sich wesentlich leichter anzufreunden verstand. Erfolg gibt Recht und alle Mittel sind erlaubt. So oder so ähnlich bildete er sich seinen Leitspruch, um die nötigen Ellenbogen zu entwickeln, auch ohne den Schutz seines Familiennamens in der Fremde zu überleben. Wo er mit Worten nicht mehr weiterkam, da half überraschend häufig primitive Gewalt und Gewissenlosigkeit. Jede Situation bot Auswege, solange man selbst die Spielregeln formte und sich nicht an die anderer hielt. Die Schattenseite, dass man dafür gehasst und gejagt werden konnte nahm er gerne in Kauf, solange der Erfolg ihm Recht gab. Außerdem war die Welt groß und wenn der Widerstand an einem Ort zu sehr wuchs, so gab es genügend andere Plätze zu bereisen.

Aspekt 5: Was es nicht gibt kannst du nicht wissen (pro: offen für fantastische Theorien / con: anfällig für gezielte Bluffs/Lügen)


Beschreibung: In den langen einsamen Nächten in der Wildnis, wenn das Wetter gut und das Feuer trocken war, hatte Pezosa viel Zeit über Gott und die Welt zu sinnieren. Auch wenn er durch seine Familie katholischen Glaubens war, so bedeutete ihm die Religion nicht besonders viel. Er wusste ja inzwischen, dass es die Sünder waren, denen es auf der Welt besonders gut ging und dazu gehörten nicht selten auch die Prediger, oder jene die sich besonders fromm nannten. Anders sah es da bei Geistern und Sagengestalten aus. Es war doch sehr plausibel, dass wenn es unentdeckte Länder gab, dann auch unbekannte Geschöpfe geben musste. Zudem lebten ja auch viele Wesen im Verborgenen und dann war es ja völlig klar, dass man kaum noch etwas von ihnen gehört hatte. Drachenknochen hatte man ihm einmal gezeigt, als er noch kleiner gewesen war und Geister hatte man zumindest Nachts vernehmen können, oder ihre Taten am nächsten Morgen erfahren. Wer nun glaubt, El Pezosa wäre besonders leichtgläubig und einfältig mag vielleicht Recht haben, jedoch lief er auch schon Scharlatanen über den Weg, deren Märchen er durch eigene Erfahrungen zu widerlegen vermochte und welche bitter dafür bezahlten, ihm einen Bären aufbinden zu wollen.

Waffen:

Nahkampf:

WaffeBeschreibungBild
(optional)
Bonus auf die Erfolgswürfe des Angreifers Bonus auf die Erfolgswürfe des Verteidigers
Bowie Jagtmessernachgeschliffenes Messer mit 20 cm gehärteter KlingeBild±1±0
Knüppelhandgefertigter hölzerner und mit Eisen beschlagener Prügel (vornehmlich zum Betäuben ahnungsloser Opfer)xxx±1±0
xxxxxxxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxxxxx
Fernkampf:

WaffeBeschreibungBild
(optional)
Ziel in derselben
Zone
Ziel in benachbarter
Zone
Ziel zwei Zonen
entfernt
Ziel drei Zonen
entfernt
RevolverSmith & Wesson Model No 4, sechs SchussBild+1±0-1/
RevolverSmith & Wesson Model No 4, sechs Schussxxx+1±0-1/
PeitscheLederpeitsche, 2 Meter ReichweiteBild+1±0//
GewehrWinchester 1866Bild+1±0-1-2

Inventar:


  • 2 Colts "Smith & Wesson Model No 4" (86 Schuss Munition)
  • Winchester 1866 mit geschwärztem Verschlusskasten (normal messinggelb) (108 Schuss Munition)
  • Sattel + 2 Satteltaschen für Ausrüstung
  • Pferd, grau "zugelaufen"
  • 2 Flaschen Tequilla
  • 2 Decken (Witterungsbeständig)
  • Pfanne (Besteck und "Küchenwerkzeug")
  • Zunderdose (zum Feuermachen)
  • 6 Dosen Bohnen
  • 12 Zigarren
  • Waffengurt
  • 2 Munitionsgurte
  • Wasserschlauch (variabler Inhalt)
  • Kapital: 5 $ 17 c
  • Jagtmesser 20 cm Klinge
  • Cowboypeitsche
  • 5 Seile


Hintergrund:

Vom Recht der stärkeren:
Aspekt: 1

In der Familie Pezosa war ein gesunder Wettbewerb auch schon in jungen Jahren gern gesehen und von der älteren Generation gefördert. Raufereien und in Einzelfällen auch Verletzungen gehörten zum normalen Heranwachsen dazu. Auch El Pezosa lernte so am eigenen Leib, dass es immer Schwächere und Stärkere gab und man lernen musste, sich zwischen ihnen richtig zu verhalten. Als irgendwann Waffen ins Spiel kamen änderte sich die Regel etwas. Man musste nicht stärker sein man durfte nur nicht patzen. Wenn man einem Kontrahenten schlimmes wollte, so musste man sorgfältig sein und vor allem der Erste. Die Entscheidung, wie weit man zu gehen bereit war, musste lange zuvor getroffen sein und schon war jeder einzelne überwindbar.
Pezosa legte es nicht gerade darauf an, sich Feinde zu machen, aber er ließ sich auch nicht die Butter vom Brot nehmen. So war der erste Tote, der durch seine Hand fiel auch ein gerechtes Opfer seiner eigenen Gier geworden. Zumindest in den Augen des heranwachsenden, der stolz beschützte was seiner Familie gehörte. Überhaupt war es schwer im Unrecht zu sein, wenn man tat was gut für einen war. Dies war schließlich jedermanns Recht und ehe er sich selbst eine Kugel einfing, konnte er den Spieß auch herumdrehen. Auch wenn einige Argumente und auch Freunde gegen diese These sprachen, so war sie doch nicht völlig zu entkräften und so ließ El Pezosa sich die Ansicht auch nicht mehr ausreden.
Die neun Leben des El Pezosa:
Aspekt: 2

'Gefährlich' zu leben hatte ganz unbestreitbar seine Vorzüge. Er Arbeitete nicht für seinen Unterhalt, sondern nahm sich schlicht von denen, die ohnehin genug besaßen. Als ideale Freiheit hätte Pezosa sein Leben beschrieben, wäre da nicht eine kleine schwarze Wolke gewesen, die ihn ab und an das sonst so reine Gewissen beschattete. Nicht immer flogen die Kugeln nur in die richtige Richtung wenn nicht gleich eine Einigung erreicht war, mit der beide Seiten gut leben konnten. Wie Kugeln nun so waren, konnten sie selbst von einer zitternden und ungeübten Hand zu schicksalhaften Verwundungen führen und eine leuchtende Karriere jäh beenden. Ein paar Verletzungen hatte Er sich über die Jahre nun auch eingehandelt. Inzwischen hatte er jedoch begonnen zu zählen, wie oft ihm das Schicksal dabei hold blieb. Unsterblich war er sicher nicht und wenn der Padre in El Paso damals recht gesprochen hatte, würde er die Ewigkeit womöglich im Höllenfeuer verbringen müssen. Um so wichtiger war es doch, das Leben auszukosten solange und so sehr es nur ging. So entwickelte langsam und still auch eine großzügige Seite am meist eher ungemütlichen Mann. Wenn er schon einmal das Glück auf der Seite hatte dann musste er es auch genießen und schaden konnte es nicht, andere auch daran teilhaben zu lassen, half doch solche Selbstlosigkeit, dem Teufel vom Dreizack zu springen, sofern es um den freiheitsliebenden Mann den tatsächlich so schlimm bestellt sein sollte.
Das Feiern führte schnell wieder zum Bedarf und da man am selben Ort nicht der gute und böse zugleich sein konnte, ritt er einfach weiter durch die endlosen Weiten des Westens um sein Glück ein weiteres mal auf die Probe zu stellen.
Die 7 Reiter:
Aspekt: 3

Der 'wilde Westen' zögerte nicht lange, Pezosa in seine Geheimnisse einzuweihen. Recht und Gesetz gab es nur dort, wo man gerade einem der wenigen Sheriffs oder noch selteneren Rangertrupps über den Weg lief. Um des lieben Frieden willens gaben nicht wenige großzügig von ihrer Habe, wenn niemand in der Nähe war, um für sie einzustehen. Da man in solchen Verhältnissen nun doch eher dazu geneigt war, auf Fremde zu schießen, ritt Pezosa den Umständen entsprechend nicht alleine. Er hatte sich mit drei Brüdern zusammen getan, den Winston Geschwistern Elroy, Bobby und Hank. Ausserdem hatten die drei noch eine Rothaut in die Bande gebracht. Ein schweigsamer Indianer, der sich in erster Linie mit spuren lesen nützlich machte und sich um Pferde und Gepäck der Brüder kümmerte. Zu fünft sah es schon ganz anders aus, wenn sie durch die Gegend ritten. Niemand hätte es ernsthaft in Betracht gezogen, sich ihnen in den Weg zu stellen, oder aus dem Hinterhalt auf sie zu feuern und selbst gegen die Rothaut wagte keiner einen Spruch zu machen, dem sein Leben lieb war.
In der Nacht hatte die Bande eine Farm besucht. Die Methode war einfach, sich dem Hauptgebäude so rasch und unbemerkt wie möglich zu nähern und einzudringen, ehe die Bewohner Gelegenheit hatten, sich und die Knechtschaft zu mobilisieren. Bei einem gelungenen Besuch wie diesem fiel kein einziger Schuss. Viel zu besorgt waren die Herren des Hauses da um das Wohlergehen der Familie. Zu El Pezosas Bedauern war nicht viel Geld im Gebäude zu finden und der Hausherr hätte wohl den Teufel getan, ihnen jedes Versteck zu zeigen. Zumindest die Spiesekammer war gut gefüllt und der Wein war genießbar. Nachdem die Bande sich mit den Farmern etwas amüsiert hatte brachen sie kurz nach Mitternacht und einem großen Teil der Pferde davon, welche sie zwei Orte weiter verkaufen würden, ehe die Kunde vom Raubzug bis dorthin vorgedrungen wäre.

Auf diese Weise umherzuziehen war lukrativ und einfach, doch bildeten sich Wolken am Horizont, da die Kunde von den Banditen sich auch zu nahen Stätten ausbreitete, welche sie noch gar nicht besucht hatten. Der Kopf der Bande, Elroy Winston beschloss, dass sie noch einen großen Raub begehen sollten ehe es des guten zu viel war und man ihnen die Kavallerie hinterher schickte. Sie heuerten dafür noch zwei Trapper an, Typen die ihrerseits schon einiges auf dem Kerbholz hatten und sich für nichts zu schade waren. In einem Canyon legten sie dann schließlich einen Hinterhalt um eine Postkutsche zu überfallen, welche frische Dollarnoten von einer Zentralbank aus dem Osten transportierte. Sechs Soldaten hatten sie bei der Kutsche gezählt und ihren Hinterhalt entsprechend darauf vorbereitet. Es lief auch nach Plan, wie im ersten Kugelhagel vier der Soldaten sofort zu Boden gingen, doch dass in der Kutsche nochmals so viele saßen hatte der Informant kurzsichtiger weise wohl vergessen. Einer der Trapper wurde im Feuergefecht schwer verwundet und verblutete ihnen noch auf dem Rückweg in die Berge. Die Beute war dabei das Risiko wert gewesen. Mehr als 500 $ für jeden von ihnen. Der zweite Trapper fing sich dafür eine Kugel ein, da er den Anteil seines Partners einstreichen wollte. Pezosa begnügte sich darauf hin mit der vereinbarten Summe, da es wohl wenig Sinn machte, sich mit der Rothaut gegen die Brüder zu verbünden.
So ging er wider seiner Wege und auch die Brüder ritten in verschiedene Richtungen auseinander um es den Verfolgern schwer zu machen. Gut zwei Wochen später hörte El Pezosa, dass angeblich einer der drei Brüder gefangen und aufgeknüpft worden war und auch eine Rothaut hatte man aufgeknüpft wobei es hierbei leicht irgendeine arme Seele getroffen haben konnte nur um die Bilanz der Häscher zu beschönigen.
Pezosa nutzte die Zeit, in der er seinen Anteil verschleuderte, um sich seine eigenen Gedanken ums Spiel von Katz und Maus zu machen. Eine Bande konnte immer nützlich sein, doch musste man sie beizeiten loswerden können um die eigene Haut zu retten und nicht zuletzt benötigte man wenigstens etwas Diplomatie und Rückendeckung, wenn es darum ging, die Beute zu teilen. Er hätte es nicht zugegeben, aber am Verhalten des ältesten der drei Brüder hatte er sich eine Scheibe abgeschnitten. Auch dieses Handwerk wollte gelernt sein.
El Pezosas Trumpfkarte:
Aspekt: 4

Wirklich gerissen war El Pezosa niemals gewesen. Nicht zumindest, wie diese Kartenhaie, die mit scheinbar endlosen Glück einen nach dem anderen Farmer um den mühsam erarbeiteten verdienst brachten. Eine ganze Weile hatte er die Gringos beobachtet die da Abend um Abend ihr können bewiesen. Irgendwann hatte El Pezosa sich schließlich auch dazugesetzt um sein Glück mit den Karten zu wagen. Anfangs lief es sogar erstaunlich gut und er bekam mehr als nur ein Lob für sein Gespür, doch als die Einsätze höher wurden hatten die Gringos erneut die Nase vorn und geradezu unerhört gute Blätter in der Hand. Enttäuscht darüber, ihren Trick nicht durchschauen zu können schluckte Pezosa seinen verbliebenen Wiskey und verzog sich aus dem Saloon um seinem Ärger Luft zu machen.
Ein paar Meter vom Saloon entfernt besserte sich seine Laune rasch wieder. Er wanderte ein Stück die Straße entlang und hockte sich dann in ein dunkles Eck zwischen den Häusern, wo er sich eine Zigarre ansteckte und wartete. Über die letzten Tage hatte er das Verhalten der Gringos oft genug beobachtet um zu wissen, wie lange sie sich im Saloon aufhielten und welchen Weg sie danach anstrebten. Pezosa musste nicht zu lange warten, bis er ihre Stimmen näherkommen hörte. Sie waren amüsiert darüber wie einfach die meisten hier doch auszuspielen seien. Der kleinere hörte dabei nicht recht auf, dem Hageren ein Ohr abzukauen und stockte auch erst, als sein Partner plötzlich nach einem dumpfen Geräusch niederfiel. Noch ehe er wirklich begriff, was los war setzte es einen kräftigen Kinnhaken mit besten grüßen El Pezosas, welcher sich noch kurz versicherte, dass die Kartentrickser auch wirklich außer Gefecht waren. Rasch waren ihre Taschen durchwühlt und der lukrative Gewinn eingesteckt. Für ihn gab es hier nichts mehr zu suchen. Diesmal ritt er einige Stunden in Richtung Norden, ehe er den Kurs zum nächsten Ziel bestimmte. Die Pferde der Beiden hatte er ebenfalls mitgenommen. Sollten sie sich doch welche von den angefressenen Farmern mit Kartentricks gewinnen.
Das Land des roten Mannes:
Aspekt: 5

Nie wirklich gesellig und auch mit einem gesunden Misstrauen gegenüber der Rothäute war es selten, dass er mit einem dieser wilden Brüder Ritt. Nichts desto trotz brachte sein unsteter Weg ihn auch einmal mit einem waschechten Schamanen zusammen. Natürlich konnte Pezosa nicht sicher sein, dass es sich wirklich um einen Schamanen handelte aber zumindest war der Kerl ziemlich alt und unerwartet gesprächig. Er konnte besseres Amerikanisch als Pezosa und gab in einer eher belebten Art nicht viel Grund für Bedenken. Tatsächlich schienen die Abende mit dem Indianer beinahe zu kurz, denn seine Geschichten über seine Leute und das Land blieben El Pezosa nicht selten Augen und Mund offen stehen. Einen eigenen Gott hatte ihr Land und Geister bewohnten unsichtbar die Ebenen und Berge. Aufgebracht waren diese wegen der unverfrorenen Gewalt des Weißen Mannes. Pezosa war dabei vollends seiner Meinung. Was hatten sich diese Weißen nur gedacht?
Auch wenn Pezosa die Rothäute nicht mochte hatte er selten Streit mit ihnen. Schließlich besaßen sie kaum etwas, was einen Raub rechtfertigte und so musste er eigentlich recht gut bei ihren Geistern dastehen, hatte er doch schon einige Bleichgesichter erschossen. Auch wenn er sich nicht all die Namen und Details aus den Geschichten richtig merken konnte, hatten die Geister doch seinen Respekt. Hier in der offenen Prärie war man doch mehr oder Minder ihres guten Willens ausgeliefert und ab und an war es wohl ganz heilsam, mit einer Rothaut zu reiten, da sie dann klar sehen konnten, auf wessen Seite man stand.


Zuletzt von Fade am Mo Mai 25 2015, 20:49 bearbeitet; insgesamt 19-mal bearbeitet

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Beitrag von Leo Do Mai 14 2015, 19:26

Name: Terence „Terry“ Carter
Geschlecht: männlich
Alter: 24

Nationalität: Amerikaner
Geburtsort: Wells, heutiges Wyoming (um 1870 noch ‚Wyoming Territory‘ und kein eigener Staat)
Wohnort: kein fester

Familienstand: ledig
Familie:  Eltern: George Carter (Vater, 55 Jahre), Mary Carter (Mutter, 52 Jahre)
Geschwister: William Carter (Bruder, 26 Jahre), Felicity Carter (Schwester, 21 Jahre), John Carter (Bruder, mit 2 Jahren verstorben), George Carter (Bruder, 18 Jahre), Gregory Carter (Bruder, 16 Jahre)
Religionszugehörigkeit: getauft und anglikanisch erzogen, aber nicht praktizierend

Beruf: Möchtegern-Abenteurer
Organisation: -

Aussehen:

Erscheinung: Terry ist ein schmaler, nicht sehr großer Mann. Er hat schon von Kindesbeinen an körperliche Arbeit verrichtet und hat deshalb ein paar Muskeln, jedoch nichts Beeindruckendes. Er hat relativ große Hände und lange Finger. Seine Augen sind schmal und recht hübsch, und sein schelmisches Grinsen würde wohl einige Frauen rumkriegen; vorausgesetzt natürlich, er hätte sich jemals für Frauen interessiert. Terrys Erscheinung wäre wohl grundsätzlich attraktiv, wenn sein Gesicht nicht immer mal wieder von Pickeln verunziert würde – er leidet unter einem hartnäckigen Fall von Akne.

Größe: 1m 72
Körperbau: schlank, leicht muskulös
Augenfarbe: grau-grün
Frisur: blonde, unordentliche Haare, hinten etwa kinnlang, vorne kürzer

Kleidung: Jeans, kariertes Hemd, braune Weste, Lederstiefel
Besonderheiten: Terrys Ohren stehen ein wenig vom Kopf ab. Zudem trägt er einen kleinen Ohrring durch das linke Ohrläppchen.

Fertigkeiten:

Fertigkeitswert
Fertigkeit 1Fertigkeit 2Fertigkeit 3Fertigkeit 4Fertigkeit 5
Hervorragend (+4)Gespür
Gut (+3)SpieleFingerfertigkeit
Ordentlich (+2)ReitenÜberzeugenAusdauer
Durchschnittlich (+1)AthletikFernkampfEntschlossenheitHeimlichkeit
Mäßig (±0)GelehrsamkeitBesitzNahkampfGassenwissenWahrnehmung


FertigkeitNiveauWert
Athletikdurchschnittlich+1
Ausdauerordentlich+2
Ausweichenarmselig-1
Besitzmäßig±0
Bluffen/Täuschungarmselig-1
Einbrucharmselig-1
Einschüchternarmselig-1
Entschlossenheitdurchschnittlich+1
Fernkampfdurchschnittlich+1
Fingerfertigkeitgut+3
Führungsqualitätarmselig-1
Gassenwissenmäßig±0
Gelehrsamkeitmäßig±0
Gespürhervorragend+4
Gewaltarmselig-1
Handwerkarmselig-1
Heilkundearmselig-1
Heimlichkeitdurchschnittlich+1
Kunstarmselig-1
Nahkampfmäßig±0
Reitenordentlich+2
Spielegut+3
Sprachenarmselig-1
Technikarmselig-1
Überzeugenordentlich+2
Wahrnehmungmäßig±0
Zaubern (Äthermanipulation)armselig-1

Talente und Gaben:


Gabe/TalentNameFunktion
Talent (Tausch)IntuitionTerry hat ein recht feines Gespür für Gefahren und Konflikte. Er merkt meist schnell, wenn Ärger ansteht, und kann sich daher schon im Vorfeld darauf einstellen.


Als Initiativwurf darf Terry anstatt für Wahrnehmung für sein Gespür würfeln.
Talent (Tausch)TrumpfkarteTerry ist an sich kein guter Lügner, doch beim Kartenspielen hat er sich gewisse Tricks angeeignet, die es schwer machen, ihn zu überführen.


Wenn Terry beim Kartenspielen betrügt, kann er Fingerfertigkeit anstelle von Bluffen/Täuschung verwenden.
Talent (Spezialisierung)Ich kann alles erklären!Terry zieht andere Leute gern mal über den Tisch, besonders beim Kartenspiel. Er ist einigermaßen begabt darin; trotzdem ist es natürlich schon vorgekommen, dass man ihn überführt hat. Nur ein flinkes Mundwerk und diverse besänftigende Worte haben ihn dann vor Schaden bewahrt.


