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Beitrag von Adrian Kane am So Apr 19 2015, 00:51

Aryn Vyrell

Ein weiteres mal offnete sich die schwere Holztuer der Feder mit einem widerstrebenden Knarzen, ganz so als ob die Scharniere fuer den heutigen Abend bereits genug Arbeit geleistet hatten. Ein kuehler Windzug und der frische Geruch von Regen und Wald mit einer Spur salziger Brise wehte durch den Schankraum und liess den ein oder anderen Gast froesteln. Herein trat eine hochgewachsene Gestalt mit schweren schwarzen Damenstiefeln und einem ebenso dunklen Kapuzenumhang, der eine kleine Wasserlache hinter sich her zog. Ihr unmittelbar folgend draengten sich sechs bewaffnete Myl’ir in leichten dunkelblauen Ruestungen, die stellenweise mit violetten arkanen Runen durchzogen waren. Alle trugen individuelle Masken, deren Darstellungen von teilnahmlosen Visagen bis hin zu unheimlichen und entstellten Fratzen reichte. Die Funktion der charakteristischen Gesichtsbedeckung der Magierjaeger war seit jeher ein gut gehuetetes Geheimnis und die im Umlauf befindlichen Geruechte waren oft sehr wilde Spekulation ueber dunkle Rituale, welche die Gesichter der Krieger angeblich entstellt liessen.

Als letztes trat eine in komplett schwarzer Robe gehuellte Figur ein, welche ein wenig kleiner war als die anderen. Er trug einen seltsamen metallenen Handschuh, der in seiner Art mehr an eine Kralle erinnerte, waehrend sein Gesicht komplett in den Tiefen der Kapuze zu verschwinden schien. Unheimliche Stille legte sich ueber die ganze Taverne, einzig der stetig prasselnde Regen und der entfernte Klang eines Gewitters erinnerte daran, dass die Zeit in diesem Moment nicht stillstand. Mit einer raschen Bewegung warf die erste Person ihren schwarzen Regenmantel ueber einen nahen Stuhl und enthuellte eine hochgewachsene Elfe in einer edlen, dunkelblauen Uniform, deren aristokratische Zuege und Haltung, gepaart mit dem stramm zusammengebunden Pferdeschwanz und den giftgruenen Augen, eine Aura der Autoritaet ausstrahlte. Um ihren Hals trug sie eine feine silberne Brosche mit dem Symbol eines Adlers, welches sie als Mitglied des elfischen Hauses Vyrell auszeichnete, eine der aeltesten und einflussreichsten Familien Ashalas.

Der eisige Klang ihrer Stimme schnitt durch die Stille: „Ich bin Sonderermittlerin Aryn Vyrell. Im Einklang mit den Gesetzen Ashalas wird dieses“, mit unverhohlener Verachtung blickte sie durch den Raum, „Etablissement auf illegale arkane Aktivitaet untersucht“, ohne sich umzudrehen fuehrte sie eine Geste in Richtung der Myl’ir aus, „Ihr Drei, durchsucht die Gaestezimmer, bringt alle hierher.“
Die Jaeger zogen ihre Waffen und folgten wortlos der Anweisung, ein junger Mensch, der nicht rechtzeitig aus dem Weg hasten konnte, wurde grob zur Seite gestossen und prallte wuchtig gegen die Wand, waehrend die Elfe anfing langsamen Schrittes durch den Raum zu schlendern und sich die Anwesenden anschaute.

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Beitrag von Taku l Artworks am So Apr 19 2015, 01:53

Andre brauchte nicht lange zu laufen bis er seine Geisterschmiede erreichte, die auch gleichzeitig mit seinem Haus verbunden war. Auf seinen Weg dorthin war auch der Regenfall ebenfalls kein ernstzunehmendes Problem, da seine Kapuze das meiste Regenwasser von der Platzwunde fernhielt. Einzig die kalte Nachtluft verbunden mit dem Regen bereiteten ihm Schwierigkeiten sich anständig fortzubewegen. Doch die warmen Gedanken an sein Bett beflügelten ihn mit jedem einzelnen Schritt.