+2 Bonus auf Überzeugen, um sich aus misslichen Situationen herauszureden

Talent (Fokus)AdleraugeTerry ist eigentlich kein allzu guter Schütze, allerdings hat er von Natur aus ein hervorragendes Sehvermögen. Dieses ist ihm dabei natürlich nützlich. Gemeinsam mit einer ruhigen Hand ermöglicht es ihm, erstaunlich genau zu zielen.


+1 Bonus auf Fernkampf beim Einsatz von Fernkampfwaffen

Aspekte:
Aspekt 1: Die Farm in den weiten Ebenen

Beschreibung: Terry entstammt sehr einfachen Verhältnissen. Seine Eltern stammen aus Großbritannien und siedelten nach Nordamerika über, kurz bevor sein älterer Bruder das Licht der Welt erblickte. Sie erstanden ein Stück Land in einer Dorfgemeinde im Westen, unweit der Back Hills; das ‚Wyoming Territory‘, zu dem es heute gehört, bildete sich erst viele Jahre später. Terry verbrachte seine Kindheit und Jugend dort, in dem kleinen Dorf Wells, auf der Farm seiner Eltern mitten in der Prärie; Wyoming, dessen Name übersetzt so viel wie ‚weite Ebenen‘ bedeutet, trägt diesen Namen zu Recht.
Terrys Kindheit verlief nicht glorreich, aber zum größten Teil glücklich. Die Familie war nicht vermögend, und so arbeiteten auch Terry und seine Geschwister von Kindesbeinen an hart, um ihren Lebensunterhalt und zudem ein kleines bisschen Wohlstand zu erwirtschaften. Für Bildung war keine Gelegenheit, dafür lernte Terry in jener Zeit, genügsam zu sein und es mit körperlicher Belastung aufzunehmen.

Aspekt 2: Der Mann mit dem Dauergrinsen
Zitat: "Always look on the bright side of life!" (Eric Idle)

Beschreibung: Wenn Terry eines sicher nicht ist, dann ein unglücklicher Mensch. Er liebt seine Art, zu leben, obwohl er manchmal knapp bei Kasse ist oder ordentlich Probleme bekommt, wenn er wieder einmal Mitspieler betrogen hat. Das alles kümmert ihn kaum; er ist recht begeisterungsfähig und dank seinem Humor und seiner steten guten Laune ein angenehmer Reisebegleiter.
Es kommt jedoch auch vor, dass Terry Probleme auf die leichte Schulter nimmt und allzu sorglos an sie herangeht. Er ist kein großer Planer, sondern lebt in den Tag hinein; dementsprechend überwältigt ihn dieser auch das eine oder andere Mal.

Aspekt 3: Schmutzigweiße Weste

Beschreibung: Terry ist weder ein schlechter Mensch, noch ein notorischer Betrüger – außer, wenn er Spielkarten in den Händen hält. Es ist seine Art, für ein mehr oder minder stabiles Einkommen zu sorgen, indem er andere Leute beim Spielen (speziell beim Pokern) über den Tisch zieht, und er hat sich mittlerweile ein gewisses Talent und verschiedene Tricks angeeignet, um dabei unerkannt zu bleiben.
Abgesehen von dieser Eigenheit ist Terry jedoch grundsätzlich gutmütig. Er besitzt zwar eine Waffe, doch nur zur Selbstverteidigung, beispielsweise vor wilden Tieren; er hat sie noch nie auf einen Menschen gerichtet und hat das auch in keinster Weise vor. Er müsste schon wirklich gute Gründe haben, um jemanden zu verletzen oder gar zu töten.

Aspekt 4: Vom anderen Ufer
Zitat: "… und das ist auch gut so!" (Klaus Wowereit)

Beschreibung: Terry ist schwul.
Dies bedeutet keineswegs, dass er sich tuntenhaft verhielte oder jeden Mann begehrte, der an ihm vorübergeht. Aber es ist nun einmal so, dass er sich nicht in Frauen, sondern ausschließlich in Männer vergucken kann, was ihn natürlich auch völlig immun gegen weibliche Reize jeder Art macht.
Mit dieser sexuellen Ausrichtung steht er in seiner Zeit nicht gerade gut da. Speziell die christliche Kirche sieht seine Art der Liebe als Sünde an; daher schämt sich Terry für seine Gefühle und versteckt sie, so gut es geht, wann immer sie zum Vorschein kommen. Er hat zwar Hoffnung, irgendwann noch ‚normal‘ zu werden und sich in eine Frau zu verlieben, weiß jedoch eigentlich, dass das nie geschehen wird.

Aspekt 5: Das Glück der Erde
Zitat: "Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!" (Willkommen und Abschied, Johann Wolfgang von Goethe)

Beschreibung: Für Terry ist seine Stute Alma sehr viel mehr als nur ein Transportmittel. Sie begleitet ihn nun seit drei Jahren, und während dieser Zeit wurde sie zur besten und treusten Freundin ihres Reiters. Die Beziehung zwischen Alma und Terry ist beiderseitig sehr eng, die zwei verstehen sich hervorragend; manchmal scheint es fast, als würden sie per Telepathie miteinander sprechen. Die Anwesenheit des jeweils anderen wirkt auf beide beruhigend.
Trotzdem sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Alma auch einen materiellen Wert für Terry besitzt. Sie ist das mit Abstand Wertvollste, das er besitzt, und er ist durchaus bereit, sein Hab und Gut vehement zu verteidigen, wenn es sein muss. Er kann sehr gereizt oder nervös werden, wenn er glaubt, jemand könnte seiner Stute etwas tun.

Waffen:

Nahkampf:

WaffeBeschreibungBild
(optional)
Bonus auf die Erfolgswürfe des Angreifers Bonus auf die Erfolgswürfe des Verteidigers
Taschenmessereher zum Brotschneiden gedacht, aber im Notfall als Waffe zu gebrauchen/+1±0
xxxxxxxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxxxxx
Fernkampf:

WaffeBeschreibungBild
(optional)
Ziel in derselben
Zone
Ziel in benachbarter
Zone
Ziel zwei Zonen
entfernt
Ziel drei Zonen
entfernt
Taschenmessereher zum Brotschneiden gedacht, aber im Notfall als Waffe zu gebrauchen/±0-1//
Revolversimpler und schmuckloser Revolver, 6 SchussBild +1±0-1/
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Alma:

[Charaktere] "The Sheriff's Wanted Board" Kamsin_0022a

Alma ist eine unscheinbare vierjährige Fuchs-Stute mit einer dunkelbraunen Fell- und Augenfarbe. Sie ist ein kluges und sanftmütiges Tier, das seinem Besitzer Terry großes Vertrauen entgegenbringt, aber auch anderen Menschen gegenüber nicht sehr misstrauisch ist; allgemein könnte man Alma als ein wenig treudoof beschreiben. Sie ist jedoch auch sehr gelassen und schwer aus der Ruhe zu bringen.

Inventar/Besitz:

Inventar (in der Regel unverstaut und direkt greifbar)

  • Messer (eigentlich Gebrauchsgegenstand, siehe Waffenliste)
  • Revolver (6 Schuss) (siehe Waffenliste)
  • ein Deck Pokerkarten
  • Streichhölzer und Zigaretten
  • Geldbeutel


Reiseausrüstung (nicht immer griffbereit)

  • Zelt
  • Decke
  • Kleidung
  • Reiseproviant (lang haltbar)
  • Trinkschläuche
  • einfache Kochutensilien (Pfanne, Topf, Besteck)
  • Laterne
  • Spitzhacke
  • Schaufel
  • Goldwaschrinne
  • Goldwaschpfanne
  • eine kleine Schachtel Ersatzpatronen (etwa 10)


  • Alma (vierjährige Stute)
  • Sattel und Zaumzeug


Hintergrund:

Terry wurde im Juni des Jahres 1846 in einer unscheinbaren Farm irgendwo im Gebiet des heutigen Wyomings geboren. Die Farm stand etwas außerhalb einer kleinen Dorfgemeinschaft namens Wells, gelegen im nordöstlichen Teil von Wyoming, unweit der Black Hills. Seine Eltern waren Siedler aus der Alten Welt, die aus England nach Wyoming gekommen waren; Terry war ihr zweites Kind. Sein Vater war ein ernster und mürrischer Mann, der sehr streng mit seinen Kindern war und dem auch ab und zu die Hand ausrutschte; seine Mutter dagegen liebte die Kinder sehr und stellte sich fast immer auf ihre Seite.
England kannte Terry nur noch aus Erzählungen. Seine Heimat war Amerika, schon immer, und seine Welt ging nicht viel weiter, als er von der Farm aus sehen konnte. Er vertrieb sich viel Zeit im Dorf mit anderen Kindern oder seinen Geschwistern. Sonntags ging es grundsätzlich in die Kirche, denn George und Mary Carter waren Anglikaner und erzogen auch ihre Kinder dementsprechend; in seinen Jugendjahren war Terry gläubig und mochte es, in die Kirche zu gehen, da sich die Geschichten und Gesänge vom Alltag deutlich abhoben.
Viel Freizeit blieb Terry und seinen Geschwistern allerdings nicht, denn auf der Farm fiel stets Arbeit an. Sklaverei gab es in seiner Heimat so gut wie nicht, und auch Familie Carter ernährte sich ausschließlich durch ihrer eigenen Hände Arbeit. Es war harte Arbeit, doch wirklich harte Zeiten machte die Familie nicht durch; Hungern mussten sie nie, und im Winter fand sich stets genug Holz zum Heizen. Jedoch ging keines der Kinder zur Schule, und Lesen kann Terry nicht sonderlich gut, da er nicht viel dazu kam und es hauptsächlich anhand der Bibel seiner Eltern lernte.

Terrys Kindheit verlief größtenteils unspektakulär. Von seiner Andersartigkeit – speziell in sexueller Hinsicht – bemerkte er erst als Teenager etwas, als er sich das erste Mal verliebte – allerdings in einen Jungen. Er war damals 14 Jahre alt und wusste mit dem Gefühl nicht viel anzufangen, sondern hielt es für normale Sympathie; erst später wurde ihm bewusst, dass damit eine erotische Komponente einherging. Da Terry zu jener Zeit noch gläubig war und regelmäßig in die Kirche ging, ahnte er, dass diese Liebesgefühle sündig waren und gab sich Mühe, sie sich nicht anmerken zu lassen.
Diese Geheimniskrämerei nahm Terry stark mit, besonders psychisch. Er machte sich einerseits Selbstvorwürfe, versuchte aber andererseits, seine Gefühle nicht zu verleugnen und im Geheimen auszuleben, nur um dann in noch mehr Selbstvorwürfen zu enden. Schließlich vertraute er sich seiner Mutter an, zu der er schon immer ein deutlich besseres Verhältnis gehabt hatte, als zu seinem strengen Vater. Seine Mutter reagierte jedoch anders, als Terry es erwartet hätte; statt Verständnis erntete er Bestürzung, und nach einem langen Gespräch rang seine Mutter ihm das Versprechen ab, beim Pater zu beichten.
Nur wenige Tage darauf blieb Terry nach dem Gottesdienst, um wie versprochen seine Beichte abzulegen. Doch das Ergebnis war ähnlich wenig zufriedenstellend, wie das Gespräch mit seiner Mutter; auch der Pater reagierte bestürzt. Sie redeten lange und mit vielen Ausschweifungen, doch Terry konnte nicht recht verstehen, warum genau seine Art zu lieben nun falsch war, und auch auf seine Frage, warum Gott solche Gefühle überhaupt zulasse, bekam er keine wirkliche Antwort. Widerwillig saß er seine Ave Marias und Vaterunser ab, und als seine Mutter erneut das Gespräch mit ihm suchte, versicherte er ihr (entgegen der Wahrheit), er würde sich fortan von diesen sündigen Gefühlen fernhalten; sie revanchierte sich ihrerseits, indem sie Terrys Vater die Angelegenheit verschwieg.
Tatsache war jedoch, dass Terrys Gefühle nie abebbten. Mit zunehmendem Alter fiel es ihm leichter, sie zu verbergen, und er versuchte auch halbherzig, sie zu bekämpfen, indem er dann und wann Huren aufsuchte, doch diese Versuche waren nicht von Erfolg gekrönt.

Eine andere Leidenschaft – die zum Kartenspiel – entdeckte Terry ein paar Jahre später. Es gab in Wells nie viel zu erleben, und nachdem er sich von der Kirche mehr oder weniger losgesagt hatte, verbrachte Terry immer mehr Zeit in dem kleinen Saloon des Dorfes. Dort kam er dann zwangsläufig auch in Kontakt mit diversen Kartenspielen, erst als Beobachter, dann später auch als Mitspieler. Besonders gepokert wurde häufig. Terry war nicht besonders gut darin; er hatte keinerlei Erfahrung mit dem Bluffen und auch nicht darin, die verschiedenen Kartenblätter einzuschätzen, und so verlor er ein ums andere Mal. Seine Mitspieler amüsierten sich darüber (und freuten sich natürlich nicht zuletzt über all das Geld, das sie durch ihn einnahmen), und Terry wurde im Laufe eines Spiels immer angespannter, bis er schließlich genug hatte und den Tisch für gewöhnlich mit ordentlichen Einbußen verließ.
Das ging so lange, bis sich eines Abends das Schicksal unverhofft auf seine Seite stellte. Damals war Terry 19 Jahre alt und verbrachte wieder einmal einen Abend im Saloon, um seine kargen Verdienste zu verprassen. Er war an der Reihe, die Karten zu mischen und zu geben. Sein Geld war erneut auf ein Minimum zusammengeschrumpft; er hatte sich fest vorgenommen, nach dieser Runde nach Hause zu gehen. Beim Mischen jedoch rutschte ihm eine Karte aus dem Stapel, mit dem Bild nach oben fiel sie auf den Tisch.
Es war das Herz-Ass.
Terrys Entscheidung, mit jugendlichem Leichtsinn gefällt, stand binnen weniger Sekunden. Schnell hielt er die Hand über die Karte, damit seine Mitspieler das Symbol nicht sehen konnten (diese waren aber ohnehin von einer jungen Dame abgelenkt, die gerade das Etablissement betreten hatte). Betont beiläufig legte er die Karte auf den Stapel, mischte noch ein paar Mal falsch und steckte das Ass dann an die fünfte Stelle – dorthin, wo er es sich selbst zuteilen würde. Ein nervöses Prickeln machte sich in ihm breit, doch niemand schien etwas bemerkt zu haben.
Terrys Betrug glückte. Sein Blatt war sehr gut, er hatte aus purem Glück ein weiteres Ass gezogen, und obwohl er immer höhere Beträge bot, gingen seine Mitspieler mit, da sie ihn offensichtlich nicht für voll nahmen. Der Gewinn wurde immer größer, und als Terry schließlich seine beiden Asse aufdeckte, hätte man eine Stecknadel auf den Saloonboden fallen hören können. Er hatte ein Full House – und der gewaltige Betrag gehörte ihm.
Niemand kam auf die Idee, er hätte betrogen, und Terry konnte es seinen Mitspielern nicht verübeln; er hatte bisher kaum eine Runde gewonnen, und jetzt sah es so aus, als hätte er einfach nur unverschämtes Glück gehabt. Er gab allen noch ein Bier aus, um die Stimmung etwas zu lockern, dann ging er mit prall gefüllten Taschen und federndem Schritt nach Hause.
Es war Terrys erster Betrug, doch es sollte nicht der letzte bleiben. Angespornt von seinem durchschlagenden Erfolg versuchte er es immer wieder, übte dabei, die Blätter noch unauffälliger zu manipulieren und war auch weiterhin erfolgreich (obwohl er auch hin und wieder absichtlich Runden verlor); offenbar hatte er Talent, denn in Wells überführte ihn niemand. Und eines Tages gewann er ein Spiel, das sein ganzes Leben verändern würde.

Terry war inzwischen 21 Jahre alt und lebte und arbeitete (wie auch all seine anderen Geschwister) noch immer auf der Farm seiner Eltern. Er ging kaum noch in die Kirche, hatte sich noch immer in keine Frau verlieben können und spielte nach wie vor regelmäßig Karten im Saloon von Wells; so auch an jedem Abend. Es war schon recht spät, und der Alkoholpegel war hoch, sodass es Terry nicht schwer fiel, die anderen Männer unauffällig um ihr Geld zu erleichtern. Schließlich ging einer der Männer so weit, das Pferd zu setzen, das er draußen vor dem Saloon angebunden hatte, und Terry, der inzwischen einige Tricksereien beherrschte, konnte nicht anders, als die Runde für sich zu entscheiden. Er gewann. Das war der Tag, an dem Alma in Terrys Besitz kam.
Terry liebte die junge Stute vom ersten Augenblick an. Diese schien zu spüren, was ihr neuer Besitzer für sie empfand und spiegelte ihrerseits diese Liebe durch große Zuneigung und starkes Vertrauen. Zwischen den beiden entwickelte sich eine ungewöhnlich enge Beziehung, und diese vertiefte sich noch, als Terry wenige Tage darauf und ohne viel Nachdenken entschied, die Farm zu verlassen und Amerika zu bereisen. Es fühlte sich schon lange nicht mehr wohl in Wells, wo er jeden Kieselstein kannte, und mit seinem neuen Pferd kam es ihm plötzlich so vor, als stünde ihm die ganze Welt offen. Sein Aufbruch war eine weitere völlig spontane Entscheidung; Terry investierte sein erspieltes Geld in eine Reiseausrüstung, dann sagte er seiner Familie auf Wiedersehen (obwohl diese verständlicherweise nicht viel von seiner Idee hielt) und machte sich einfach auf den Weg.

Terry ist mittlerweile seit 3 Jahren unterwegs im Norden Amerikas. Er verbrachte längere Zeit in kleinen und größeren Städten und erledigte dort kleinere Arbeiten, um etwas Geld heranzuschaffen (allein vom Betrügen konnte und wollte er nicht leben), doch oft war er auch in den endlosen Weiten der Prärie unterwegs, ganz auf sich gestellt, allein mit seinem treuen Pferd. Es war ein freies Leben, ohne harte Arbeit oder gesellschaftliche Zwänge, und er genoss fast jede Minute seines neuen Lebensstils.
Das Gerücht über große Goldfunde trieb Terry schließlich wieder ein Stück Richtung Heimat; momentan strebt er mit einer Spitzhacke im Gepäck die Black Hills in South Dakota an, wo er sich großen Wohlstand erhofft. Ob der ihm jedoch gegönnt sein wird, wird sich wohl erst noch zeigen …


Zuletzt von Leo am So Nov 13 2016, 00:24 bearbeitet; insgesamt 16-mal bearbeitet

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Beitrag von Darnamur Fr Mai 15 2015, 15:35

Name: Noemi Flint
Geschlecht: Weiblich
Alter: 19

Nationalität: Amerikanisch
Geburtsort: Oklahoma, eine Ranch nahe Arkoma
Wohnort: /

Familienstand: Ledig  
Familie: Immanuel (Vater, 46, erschossen †), Rebekka (Mutter, 44, erschossen †), Thomas (Bruder, 21, erschossen †)
Religionszugehörigkeit: Römisch-Katholisch

Beruf: /
Organisation: /

Aussehen:
Größe: 1,70m
Körperbau: Schlank, nicht sonderlich muskulös
Augenfarbe: Dunkelbraun

Frisur: Langes, rotes Haar, ungepflegt
(Bart:) /
Kleidung: Abgetragene weiße Bluse, schwarze Weste, grobe, braune Wollhose, schwarze Schnürstiefel
Besonderheiten: Die Zeit hat Spuren auf Noemis Körper hinterlassen, obwohl sie noch relativ jung ist. Ihre blasse, weiße Haut wird von zahlreichen Narben verunziert, insbesondere im Gesicht. Quer über die Stirn, unter den Augen, an den Wangen, an ihrem Kinn, ihr Gesicht ist völlig mit ihnen übersät. Zudem hat sie das Augenlicht auf ihrem linken Auge verloren, welches ihr einst auf grausame Weise entfernt wurde. Dort prangt nun nur noch eine leere, trockene Augenhöhle.
An ihren Unterarmen und an ihrem rechten Handrücken finden sich weitere Narben.


Fertigkeiten:

Fertigkeitswert
Fertigkeit 1Fertigkeit 2Fertigkeit 3Fertigkeit 4Fertigkeit 5
Hervorragend (+4)Entschlossenheit
Gut (+3)EinschüchternAusdauer
Ordentlich (+2)WahrnehmungNahkampfGespür
Durchschnittlich (+1)KunstReitenFernkampfBluffen/Täuschung
Mäßig (±0)GelehrsamkeitHeimlichkeitAusweichenBesitzGewalt


FertigkeitNiveauWert
AthletikArmselig-1
AusdauerGut+3
AusweichenMäßig±0
BesitzMäßig±0
Bluffen/TäuschungDurchschnittlich+1
EinbruchArmselig-1
EinschüchternGut+3
EntschlossenheitHervorragend+4
FernkampfDurchschnittlich+1
FingerfertigkeitArmselig-1
FührungsqualitätArmselig-1
GassenwissenArmselig-1
KunstDurchschnittlich+1
GespürOrdentlich+2
GewaltMäßig±0
HandwerkArmselig-1
HeilkundeArmselig-1
HeimlichkeitMäßig±0
KunstArmselig-1
NahkampfOrdentlich+2
ReitenDurchschnittlich+1
SpieleArmselig-1
SprachenArmselig-1
TechnikArmselig-1
ÜberzeugenArmselig-1
WahrnehmungOrdentlich+2
Zaubern (Äthermanipulation)Armselig-1

Talente und Gaben:

Gabe/TalentNameFunktion
Talent (Ignorieren)OdinsaugeIn der Edda opferte Odin eines seiner Augen, um seherische Kräfte zu erlangen. So dramatisch ist es bei Noemi nicht. Ihr linkes Augenlicht hatte sie auch nicht freiwillig verloren. Allerdings hatte dieser Verlust auch eine, zumindest ein wenig, entschädigende Wirkung. Ihre Sehkraft auf dem verbliebenen Auge hat seitdem zugenommen. Und ein außergewöhnlich scharfes Auge, kann genau so viel wahrnehmen, wie zwei Schlechte…

Ignoriere Einschränkungen auf Wahrnehmung, die von Noemis fehlendem Auge ausgehen

Talent (Ignorieren)Bruce WillisNoemi musste in ihrem noch sehr jungen Leben bereits einiges an Schmerzen ertragen. Viele lassen sich an ihrem Äußeren erkennen. Noch mehr lassen sich nicht erkennen. Im Laufe der Jahre hatte sie deshalb eine gewisse Resistenz gegen solche Schmerzen aufgebaut. Sie hatte gelernt, damit umzugehen.

Ignoriere Einschränkungen, die aus kleineren Wunden resultieren. Bei größeren Wunden ist die Ausgabe eines Schicksalspunkts notwendig.

Spezialisierung (Fernkampf)Verlässlicher GefährteNoemi hatte nicht viel Zeit gehabt, den Umgang mit Schusswaffen zu erlernen. Wenn sie geschossen hat, dann mit ihrem Gewehr, welches sie immer bei sich trägt und auf das sie nun perfekt eingestimmt ist. Nur mit diesem alleine ist es ihr deswegen möglich wirklich gute Ergebnisse zu erzielen.

+2 auf Fernkampf, wenn Noemi ihr eigenes Gewehr einsetzt

Talent (Spezialisierung)Es lebe die Kunst!Noemi verarbeitet ihre Gedanken in Bildern. Insbesondere versucht sie häufig, die Personen, die sie verloren hat, auf Papier zu bannen, damit sie ihre Gesichter nicht vergisst. Aber auch andere, finstere Gestalten aus ihrer Vergangenheit finden ihren Platz in den Werken der jungen Frau, die sie in einer Mappe mit Blättern aufbewahrt.

+2 auf Kunst, wenn es um das Zeichnen von Personen geht

Aspekte:
Aspekt 1: Tommy
Zitat: "And now that you're not here, I'm frightened of the sunset
It's a silent explosion, happening at the end of the world
Everything pulls itself toward the end
And every cloud makes a shape
Resembling your face
I always see your face, don't need to remember
Can always see your face, now I surrender
'Cause I cant shut off my head."
(7 Skies H3 [Can't Shut Off My Head] - The Flaming Lips)
Beschreibung:

Noemi hatte seit jeher ein besonderes Verhältnis zu ihrem Bruder. Als sie noch ein kleines Mädchen war, stellte er ihren einzigen Spielkameraden dar. Für Geschwister verstanden sie sich sehr gut. Als ihre Ranch überfallen wurde, war es ihr Bruder, der sie versteckte und der letztlich einsprang, damit sie nicht entdeckt wurde. Dafür musste er sein Leben lassen.
Noemi konnte diesen Verlust nie wirklich verkraften. Seit seinem Tod und gerade seit sie auf der Fletcher-Ranch mit Grausamkeiten aller Art konfrontiert wurde, versuchte sie sich oftmals vorzustellen, wie Thomas an ihrer statt, gehandelt hätte oder handeln würde. Auch führte sie hin und wieder Gespräche mit der fiktiven Gestalt ihres Bruders.

Aspekt 2: Fasst mich nicht an!
Zitat: "Ah, Noemi, Kind. Was ich noch vergessen habe: Ich wollte dich noch beglückwünschen. Du bist wirklich mit einer sehr schönen, samtweißen Haut gesegnet." (Mr. Fletcher)
Beschreibung:

Die zahllosen Übergriffe haben Noemis Vertrauen in die menschliche Rasse und insbesondere das männliche Geschlecht schwer geschädigt. Sie ist generell sehr misstrauisch geworden, ein Misstrauen das bisweilen auch krankhafte Züge annehmen kann. Sehr empfindlich reagiert sie auf Körperkontakt. Dies kann Noemi in keinster Weise ausstehen und reagiert in der Regel sehr aggressiv darauf. Ihr Misstrauen mag für Noemi zu Problemen führen, wenn sie mit anderen Personen in Kontakt tritt, doch macht es sie auch aufmerksam. Sie beobachtet ihre Mitmenschen sehr genau.

Aspekt 3: Das Auge ihrer Mutter
Zitat: "Ha! Sköne Oke – Sköne Oke" (Coppola in "Der Sandmann" - E.T.A. Hoffmann)
Beschreibung:

Mit einem Auge, weniger zu leben, ist gewöhnungsbedürftig. Auch für Noemi war es anfangs schwierig, doch mit der Zeit lernte sich ihr Körper daran anzupassen. Ihr Blickfeld war nun geschrumpft und sie hatte mit Orientierungsproblemen zu kämpfen, doch mit der Zeit gewöhnte sie sich daran und sie konnte auch feststellen, dass Einäugigkeit zumindest gewisse positive Entwicklungen bot. Dadurch, dass sie sich nicht mehr so sehr auf ihren Sehsinn verlassen konnte, hatte sie gelernt, sich mehr auf ihre anderen Sinne zu konzentrieren und diese geschärft. Auch haben die monatelangen Schmerzen, die ihr das fehlende Auge bereitet hat, bei ihr zu einer gewissen Abhärtung geführt.

Aspekt 4: Hoher Einsatz, hoher Gewinn
Zitat: "If you want to play you gotta pay. You know it's always been that way." (Shark Puppy in "Wahn" - Stephen King)
Beschreibung:

Noemi ist mittlerweile vieles einfach egal. Ihre Gesundheit, was andere Leute von ihr denken...
Außerdem ist sie in gewisser Hinsicht unberechenbar geworden. Seit sie sich ihr Gesicht aufgeschlitzt hat, vielleicht auch schon lange davor, stand die junge Frau auf der Schwelle zum Wahnsinn. Sie ist gerne gewillt Dinge zu tun und Risiken einzugehen, die andere, mehr in der Realität verankerte Menschen, als hirnrissig bezeichnen würden. Aber sie hat keine Scheu davor. In gewisser Hinsicht, empfindet sie es sogar als spannend Risiken, gleich welcher Art einzugehen. Einerseits gibt ihr das den Mut, in vielen Situationen die Ruhe zu bewahren und sich entschlossen ihren Herausforderungen zu stellen, zum anderen kann es auch dazu führen, dass Noemi sich zu Dingen verleiten lässt, die sie lieber hätte ruhen lassen.

Aspekt 5: Mein eigener Weg
Zitat: "Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: erstens durch nachdenken, das ist der edelste, zweitens durch nachahmen, das ist der leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste" (Konfuzius)
Beschreibung:

Noemi hatte die Fletcher-Farm mit dem Entschluss verlassen, nie wieder jemand anderen, über ihr Leben bestimmen zu lassen. Sie würde fortan, ihren eigenen Weg gehen. Sie würde sich nicht mehr missbrauchen lassen, egal in welcher Art und Weise und für welchen Zweck. Das hatte ihre Vergangenheit sie gelehrt. Wenn sie etwas tut, dann macht sie es, weil sie selbst davon überzeugt ist, dass es der richtige Weg für sie ist. Um es kurz zu fassen: Noemi ist relativ stur. Sie hat bestimmt Denkmuster, um Situationen einzuschätzen und die richtige Lösung für sich zu finden. Hat sie erst eine solche Meinung getroffen und sich darin festgefahren, fällt es in der Regel schwer, sie wieder davon abzubringen.


Waffen:

Nahkampf:

WaffeBeschreibungBild
(optional)
Bonus auf die Erfolgswürfe des Angreifers Bonus auf die Erfolgswürfe des Verteidigers
scharfes MesserKann zum Zerschneiden von allen möglichen Materialien verwendet werden. Beispielsweise von Hälsen.Eure Vorstellungskraft ist stärker+1±0
KlappmesserFindet sich in Noemis rechtem StiefelMan sieht es nicht, wenn es im Stiefel steckt+1±0
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Fernkampf:

WaffeBeschreibungBild
(optional)
Ziel in derselben
Zone
Ziel in benachbarter
Zone
Ziel zwei Zonen
entfernt
Ziel drei Zonen
entfernt
Spencer Repeating RifleEin Gewehr aus Zeiten des Sezessionskrieg. Immer noch gut funktionstüchtig und Noemis verlässlichster Begleiter.Bild^^+1±0-1-2

Inventar/Besitz:


Noemi trägt ihren gesamten Besitz bei sich, entweder am Leib oder in ihrem Lederrucksack


  • Waffen: Zwei Messer, ein Gewehr, 30 Patronen zum Nachladen
  • Zeichenmaterialien, Stifte, Pinsel, Papier, Zeichenblock
  • Kleidung
  • Zwei Zigarettenschachteln, Eine Flasche Whiskey
  • Geld (siehe Besitz)
  • Trinkbeutel
  • Zelt


Hintergrund:


1 :

Eine kleine Ranch nahe Arkoma, das war Noemis Zuhause gewesen, bis sie sieben Jahre alt wurde. Es war ein schönes, friedliches Leben für ihre Familie und sie. Während sich ihr Vater Immanuel um die Verwaltung und die Rinder kümmerte, war ihre Mutter Rebekka meist mit dem Haushalt und ihren Kindern beschäftigt. Noemi bereut häufig, dass sie nicht mehr aus dieser Zeit im Gedächtnis behalten konnte. Aber sie war noch jung, ein kleines Kind und ihr Erinnerungsvermögen noch nicht so weit entwickelt. Und letztendlich sollten ihr diese schönen Erlebnisse auch noch auf grausame Weise ausgebrannt werden. Nur einen Tag sollte sie für den Rest ihres Lebens im Kopf behalten.
Es heißt das der Mensch traurige Momente schneller vergisst, als fröhliche, weshalb viele Leute sich in späteren Jahren an die „guten, alten Zeiten“ erinnern. Doch es kann auch anders kommen. Manchmal sind Erlebnisse so schrecklich, so grausam, dass das menschliche Hirn sie nicht verarbeiten kann. Dass sie sich im Schädel festsetzen und nicht mehr loszuwerden sind. So war es bei Noemi der Fall. Die Bilder jenes Tages würde sie vermutlich nie wieder loswerden.
Die Abenddämmerung war bereits angebrochen. Das Sonnenlicht hatte einen roten, rotvioletten Ton angenommen, als es durch die Fenster ins Innere der Ranch fiel. Sie saßen alle zusammen an ihrem Esszimmertisch und teilten sich das Abendessen. Der letzte Augenblick, in dem sie noch einmal vereint waren. Es war eine ruhige Atmosphäre, Noemi löffelte in ihrer Gemüsesuppe und keiner konnte ahnen, dass schon in Kürze all dies hier zerstört werden würde.
Ihr älterer Bruder Thomas war ebenfalls mit dabei. Ein schlanker, aber für sein Alter von neun Jahren schon groß gewachsener Junge mit strubbeligem, rotem Haar und freundlichen, braunen Augen. Da sie eher abgeschieden lebten und nur selten ins Dorf kamen, war er Noemis bester Spielgefährte geworden. Sie verstanden sich für Geschwister erstaunlich gut und Noemi mochte ihn sehr.
Und während sie so gemeinsam an ihrem Tisch saßen, drangen plötzlich Geräusche an ihre Ohren. Zunächst aus weiter Ferne und schwach zu identifizieren, dann immer lauter. Es waren Pferdehufe zu hören. Immanuel erhob sich mit gerunzelter Stirn. Er ergriff das an der Tür lehnende Gewehr:  „Ich sehe mal nach, was da los ist.“ Die Narbe unter seinem rechten Auge glitzerte im Licht des Sonnenuntergangs. Dann verließ er das Zimmer.
Noemi konnte sich erinnern, dass ihre Mutter ihm nervös hinterher blickte. Sie hatte einen weiteren Schluck von ihrer Suppe genommen, da stolperte ihr Vater auch schon wieder in den Raum herein. Sein Gesicht war kreidebleich: „Tommy, nimm dein Schwester mit nach oben. Versteckt euch!“
Noemi, noch ein kleines Mädchen blickte verwirrt ihren Vater ein. Doch Rebecca hatte sich zu ihr vorgebeugt und ihr den Kopf gestreichelt: „Mach, was dein Vater dir sagt, Liebes. Alles wird gut.“
Die Unruhe und Anspannung war ihr anzusehen, aber dennoch bemühte sie sich um ein Lächeln. Dann schlossen sich warme Finger um ihre rechte Hand. Es war Tommy. Er blickte sie streng aus seinen dunkelbraunen Augen an, die sie Beide von ihrer Mutter geerbt hatten. „Komm, gehen wir.“
Unwillkürlich musste sie lächeln. Das ihr Bruder immer gleich so ernst sein musste. „In Ordnung“, meinte sie und gemeinsam stiegen sie die Treppe ins Obergeschoss der Ranch hinauf.
Die Geräusche kamen unterdessen immer näher. In Noemis Ohren schallte das Wiehern von Pferden. Tommy brachte sie ins Schlafzimmer ihrer Eltern, welches von einem großen Doppelbett dominiert wurde. Daneben befand sich ein kleiner Nachttisch, der im Augenblick von einer dreiarmigen Kerze und einer leeren Wasserflasche beansprucht wurde. Dem Bett gegenüber befand sich ein Kleiderschrank aus hellem Holz.
Von unten ertönte plötzlich ein lautes Krachen, splitterndes Holz war zu hören. Erst jetzt begann Noemi sich Sorgen zu machen. Irgendetwas schien hier tatsächlich nicht zu stimmen. Dröhnende Männerstimmen drangen an ihr Ohr vor, darunter auch die ihres Vaters. Tommy packte sie an den Schultern und zwang sie dazu, ihn anzusehen. Eine Sorgenfalte hatte sich auf der Stirn des Jungen gebildet. „Okay, hör mir jetzt zu. Du musst dich verstecken, verstehst du das?“
Es irritierte sie etwas, dass Tommy sie nicht „Kleine“ nannte, wie er sie sonst öfters neckte. Er blieb vollkommen ernst. „Ich weiß nicht“, meinte sie unsicher. Ihr Bruder machte sich daran den Schrank aufzusperren. Darin waren in einigen Regalen Decken und verschiedenste Kleidungsstücke gelagert. „Ja, das müsste gehen“, grübelte er und machte sich anschließend in entschlossener Miene daran eines der größeren Regale auszuräumen. „Da kommst du rein…“ Er lud die Decken ab und schob sie unter das Bett. „Los!“
„Muss das sein?“, meinte Noemi zweifelnd. Sich freiwillig in diesen Schrank zu zwängen, kam ihr etwas seltsam vor. Es sah außerdem ziemlich eng aus. Und wenn die Tür erst zu war, würde es stockdunkel sein.
„Du musst mir Vertrauen. Komm schon, Kleine“, sagte Tommy ohne zu Lächeln. Noemi vertraute ihrem Bruder. Aber war das wirklich nötig? Um nicht seinen Zorn auf sich zu lenken, kletterte sie dann trotzdem in das Regal hinein. Im selben Augenblick ertönten von unten ein lautes Geräusch und ein Schrei. War das ein Schuss gewesen? Jetzt wurde Noemi wirklich unruhig. Die Tür des Schranks fiel zu und es war absolut finster. Sie konnte nicht mal mehr die eigene Hand vor Augen sehen. Sie spürte, wie die hölzernen Regalwände unangenehm gegen ihren Kopf, Rücken und ihre Füße drückten.
Von außen konnte sie Tommys Stimme hören: „Okay. Hör mir nun genau zu. Du musst jetzt leise bleiben. Absolut leise. Verstanden?“ „Ja“, meinte sie besorgt und schluckte. Aus dem Untergeschoss ertönten weitere Schreie und Schüsse. Noemi meinte auch die Stimme ihrer Mutter zu hören. „Willst du dich nicht verstecken?“ Sie hatte nun Angst. Wirklich Angst. Noemi spürte, wie Schweiß auf ihrer Stirn auszutreten begann. „Unter dem Bett“, lautete die knappe Antwort ihres Bruders. „Und jetzt leise!“ Tatsächlich meinte sie kurz darauf schlurfende Geräusche am Boden hören zu können, als Tommy unter dem Bett verschwand. Auch ein Klonken war zu hören.
Dann hörte sie von ihm nichts mehr. Von unten ertönten noch ein, zwei laute Schussgeräusche und dann ein dunkles Lachen. Das war nicht ihr Vater. Hoffentlich…hoffentlich war ihm nichts geschehen. Diese Stimme hatte sich nicht freundlich angehört. Dann ertönten die Schritte eines Schuhpaars, dass die Treppe hinaufstieg. Noemi faltete die Hände zusammen und begann zu beten. So, wie ihre Eltern es ihr gelernt hatten:
     
„Ich bin klein,
      mein Herz ist rein,
      soll niemand hinein,
      als du mein liebes Jesulein“

     
Die Schritte kamen immer näher. Schließlich spürte sie, dass wer auch immer da heraneilte, direkt vor ihrer Tür stand. Die Klinke gab ein metallisches Geräusch von sich, ein Luftzug war zu hören und mit einem lauten Knall, der Noemi zusammenzucken ließ, krachte das Holz gegen die Zimmerwand. Der Fremde- denn ihr Vater verhielt sich sicher nicht so- schien die Tür relativ grob aufgestoßen zu haben. „Wo seid ihr denn, ihr kleinen Plagen?“, konnte sie eine genervte Stimme vernehmen. „Ihr habt euch doch sicher irgendwo hier verkrochen.“
Die Schritte wurden lauter, als sich der Mann weiter ins Innere des Raums bewegte: „Warum muss eigentlich immer ich diese Scheißarbeit machen? Ich bin wieder der Trottel, ha! Wartet alle nur ab. Irgendwann steckt ihr alle so richtig in der Scheiße und ich bin der Einzige, der euch aus der Lage raushauen kann. Bin ja mal gespannt, ob ihr dann immer noch so freundlich zu mir seid…“ Der Mann grummelte noch weiter, aber die letzten Worte waren sehr leise und unverständlich.
„Dann wollen wir mal sehen“, ertönte die Stimme wieder lauter, die Schritte kamen noch näher heran und Noemi blieb ein Kloß im Hals stecken. Wenn er den Schrank aufmachte…wenn er sie entdeckte, was würde dieser Kerl wohl mit ihr machen? Sie hörte die Hand, die nach dem Holz griff, um einen Flügel zurückzuziehen. Ein wenig Licht fiel bereits ins Innere herein. Noemi presste die zitternden Hände auf den Mund. Sei leise. Sei leise. Ich bin klein, mein Herz ist rein…
„Hey! Sie!“, ertönte da plötzlich die Stimme ihres Bruders. Oh nein. „Ich bin hier, falls sie mich suchen.“ Sie hörte ein schlurfendes Geräusch, als Tommy wieder unter dem Bett hervorkroch und wieder dieses klonkende Geräusch.
„Sehr zuvorkommend von dir, Kleiner!“, knurrte wieder die erwachsene Männerstimme und ein Klicken ertönte: “Und sehr dämlich von dir. Was hast du gedacht? Das du mich mit dieser Flasche einfach niederschlagen kannst. Die Naivität der Jugend.“ Der Mann lachte schallend über seinen schlechten Witz. Im Nächsten Moment rauschte etwas durch die Luft, ein lautes Klirren und ein Aufschrei war zu hören. „Was zur Hölle! Du elende, dreckige Ratte!“ Die Stimme klang nun fast schon hysterisch.
Es erklangen laufende Geräusche. Tommy schien zu versuchen zu entkommen. Ein Klicken. „Nimm das“, kreischte der Fremde und ein lauter Knall war zu vernehmen, gefolgt von einem lauten, weichen Platschen. „Scheiße…“ Noemi hatte entsetzt die Augen aufgerissen und starrte ins Schwarze. Ihr Herz hämmerte heftig und ihr Kopf fühlte sich schlagartig leer an. War das Tommy gewesen…hatte der Mann ihn erwischt? Nein, das konnte nicht wahr sein. Sie war vor Entsetzen unfähig irgendetwas zu tun. Und das war vermutlich auch gut so. Zumindest war es besser für sie gewesen, als laut zu schreien.
Doch der Mann schien noch nicht fertig zu sein. Noemi konnte keine Geräusche von Tommy vernehmen, aber der Fremde schoss weiter: „Und das! Und das und das und das!“ Vier weitere Schüsse lösten sich. Andere Schritte waren jetzt ebenfalls zu hören.
Der Laut zweier aufeinander klatschender Hände: „Gut gemacht, Seam! Was für eine Sauerei…“ Die Worte klangen höhnisch. „Seam“ setzte zu einer Entgegnung an, was aber wohl eher ein Jammern darstellte: „Scheiße! Der Kerl…der äh…Scheißjunge hat mich mitten im Gesicht erwischt. Scheiße, verdammte Scheiße. Scheiße!“
„Was ist hier los? Seamus was soll der Unsinn?“, ertönte nun eine dritte Stimme, die äußerst finster und ernst klang. Er bekam eine Antwort von dem zweiten Mann: „Tja, Dog. Unserem guten Seamus scheint mal wieder der Finger ausgerutscht zu sein…“
„Leck mich!“, knurrte Seamus.
„Immer wieder gerne, Dog, meinte der andere, immer noch mit vor Hohn triefender Stimme.
„Perversling!“
Ein Lachen ertönte.
„Schluss damit. Wir verschwinden von hier und fackeln den Laden ab“, fuhr die ernste Stimme dazwischen.
Ein kurzer Augenblick der Stille trat ein.
Dann antwortete Seamus wieder, mit gefassterer Stimme: „Richies Göre muss hier auch noch irgendwo stecken.“ Ein Schauer lief Noemi über den Rücken. Sie wusste zwar nicht, warum der Mann ihren Vater Richie nannte, aber mit der Göre war wohl sie gemeint. Sie fing wieder an zu beten. Sie haben Tommy getötet, sie haben ihn umgebracht. Es schoss ihr nun vollkommen klar in den Sinn. Es konnte keine andere Möglichkeit geben. Tommy…sie sah ihn noch von eben vor sich, wie er ihre Schultern umklammert hatte und…
„Dafür bleibt keine Zeit mehr. Das Mädchen ist scheißegal. Wir haben Richie erledigt und das war die Hauptsache“, ertönte wieder die dunkle, ernste Stimme. „Dieser Pisser hatte es verdient. Und jetzt lasst uns abhauen, bevor wir Ärger bekommen. Die Schüsse und Seamus‘ Geflenne könnte man gehört haben. Wenn der Boss sich beschwert, nehme ich das auf meine Kappe. Ruben…fackel dieses Dreckloch ab.“
Noemi liefen Tränen übers Gesicht. Sie hörte, wie die Männer sich zu entfernen begannen. Kurz darauf war ein Zischen zu hören, gefolgt von einem Lachen. Feuer. Noemi wusste, dass sie hier heraus musste. Auch, wenn sie dafür ihre Sicherheit aufgab. Von außerhalb des Hauses hörte sie Geräusche von den Pferden.
Kurz entschlossen drückte sie die Tür auf und konnte wieder sehen.
Ihre Flucht war ein einziger Alptraum. Zunächst hatte sie an ihrem Bruder vorbei müssen. Der nur noch ein einziger blutiger Kadaver war. Er lag mit dem Gesicht nach unten auf dem Holzboden. Blut hatte sich um die roten Haare gesammelt. Dann die Treppe hinunter. Dort brannte es bereits. Bedrohlich loderten die Flammen in die Höhe und Rauch lag in der Luft. Keuchend und weinend kämpfte sich Noemi vorwärts. Sie musste aus dem Haus heraus. Plötzlich stolperte sie über etwas und schlug der Länge nach auf dem Boden hin. Noemi fühlte sich so schwach, ihre Knochen schienen aus Teig zu bestehen. Als sie sich auf aufgeschürften Armen wieder aufrichte, bemerkte sie, über was sie gefallen war. Rebekka, ihre Mutter. Ihre Kehle war von einer Kugel grausig zerfetzt worden war. Die dunklen Augen der Frau, die Noemis sehr ähnelten waren gebrochen auf die Decke gerichtet.
Noemi stieß einen hohen, lauten Schrei aus und stürmte blindlings vorwärts. Weg, fort aus diesem von Rauch vernebelten Alptraum. Alles würde gut werden. Das hatte ihre Mutter gesagt. Alles wird gut. Alles wird gut. Alles wird gut.
Noemi gelang es aus der Ranch zu stürmen, die hinter ihr in grelle Flammen aufging. Draußen brach sie greinend zusammen. Aus der Ferne ertönte sich näherndes Hufgeklapper, doch sie konnte es schon gar nicht mehr wahrnehmen…