Zuhause angekommen säuberte er noch einmal seine Wunde und legte sich nachdem er sich umgezogen hatte in sein weiches Bett. Kurz vor dem Einschlafen dachte er noch einmal über die Ereignisse des letzten Tages nach.
Wie würde sich die Ausgangssperre auf seine Schmiede auswirken?
Welcher Idiot hatte mit dem Bierkrug erwischt?
War doch ein Motiv dahinter?
Was sollte er tun um sich bei der Elfin Minara für ihre Hilfe erkenntlich zu zeigen?
Hatte sie nicht gesagt, dass sie Tiertrainerin war?
Erste Gedankengänge machten sich in Andre breit während seine Augen ein letztes Mal prüfend über die Zimmerdecke huschten.

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Beitrag von Quinn am So Apr 19 2015, 15:47

Dinivan zuckte mit den Schultern, nachdem er die beiden Myl'ir gemustert hatte.
"Tja, gibt schon seltsame Zufälle...", murmelte er. Er würde es vermutlich nie jemandem erzählen, aber er glaubte nicht an Zufälle. Wyrd bið ful aræd. Alles ist dem Schicksal unterworfen. Das hatte ihn das Leben und die Erfahrung gelehrt. Zumindest empfand er so.

Die rothaarige Frau, die Malte kurz darauf erwähnte, war Dinivan wohl entgangen. Sie hatte sich wohl inzwischen unter die anderen Gäste gemischt, und war aus Dinivans Blickwinkel nicht mehr zu sehen. Oder vielleicht hatte er sie auch einfach übersehen. Schließlich war er nach fünf Krügen Bier und einem Branntwein auch nicht mehr ganz nüchtern.
"Du denkst gerade ungewöhnlich viel über Frauen nach. Wird Zeit, dass du wieder an die Arbeit gehst", bemerkte Dinivan mit einem Grinsen und ließ es sich nicht nehmen, sich noch ein Bier bei Thia zu bestellen. Heute war so ein seltsamer Tag gewesen, da würde ein kleiner Rausch vielleicht sogar ganz gut tun. Und er sollte sogar noch merkwürdiger werden.

Dinivan bekam das Auftauchen der Magiejäger erst mit, als diese schon begannen, die Feder zu durchsuchen. Und obwohl sie gesagt hatten, dass sie nach illegalen arkanen Aktivitäten suchten, begann sich die Nervosität in ihm auszubreiten. Als Dieb wurde man immer unruhig, wenn man mit der militärischen Obrigkeit in Kontakt kam, das ließ sich nicht vermeiden. Seine Gedanken wanderten flüchtig zu seiner Familie, der Gilde. Würden sie den Eingang zum Dämmerweg finden, dann wäre alles verloren.
Er atmete einmal tief durch, um sich selbst zu beruhigen. Nein, bisher hatten sie auch nie etwas gefunden. Und das war nicht die erste Durchsuchung, die hier stattfand. Überhaupt glaubte Dinivan, die Obrigkeit wüsste überhaupt nicht, was hier eigentlich alles in der Feder vor sich ging. Aber vielleicht war das auch nur Wunschdenken.

Er würde sich jedenfalls nichts anmerken lassen. Das hatte er inzwischen gut trainiert. Aus seinem Pokerface würde niemand etwas herauslesen können, und auch seine sonst so ausdrucksstarken Augen würden nichts verraten. Dennoch konnte er die Nervosität nicht komplett ausschalten, als die unter dem Namen Aryn Vyrell bekannte Elfe langsam immer näher zu ihm und Malte kam.

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Beitrag von Miss Raten am So Apr 19 2015, 17:22

Malte

Dinivan konnte die rothaarige Frau nicht entdecken und als Malte sich noch einmal zu ihr umdrehte, war sie tatsächlich verschwunden. Dabei hätte er schwören können, dass sie sehr interessiert zu ihnen herüber gesehen hatte. Wobei, mit dem schwören war das so eine Sache, denn so ganz nüchtern war er nicht mehr. Immerhin hatte er in der Zwischenzeit ebenso wie Dinivan einige Krüge Bier geleert und auch Branntwein getrunken. Da war es durchaus möglich, dass er sich etwas einbildete. Aber dachte er tatsächlich zu viel über Frauen nach?

Malte kam nicht mehr zu einer Antwort, denn in diesem Augenblick öffnete sich abermals die schwere Eichentür der Taverne. Das Besondere dabei war, dass sofort die Gespräche der Besucher in der unmittelbaren Umgebung verstummten, was die anderen Gäste sich nach und nach umdrehen ließen. Plötzlich war es still im Gastraum, die kalte und angespannte Atmosphäre war deutlich zu spüren. Niemand wollte jetzt ins engere Blickfeld der äußerst unheimlich wirkenden Magierjäger, als welche die neuen Besucher unschwer zu erkennen waren, geraten und deren Aufmerksamkeit auf sich lenken, ob berechtigt oder nicht und man konnte die Nervosität der anderen Tavernenbesucher fast riechen und schmecken. Malte erging es da nicht anders und ob es an dem Bier lag, das ihn aufsässig und wütend werden ließ, würde er später nicht mehr sagen können.