2 :
Nach der Ermordung ihrer Familie, fiel Noemis Zukunft in fremde Hände. Es konnten keine weiteren Angehörigen gefunden werden und auch ihr selbst waren keine bekannt. Sie hatte es immer nur mit dem kleinen Kreis ihrer Familie zu tun gehabt. Schließlich kam dem Pfarrer von Arkoma, einem sympathischen, älteren Herrn mit Brille, eine Idee. Anscheinend kannte er einen Ort, an dem gerade solche Fälle, wie sie, gut aufgehoben waren.
Mit einer Kutsche wurde sie davongefahren und zu einer Ranch gebracht. Der Moment ihrer Ankunft, stand Noemi noch gut in Erinnerung. Es war, wie auch schon bei dem Überfall auf ihre Familie, Sonnenuntergang. Vor der orangen Himmelsscheibe zeichnete sich deutlich ein großes Gebäude aus dunklem Holz ab. Es sah alt aus. Sehr alt und sehr düster. Vor der Ranch hatten sich ein paar Personen versammelt: Sechs Kinder standen da in einer Reihe und lächelten die Neuankömmlinge an. Ansonsten taten sie nichts. Noemi fiel auf, das es alles Mädchen waren. Ihr Altersspanne reichte von sechs bis vierzehn Jahren.
Und dann waren dort noch drei Männer. Der Erste war vielleicht 26 Jahre alt, gehüllt in Alltagskleidung, hatte einen Dreitagebart, ein schiefes Grinsen im Gesicht und auf seinem braunen Haupthaar thronte ein brauner Stetson. Der zweite war dicklich, in einen Anzug eingekleidet und es war deutlich zu erkennen, dass er unter der Hitze stark schwitzte. Der kugelförmige, kahle Schädel leuchtete hellrot. Und der Letzte schließlich war ein schon älterer Herr. Er war relativ groß und dürr gewachsen, doch sein markantestes Merkmal war eine knochige, spitze Nase auf der ein silbernes Brillengestell thronte. Der Kopf des Mannes war von einer Wolke aus grauem Haar umgeben.
Dies sollten die Menschen sein, mit denen Noemi die nächsten neun Jahre zusammen verbringen sollte. Mr. Hanson, Mr. Kelly und vor allem Mr. Fletcher. Das Triumvirat des Grauens. Noemi mochte sie gleich schon nicht. Ihr Lächeln kam ihr irgendwie falsch vor. Einzig Hanson wirkte relativ normal.
So wie es ihr von dem Pfarrer erklärt wurde, sollte dies eine Art Heim für Kinder wie sie zu sein. Mr. Fletcher sollte sehr kinderfreundlich sein und sich gerne um sie kümmern zu wollen.
Zunächst verlief es besser als erwartet: Mr. Fletcher war sehr interessiert an ihrer Person und sie redeten ein wenig miteinander, während er sie durch seine Brille fasziniert musterte. Dabei achtete er darauf, nicht auf den Vorfall auf ihrer Ranch zu sprechen zu kommen. Noemi fühlte sich in der Gegenwart des Mannes nicht sonderlich wohl, obwohl er freundlich zu ihr war, aber sie zeichnete immerhin ein Bild für ihn, als Mr. Fletcher auf ihre Hobby zu sprechen kam. Danach ließ er sie von Mr. Hanson in ihr Zimmer führen, dass sie erstaunlicherweise ganz für sich alleine hatte, jedoch nicht ohne noch einen Kommentar abzugeben, den Noemi erst als seltsam, später als schrecklich empfand: „Ah, Noemi, Kind. Was ich noch vergessen habe: Ich wollte dich noch beglückwünschen. Du bist wirklich mit einer sehr schönen, samtweißen Haut gesegnet.“
Was es damit auf sich hatte, sollte sie noch in derselben Nacht erfahren, in der Mr. Fletcher sie zum ersten Mal heimsuchte. Sie war schon eingeschlafen, als sie plötzlich eine Berührung an ihrem Körper spürte. Und dann fiel der ältere Mann über sie her, wie ein lüsternes Tier. Noemi wehrte sich, aber sie war zu schwach, um Fletcher auch nur irgendeinen Schaden zuzufügen. Dieser Übergriff sollte nicht der Letzte bleiben. Manchmal wurde sie nur angefasst, manchmal wurde sie geschlagen, manchmal wurden noch schlimmere Dinge mit ihr gemacht. Tagsüber galt es für den Hausherrn und seine beiden Handlanger zu arbeiten. Sei es in der Küche, beim Hausputz oder bei anderen Dingen. Irgendeine Arbeit fand sich immer.
Die anderen Mädchen waren all dies scheinbar schon gewohnt, die Meisten besaßen keinerlei Widerstandskraft mehr und ließen sich ohne Gegenwehr missbrauchen. Einige von ihnen wiesen gewisse Verstümmelungen auf. So, so wurde Noemi berichtet, wurden diejenigen bestraft, die versuchten von der Fletcher-Ranch zu fliehen.
Die nächtlichen Übergriffe fanden spontan statt. Fletcher suchte sich jede Nacht ein neues Opfer, wobei Noemi das Gefühl bekam, dass er sie besonders gerne aufsuchte- vielleicht weil sie von allen Mädchen noch am meisten Widerstand leistete. Die Ergebnisse dieser Grausamkeiten waren Blut, massenweise blaue Flecken und Schrammen. Noemi verzweifelte. Die Welt hatte sich für sie in ein immer finsterer werdendes Loch, eine Spirale verwandelt, aus der es kein Entrinnen gab. Oftmals wünschte sie sich, ihr Bruder wäre hier, auf den sie sich immer hatte verlassen, der letzten Endes sogar für sie in den Tod gegangen war. Sie stellte sich vor, wie er in bestimmten Situationen gehandelt hätte und versuchte eine Art geistige Rücksprache mit ihm zu halten.
Die Farm war für Mr. Fletcher auch ein sehr lukratives Geschäft. Nicht nur durch seine Kühe bekam er Geld, sondern auch durch seine Mädchen. Immer wieder reisten Kunden an, die das außergewöhnliche Etablissement für sich nutzen wollten. Dabei wurden Ihnen dann alle Mädchen vorgeführt. Und es waren mehr, als Noemi bei ihrer Ankunft gesehen hatte. Dort waren nur die willenlosesten, friedlichsten Prachtexemplare gezeigt worden. Die Kunden wählten die Mädchen und vergnügten sich dann mit Ihnen. Ihre einzige Vorgabe war, dass keine allzu großen Verletzungen dabei entstehen sollten. Sobald die Mädchen achtzehn wurden, wurden sie von Fletcher weggesendet und an diverse Bordelle verkauft.
Bis dahin war es für Noemi ein weiter Weg, in der sie sich von Fletcher, aufdringlichen und perversen Kunden, so wie hin und wieder auch der anderen beiden Männer auf der Farm quälen ließ. Am Liebsten war ihr Mr. Kelly, der zwar äußerst abnormale sexuelle Vorstellungen besaß, sie aber immerhin nie verletzte. Am Brutalsten war Fletcher selbst.
In dieser misslichen Lage dachte Noemi mehrmals über eine Flucht nach, erinnerte sich aber stets an die schrecklichen Verstümmelungen der anderen Mädchen. Und sie war einfach nicht stark genug. Fletcher ließ sie auch nicht stark werden. Sie bekam nur geringe Essensrationen, bekam wenig Schlaf, musste ständig schuften. Noemi stand immer kurz vor dem Zusammenbruch. Deshalb floh sie nicht. Erst als sie vierzehn wurde, versuchte sie es das erste Mal.

3 :
Noemi wusste, dass sie sterben würde. Sie war am Ende ihrer Kräfte und würde nicht mehr lange durchhalten. Und damit wäre sie nicht die Erste, die letztlich unter den Qualen der Alptraum-Ranch zugrunde geht. Also musste sie es versuchen. Sie musste fliehen.
Der Plan war schnell ausgearbeitet. Sie musste es nachts tun. In der nächsten Nacht, in der sie nicht aufgesucht werden würde. Dann wären einer, vielleicht, wenn es gut lief, auch zwei der Männer abgelenkt. Da die Türen immer verschlossen wurden, musste sie es durch das Fenster versuchen. Dort ging es drei Meter abwärts, sie bräuchte also irgendetwas zum Abseilen. Ihr Bettlaken. Sie würde es zerreißen müssen. Möglichst lautlos. Und dann die einzelnen Stücke sinnvoll miteinander verknoten. Sobald sie sich abgeseilt hätte, würde sie zu den Ställen laufen. Sie hatte den anderen Kindern gegenüber nämlich einen Vorteil: Sie konnte reiten. Sie würde ein Pferd stehlen und dann die Ranch für immer verlassen. Wenn alles gut ging.
Und es ergab sich das sie Glück hatte. In dieser Nacht kam niemand zu ihr. Sie stand auf und konzentrierte sich auf das Bettlaken. Doch da trat bereits das erste Problem auf. Das Bettlaken ließ sich nicht einfach zerreißen oder sie war einfach zu schwach dafür. Es war ihr einfach nicht möglich. So begann die Panik in ihr hochzusteigen. Der Zeitraum in der sich Fletcher und die anderen mit Mädchen vergnügten reichte von etwa 5 Minuten bis zu einer Stunde, meistens aber lagen die perversen Vergnügungen im niedrigeren Spektrum dieser Skala. Sie würde es nicht schaffen. Sie würde nie von hier entkommen. Tagsüber wäre es noch schwerer.
Verzweifelt trat sie an das Fenster heran, durch welches das Licht des Viertelmondes  in ihr Zimmer fiel. Sie öffnete es und kalter Wind schlug ihr ins Gesicht. Sie würde es nicht schaffen, nie. Aber die Verzweiflung trieb sie vorwärts. Noemi wusste, dass das, was sie vorhatte, wahnsinnig war, aber keine Sekunde, wollte sie länger diesen Monstern ausgeliefert sein. Sie kletterte auf den Fenstersims und starrte in die Nacht hinaus. Es ging weit abwärts. Und es gab keine Möglichkeiten irgendwie zu klettern. Zitternd hielt sie sich am Fensterrahmen fest. Der Wind zerrte an ihrer dürren vierzehnjährigen Gestalt und ihrer dünnen Kleidung.
Ihre dunkelbraunen Augen blickten finster abwärts, während ihre roten Haare durcheinander gewirbelt wurden. Sie würde sterben, wenn sie hier blieb. Vielleicht würde sie sterben, wenn sie hinab sprang. Vielleicht würde sie sich sämtliche Knochen brechen. Aber sie musste hier heraus. Noemi spürte eine unglaubliche Müdigkeit in sich. Ihre Finger glitten vom Fensterrahmen ab. Ihr Körper schmerzte von tausenden Übergriffen, Perversitäten, Vergewaltigungen. Mach es nicht, sagte ihr die Stimme ihres Bruders, aber ihr Bruder war tot. Er konnte sie nicht beschützen. Sie hielt die Luft an und sprang abwärts.
Bei dem harten Aufschlag auf der Veranda, brach sie sich das rechte Bein. Als ihr Körper und Schädel auf dem Stein aufschlugen, verlor Noemi das Bewusstsein.

Das Aufwachen war unangenehm. Mr. Hanson schüttete ihr einen Schwall Wasser ins Gesicht und sie konnte Mr. Fletchers Gesicht mit der vermaledeiten Brille erkennen, der sie sorgenvoll anstarrte: „Wie kannst du das nur tun, Kind. Wie kannst du mein Vertrauen nur so missbrauchen?“ Er schien auf eine Antwort zu warten. Aber Noemi weigerte sich. Ihr Bein schmerzte rasend und sie war kurz davor wieder wegzutreten. Sie wollte einfach nur sterben, aber dieses Vergnügen schien ihr Fletcher nicht bereiten zu wollen. Erneut wurde sie von Wasser getroffen, damit sie wach blieb.
Dann beugte sich Fletcher über sie, das Gesicht zu einer Grimasse verzogen. Er schrie jetzt: „Du willst nicht mit mir reden?! Ich kümmere mich, um dich, gebe dir zu essen, pflege dich gesund und so dankst du es mir?!“ Sein Gesicht war zornrot, was ziemlich aberwitzig anzusehen war, würde man die Szene objektiv betrachten. Für Noemi war es Horror. Erst jetzt fiel ihr auf, was Fletcher da eigentlich in seiner rechten Hand hielt. Es war ein Löffel, ein Teil des Silberbestecks.
„Ich will dich lehren!“, zischte der dampfende, rote Schädel. Fletcher packte sie an ihrem roten Haaren und zerrte ihren Kopf zurück. Hanson fixierte ihre Arme. Dann nahm Fletcher den Löffel und vergrub ihn tief in Noemis linkem Auge. Ihr blieb nichts anderes übrig als grauenerregend und wahnsinnig zu schreien, während Fletcher ihr penibel und mit chirurgischer Präzision, das Auge aus der Höhle herausdrückte.

4 :
Noemi war nun halb blind, ihr Bein verheilte dank mangelhafter Behandlung äußerst schlecht, sie wurde ständig von Schmerzen geplagt und war halb wahnsinnig. Mittlerweile schenkte sie den Übergriffen kaum noch Beachtung. Sie ließ alles willenlos über sich ergehen, ihr war ständig übel, irgendwann konnte sie sich aufgrund all der Schmerzen kaum noch bewegen. Ihre Halbblindheit führte zu heftigen Koordinationsproblemen. Häufig stolperte sie, verlor den Orientierungssinn oder stieß sich an diversen Gegenständen und Wänden den Körper an.
Dann wurde ihr tatsächlich eine Ruhepause vergönnte. Einen Monat lang bekam sie keinen „Besuch“ mehr und wurde wieder ein wenig aufgepäppelt. Noemi wusste nicht von wem das ausging, es war ihr auch egal. Mittlerweile vegetierte sie nur noch dahin und nahm die Welt als solche schon gar nicht mehr war.
Stattdessen gewannen ihre Träume und ihre geistigen Dialoge, die sie mit ihrem fiktiven Bruder hielt, vermehrt Bedeutung für sie. Nachdem sie sich ein wenig kuriert hatte, begannen die Schmerzen wieder. Immer und immer wieder. Es hörte nicht auf. Eines Abends ging sie ohne lange zu überlegen zu ihrem Nachtisch hinüber, packte das Glas, das dort stand und schmetterte es gegen eine Wand. Das erinnerte sie an die Flasche, die ihr Bruder nach diesem Kerl…Noemi hatte vergessen, wie er hieß, geworfen hatte. Sie hatte ihn mitten ins Gesicht getroffen. Sie blickte aus einem Auge auf die Scherben und ihre blutige Hand herab. Meine schöne, samtweiße Haut, dachte sie und grinste. Was Fletcher wohl dazu sagen würde? Sie griff sich eine der Scherben, setzte sie an ihrem linkem Unterarm an und ritzte eine lange, rote Linie hinein, aus der das Blut herausgedrückt wurde. Ihr Grinsen wurde breiter. Im Fenster konnte sie eine leichte Spiegelung ihres Gesichts erhaschen. Das war gut. So konnte sie ihr Kunstwerk aus nächster Nähe betrachten und begleiten.
Sie lachte leise und setzte die Scherbe in ihrem Gesicht an. Schon bildeten sich erste rote Linien. Unterhalb ihrer Augen, über der Stirn, an den Wangen. Sie verflochten sich zu einem einzigartigen Muster aus Blut, das ihr Gesicht herabtropfte. Meine schöne, samtweiße Haut…
Sie ritzte weiter, bis ihr Werk vollbracht war. Es sah schrecklich aus. Zum Teil lief ihr das Blut in ihre leere Augenhöhle und wieder daraus hervor. Dann hörte sie Geräusche von der Tür. Es war Fletcher, das spürte sie. Er wollte sich mit ihr vergnügen. Sie schlich leise zur Tür hinüber, sodass sie verdeckt werden würde, wenn sie aufflog. Ein irres Grinsen war auf ihr Gesicht getreten. Fletcher trat herein, ging ein paar Schritte, sah sich um. „Ich bin hier, Dog, kicherte sie. Warum sie Dog sagte, wusste sie nicht. Das Wort war ihr gerade irgendwie in den Sinn gekommen. Fletcher drehte sich um und stolperte vor Schreck entsetzt rückwärts. Die Augen hinter den runden Brillengläsern hatten sich geweitet. Das Gestell rutschte ihm von der spitzen Nase und ein heiserer Schrei entfuhr dem älteren Mann. „Gefällt dir meine Haut, Dog?“, lächelte sie ihn mit funkelnden Augen an, während sie näher an Fletcher herantrat. Dieser schien mit der Lage nicht klar zu kommen, wollte wieder davon stolpern, doch Noemi stellte sich ihm in den Weg. Und rammte die Glasscherbe, die sie die ganze Zeit in der rechten Hand gehalten hatte, in die verkrampfte Kehle ihres jahrelangen Peinigers.
Fletcher, der von der Situation völlig überrumpelt war, hatte nicht mehr reagieren können. Verzweifelt versuchte er den Schwall aus Blut aus seinem Hals zurückzuhalten, doch es war zu spät. Mit einem Röcheln ging er zu Boden. Die letzten Worte, die er in seinem Leben hören sollte, lauteten: „Wie kannst du mein Vertrauen nur so missbrauchen, Dog?“
Noemi spürte keine Befriedigung, als sie auf den Leichnam des Mannes dreinblickte. Dafür kam ihr das alles zu unwirklich vor. Sie nahm Fletcher den Revolver ab und verließ dann den Raum zum ersten Mal nachts. Sie hatte sechs Schuss.
Hanlon konnte sie zuerst hören. Er vergnügte sich gerade mit Sophia. Noemi entsicherte den Revolver. Wie das ging, wusste sie, auch wenn sie gerade nicht sagen konnte, woher. Dann stieß sie die Tür auf. Hanlon war direkt über Sophia, den Rücken zur Tür. Ein einfaches Ziel. Sie schoss einfach drauf los. Zwei Kugeln trafen den Rücken des Mannes, zwei schlugen in Wände ein, eine erwischte Sophie am rechten Bein und eine letzte fand ihren Weg direkt in den Hinterkopf des Mannes. Er war eindeutig tot.
Sophia kreischte laut und versuchte unter dem toten Fleischberg hervorzukriechen. Aber Noemi beachtete sie gar nicht. Sie schnappte sich Hanlons Waffe, die er an eine Wand gelehnt hatte. Ein Gewehr. Noemi konnte sich erinnern, dass ihr Vater früher auch ein Gewehr gehabt hatte. Während Sophia im Hintergrund kreischte, setzte sie sich auf die Bettkante, richtete den Lauf der Waffe zur Tür und wartete.
Und tatsächlich: Schon bald waren Schritte zu hören, begleitet von Mr. Kellys Schnaufen, als er seine trägen Fettmassen, die Treppe hinauf bewegte. Sie wartete bis das verdutzte Schweinegesicht in ihrem Blickfeld auftauchte, dann erschoss sie ihn.
Im Anschluss verließ Noemi die Ranch. Um die anderen, eingeschlossenen Mädchen kümmerte sie sich nicht. Vielleicht würde das Sophia ja tun. Sie selbst ging zu den Ställen, nahm sich das erstbeste Pferd und ritt davon. Das Gewehr nahm sie mit.

5 :
Seit all diesen Ereignissen sind nun 3 Jahre vergangen. Mit 16 entkam Noemi den Fängen von Mr. Fletcher und seinen Helfershelfern. Was aus der teuflischen Ranch geworden ist, hat sie nie erfahren.
Seit damals hat sich einiges getan. Mit dem Pferd, das sie verkauft hatte, konnte sie einen guten Preis erzielen, sodass sie sich, unter der Annahme von ein paar Gelegenheitsjobs gut damit durchschlagen konnte. Eine wirkliche Niederlassung und einen festen Beruf strebt sie nicht an.
Sie zieht durch die Gegend, ohne vollkommen genau zu wissen, was sie sucht. Manchmal glaubt sie, dass sie die Mörder ihrer Familie finden will. Ein anderes Mal, hofft sie einfach, dass sie für ihre Taten nicht zur Rechenschaft gezogen werden wird.
Denn in gewisser Hinsicht hat Noemi wieder etwas gefunden, dass ihr Freude am Leben bereitet: Alkohol und Nikotin. Beidem gibt sie sich nun schon seit zwei Jahren intensiv hin. Das Geld, das ihr dann noch übrig bleibt, wird dann meistens in Zeichenmaterial investiert. Durch das Malen hat Noemi einen Weg gefunden, etwas mit ihrer verstörenden Vergangenheit fertig zu werden und sie nutzt es gerne als Ventil. Völlig wird es allerdings diesen Schatten, der sich über sie gelegt hat, jedoch nie vernichten können. Dafür ist schlichtweg zu viel geschehen. Auch heute verschwimmen hin und wieder Traum und Realität für sie miteinander, besonders wenn sie mit ihrem Bruder spricht. Insgesamt ist ihr allerdings mittlerweile eine Verbesserung anzumerken.

Zusammenfassung des Hintergrunds:

1 :
Noemi wurde mehr oder weniger Zeuge, wie ihre Eltern und ihr Bruder von einer Gruppe an Männern getötet wurden, die scheinbar noch eine offene Rechnung mit ihrem Vater zu begleichen hatten. Noemi konnte dank einer Ablenkung durch ihren Bruder überleben, wofür dieser allerdings sein Leben ließ. Als die Gruppe verschwindet, fackeln sie die Ranch ab, in der die Familie gelebt hatte. Noemi gelingt traumatisiert die Flucht.
2 :
Noemi wurde im Zuge ihres Waisen-Daseins auf die Ranch eines gewissen Mr. Fletcher gebracht, der sich angeblich gerne ihresgleichen annimmt. Es stellte sich jedoch für Noemi heraus, dass die Ranch ein einziges Horrorkabinett war. Fletcher war pädophil und verging sich an ihr und den anderen Kindern. Außerdem mussten sie für diverse Kunden herhalten. Noemis ohnehin bereits angeschlagene Psyche, wurde durch diese Erlebnisse aufs Schwerste geschädigt. Einen Fluchtversuch unternahm sie zunächst nicht, da sie wusste, dass solche Fluchten schwer bestraft wurden und sie auch physisch durch Fletchers Methoden stets sehr schwach blieb.
3 :
Als sich Noemis Gesundheitszustand immer weiter verschlechterte, versuchte sie einen völlig verzweifelten Fluchtversuch, der darin endete, dass sie sich ein Bein brach. Als sie von Fletcher mit den Geschehnissen konfrontiert wurde, schwieg sie, was dessen Zorn nur noch steigerte. Als Strafe entfernte er der Vierzehnjährigen auf grausame Art und Weise das linke Auge mit einem Löffel.
4 :
Noemi driftet immer mehr in den Wahnsinn ab. Schließlich kommt sie zu dem Ergebnis, dass es sinnvoll wäre, ihre eigene Haut durch Ritzen zu verunstalten, da Fletcher ja so besessen von eben jener war. Als dieser das grausige Ergebnis erblickt, ist er so geschockt, dass Noemi ihn überwältigen und töten kann. Im Anschluss entledigt sie sich ihrer beiden anderen Peiniger. Derart gezeichnet, verlässt Noemi schließlich die Fletcher-Ranch mit einem Pferd
5 :
Sollte kurz genug sein^^


Zuletzt von Darnamur am Mo Mai 25 2015, 20:22 bearbeitet; insgesamt 57-mal bearbeitet
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[Charaktere] "The Sheriff's Wanted Board" Empty Re: [Charaktere] "The Sheriff's Wanted Board"

Beitrag von Elli Mi Mai 20 2015, 16:10

Baustelle
Name: Dayton Priest
Geschlecht: männlich
Alter: 29 (* 10. November 1841)

Nationalität: amerikanisch (mit indianischen Wurzeln)
Geburtsort: Rapid City, South Dakota
Wohnort: wo sich ein Haufen Heu zum schlafen findet

Familienstand: verwitwet
Familie:
Vater:
Joseph (Farmer 47)
Mutter:
Sue (45)
Brüder:
Aaron (gestorben im Kindbett), Timothy (27)
Schwestern:Angelica (19), Lisa (17), Isabell (14), Iris (11)


Religionszugehörigkeit: römisch-katholisch

Beruf: Farmer
Organisation: -

Aussehen:
Größe: 1,65 cm
Körperbau: normale Statue, leichter Ansatz am Bauch
Augenfarbe: braun
Haarfarbe: schwarz
Frisur: ungepflegt, fettig
Bart: Vollbart

Kleidung: blaue Jeans (zumindest mögen sie einmal blau gewesen sein), helles Hemd mit etlichen Flecken, Lederweste, Pistolenholster, Stiefel, Chaps, Halstuch, Hut
Besonderheiten:

Fertigkeiten:

Fertigkeitswert
Fertigkeit 1Fertigkeit 2Fertigkeit 3Fertigkeit 4Fertigkeit 5
Hervorragend (+4)Reiten
Gut (+3)Fernkampf Gespür
Ordentlich (+2)Heilkunde EntschlossenheitWahrnehmung
Durchschnittlich (+1)AusdauerAusweichen Gewalt Überzeugen
Mäßig (±0)Bluffen/Täuschung Heimlichkeit Sprachen Fingerfertigkeit Einschüchtern


FertigkeitNiveauWert
Athletikarmselig-1
Ausdauerdurchschnittlich+1
Ausweichendurchschnittlich+1
Besitzarmselig-1
Bluffen/Täuschungmäßig±0
Einbruchordentlich+2
Einschüchternmäßig±0
Entschlossenheitordentlich+2
Fernkampfgut+3
Fingerfertigkeitmäßig±0
Führungsqualitätarmselig-1
Gassenwissenarmselig-1
Gelehrsamkeitarmselig-1
Gespürarmselig-1
Gewaltdurchschnittlich+2
Handwerkarmselig-1
Heilkundeordentlich+2
Heimlichkeitmäßig±0
Kunstarmselig-1
Nahkampfarmselig-1
Reitenhervorragend+4
Spielearmselig-1
Sprachenmäßig±0
Technikarmselig-1
Überzeugendurchschnittlich+2
Wahrnehmungordentlich+2
Zaubern (Äthermanipulation)armselig-1

Talente und Gaben:

Gabe/TalentNameFunktion
Talent (Spezialisierung) Indianisches BlutNeben seinen Fähigkeiten die die Heilkunde betreffen, ist Dayton auch ein Spurenleser der seines Gleichen sucht. Seine Familie leugnet gerne das Indianerblut in ihren Adern, doch Dayton fand nie etwas daran auszusetzen. Seine Großmutter, die eine Sioux war, lehrte ihn vieles, was ihm sein amerikanischer Vater nie hätte beibringen können.

+2 auf Heilkunde
Talent (Spezialisierung) Wer Wind säht, wird Sturm erntenDayton kann nicht von sich behaupten, dass es ihm an Entschlossenheit mangele – doch geht es darum den Mörder seiner Frau ausfindig zu machen, so greift er noch härter durch und ich noch weniger zu bremsen, als er es ohnehin schon wäre.

+2 auf Entschlossenheit
Talent (Spezialisierung)In der Gruppe sind wir stark! Besonders beeindruckend wirkt Dayton nicht auf Fremde. Er ist nicht der größte Cowboy unter der Sonne und auch nicht besonders kräftig gebaut. Hat er jedoch Menschen hinter sich, bei denen er sich sicher fühlt, kann er durchaus einschüchternd auf andere wirken.

+2 auf Einschüchtern, sofern er seine Gruppe dabei hat
Talent (Tausch)…und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt Ist man eher ein kleiner Kerl, muss man lernen sich durchzusetzen, seine Zeit als Knabe half ihm, die miesesten Tricks zu lernen und auch anzuwenden. Dayton ist definitiv eher ein Kämpfer aus der Ferne. Es liegt ihm eher mit seinem Revolver oder der Flinte in Aktion zu treten. 

+2 auf Nahkampf

Aspekte:
Aspekt 1: Familie
Zitat: " Nicht Fleisch und Blut, das Herz macht uns zu Vätern " (Friedrich Schiller)
Beschreibung: Nach der sinnlosen Ermordung seiner Frau und seiner Kinder, zog Dayton von dannen. Seine Farm ließ er brach liegen – vielleicht nahm sich sein jüngerer Bruder dieser an. Interessieren kann es Dayton nicht mehr. Als er die Tür öffnete und sie dort alle im Blut lagen sah, wusste er, dass es kein Zurück, keine Vergebung für diese Schandtat geben würde. Bis heute weiß er nicht genau wer und aus welchem Grund beschloss, dass die Familie Priest jr. dem Tode geweiht war. Er kann den Tod nicht verarbeiten und reagiert entsprechend auf Andeutungen und Situationen die ihn mit diesem Teil seiner Vergangenheit konfrontieren. 
Spricht jedoch jemand gut von den Toten und bekundet sein ehrliches Mitgefühl kann Dayton sanft werden wie ein Schaf und verrät gerne kleine Details von seiner Familie, die er normalerweise für sich behält.

Aspekt 2: Siehst du was ich sehe?
Zitat: " Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind." (Terry Pratchett)
Beschreibung: Auch hier kommt die Ermordung seiner Familie zum Tragen. Oft sieht er hinter jeder Ecke einen potentiellen Mörder oder Spitzel die noch immer auf der Suche nach ihm sind. Zu seinem eigenen Schutz trägt er einen Vollbart, der ihn mehr stört als schmückt und ihn zum Haare raufen juckt. Fremden gegenüber ist er daher eher zurückhaltend und versucht meist durch ein paar simple Fragen herauszufinden, ob derjenige etwas wissen könnte. Oft befördert er damit Menschen ins Aus, die ihm freundlich gesinnt sind, weil sie für ihn einen Hinweis gegeben haben, dass sie in die Tat verwickelt sein könnten.
Paranoid zu sein hat aber nicht nur Nachteile, dass ein oder andere Mal hat es Dayton davor bewahrt in eine Falle zu tappen.

Aspekt 3: Das Glück der Welt liegt auf dem Rücken den Pferde
Zitat: " Ein Pferd ohne Reiter ist immer ein Pferd. Ein Reiter ohne Pferd nur ein Mensch." (Stanislaw Jerzy Lec)
Beschreibung: Nachdem ihm alles genommen wurde, blieb Dayton, neben ein paar materiellen Dingen, nur seine damals noch tragende Appaloosa Stute. Gemeinsam machte er sich auf den Weg mit ihr, in eine unbekannte Zukunft und zu einem unbekannten Ziel. Das Fohlen welches sie zur Welt brachte, ist ein stattlicher Hengst geworden – Frost. Die drei verbindet ein unsichbares Band. Auch wenn Dayton schon in jungen Jahren ausgezeichnet reiten konnte, so hat er sich immer mehr spezialisiert. Er kann sowohl mit als auch ohne Sattel reiten und erreicht auf seinen beiden Tieren dabei Höchstgeschwindigkeiten. Am liebsten reitet er ohne Sattel – Sporen missbilligt er. Die beiden Pferde würden wohl ihr Leben genauso für ihn opfern wie er das seine für seine.
Entsprechend sind seine Pferde sein wunder Punkt. 

Aspekt 4:Jeder braucht ein Laster
Zitat: " Wenn mir aber was nicht lieb, Weg damit! ist mein Prinzip. " (Wilhelm Busch)
Beschreibung: Nachdem er einst in einer Bar sicher war, den Mörder seiner Familie gefunden zu haben, jedoch bevor er etwas tun konnte, aufgrund von zuviel Alkohol in seinem Blut es nicht einmal mehr schaffte sich von seinem Stuhl zu erheben, hat er dem Alkohol abgeschworen. Damit auch seinem heißgeliebten Whiskey, den er früher nur allzu gerne trank. Trinkt jemand in seinen Augen zu viel, belächelt er dies nur allzu gerne und missbilligt dieses Verhalten. In der Vergangenheit kam es nicht selten deswegen zu Konflikten. Auch wenn der den Alkohol heutzutage so verspottet, so geht doch nichts über Tabak für ihn. In welcher Ausführung auch immer.

Aspekt 5: Ich bin käuflich
Zitat: Das Problem bei Söldner besteht darin, dass man sie bezahlen muss, damit sie kämpfen. Wenn man Pech hat, muss man ihnen noch mehr Geld geben, damit sie wieder aufhören. (Terry Pratchett)
Beschreibung: Dayton hat nur noch wenig, für dass es sich zu leben lohnt. Neben dem unwiederstehlichen Drang nach Rache ist das, neben seinen Pferden, hauptsächlich Geld. Man kann ihn als Wildwest Söldner bezeichnen. Er ist bereit für Geld weit zu gehen. Sehr weit. Solange die Bezahlung stimmt. Für welchen Dienst, er welche Summe nimmt, entscheidet er spontan. Nur bei sehr großen Summen, kann Dayton im Grunde nicht anders und nimmt so ziemlich jeden Job an. 

Persönlichkeit:
Zusammenfassung der Aspekte, optional

Waffen:

Nahkampf:


WaffeBeschreibungBild
(optional)
Bonus auf die Erfolgswürfe des Angreifers Bonus auf die Erfolgswürfe des Verteidigers
Dolch mit etwa 12 cm langer Klinge/+1±0
Steinschleuder/+1±0

Fernkampf:


WaffeBeschreibungBild
(optional)
Ziel in derselben
Zone
Ziel in benachbarter
Zone
Ziel zwei Zonen
entfernt
Ziel drei Zonen
entfernt
COLT SAA Revolver "1820 - Missouri Sesquicentennial/+1±0//
Blockflinte+1±0-1-2


Snow und Frost:

Die Stute von Dayton ist von einem hellen Erdton, auf den Oberschenkeln trägt sie die klassischen dunkelbraunen Flecken, die eine Appaloosa Stute schmückt.
Snow ist eine umgängliche Stute, die auch andere Reiter auf ihrem Rücken Platz nehmen lässt
Frost ist ein dunkler Hengst, der noch recht jung ist und so voller Temperament. Er lässt sich nur von Dayton reiten. Einen Apfel nimmt er aber auch gerne von Fremden an.


Besitz/Inventar:


Inventar
[/i][/i]

  • Zeichnung seiner Familie, sehr mitgenommen
  • Tabak (Kau, Schnupf und normaler)
  • Papier und Stift
  • Geldbörse – Inhalt etwa 3 $
  • Revolver mit Munition (11 Patronen)
  • Schrottflinte mit Munition (32 Kugeln)
  • Steinschleuder
  • Messer
  • Fernglas 
  • Landkarte



Reiseausrüstung



  • zwei Hafersäcke
  • eine halbe Satteltasche voll Pemmikan
  • Bettrolle
  • kleines A-Zelt 
  • Teller, Löffel, kleine Bratpfanne
  • Lasso
  • Ledertrinkbeutel
  • diverse Säckchen mit Kräutern



anderer Besitz



  • 2 Pferde, ein Sattel, zwei Zaumzeuge



Hintergrund:

Daytons Geburt war ebenso gewöhnlich, wie seine Kindheit. Er half seinem Vater auf dem Feld, sobald er dazu alt genug war. Seine Mutter brachte ihm ein paar Buchstaben bei, doch wirklich anfreunden konnte sich Dayton mit dem Schreiben und Lesen nicht und schnappte sich lieber Stift und Papier um Zeichnungen anzufertigen. Hier erkannte seine Mutter früh sein Talent, doch sein Vater wollte von etwas weibischem wie Zeichnungen von seinem ältesten Sohn nichts wissen. Er missbilligte die Bilder und verbrannte sie sobald er welche sah.

Das Verhältnis der Eltern war und ist nicht besonders harmonisch. Die meisten sagten Joseph Dayton haben Sue nur wegen dem Land geheiratet, welches sie vererbt bekommen hatte. Schon als junger Bursche nahm Dayton sich vor nur aus Liebe zu heiraten und seine Frau zu behandeln, wie er sich für seine Mutter gewünscht hatte. So harsch und grob sein Vater auch zu ihm war, war seine Mutter liebevoll zu ihm und all ihren Geschwistern. Als sein jüngerer Bruder im Kindbett starb, befürchtet der damals 7-jährige seine Mutter könne sich etwas antun. Doch die Liebe für die anderen Kinder war stärker, so dass sie ihren Kummer tief in sich begrub um für die anderen da zu sein.

Obwohl es Dayton verboten war, ritt er nur zu gerne auf Old Grey, dem Ackergaul der Familie. Er entdeckte schnell seine Vorliebe für das Reiten, auch wenn der alte Gaul kaum dazu in der Lage war zu galoppieren.

Als Dayton 11 Jahre alt war, kam er früher vom Feld heim, als sein Vater, da er sich am Fuß verletzt hatte. Er erschrak als er eine Indianerin nahe der Hütte stehen sah. Sein Vater hatte ihm immer eingebläut, dass Indianer schlecht seinen und Kinder aus amerikanischen Familien stehlen würden. Besorgt, dass die Frau bereits eines seiner Geschwisterchen bei sich haben könne, stürmte er auf sie zu, mit einer Steinschleuder bewaffnet, und forderte die Herausgabe seiner Familie. Die Frau lachte jedoch nur und seine Mutter Sue trat aus dem Schatten der Bäume hinzu. Dayton erfuhr dass die Indianerin, Black Cloud, seine Großmutter war. Joseph hatte stets gesagt, dass die Eltern von Sue gestorben seien, doch in Wirklichkeit war nur der Vater bei einem Brand ums Leben gekommen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich Black Cloud und der Großvater lange getrennt, da die Indianerin zu ihrem Stamm zurückwollte und auch ging. Ihre Tochter musste sie zurück lassen. Dayton freundete sich schnell mit seiner Großmutter an und wurde von ihr viele gelehrt, dass sein Vater nie erfahren sollte. So lernte er Verletzungen mit Kräutern und Pflanzen zu heilen, ohne das ein Doktor aus einer weit entfernten Stadt anreisen musste; Spuren zu lesen, die den meisten verborgen blieben; auf wilden Mustangs zu reiten und sie wieder unversehrt in die Natur zu entlassen; die Zubereitung von Pemmikan (an dem Dayton noch heute einen Narren gefressen hat); das Aufstellen von Fallen; das Häuten von Tieren – als das was Indianer tun um ihr Überleben zu sichern, erlernte Dayton. Noch heute ist ihm dieses Wissen von großem Nutzen.

Zu gerne wäre er mit seiner Großmutter zu den Sioux gegangen um dort zu leben, doch die Indianer belächelten ihn nur als Bleichgesicht und als sein Vater erfuhr, dass er nur in der Nähe des Reservats gewesen war, bekam Dayton eine Tracht Prügel die ihn sechs Tage nicht sitzen ließ.

Sein Leben verlief unspektakulär, bis er an einem Tanzabend Molly kennen lernte. Die blonde Farmertochter ging ihm nicht mehr aus dem Kopf und schon bald hielt er um ihre Hand an. Also die beiden heirateten bekamen sie von beiden Elternteilen ein Stück Land, welches sie mit Hingabe und viel Mühe bewirtschafteten.