"Ihr seid am falschen Ort, Mylady, wenn Ihr denkt, dass hier gezaubert oder gar Magie gewoben wird. Es verkehren in dieser Taverne nur einfache Leute, die nach einem anstrengenden Tagewerk in aller Ruhe ein Bier genießen wollen, bevor der nächste arbeitsame Tag beginnt. Lasst uns in Ruhe und sucht woanders nach Opfern, denn hier werdet Ihr keine finden.", konnte sich Malte nicht verkneifen, als Aryn Vyrell, die hoch gewachsene Elfe mit der eiskalten Miene und dem herablassenden Tonfall direkt auf Dinivan und ihn zukam.
Ein paar der Jäger durchsuchten die Gästezimmer, doch einer war wohl bei seiner Herrin geblieben und ihm schien zu missfallen, was Malte gesagt hatte. Jedenfalls sah er aus dem Augenwinkel eine plötzliche Bewegung und verspürte dann nur noch einen harten Schlag an seine Schläfe, der es in seinem Kopf aufblitzen und ihn dann bewusstlos unter den Tisch rutschen ließ.



Fine

Unwillig zog Fine die Brauen zusammen, als sie äußerst unsanft an der Schulter gerüttelt wurde. Sie brauchte ein paar Augenblicke, um zu erkennen, wo sie war und was sie hier machte. Unwillig fuhr sie auf.

Verdammt, sie musste eingeschlafen sein!

Doch was zum Henker wollten diese zwei Myl’ir von ihr? Das waren doch Magierjäger, das erkannte sie sofort und war augenblicklich hellwach. Der eine der beiden, wie sie zugeben musste, sehr eindrucksvoll wirkenden Schergen, dass es wenig erstaunlich war, dass die Bewohner dieser Stadt ihnen besser aus dem Weg gingen, herrschte sie mit gutturaler Stimme an, sich ohne Verzögerung in den Schankraum zu bewegen.
"Du hast mir gar nichts zu befehlen und kannst mich mal. Ich habe mit Magie nichts zu schaffen, also verpiss dich.", fauchte sie den Myl’ir an.

Fine stand jetzt neben der Bettstatt und für einen Kampf war der Raum schon wieder viel zu klein, nicht dass sie so blöd war, sich auf einen solchen einzulassen. Doch sie ließ sich nicht gern herumkommandieren und von solch schuppigen Speichelleckern schon mal gar nicht, so unklug das auch sein mochte. Aber die konnte ihr eh nichts, ihr Gewissen war sauber, denn eines war klar, die waren auf der Suche nach Geschöpfen, die unerlaubter Weise zauberten und somit hatte sie nichts zu befürchten. Sie war lediglich eine kleine, unbedeutende Diebin.

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Beitrag von Schattenmond am So Apr 19 2015, 21:40

Minara's Aufmerksamkeit für den geschuppten Gesellen War augenblicklich verflogen.
Dieses aufgeblasene Weibsbild einer Elfe war ihr bekannt. Wie sie diese Frau hasste. Überall wo sie auftauchte, wurde der Frieden, den sie so liebte, zerstört.
Und da ging auch schon der erste zu Boden. Dabei waren die Worte wohl bemessen. Sie ballte eine Faust und klopfte mit der anderen Hand seitlich auf ihren Oberschenkel.
Schatten positionierte sich und freundlich wirkte er dabei nicht.

"Ihr habt also nichts besseres zutun, als wehrlose Menschenbürger nieder zu schlagen..."
Sie sprach laut aber tonlos.
"Wie ehrenhaft..."
Sie war hörbar amüsiert und fixierte die Frau. Dabei behielt sie alle ihre Mitbringsel im Auge.
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Beitrag von Adrian Kane am Mo Apr 20 2015, 02:08