Die sehr glückliche Ehe wurde von vier Kindern gekrönt. Andrew, Liliana, Caroline und Tiffany. Während Andrew das Ebenbild seines Vaters war, dunkle Haut, Haare und Augen, waren die drei Mädchen Kopien ihrer Mutter. Das zarte Gesicht, die blonden Locken, die strahlend blauen Augen.

Dayton war eines Tages alleine auf dem Weg zum Markt, da Andrew und Caroline krank waren. Als Dayton mit einem leeren Pferdewagen, aber etlichen Münzen zurück zur Farm kam, wunderte es ihn, dass ihn niemand begrüßte. Vielleicht war auch Liliana mittlerweile erkrankt. In aller Ruhe verstaute er den Wagen in der Scheune und kümmerte sich um Snow, seine Stute.  

Als er die Tür zur Hütte aufschlug, konnte er nichts machen, als einfach nur dazu stehen. Kein Ton entfuhr seiner Kehle, als er die Blutlachen sah, die sich um die Körper seiner Frau und seiner ältesten drei Kinder gebildet hatten. Es fiel ihm nicht schwer zu sehen, dass sie alle erschossen worden waren. Die Löcher die die Flinten in ihren Körpern hinterlassen hatten, sprachen eine mehr als deutliche Sprache. Wie betäubt ging er zu jedem seiner Liebsten und strich ihnen über das Haar. Die Körper waren kalt, wer wusste schon wie lange sie tot da lagen? Mit letzter Kraft ging er zu der Wiege, in der seine gerade fünf Monate alte Tochter Tiffany normalerweise schlief. Die Wiege war leer. Er fand kein einziges Zeichen auf ihren Verbleib. Kraftlos sank er an der Wand zusammen, unfähig etwas zu tun, außer auf die Leichen zu starren – er blieb die ganze Nacht dort sitzen, erst als der Morgen dämmerte, schaffte er es auf die Beine. Wahllos ging er durch die Hütte, versuchte nicht in das Blut zu treten und packte einige Sachen ein. Dann nahm er sich seine Waffen von der Wand verließ die Hütte, sein Zuhause, dass nicht länger sein zu Hause war.
Er stieg auf Snow auf und ritt zu seinem Elternhaus. Er fand seine Mutter auf der Veranda vor, die in einem Schaukelstuhl saß und in einem Buch las. Er informierte sie sachlich, ohne jede Emotion. Der Gesichtsausdruck seiner Mutter verfolgt ihn jeden Tag. Sie versprach ihm den Sheriff zu informieren und alles weitere in die Wege zu leiten- Dayton wäre ohnehin nicht dazu in der Lage gewesen.
Ebenso informierte er Black Cloud, sie war die einzige die ihn zu einer Reaktion brachte, als sie seine Hand nahm und feste drückte Nähre die Angst nicht, dann wird sie der stärkste Wolf!
Mit Tränen des Kummers, der Wut und der Verzweiflung in den Augen, ließ er einen Segen des Schamanen über sich sprechen, bevor er sich auf den Weg machte.
Wohin, dass wusste er nicht. Er ging wohin ihn das Leben trieb.

Bis heute ist er auf der Suche nach dem Mörder seiner Familie und der kleinen Tiffany.

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[Charaktere] "The Sheriff's Wanted Board" Empty Re: [Charaktere] "The Sheriff's Wanted Board"

Beitrag von Umbra Do Mai 28 2015, 15:36

[Charaktere] "The Sheriff's Wanted Board" Grim10
Name: Father "Grim Jim" James O'Reilly
Geschlecht: männlich
Alter: 35 (* 3. Januar 1835)

Nationalität: irisch-amerikanisch
Geburtsort: Tullamore (irisch: Tulach Mhór „Großer Hügel“), Grafschaft Offaly, Irland
Wohnort: sein Zelt

Familienstand: /
Familie:
Vater:
Gregory (Zimmermann, †)
Mutter:
Caitlín (62)
Brüder:
Eamon (42), Fergus (†, 6 Jahre älter als Jim, erschossen), Cormac (†, 2 Jahre älter als Jim [Sinéads Zwilling], Arbeitsunfall) und Seamus (†, theoretisch 3 Jahre älter als Jim, jedoch kurz nach der Geburt gestorben)
Schwestern:
Riona (38), Sinéad (†, 2 Jahre älter als Jim [Cormacs Zwilling], gestorben bei der Geburt ihres dritten Kindes), Fíona (28), Ciara (27) und Niamh (21)


Religionszugehörigkeit: römisch-katholisch

Beruf: Wanderprediger (Priester)
Organisation: römisch-katholische Kirche

Aussehen:
Größe: 1,78m
Körperbau: schlank bis sehnig
Augenfarbe: grün-grau
Haarfarbe: dunkelbraun
Frisur: fingerlang, zerzaust
Bart: rasiert bis ungepflegte Stoppeln

Kleidung: Jim trägt im Alltag eine eng anliegende, schwarze Soutane, die allerdings schon recht mitgenommen wirkt. Darunter trägt er ein weißes Unterhemd und, von Hosenträgern gehalten, eine ehemals schwarze, etwas ausgeblichene Stoffhose. Um lästigen, scheuernden Staub zu vermeiden, hat er statt normalen Schuhen für seine Reisen Lederstiefel gewählt. Wenn er sich längere Zeit der Sonne ausgesetzt fühlt, setzt er seinen schwarzen, breitkrempiger Priesterhut auf.

Besonderheiten: Jim wäscht sich und seine Kleidung durchaus, wenn er die Gelegenheit dazu findet, aber Reiseschmutz ist wohl häufig an ihm zu finden. Schweiß, Staub und Schlammspritzer lassen sich unterwegs eher nicht vermeiden. Da er viel Zeit draußen verbringt, ist seine Haut mäßig gebräunt – hauptsächlich aber im Gesicht, im Nacken und an den Händen, weil er meist seine Soutane trägt. Befindet er sich außerhalb von Ortschaften, hat er immer sein Gewehr am Mann – ein Anblick, der anderen vermutlich ungewöhnlich vorkommt.

Fertigkeiten:

Fertigkeitswert
Fertigkeit 1Fertigkeit 2Fertigkeit 3Fertigkeit 4Fertigkeit 5
Hervorragend (+4)Bluffen/Täuschung
Gut (+3)FernkampfSpiele
Ordentlich (+2)AusweichenGespürWahrnehmung
Durchschnittlich (+1)AusdauerEntschlossenheitGelehrsamkeitNahkampf
Mäßig (±0)AthletikGewaltHeimlichkeitReitenTechnik


FertigkeitNiveauWert
Athletikmäßig±0
Ausdauerdurchschnittlich+1
Ausweichenordentlich+2
Besitzarmselig-1
Bluffen/Täuschunghervorragend+4
Einbrucharmselig-1
Einschüchternarmselig-1
Entschlossenheitdurchschnittlich+1
Fernkampfgut+3
Fingerfertigkeitarmselig-1
Führungsqualitätarmselig-1
Gassenwissenarmselig-1
Gelehrsamkeitdurchschnittlich+1
Gespürordentlich+2
Gewaltmäßig±0
Handwerkarmselig-1
Heilkundearmselig-1
Heimlichkeitmäßig±0
Kunstarmselig-1
Nahkampfdurchschnittlich+1
Reitenmäßig±0
Spielegut+3
Sprachenarmselig-1
Technikmäßig±0
Überzeugenarmselig-1
Wahrnehmungordentlich+2
Zaubern (Äthermanipulation)armselig-1

Talente und Gaben:

Gabe/TalentNameFunktion
Talent (Tausch)Alles nur die halbe WahrheitJim ist nicht gut darin, vollkommen aufrichtig zu anderen Menschen zu sein. Er ist auch nicht besonders talentiert, wenn es darum geht, Leute, die ihn nicht allein aufgrund seines Amtes als Autoritätsperson ansehen, von etwas zu überzeugen oder sie dazu zu bringen, ihn wirklich ernstzunehmen. Rein unter Zurhilfenahme von Aufrichtigkeit, jedenfalls. Eine halbe Lüge funktioniert bei ihm allerdings deutlich besser als die ganze Wahrheit.

Er kann die Hälfte seines "Bluffen/Täuschung"-Werts einsetzen, um andere zu überzeugen oder sie einzuschüchtern. Dabei darf er nicht komplett ehrlich sein.
Talent (Spezialisierung)Irisches BlutJim ist mit drei großen Brüdern aufgewachsen... und seine fünf Schwestern waren auch nicht gerade zimperlich. Er weiß, wie man die von Gott gegebenen Waffen richtig einsetzt.

+2 auf unbewaffneten Nahkampf
Talent (Spezialisierung)Irische LeberEin waschechter Ire säuft jeden unter den Tisch.

+2 auf Ausdauer, wenn es um Alkohol geht

ZaubernTrick 17Als guter Christ muss man Hexerei natürlich abgeneigt sein. Aber Jim ist kein guter Christ. Manche sagen, er habe einmal einen Indiandergeist beim Poker besiegt und dafür mystische Fähigkeiten erhalten. Jim ist ein Blender... Kein Meisterbeschwörer oder so etwas. Aber über Magie verfügt er trotzdem. Wenn auch über keine mächtige.

Jim beherrscht ein wenig Illusionsmagie. Kleine Tricks, die die Sinne täuschen, kosten ihn keine Anstrengung. Größere Ablenkungen sind energieaufwändig und kosten Belastungspunkte, wenn nicht sogar einen Schicksalspunkt.

Aspekte:
Aspekt 1: The Promised Land
Zitat: "I don't know if you're aware of it, but we Irish are the niggers of the British empire." (ein Ire in "Hell on Wheels" I.7)
Beschreibung: Jim verbindet, obwohl er gebürtiger Ire ist, mit den Vereinigten Staaten Heimat. Dieses Land ist weit, rau und dreckig, aber die Schönheit dieser Natur sucht seinesgleichen. Natürlich sind die Menschen, die dieses Land besiedeln, das weniger Erfreuliche daran. Der Wunsch, sich selbst zu verwirklichen und Glück zu machen, ruft die dunkelsten Abgründe hervor. Gier, Neid, Zwietracht – die Bereitschaft, für Geld und Bodenschätze Unaussprechliches zu tun. Eigentlich ist es in Amerika nicht anders als in der alten Heimat: Menschen beuten einander aus. Sie blicken auf andere hinab und messen den Wert anderer daran, wie gewinnbringend sie für einen selbst sind. Jim ist gut mit dieser Mentalität vertraut… sie ist ihm selbst nicht fremd. Er ist ein guter Menschenkenner. Oft genügt ihm ein Blick, um die Motive anderer durchschauen zu können.
Andererseits wird er im Herzen immer ein Ire sein und bleiben. Nicht nur sein Nachname und sein irischer Akzent, den er nie abgelegt hat, verraten seine Herkunft: Nein, auch sein Selbstverständnis. Familie ist ihm wichtig; der Glauben ist ihm wichtig; Geschichten und Lieder aus seiner grünen Heimat lassen ihn wehmütig werden; irische Hausmannskost ist ihm noch am liebsten; ein irischer Whiskey ist stets anderem Gesöff vorzuziehen… und er kann gegen sein Volk gerichtete Diskriminierung überhaupt nicht ausstehen.

Aspekt 2: Tiere sind die besseren Menschen
Zitat: "If you pick up a starving dog and make him prosperous he will not bite you. This is the principal difference between a dog and man." (Mark Twain)
Beschreibung: Bereits in seiner Kindheit hatte Jim ein großes Herz für Tiere; ob es Hunde, Pferde, Hühner, Singvögel oder Eidechsen waren. Selbst vor gefährlichen Tieren wie Schlangen empfand keine Scheu, höchstens gesunden Respekt. Er kümmerte sich im Laufe seines Lebens um viele verletzte Tiere und zog Jungtiere auf, die von ihren Müttern verstoßen worden waren oder die ihre Mütter verloren hatten; nicht immer mit Erfolg, aber er nahm diese selbstauferlegte Aufgabe stets sehr ernst – selbst, wenn er dafür belächelt wurde. Auch wenn man es „Grim Jim“ vermutlich auf den ersten Blick nicht zutrauen würde, wenn man ihn sieht oder spricht, schlummert seine Tierliebe heute noch immer in ihm. Sie lässt erahnen, dass hinter seiner harten, verbitterten Schale ein guter Mensch steckt. Er isst gern Fleisch, das durchaus, und ist auch bereit, eigenhändig zu jagen und fischen, um sich zu versorgen, aber er kann es nicht ertragen und duldet es nicht, wenn er bemerkt, dass Tiere schlecht behandelt oder gequält werden. Denn nicht nur daran, dass er gut mit Tieren umgehen kann und dass er ihre Gesellschaft der von Menschen bevorzugt, merkt man, dass sie ihm wichtig sind. Jemand, der nicht notwendige Gewalt gegen ein Tier richtet oder ein Tier unnötig leiden lässt, lernt Jims düstere Seite kennen.

Aspekt 3: Father Kang'i
Zitat: "o altitudo divitiarum sapientiae et scientiae Dei quam inconprehensibilia sunt iudicia eius et investigabiles viae eius" (Röm. 11, 33) (kurze Version: "Gottes Wege sind unergründlich.")
Beschreibung: Jim ist katholischer Geistlicher geworden, weil er es als seine Berufung ansah. Auch heute ist er dieser Meinung (nicht grundlos nimmt er seine Priester„ausrüstung“ stets mit, wenn er irgendwo seine Zelte wieder aufbricht), obwohl sich im Laufe der letzten zehn Jahre einiges an seiner Einstellung Gott und der Welt gegenüber geändert hat. Ein Beispiel für prägende Erfahrungen, die diese Einstellung beeinflussten, waren die Erlebnisse während seiner Missionierungsreise ins Landesinnere. Jim zog aus, um den Wilden der Prärie ein Lehrer zu sein, doch die Wahrheit ist, dass er vermutlich genauso viel von den Sioux lernte wie sie von ihm. In den mehr als zwei Jahren, in denen er in engeren Kontakt mit ihnen stand, lernte er nicht nur ihre Sprache: Er lernte ihre Kultur kennen, ihre Bräuche weniger zu verachten, wenn nicht sogar zu akzeptieren, und sie als Menschen zu schätzen. Nicht alle nahmen Gottes Lehre an, aber auch diejenigen, die sich von Jim taufen ließen, schworen den Naturgeistern ihrer Vorväter nur zögerlich ab. Jedoch zeigte Jim Geduld und sogar Toleranz, die wohl kein anderer Missionar gezeigt hätte – weil er die Verehrung der indianischen Naturgeister eher als Mythologie und Lebensphilosophie versteht, die den Glauben an den christlichen Gott nicht ausschließen (eine Einstellung, die Jim, würde sie der Kirche bekannt werden, richtigen Ärger einhandeln würde). Er hatte schnell begriffen, dass das Verständnis für das Christentum von den Indianern erst noch gelernt werden musste, und man mit einfühlsamem Vorgehen eher ans Ziel kam als mit kühler Strenge. Die Seelen der Sioux konnten nur gerettet werden, wenn man sie dazu brachte, sich darauf einzulassen. Versuchter Zwang würde nur dazu führen, dass sie sich dem Wort Gottes verschlossen – das war etwas, was nicht alle Diener der Kirche verstanden. Noch heute helfen Jim seine Kenntnisse mit der Kommunikation mit allen Untergruppen der Sioux-Indianer, was nicht nur Verständigungshindernisse aus dem Weg räumt, sondern ihm auch gleich einen ganz anderen Grundstatus verleiht. Die Sympathie, die Jim für die Indianer empfindet, kann allerdings bei westlichen Siedlern durchaus auf sehr wenig Gegenliebe stoßen – vor allem, weil sie so weit gehen kann, dass er auch vor Waffengewalt nicht zurückschreckt, um Verletzte und Tote auf Seiten der Sioux zu verhindern.

Aspekt 4: Gettysburg
Zitat: "It is for us the living rather to be dedicated here to the unfinished work which they who fought here have thus far so nobly advanced. It is rather for us to be here dedicated to the great task remaining before us — that from these honored dead we take increased devotion to that cause for which they gave the last full measure of devotion — that we here highly resolve that these dead shall not have died in vain, that this nation under God shall have a new birth of freedom, and that government of the people, by the people, for the people shall not perish from the earth." (Abraham Lincoln, "The Gettysburg Address")
Beschreibung: Jims Kriegserlebnisse haben ihn zu einem anderen Menschen gemacht. Das Blut, der Tod, das Leid, die Erinnerungen an die unzähligen schrecklichen Schicksale, die er gesehen und eigenhändig begraben hatte… Dies alles lässt ihn nicht mehr los. Er ist heute kein fröhlicher Mensch mehr. Er hat die Überzeugung verloren, dass seine Bemühungen als Priester zu etwas Nütze sind. Nicht ohne Grund nennen ihn Leute, die ihn kennen, oft „Grim Jim“, wenn sie in seiner Abwesenheit über ihn reden. Er ist verbittert, zynisch, meist sehr/zu direkt und will oft einfach nur in Ruhe gelassen werden. Besonders wenn er betrunken ist, ist er zudem recht reizbar. Er trinkt oft. Und er trinkt viel. Alkohol hilft ihm nicht, auf andere Gedanken zu kommen, aber er macht sein erbärmliches Dasein erträglicher und das Einschlafen leichter. Viel zu vieles ruft Assoziationen in ihm hervor – Bilder von Blut, Leichen und Verstümmelungen, die ihn quälen. Allerdings haben die Erlebnisse in Gettysburg auch wenige „positive“ Seiten gehabt. Der tatsächliche Anblick von Kampf, Tod und Blut lässt ihn heute trotz Alledem (erschreckend) kalt, sodass er einen kühlen Kopf behalten kann, selbst wenn andere in Unruhe verfallen. Außerdem hat er sich durch Helfertätigkeiten in den Feldlazaretten ein wenig medizinisches Verständnis angeeignet.

Aspekt 5: Die Wahrheit ist der Tod
Zitat: "Death’s no stranger to this Godforsaken place. Death abides in the hard labor of a rail gang or the searing heat of a prairie fire. Death abides in the bottom of a whiskey bottle or at the smoking end of a gun. There’s death by famine, flood, or pestilence or a thousand other ways but, yes brothers, Death abides and he will reap his dark harvest." (Reverend Nathaniel Cole, "Hell on Wheels" I.3)
Beschreibung: Jim hat schmerzlich lernen müssen, dass das Böse nicht nur in beliebigen Menschen, denen man im Alltag begegnet, stecken kann, sondern dass das Böse auch in ihm selbst steckt. Er ist nicht nur kein guter Geistlicher – nein, er ist kein guter Mensch. Wäre er nur ein einfacher Mistkerl gewesen – ein Lügner, ein Betrüger, ein Säufer, ein Dieb –, hätte er noch Hoffnung, dass sich irgendwann alles für ihn zum Guten wenden könnte. Aber er ist nicht nur ein einfacher Mistkerl. Er ist ein Mörder. Er ist Abschaum. Er ist ein Heuchler – denn er sieht aus wie ein Diener Gottes, aber ist in Wahrheit ein Diener des Teufels. Jim sieht sich selbst mit einem Fuß in der Hölle. Dies macht ihm schwer zu schaffen, denn eigentlich, in seinem Inneren, ist er immer noch der gute irische Junge, der glaubt, den Menschen ein Licht sein zu können – andererseits hat er die Dunkelheit in sich gesehen und weiß, dass sie nun dicht unter der Oberfläche lauert. Er hat eine Schwelle übertreten und es gibt kein Zurück. Gott vergibt den Sündern, die bereuen und Buße tun. Jim empfindet keine Reue mehr. Er tendiert zwar dazu, das Richtige zu tun, wenn er die Wahl hat, aber er weiß, dass er zu Allem fähig ist.

Waffen:

Nahkampf:

WaffeBeschreibungBild
(optional)
Bonus auf die Erfolgswürfe des Angreifers Bonus auf die Erfolgswürfe des Verteidigers
Taschenmessereinklappbare, ca.  10cm lange Klinge mit Holzgriff/+1±0
Winchester 1866 “Yellowboy” CarbineUnterhebelrepetierer, 13-Kugel-Magazin, .44Bild +1+1
Fernkampf:

WaffeBeschreibungBild
(optional)
Ziel in derselben
Zone
Ziel in benachbarter
Zone
Ziel zwei Zonen
entfernt
Ziel drei Zonen
entfernt
Taschenmessereinklappbare, ca.  10cm lange Klinge mit Holzgriff/+1±0//
Winchester 1866 “Yellowboy” CarbineUnterhebelrepetierer, 13-Kugel-Magazin, .44Bild+1±0-1-2

Moses:
Jim hat einen treuen Begleiter: einen Kojoten namens Moses. Jim fand Moses als Welpen, neben der von irgendwelchen Cowboys erschossenen Mutter. Jim zog Moses mühselig von Hand auf, aber erhielt dafür einen Gefährten, der ihm sehr ans Herz gewachsen ist. Moses gehorcht aufs Wort und bewacht das Zelt und die anderen Habseligkeiten seines Herrchens, während Jim sich woanders herumtreibt. Und er bewacht auch Jim selbst.

Moses hat die typisch schmutzig grau-braun-weiße Fellzeichnung eines Kojoten, allerdings wirkt es sehr struppig und ist nicht selten mit getrocknetem Schlamm verklebt... Wie der Herr, so sein Hund.

Moses als freundliches Tier zu bezeichnen, wäre aber nicht wirklich passend. Freundlich ist Moses nur zu Jim. Nähern darf sich ihm niemand außer Jim. Anfassen darf ihn niemand außer Jim. Und ein anderer als Jim sollte nicht auf die Idee kommen, Moses etwas Fressbares wegzunehmen. Moses frisst auch Gliedmaßen, wenn man sie ihm auf diese Weise anbietet.
[Charaktere] "The Sheriff's Wanted Board" Coyote10

Apple:
Jim besitzt auch einen Hengst namens Apple. Das klingt zwar bescheuert und die fleckige Fellzeichnung (hellbraun auf weißem Grund) gibt dem Tier ein Aussehen, das ebenfalls nicht ernstzunehmen ist, aber Apple ist ein wirklich zuverlässiges Pferd. Es hat eine ausgeglichene Persönlichkeit und lässt sich selbst von Schüssen oder Moses nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Apple mag es jedoch nicht, wenn Fremde auf ihm reiten wollen.
[Charaktere] "The Sheriff's Wanted Board" Knabst10

Besitz/Inventar:

Inventar

  • eine schon etwas mitgenommene Bibel
  • Rosenkranz
  • ein Winchester-Gewehr (geladen)
  • zusätzlich 2 Pappschachteln mit insgesamt 24 Kugeln
  • Flachmann mit Whiskey
  • Taschenmesser
  • ein Deck Pokerkarten
  • Streichhölzer

Reiseausrüstung (wirkt, bis auf den Proviant und die Holztruhe, alles etwas schäbig)

  • Pferdekarren
  • eine Kiste mit haltbarem Reiseproviant (halbvoll)
  • eine Kiste mit Whiskey (enthält noch 2 von 16 Flaschen)
  • 24 Kugeln Reservemunition
  • ein Päckchen Kaffee
  • 2 Wasserschläuche
  • Pfanne, Topf, Tasse, Teller, Besteck
  • Angel
  • Spaten
  • Rasierutensilien
  • Seife
  • Wolldecke
  • Schlafzelt
  • Gitarre
  • Öllaterne (mit Öl)
  • Wachskerzen
  • Papier und Schreibzeug
  • Zelt für ein kleines, mobiles Gotteshaus
  • eine mittelgroße Holztruhe mit Jims Priester„ausrüstung“: Behältnisse mit den drei heiligen Ölen (Chrisam, Katechumenöl, Krankenöl), Kelch, Weinkanne, Rotweinvorrat (noch 3 Flaschen), Leuchter, Wachskerzen, Weihrauchfass, kleine verschließbare Holzschachtel mit Weihrauch, Stolae in den liturgischen Farben
  • 2 Holzbänke für je ca. 5-8 Personen
  • Tisch
  • Hocker
  • aufstellbares Holzkreuz (mit Sockel) mit bronzener Jesusfigur (insgesamt etwa 40cm hoch)

anderer Besitz

  • Pferd mit Sattel und Zaumzeug


Hintergrund: siehe nächster Beitrag

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[Charaktere] "The Sheriff's Wanted Board" Empty Re: [Charaktere] "The Sheriff's Wanted Board"

Beitrag von Umbra Do Mai 28 2015, 15:37

Jims Hintergrund:
Die neue Heimat…:
Aspekt: The Promised Land

Jim wurde als siebtes Kind von Gregory und Caitlín O’Reilly im Ort Tullamore in den irischen Midlands geboren. Gregory war Zimmermann und Caitlín kannte sich als Bauerntochter mit Landwirtschaft aus. Die Familie lebte in einem kleinen Haus am Rande der Ortschaft, umgeben von grünen Weiden und Äckern, auf denen sie Schafe hielt und Gemüse anbaute – hauptsächlich für den Eigenbedarf, aber durch gelegentlichen Verkauf von Wolle, Fleisch und Schafsmilchprodukten hatten die O’Reillys einen kleinen Nebenverdienst, den sie gut gebrauchen konnten. Um die Wirtschaft des Landes stand es nicht unbedingt bestens. Nicht wenige Iren zog es nach in dieser Zeit nach England in die Städte, um dort Arbeit in den Bergwerken, in der Großindustrie oder beim Straßen-, Schienen- und Kanalbau zu finden. Jims Familie lebte in bescheidenen Verhältnissen. Er erinnert sich heute nur noch wenig an sein Leben in Irland, aber dennoch überkommen ihn stets ein gutes Gefühl und Heimweh, wenn er Geschichten und Lieder aus der alten Heimat hört. Jim war knapp elf Jahre alt, als seine Familie Tullamore für immer den Rücken kehrte. Die Große Hungersnot (1845-1849), zu der die Politik der englischen Großgrundbesitzer in Irland zusammen mit der Kartoffelfäule geführt hatte, trieb zu dieser Zeit viele Iren in den Hungertod. Die O’Reillys waren unter denen, die alles heil überstanden, indem sie nach Amerika auswanderten. Die Überfahrt mit dem Schiff war alles andere als angenehm für die zu dieser Zeit zehnköpfige Familie (dreizehnköpfig, wenn man Jims Großmutter, seinen Onkel und dessen Frau mitzählte, die mit ihnen reisten), aber sie zog die Strapazen dem Verhungern vor. Die O’Reillys fanden nahe Boston (Massachusetts), an der Nordwestküste der Vereinigten Staaten ihr neues Zuhause.

… in der Blut und Honig fließt:
Aspekt: Tiere sind die besseren Menschen

Der Traum von einem Land, in dem man in Freiheit durch ehrliche Arbeit alles erreichen konnte, was das Herz begehrte, ohne dass die eigene Herkunft eine Rolle spielte, war etwas Wunderbares – aber es war und blieb ein Traum für die O‘Reillys. Ihnen ging es in dieser Hinsicht nicht anders als vielen anderen Iren, die dachten, dem Einfluss der Engländer entfliehen zu können, indem sie sich eine neue Heimat, außerhalb des Hoheitsgebiets der britischen Krone suchten. Zwar unabhängig von England, wurde die USA von vielen Engländern oder Nachkommen von Engländern bevölkert – ein Umstand, der die Konflikte der alten Heimat in der Neue Welt nicht in Vergessenheit geraten ließ. In den Iren schlummerte Hass auf die Engländer, die ihr Volk verhungern ließen, in den Engländern Verachtung für die Iren, die sie als Menschen zweiter Klasse (die sich auch noch vermehrten wie die Karnickel) und billige Arbeitskräfte betrachteten.

In Amerika lebten die O’Reillys in einer irischen Nachbarschaft, in der jeder jeden kannte und sich alle gegenseitig halfen. Es war ein bescheidenes, aber gutes Leben. Jeder brachte sich in der Gemeinde ein und die Kinder hatten die Möglichkeit, die Schule zu besuchen. Man konnte nicht sagen, dass die O’Reillys unzufrieden mit ihrer Entscheidung waren, ausgewandert zu sein. Sie vermissten ihre grüne Heimat, aber das neue Leben in Amerika war nicht schlecht. Dennoch merkten sie, dass dieses unter einem schlechten Stern zu stehen schien. Es wäre wohl idyllisch gewesen, wäre die Arbeitssituation am Rande der Stadt Boston nicht ähnlich gewesen wie in der Nähe entsprechender Ansiedlungen auf den heimatlichen Inseln. Zimmermänner, wie Jims Vater Gregory einer war, fanden immer Arbeit – allerdings gab es sehr viele von ihnen und fast alle Arbeitsgeber, auch Gregorys, hatten englischen Hintergrund. Gregory O’Reilly wurde nicht gut bezahlt und musste oft den Betrieb wechseln, weil man ihn meist nur für kürzere, bestimmte Zeitspannen einstellte. Ein geregeltes Einkommen war so nicht unbedingt gewährleistet, aber dafür, dass er anderen in der Gemeinde mit seinem Können half, bedankte man sich oft mit Naturalien, sodass es zu keinem Zeitpunkt dazu kam, dass seine Kinder Hunger leiden mussten. Jims Mutter fand Anstellung als Näherin und Jim selbst, wie auch seine Geschwister, verdienten Geld mit den verschiedensten arbeiten, als er alt genug dafür war… denn das Leben einer Großfamilie in Boston war teuer. Die O’Reillys brauchten jeden Cent, der sich beschaffen ließ.

Jim wuchs in Amerika trotz der finanziellen Situation relativ unbeschwert voran. Das bedeutete nicht, dass seine Kindheit und Jugend sorgenfrei waren. Man sah ihm sein irisches Elternhaus zwar nicht unbedingt an, aber sein Name und sein leichter irischer Akzent, den er auch heute noch hat, verrieten anderen seine Herkunft sofort. Gerade mit gebürtigen amerikanischen Jugendlichen gerieten er und seine Brüder häufiger in Konflikte, die auch durchaus hin und wieder mit gebrochenen Knochen endeten. Jim ging aus Raufereien nicht unbedingt als Verlierer hervor. Er konnte, trotzdem er auch in jungen Jahren eher dürr war, ordentlich austeilen. Das lag ihm wohl im Blut. Gegen Manches konnten Fäuste allerdings wenig ausrichten. Es war ein herber Schicksalsschlag für die O’Reillys, als Jims älterer Bruder Fergus eines Nachts in Boston tot aufgefunden wurde. Erschossen. Warum man ihn ermordet hatte und wer dies zu verantworten hatte, erfuhren die O’Reillys nie. Aber in ihrer Gemeinde war man sich einig, dass bestimmt Engländer dahintersteckten. Dies blieb nicht der einzige Verlust, den Jim in seiner Jugend zu betrauern hatte. Seine Großmutter starb, als er 17 war. Und sein Bruder Cormac kurz darauf, als ein ungesicherter Holzbalken auf der Baustelle, auf der Cormac zu dieser Zeit tätig war, diesem den Schädel einschlug.

Aber wann immer Jim sich einsam fühlte, traurig war oder seine Ruhe haben wollte, suchte er die Gesellschaft von Tieren. Er fand die Gesellschaft von mal mehr, mal weniger pelzigen Kreaturen als tröstlich. Tiere waren nicht falsch, gierig und grausam. Sie missachteten nicht ihren Platz in Gottes Schöpfung. Sie waren die besseren Menschen.

Ein schwarzer Vogel:
Aspekt: Father Kang'i

Religiosität begleitete Jim von klein auf. Er sog sie, als Sohn zweier irischer, tiefgläubiger Elternteile, mit der Muttermilch auf. Während andere Jungen in seinem Alter Kirchenbesuche als lästige Pflicht empfanden, selbst einige seiner Geschwister, hielt sich Jim sehr gern in Gotteshäusern auf und lauschte den Worten des Vaters ihrer katholischen Gemeinde. Jim wurde älter und in ihm reifte der Wunsch, mehr zu sein als ein irischer Arbeiter in der neuen Welt. Er wollte seine Bindung zu Gott vertiefen. So entschloss er sich, Priester zu werden. Seine Familie unterstützte ihn in dieser Entscheidung und war stolz, dass er diese Berufung als die Seine wählte… obwohl damit seinerseits wohl kein Familienzuwachs mehr zu erwarten war. Jim war sich bewusst, was er mit dem Priestersein auf sich nahm und auf was er verzichten musste. Es wäre schön gewesen, auch einmal Vater vieler Kinder zu werden, ganz nach dem Vorbild seiner Eltern. Obwohl es an Vielem gemangelt hatte, war er immer glücklich gewesen. Eine bessere Kindheit hätte er sich nicht vorstellen können.

Als es Jim kurz seiner Priesterweihe, mit 25 Jahren (1860), von der Ostküste in den Westen zog, um den heidnischen Ureinwohnern Gott näher zu bringen und ihre Seelen zu retten, realisierte er zum ersten Mal, wie groß Amerika eigentlich war. Er hatte in seinem Leben bereits viele Meilen hinter sich gebracht – er kannte das Grün seiner Heimat Irland, das Meer, die feuchten bis bewaldeten Gebiete der Ostküste –, doch die Einsamkeit der Prärie war eine wahrlich neue Erfahrung für ihn. Die Sonne war erbarmungslos, der Boden karg, aber er erkannte, dass sich die Erhabenheit von Gottes Schöpfung in jedem Grashalm dieser rauen, wilden Weiten wiederfand. In Minnesota kam Jim zum ersten Mal in näheren Kontakt mit Indianern – den Dakota, einer Untergruppe der Sioux. Entgegen den Geschichten von wilden Barbaren, die man überall hörte (und die er auch selbst bezeugen konnte: die Skalps, die die jungen Krieger von ihren Beutezügen und Schlachten mitbrachten, und die entsprechend skalpierten Toten sprachen Bände), lernte er sie auch als freundliche, neugierige, wenn auch stoisch wirkende Menschen kennen. Sie hatten Bräuche, die einem katholischen Iren nur fremd und oft auch recht befremdlich vorkamen, doch Jim war, trotz seiner Missionierungsabsicht, der Kultur seiner neuen Bekannten nicht unaufgeschlossen gegenüber. Die Kommunikation erwies sich anfangs als schwierig, jedoch lernte man mit der Zeit voneinander. Die Dakota nannten Jim schlicht und einfach „Kang'i“. Zunächst war er nicht begeistert, als er erfuhr, dass dies „Krähe“ bedeutet – er nahm an, dass man ihn wohl aufgrund seiner schwarzen Soutane, die er stets trug, verspottete –, aber als die Dakota Jim erklärten, dass Krähen klug seien, und er erfuhr, dass sie diese Vögel (im Gegensatz zur europäischen Gewohnheit) positiv bewerteten, fühlte er sich respektiert. Die Dakota erlaubten ihm Einblick in ihr Leben und lehrten ihn ihre Sprache; er half ihnen beim Handel und der Diplomatie mit den amerikanischen Siedlern, er brachte ihren Kindern (und allen anderen, die es lernen wollten) Englisch bei und bekehrte nicht wenige von ihnen zum Katholizismus (wenn sich auch Letzteres als eine langwierige Prozedur erwies).

Allerdings konnte die Freundschaft zwischen den Dakota und Jim schlussendlich nicht alle kulturellen und politischen Diskrepanzen überwinden. Den Sioux ging es unter der Herrschaft der amerikanischen Regierung immer schlechter. Einst hatten sie ihr Stammesgebiet an die USA verkauft, inzwischen hatten sie nicht mehr genug Platz, um sich selbst zu versorgen. Sie waren von den regelmäßigen Zahlungen der Regierung, die sie im Tausch für ihr Land erhielten, und den weißen Händlern abhängig. Als es 1862 aufgrund Nahrungsknappheit, wachsenden Schulden bei weißen Händlern und (im Zuge des Sezessionskriegs) verzögerten Zahlungen kam, spitzte sich die Lage zu. Auf der Suche nach Nahrungsmitteln ermordeten Dakota-Krieger fünf weiße Siedler. Als andere Dakota-Krieger davon erfuhren, wurden weitere Überfälle geplant, obwohl zu erwarten war, dass die US-Regierung dies mit aller Härte ahnen würde. Somit begann der Sioux-Aufstand, der insgesamt 500-800 weißen Siedlern und auch vielen Dakota das Leben kostete. Auch einige von Jims indianischen Freunden beteiligten sich an den Kämpfen. Sie starben allesamt oder wurden gefangen genommen, um anschließend eingesperrt oder gehängt zu werden. Es war schrecklich, auch für Jim. Ihn traf es allerdings noch härter: Die Dakota wollten ihn nicht mehr in ihrer Nähe wissen. Auch ihm gaben sie die Schuld an den entsetzlichen Ereignissen – denn er war für einer von denen, die ihnen ihr Land gestohlen und sie fast hätten verhungern lassen: Lügner, Diebe, Tyrannen.

Der Sezessionskrieg:
Aspekt: Gettysburg

Während des Bürgerkriegs, gegen Ende des Jahres 1862, brach Jim seine Missionierungsreise ab. Dass die Dakota ihn verstoßen hatten, hatte Wunden hinterlassen (obwohl sie sein tiefstes Mitgefühl besaßen und er ihre Entscheidung, ihm nicht mehr zu trauen, nicht verurteilte) und er fühlte sich erst einmal nicht in der Lage dazu, weiterzuziehen und sich mit einem anderen Stamm anzufreunden. Darum zog es Jim zurück nach Massachussetts. Er hatte seine Familie lange Zeit nicht gesehen und in diesen Krisenzeiten wollte er den Menschen in seiner Heimat priesterlichen Beistand bieten und auch selbst die Nähe zu seinen Liebsten spüren. Doch schon nach wenigen Monaten brach Jim wieder auf. Er war einer der Priester, die die Soldaten der Union begleiteten, um ihnen eine moralische Stütze zu sein. Jim gefiel seine neue Aufgabe. Die Männer schätzten ihn und ihm war es eine Freude, Gottes Werk an ihnen zu verrichten. Dabei bekam zunächst nicht viel von den Kämpfen mit.

1. bis 3. Juli 1863, nahe Gettysburg in Pennsylvania. Es waren wohl diese drei Tage, zusammen mit den darauf folgenden, die den heutigen Jim stark formten. Er wurde, wenn auch nicht als Beteiligter, Zeuge dieses schrecklichen Massakers zwischen Konföderations- und Unionssoldaten, das über 7.000 Menschen das Leben kostete. Über 20.000 Männer wurden verwundet… mehr als 10.000 wurden gefangen genommen oder nach den Kämpfen vermisst. Jim weiß nicht mehr, wie viele Gräber er ausgehoben hat. Vielleicht hundert. Oder sogar mehr. Er hat versucht, den Verwundeten und Überlebenden ein Seelsorger zu sein. Dabei hat es ihn selbst gebrochen, durch das Meer von Blut und Tod zu waten, zerfetzte Gliedmaßen einzusammeln, Leichen auf Karren zu hieven und unzähligen Sterbenden die letzte Ölung zu geben. So viel Leid. Die Hölle auf Erden – für nichts und wieder nichts. Die Toten hatten umsonst ihr Leben gelassen, egal, was Lincoln sagte. Die Union hatte gewonnen, Amerika war vereint, Sklaven waren frei... Aber zu welchem Preis? Im Bürgerkrieg hatten 620.000 Menschen an der Front ihr Leben gelassen. Zählte man Verletzte, Vermisste, an Krankheiten Verreckte, Verhungerte und Verbrechensopfer (Zivilisten) dazu, war diese ohnehin schon unfassbar schrecklich hohe Zahl noch weitaus höher. Für drei an der Front Gefallene, waren fünf weitere an Krankheiten wie Typhus, der Ruhr oder Infektionen ihrer Verwundungen gestorben, sagte man.

Der blutige Horror und das Leid dieser Tage ließen Jim erkennen, wie naiv er gewesen war; wie falsch er gelegen hatte. Jim verlor den Glauben an das Gute im Menschen – den Teil, den Gott seinen Kindern gegeben hatte; Liebe, Freundschaft, Moral. Im Grunde lauerte ein mordlüsternes Untier in Jedem. Die frommsten Kirchgänger wurden zu Schlächtern und kehrten nach dem Krieg in ihre Heimat und ihre Leben zurück, als wäre nichts gewesen.
Menschen stritten, hassten, bekriegten einander. Sie metzelten sich gegenseitig nieder, obwohl sie eigentlich Brüder waren. Natürlich, das war schon immer so gewesen. In Amerika, jedoch, hätte alles anders sein sollen. Man kam hierher, weil man Freiheit suchte, einen Neuanfang, ohne Rücksicht auf die Herkunft und den Glauben. Aber die Schlacht von Gettysburg öffnete Jim auf grausame Art und Weise die Augen. Er verlor seine Fröhlichkeit, seine Zuversicht. Das Bild, das er von Gott hatte, begann sich zu wandeln. Seit Beginn seiner Priesterausbildung hatte er keinen Tropfen Alkohol angerührt (mit Ausnahme von Messwein in Ausübung seiner Amtshandlungen), doch nun, nach Gettysburg, begann er damit, seinen Kummer regelmäßig zu ertränken. Die Welt war schlecht – und er verrichtete eine Sisyphusarbeit, wenn er versuchte, mit seinen Predigten etwas daran zu ändern. Jim kämpfte als Priester für eine verlorene Sache… an eine Sache, an der er zu diesem Zeitpunkt bereits zu zweifeln begann.