Aryn Vyrell

Wie ein nasser Sack ging der vorlaute Mensch zu Boden, sein nun regloser Arm raeumte sein Getraenk gleich mit vom Tisch ab, sodass er schliesslich bewusstlos in einer Lache von Alkohol und Schmutz auf dem Tavernenboden zum Stillstand kam. Langsam neigte die Elfe ihren Kopf leicht zur Seite, fast als wuerde sie im Zoo ein besonders interessantes Tier betrachten, und fixierte den anderen Mann mit den laenglichen Haaren. „Ironisch. Erst haben sie eine grosse Klappe, dann liegen sie in ihrem eigenen Dreck, es ist doch immer das Gleiche mit euch Menschlein“, ihr Laecheln war gespenstisch. „Die Besten von euch sind damals vor unseren Toren jaemmerlich verreckt“, sinnierte sie nachdenklich wahrend der behandschuhte Zeigefinger langsam durch die Bierlache auf dem Tisch fuhr, von der sich ein kleines Rinnsaal stetig auf den regungslosen Mann weiter unten ergoss. Immer noch den Dunkelblonden anstarrend schnippte sie ein paar Tropfen in dessen Gesicht, doch die stoische Maske zeigte keinerlei Regung. „Mh, vielleicht doch gar nicht so du...“, eine Stimme ertoente aus der anderen Ecke des Raumes und liess die hochgewachsene Aryn raubtierhaft umfahren.

Eine junge Elfe mit nussbraunen Augen und einem vierbeinigen Begleiter starrte sie an. Fuer einen Augenblick legte sich die Stirn der Ermittlerin nachdenklich in Falten und die verbliebenen Magiejaeger drehten sich fragend zu ihrer Herrin um bevor diese nach kurzem Zoegern abwinkte und mit bedachten Schritten weiter den Raum durchquerte. „In deinem Alter war ich auch noch dumm und idealistisch, das legt sich mit der Zeit“, antwortete sie schliesslich herablassend. „Ausserdem“, fuhr sie fort und betrachtete dabei eine Gruppe aelterer Maenner, welche schweigend versuchten so unauffaellig wie moeglich zu erscheinen, „gibt es keine menschlichen Buerger, nur Elfen und Myl’ir geniessen die vollen Buergerschaftsrechte.“

In diesem Moment betrat einer der Jaeger erneut den Schankraum, ueber seiner Schulter ein zappelndes Buendel, dass gerade dabei war sehr undamenhafte Kommentare ueber die Mutter des stummen Kriegers zum Besten zu geben. Dicht gefolgt naeherten sich die anderen Beiden mit vier weiteren Menschen, in deren Gesichtern sowohl Schlaflosigkeit als auch blanke Angst lag. „Ah. Na endlich. Vasyr!“, rief die Elfe und der bislang untaetige Mann in der schwarzen Robe riess ohne zu Zoegern die Metallkralle mit den Fingern nach oben und begann einen sehr leisen, dunklen Gesang. Ploetzlich flackerten die Lichter im Schankraum, es wurde merklich  dunkler und diejenigen, die am naechsten sassen rieben sich die Arme als ob die Temperatur deutlich gefallen waere. Kleine Lichtblitze schlaengelten sich ueber die Finger des Handschuhs, verliessen diesen ueber die Spitzen und bildeten fuenf blaue, faustgrosse Kugeln, welche sofort damit begannen insektengleich durch die Taverne zu fliegen. Hier und da kreisten die magischen Konstrukte hektisch um Koepfe und Koerper, als wuerden sie nach etwas suchen. Der Jaeger liess die junge Frau unsanft auf den Boden fallen als eine der ruendlichen Dinger naeher kam, direkt vor ihrem Gesicht verweilte und dann wieder von dannen zog.

Die Magiejaeger waren angespannt, alle hatten nun ihre eleganten Waffen gezogen und folgten aufmerksam dem Flug des blauen Schwarms. Eine der Kugeln hielt bei einem jungen Menschen im hinteren Teil der Taverne inne und begann zunaechst leicht, dann staerker zu pulsieren, bis sie schliesslich die Form eines spitzen sternartigen Konstrukes annahm. Blankes Grauen lag im Gesicht des Mannes mit den kurzen schwarzen Haaren und auch seine Begleitung, eine Frau selben Alters hatte die Augen weit aufgerissen. Aryn Vyrells Blick verengte sich zu giftgruenen, unheilverkuendenden Schlitzen, ihre Stimme nicht mehr als ein wuetendes Fluestern: „Festnehmen!“, befahl sie, „Beide!“, und zwei der Jaeger sprangen schneller in Aktion als man dies einem lebendigen Wesen zugetraut haette. „Nein!“ schrie die Frau, die nicht viel mehr war als noch ein Maedchen, „Es war ein Versehn Herrin, ein Versehn!“, ihre Worte verhallten unerhoert. Im naechsten Moment kam der Zorn der Myl’ir ueber das Paar wie ein tosender Fruehlingssturm und bevor irgendjemand etwas tun konnte, waren die Beiden bewusstlos geschlagen.

Die Ermittlerin funkelte den Wirt wuetend an, die Feuer des blanken Hasses in ihren Augen: „Diese Zwei werden zum Verhoer in den Silberturm gebracht, ich werde in Zukunft ein Auge auf euer kleines Drecksloch haben“, dann raeusperte sie sich und die kalte, emotionslos Fassade kehrte in ihr Gesicht zurueck als waere sie niemals von ihr gegangen. „Das Praefektorium dankt fuer eure Kooperation“, ihre Stimme ploetzlich fast freundlich, „Bitte beachtet zu eurem eigenen Schutz die Ausganssperre“, mit diesen Worten legte sie eine handvoll Muenzen auf die Theke, starrte den Myl’ir der dort sass mehrere Herzschlaege lang an und wandte sich dann zum Gehen. „Fuer die zerstoerten Moebel“, fuegte sie erklaerend hinzu, bevor die Elfe ihren Mantel vom Stuhl nahm und mitsamt ihrem Gefolge und den Gefangenen in die regnerische Nacht entschwand ohne die Tuer zu schliessen. Ein Donnerschlag ertoente in der Ferne, das Gewitter hatte an Kraft gewonnen und nahm offenbar Kurs auf Ashala.

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Beitrag von Miss Raten am Di Apr 21 2015, 06:41

Fine

Für einen Moment herrschte Stille in dem kleinen Raum, die als erstes von dem Myl’ir gestört wurde, der an der Tür stand, sich nun wortlos umwandte und den Raum verließ. Vermutlich war er der Ansicht, dass sein Mitstreiter die Situation allein klären könne. Doch bevor sie sich auch nur ansatzweise gedanklich damit auseinandersetzen konnte, wie dieser das bewerkstelligen wollte, war es auch schon passiert. Ungeachtet ihrer Gegenwehr hatte der Mann die kurze Distanz zwischen ihnen blitzschnell und völlig ansatzlos überbrückt, sie gepackt und wie ein strampelndes und zappelndes Bündel einfach so über seine Schulter geworfen.
Fine war außer sich und auch erschrocken, dass Myl’ir nicht nur so flink, sondern auch noch so stark waren. Während der Jäger mit seiner "Beute" zurück in den Schankraum kehrte, tat Fine das Einzige, zu dem sie momentan in der Lage war: Sie schimpfte und bedachte ihren Peiniger mit nicht sehr freundlichen Worten, in denen sie seine Mutter eine Dirne und ihn einen Bastard nannte.
Nur dass ihr das wenig nützte, ebenso wie die Fausthiebe in seinen Rücken, die der Myl’ir gar nicht zu bemerken schien.

Auch aus den anderen Zimmern wurden Gäste herausgeholt und in den Schankraum gebracht. Fine befand sich noch immer in ihrer unbequemen Lage, als sich etwas zu verändern schien. Eine Gestalt, die in einen schwarzen Umhang gehüllt war, hob seine Hand, die mit einer Art seltsam anmutenden Kralle bestückt war und begann einen eigenartigen Singsang in einer Sprache, die sie nicht verstand. Plötzlich flackerten alle Lichter in dem Raum und ein kalter Lufthauch glitt über sie hinweg. Kleine Lichtblitze kamen aus der Hand der Gestalt, dann waren da faustgroße Kugeln, die im nächsten Moment durch den Raum flogen.

Erschrocken schrie Fine auf, als sie sich überraschend und ziemlich schmerzhaft auf ihrer Kehrseite und auf dem Boden wiederfand. Eine dieser seltsamen Kugeln schwebte heran, verharrte kurz vor ihrem Gesicht und sauste dann weiter. Nur langsam begriff Fine, was da passierte, als zwei der Gäste, nachdem diese von den Kugeln entlarvt, von den Magierjägern umzingelt und bewusstlos geschlagen wurden. Die Anführerin, eine durchaus beeindruckende, doch furchtbar arrogante Elfe, wie Fine fand, stieß dem Wirt gegenüber eine offensichtliche Drohung aus und verließ anschließend mit ihren Schergen und den Opfern die Taverne.