Des Teufels Schatten:
Aspekt: Die Wahrheit ist der Tod

Nach Ende des Bürgerkriegs wusste Jim wenig mit sich anzufangen. Er hatte keine konkrete Aufgabe mehr. Sinn darin, weiterhin in der Nähe des Militärs zu bleiben, sah er nicht. Er hatte genug von Tod und Leid. Nach Hause zurückkehren wollte er auch nicht. In dem Zustand, in dem er sich gerade befand, sollte seine arme Mutter ihn nicht sehen. Und, was die Dakota betraf: Jim vermisste sie und all ihre Eigenarten. Sie waren ein kriegerisches Volk, aber dennoch ehrlicher als die weißen Siedler. Zivilisten zu überfallen und Skalps von ihren Schädeln zu schälen, war kaum grausamer als alles, was Jims Träume seit Gettysburg heimsuchte. Die Schreckensgeschichten über die Indianer waren einseitig und ungerecht, nichts anderes als Propaganda. Jim wusste: Die Sioux stahlen nur Lebensnotwendiges, was sie anderweitig nicht bekommen konnten, weil die Weißen ihnen Platz und die Möglichkeit zur Selbstversorgung genommen hatten. Sie mordeten und plünderten nur, wenn die Weißen ihnen keinen Ausweg ließen… oder um sich für Massaker an ihrem eigenen Volk zu rächen. Doch die Amerikaner sahen in den Indianern nur Wilde, die keinen Platz in ihrer zivilisierten Welt hatten; die meisten zumindest.
Sein damaliger Bischof wollte von Jim, dass dieser wieder zum Missionieren loszog, doch Jim bat um die Freiheit, von Ort zu Ort zu ziehen, zu predigen und sich dort niederlassen zu dürfen, wo man ihn brauchte. Jim wäre gern wieder zu den Sioux gegangen, um Gottes Wort mit ihnen zu teilen. Er ahnte, dass das auch für ihn selbst tröstlich sein könnte. Allerdings befürchtete er, dass er ihnen die Herrlichkeit des Herrn nicht würde vermitteln können… Er zweifelte inzwischen selbst zu sehr an der Menschlichkeit der Menschheit, als dass er sich beim Predigen von Liebe und Nächstenliebe nicht als Heuchler und Lügner vorkommen würde. Wie sollte er auch anders darüber denken? Das Leben ging weiter in dieser Nachkriegswelt – dieser grausamen Welt, die Jim ihre hässliche Fratze gezeigt hatte, aber die sich scheinbar von den Schrecken der vergangenen Jahre gut zu erholen schien.

Jim selbst erholte sich weniger gut. Jedoch kam er damit zurecht. Anfangs versuchte er tatsächlich noch, irgendwo Fuß zu fassen, aber selbst die Gemeinden, die ihn bei seiner Ankunft freudig begrüßt hatten, wollten ihn meist schnell wieder loswerden, nachdem sie die Gelegenheit bekommen hatten, ihn genauer unter die Lupe zu nehmen. Niemand sagte ihm das direkt ins Gesicht – aber Jim war nicht dumm. Er merkte, wenn er unerwünscht war; wenn man ihn mit Skepsis betrachtete oder verachtete, nachdem er sich vielleicht ein wenig „ungebührlich“ verhalten hatte. So kam es, dass Jim schließlich ständig unterwegs war, auf der Reise von Ansiedlung zu Ansiedlung… selten blieb er länger als zwei Wochen. Dieses Leben war durchaus nicht unangenehm für ihn. Er hatte die meiste Zeit die Einsamkeit und Ruhe, die er benötigte, um gepflegt in Selbstmitleid schwelgen zu können, und außerdem musste er nicht unbedingt darauf achten, zu wem er wie freundlich zu sein hatte oder welche Art von Predigten die Leute verprellte oder nicht, da er sowieso nicht lang blieb. Natürlich würde es ernsthafte Konsequenzen für ihn haben, wenn man sich massiv über ihn bei Kirchenoberhäuptern beschweren würde – aber bisher hatte er offenbar niemanden ausreichend verärgert, dass dies schwerwiegende Konsequenzen für ihn gehabt hätte. Ein-, zweimal mochte es vorgekommen sein, dass er zu einem zuständigen Bischof zitiert worden war, vor dem er sich für Taktlosigkeit hatte rechtfertigen, für Trunkenheit (und/oder einen kleinen Gewaltausbruch) hatte entschuldigen und Besserung hatte geloben müssen. Dabei stellte Jim fest, dass es ihm erstaunlich leicht fiel, einen guten Eindruck zu machen, indem er log – denn er wusste selbst, dass er sich nicht wirklich bessern würde.
Der Alkohol, der gelegentlich dadurch beflügelter Jähzorn und das neu entdeckte Talent zur Unehrlichkeit, dem er sich nun auch oft beiläufig bediente, blieben nicht Jims einzige Laster. So fand man ihn manchmal auch im Saloon am Pokertisch – eigentlich ursprünglich eine spontane, einmalige Angelegenheit, weil es Jim an Geld für Whiskey fehlte und er seine wenigen Münzen vermehren wollte… Allerdings stellte sich auch hier mit der Zeit heraus, dass er schnell lernte, besser und besser wurde, bis ihn selten noch jemand schlagen konnte – etwas, was weder Saloonbesitzer und um ihren Besitz erleichterte Mitspieler, noch fromme Gemeindemitglieder und Bischöfe erfreute. Die einen behaupteten, er vergraule mit seiner Anwesenheit zahlende Kundschaft, die beim Anblick seiner Soutane plötzlich moralisch wurden; die anderen fühlten sich übers Ohr gehauen; und die anderen Anderen fanden, dass Glückspiel ein Beispiel für besagtes „ungebührliches“ Verhalten für einen Priester war. Jim stellte fest, dass er es mit seiner neuen, sündigen Möglichkeit, seinen Whiskeyvorrat aufstocken zu können, selten jemandem rechtmachen konnte. Um sich Ärger zu ersparen, hielt er sich deswegen in der Regel von Saloons fern. Dort war das Gesöff ohnehin zu teuer. Oft genug hatte Jim auch genug Geld, um sich anderweitig seine Verpflegung zu beschaffen. Er lebte auf Reisen fast nur von Spenden treusorgender, frommer Gläubiger... was nichts daran änderte, dass er hin und wieder doch ein bisschen eigenhändig nachhelfen musste. Zu einem Spielchen in einer Hintergasse oder an einem Lagerfeuer in der Prärie sagte er meist nicht Nein.

Jim wusste, dass er vom rechten Pfad schleichend abgekommen war. Er war zu einem Schatten seiner Selbst geworden. Die Versuchungen, mit denen der Teufel lockte, waren allgegenwärtig – und selbst ein Diener der Kirche war vor ihnen nicht gefeit. Jim fühlte sich schuldig, er fühlte sich dreckig. Er hasste, was aus ihm selbst geworden war. Das Licht des Herrn schien für ihn am Horizont: Sichtbar, spürbar, aber in weiter Ferne. Die Beichte spendete ihm jedes Mal nur kurzweilig Trost, denn er wusste, dass sein Geist zwar willig, sein Fleisch aber schwach war. Die Erinnerungen, die ihn quälten, ließen ihn nicht los.
Ablenkung fand er nur in den kleinen Dingen. Im Alkohol, im Vorbereiten seiner Gottesdienste und Predigten (obwohl er ohnehin, selbst in Fällen intensiver Planung, meist improvisierte)… schließlich auch in einem Kojotenwelpen, den er in der Prärie auflas und aufpäppelte. Irgendwelche vorbeiziehenden Idioten hatten scheinbar aus krankem Vergnügen die Mutter des Kleinen erschossen, neben deren Kadaver er das jaulende Fellknäuel fand. Jim taufte seinen Kojoten „Moses“. So wie der biblische Prophet der Führer des Volkes Israels aus Ägypten gewesen war, würde Jims Moses ihm vielleicht den Weg zurück in die Arme des Herrn leiten. Dies war ein netter Gedanke.
Tatsächlich ging es mit Jim im Folgenden wieder bergauf. Seine Gemütslage und sein Selbstvertrauen besserten sich von Woche zu Woche, in denen er beobachten konnte, wie der zuvor halb verhungerte Moses wieder kräftiger wurde und wuchs. Jim trank sogar weniger in dieser Zeit. Er merkte, dass die Aufgabe, den kleinen Moses zu versorgen, ihm Mut und Hoffnung schenkte. Vermutlich war es genau das, was ihm gefehlt hatte.

Jim ging es dadurch besser, aber nicht wieder gut. So, wie er einmal gewesen war – glücklich, ehrlich, engagiert, fest im Glauben, frei von Sünde und Laster –, würde er vermutlich nie wieder werden. Er hatte zu viele schreckliche Dinge gesehen und erlebt, als dass er diese hätte überwinden können. Ihm war bewusst, dass er schwach war, eine Schande für sein Amt, aber schlussendlich war es menschlich, unvollkommen zu sein. Seine verwundete Seele hätte heilen können, mit der Zeit, wäre es nicht zu einem Ereignis gekommen, das Jim in seinem Selbstheilungsprozess wieder eine enorme Spanne zurückwarf.

An einem Sommerabend im Jahre 1868 hatte er gerade am Rande des Weges in der Prärie sein Nachtlager aufgeschlagen, als drei Reisende auf Pferden zu ihm aufschlossen. Er hatte sie schon früher am Tag hinter sich bemerkt, sie aber bisher nicht wirklich beachtet – immerhin waren sie auf Abstand geblieben und hatten auch ihn in Ruhe gelassen. Jim war nicht sonderlich erpicht auf irgendwelche menschliche Gesellschaft. Andere Leute erwarteten von ihm stets, dass er sich priesterlich verhielt… zuvorkommend, hilfsbereit, freundlich. Er aber wollte gerade, wenn sich Dunkelheit über das Grasland legte und es endlich kühler wurde, für sich sein. Dies war die Tageszeit, in der er sich ein wenig entspannen, sich von den Strapazen der zuvor hinter sich gebrachten Meilen erholen und sich am Feuer einen Schlummertrunk gönnen konnte.
Tatsächlich meinte der Herr mal wieder nicht gut mit Jim. Die drei Männer, die übrigens alles andere als einen anständigen Eindruck machten, ritten nicht an ihm vorbei, sondern lenkten ihre Pferde direkt auf seine Lagerstelle zu.
„N’abend, Vater“, grüßte der vermeintliche Anführer Jim, bereits feixend, während sie alle von ihren Gäulen stiegen. Spätestens, als einer von ihnen sein Gewehr von den Sattelschnallen löste und auch die anderen die Hände an ihre Revolver legten, wurde Jim bewusst, dass sie nichts Gutes im Schilde führen konnten. Moses knurrte und fletschte angriffsbereit die Zähne, was die Männer, die den inzwischen ausgewachsenen Kojoten bisher nicht bemerkt zu haben schienen, erschrocken innehalten und die Waffen ziehen ließ. Jim sah sich gezwungen, seinen tierischen Gefährten zu beruhigen, und wies den Kojoten an, sich hinzulegen und liegenzubleiben. Er wollte nicht, dass Moses erschossen wurde.
Die drei Fremden lachten Jim aus, während sie sein Zelt und den Inhalt seines Wagens durchstöberten. So verkommen waren die Menschen hier draußen also bereits: Sie schreckten selbst davor nicht zurück, einen Diener der Heiligen Katholischen Kirche auszurauben. Jim ließ es zähneknirschend über sich ergehen. Unbewaffnet, wie er war, hätte er ohnehin nichts dagegen ausrichten können. Natürlich kommentierte er das Verhalten der Banditen mit nicht geringer Empörung (was diese nicht sonderlich beeindruckte), während er auf dem Boden neben Moses sitzen blieb und die drei Schurken mit sehr finsteren Blicken strafte. Dann jedoch entdeckte einer der Männer Jims Truhe, in der er seine liturgische Ausrüstung mit sich führte, und begann sogleich, begeistert die teils reich mit Gold verzierten Utensilien zu begutachten.
„Hehe“, lachte der Kerl kehlig, „guckt euch das ganze Zeugs hier mal an!“
– Jim konnte an dieser Stelle nicht mehr die Füße stillhalten… Doch als er aufsprang, spürte er kalten, nach Schießpulver riechenden Stahl an seiner Kehle und blickte einem ungepflegten, zu einem Grinsen verzogenen Maul entgegen.
„Gott wird euch für eure Sünden strafen“, presste Jim provokant hervor. Moses grollte, blieb aber gehorsam liegen. „Tuet Buße, bevor die Hölle über euch hineinbricht, ihr elenden Taugenichtse!“
Da lachten sie ihn nur wieder aus. Sie nahmen seine Essensvorräte, seinen Whiskey, sein gesamtes Geld, aber auch alle liturgischen Geräte mit, die sie für brauchbar hielten. Sie gaben stichelnd an, letztere einschmelzen zu wollen, und galoppierten jubelnd davon.

Jim folgte ihnen, sobald es dunkel geworden war und ließ Moses in seinem eigenen Lager zurück. Sie waren nicht schwer zu finden; der Schein ihres Feuers war in der Prärie von Weitem erkennbar und außerdem merkte Jim, dass sie nicht gerade leise waren, als er näherkam. Sie feierten mit dem Whiskey, den sie ihm abgenommen hatten, und dem guten Stück Schinken, das Jim von einer Bauernfamilie im letzten Ort, in dem er Halt gemacht hatte, geschenkt bekommen hatte. Einer von ihnen – der Anführer – saß auf dem Stamm eines umgestürzten Baumes und spielte mäßig untalentiert Gitarre. Sie grölten ein Lied… Betrunkenes Pack. Jim war (gezwungenermaßen) nüchtern genug, um sich kühlen Kopfes ein Bild von der Umgebung zu machen. Sie hatten sich eine kleine Lichtung im Gebüsch ausgesucht, auf der sie sich breitgemacht hatten. Ihre Pferde hatten sie nicht weit entfernt angebunden. Leider hatten sie ihr Gepäck nicht bei den Tieren gelassen, sonst hätte Jim vielleicht ungesehen seinen Besitz zurückbeschaffen können – denn genau das hatte er vor. Um seine Vorräte (ja, auch um den Whiskey) war es ihm dabei herzlich egal. Doch dass sie ihm seine liturgische Ausrüstung gestohlen hatten, konnte er nicht auf sich sitzen lassen.

Mit grimmiger Miene schlich er näher an die Bande heran und nutzte dabei die Sträucher und Büsche als Deckung. Mit den Dakota war Jim auf die Jagd gegangen. Er wusste, wie man sich leise bewegte. Nur wusste er nicht, wie er vorgehen sollte. Er hatte sich keinen Plan zurechtgelegt. Eigentlich, so wurde ihm bewusst, als er im Gebüsch hockte und die drei Banditen beobachtete, war sein ganzes Vorhaben rein aus Frust und Wut entstanden. Eine unbedachte Aktion. Was sollte er eigentlich hier? Was er gerade hier tat, war wenig vernünftig…
Vielleicht war es aber auch ein Wink des Schicksals (oder eine Fügung Gottes), dass in diesem Moment einer der Männer loswankte, um in den Büschen Wasser zu lassen. Jims Hand fand wie von selbst einen dicken, abgebrochenen Ast. Der Mann bemerkte den lautlosen Priester nicht, bis dieser ihm den Ast mit Wucht über den Schädel zog. Der Räuber kippte um wie ein gefällter Baum.

Nummer eins.

Das Gitarrenspiel endete abrupt.
„He, haste das gehört?“, lallte einer der Kerle am Feuer.
Jim wich leise ein Stück von dem offenbar bewusstlosen Kerl zurück. Er wog den Ast, den er noch fest umklammert hielt, in seinen Händen.
„Wyatt?“ Es antwortete (natürlich) niemand. „Hey, Wyatt! … Verfickte Scheiße.“
Mürrisch und verwirrt schauten sich die beiden Banditen nach ihrem Freund um. Schließlich bequemten sie sich, aufzustehen und nach ihm zu sehen. Sie zogen ihre Revolver.
Mist! Jim versteckte sich. Er wusste, dass er sie nur einzeln würde überwältigen können. Einzeln und leise. Wenn sie ihn erwischten… Blei war effektiver als ein knorriges Stück Holz. Er merkte dass sie sich aufteilten, um das Gebüsch zu durchkämmen. Das spielte ihm in die Hände. Jim wartete. Er musste einfach einen von ihnen herankommen lassen und dann so vorgehen wie beim ersten Mal…
Der Anführer stapfte ungelenk an Jim vorbei. Das war die Gelegenheit, auf die er gewartet hatte. Jim heftete sich leise an die Fersen des Mannes, holte aus und schlug zu. Ächzend stolperte der Bandit vorwärts und ließ seine Waffe fallen, aber zu Boden ging er nicht. Stattdessen richtete er sich auf und ging sogleich auf seinen Angreifer los. Jim fand sich plötzlich in einem Nahkampf wieder, bei dem sich beide Seiten nichts schenkten. Er steckte heftige Hiebe ein, teilte aber auch heftige aus. Dies war nicht das erste Mal, dass er sich prügelte – aber dieses Mal hing vermutlich sein Leben davon ab. Jim wusste, was er tat, aber der Bandit war, trotz dessen Trunkenheit, kein einfacher Gegner. Außerdem war der dritte Schurke im Bunde bestimmt nicht weit. Jim platzierte einen kräftigen rechten Haken im Gesicht seines Widersachers, der dessen Körper zur Seite wanken ließ, setzte sofort nach und legte dem Mann von hinten den Arm um den Hals. Der Bandit zappelte in Jims Griff, schlug um sich und trat, aber Jim blieb in dieser adrenalinreichen Situation ruhig und lockerte seinen schraubstockartigen Griff kein bisschen – denn wenn er die Luftzufuhr lang genug unterband, würde sein Gegner bewusstlos werden. Mehr wollte Jim gar nicht. Der Widerstand des Banditenanführers wurde weniger. Jim ließ sich mit ihm zu Boden sacken, als der Mann sich nicht mehr auf dem Beinen halten konnte.
Vom Kampfeslärm angelockt, tauchte jedoch Jims dritter Peiniger auf, bevor er mit dem zweiten fertig war. Das Klicken eines Hahnes, der gespannt wurde, war zu hören – dann der Knall eines Schusses. Die Kugel zischte knapp an Jim vorbei und grub sich in den Boden.

Er musste fliehen. Was hatte er sich nur dabei gedacht? Einer gegen drei… Jim ließ den Mann, den er gewürgt hatte, los und stürzte davon. Eine weitere Kugel verfehlte ihn. Panisch schlug Jim Haken. Im Mondlicht sah er etwas Glänzendes am vom Kampf aufgewühlten Boden liegen – es war ein Revolver. Instinktiv hob er ihn auf und rannte weiter. Zweige kratzen und schlugen nach ihm… Jim blickte sich um – und rannte in etwas Weiches hinein. Nein, nicht in etwas: Es war der Pinkler. Der Hieb mit dem Ast hatte den Kerl wohl nicht lang ausgeknockt. Jim merkte, dass der Mann im Begriff war, auf ihn zu schießen.
Er kam ihm zuvor.
Der Knall des Schusses hallte laut durch die Prärie und ließ Jims Ohren klingeln. Der Pinkler sackte ein zweites Mal zusammen – diesmal mit einem klaffenden Loch in der Brust.
„Gott…“, wisperte Jim erschrocken. Ihm wurde leicht übel. Er… er hatte gerade jemanden erschossen. Erschüttert ließ er die Waffe sinken. Blut klebte, nicht nur sprichwörtlich, an seinen Händen.

Nummer eins… ein zweites Mal.

In diesem Moment erwischte ihn eine enorme Kraft am Rücken und riss ihn zu Boden. Sogleich saß jemand auf ihm. Die Klinge eines Messers blitzte über ihm auf. Jims rechte Hand schnellte hervor und bekam das Handgelenk des Banditen, der ihn abstechen wollte, gerade noch rechtzeitig zu fassen, um das zu verhindern. Es war der dritte Kerl – der, der Jim gerade noch Kugeln hinterhergejagt hatte.
„Du bis‘ das, Pfaffe!“, äußerte der Bandit knurrend die Erkenntnis, die er in diesem Moment hatte – nicht ohne Verwunderung. Aber das brachte den Mann nicht dazu, lockerzulassen.
Jims Arm zitterte vor Anstrengung. Das Jagdmesser kam seinem Gesicht immer näher. Mit fast letzter Kraft gelang es Jim, seinem Kontrahenten die freie Faust in die Seite zu rammen – die schmerzhafte Ablenkung schaffte ihm die Gelegenheit, den Banditen von sich herunterzustoßen zu können. Geistesgegenwärtig behielt Jim das Handgelenk seines Gegners fest umklammert. Sie rollten, miteinander kämpfend, am Boden herum. Schließlich saß Jim oben und schlug die Waffenhand des Räubers so lange auf den Boden, bis dieser sein Messer losließ. Ein letzter Fausthieb mitten auf die Nase… Der Körper des Mannes erschlaffte unter Jim.

Nummer zwei.

Jim blieb, erschöpft keuchend, einen Moment auf ihm sitzen.
„Herr…“, schnaufte er, „… was habe ich getan?“
Jim begann zu zittern. Er war nicht besser als diese Halunken hier… Er war… ein Mörder.
Als wären diese Erkenntnis und diese Situation noch nicht schlimm genug für Jim gewesen, fiel ihm nun die dunkle Lache auf, die sich unter dem Kopf des soeben besiegten Banditen bildete. Wie betäubt stieg Jim von dem Mann hinunter und kniete einige Atemzüge neben ihm, in denen er um Fassung rang. Dann traute er sich, die Schulter des Banditen zu fassen und ihn auf die Seite zu drehen.
Blut, überall. Und in der Mitte dieser schaurig glänzenden Dunkelheit prangte ein großer, hellgrauer Stein, dessen besudelte, spitz zulaufende Kante gen Himmel ragte – passend zum Loch im Schädel des Besiegten. Er war tot.
Jim sprang taumelnd auf, erneut erschrocken, und humpelte hastig auf das Lagerfeuer zu – Gitarre und Gewehr des Anführers lehnten am Baumstamm, den dieser vorhin noch als Bank benutzt hatte.
Der Anführer.
Jim stürzte fast, als er sich den Weg durchs Buschwerk schlug, um zur Stelle zurückzukehren, an der er den Mann das letzte Mal gesehen hatte.
Er lag noch da. Fahl wie das Mondlicht und mit blutunterlaufenem Würgemal am Hals. Seine gebrochenen Augen starrten Jim an.

Nummer drei.

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dann muss circa 25,806 die Wurzel allen Übels sein. Denker
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