Langsam erwachte Fine aus ihrer Starre, sie erhob sich, gestattete sich jedoch nicht, über ihre schmerzende Kehrseite zu streichen. Stattdessen schob sie sich durch die anderen Tavernenbesucher nach draußen. Der Tag war in keinster Weise so verlaufen, wie sie ihn sich in ihren Träumen hätte vorzustellen wagen und sie wollte nur noch heim. Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, öffnete der Himmel seine Schleusen und schien alles an Wasser über ihr auszuschütten, dessen er habhaft werden konnte. Begleitet wurde der Regen von hellen Blitzen und krachendem Donner, der Fine immer wieder zusammenzucken ließ.

Endlich erreichte sie ihr Zuhause und da sie ihrem Bruder nicht begegnen wollte, schlich in den Hinterhof und kletterte über dem Dach des angrenzenden Schuppens durch das Fenster in ihre Kammer. Nachdem sie sich der triefend nassen Kleidung entledigt und ein trockenes Hemd übergestreift hatte, schlüpfte sie unter die warme Decke ihrer Bettstatt. Bevor sie jedoch das Licht der Öllampe auf dem kleinen Tischchen neben ihrem Lager herunterdrehte, betrachtete sie den kostbaren Dolch und die Münze, die ihre Beute und somit eine kleine Entschädigung für den sonst so missratenen Tag darstellten.

Ob der Myl’ir schon den Verlust bemerkt hatte? Ein schadenfrohes Lächeln umspielte ihre Lippen.

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Beitrag von Quinn am Di Apr 21 2015, 13:10

Dinivan konnte nur schwer den Drang unterdrücken, sofort nach Malte zu sehen, nachdem dieser durch den Schlag des Myl'ir k.o. gegangen war. Doch irgendwie schaffte er es, seine Starre aufrecht zu halten. Wie er diese Arroganz der Elfen und Myl'ir hasste... Doch ihm waren die Hände gebunden. Sich mit einem von ihnen anzulegen konnte manchmal schon riskant sein, aber gleich eine ganze Gruppe Magiejäger... So lebensmüde war nicht einmal Dinivan. So bleib ihm nur eine Möglichkeit: Passiver Widerstand. Sein Gesicht war zu einer kalten Maske geworden. Nicht einmal mit der Wimper zuckte er, selbst dann nicht, als Aryn Vyrell ihm ein paar Tropfen Bier ins Gesicht schnippte.

Und dann wandte sie sich endlich von ihm ab. Doch Dinivan verharrte weiterhin regungslos. So blieb er, bis die ganze Prozendur vorbei und die gesuchten Personen weggebracht worden waren. Danach wanderteall seine Aufmerksamkeit zu Malte. Erleichtert stellte er fest, dass er lediglich k.o. gegangen, aber nicht anderweitig verletzt war. Der Schlag musste ihn dennoch ganz schön hart getroffen haben, da er nicht wieder zu sich kam, als Dinivan versuchte ihn aufzuwecken.

Seufzend zahlte Dinivan für alle Getränke, die er und Malte an diesem Abend gehabt hatten, sowie auch für ein Zimmer für eine Nacht, und mit Bramirs Hilfe schaffte er es, Malte in eines der Zimmer im ersten Stock zu schaffen. Dort lag er zumindest bequemer, als auf dem harten Holzboden im Schankraum. Wobei Malte das im Moment wahrscheinlich egal gewesen wäre. Nach diesem Schlag würde er vermutlich sogar auf Kieselsteinen die ganze Nacht durchschlafen.

Nachdem Malte versorgt war, setzte sich Dinivan auf einen der Stühle, die ebenfalls im Zimmer standen. Nur zur Sicherheit, falls Malte aufwachen und irgendetwas brauchen sollte. Shad, Brida und Deorn würden schon darauf kommen, dass er die Nacht in der Feder verbrachte. Und Thia wusste ja auch Bescheid, sodass sie wohl nicht nach ihm suchen würden. Und obwohl er es nicht wollte und der Stuhl nicht gerade bequem war, schlief Dinivan kurze Zeit später ein.

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Beitrag von Schattenmond am Di Apr 21 2015, 21:37

Die Feder wurde leerer, nur der Regen, der hörte nicht auf.
"Tja, sieht aus als wäre es Zeit für eine Dusche"
Sie lächelte dem Hund zu und trat ab den Ausgang heran.

Nass. Die Bedienstete öffnete ihr besorgt die Tür. Es dauerte etwas, sie zu beruhigen, dann trocknete sie den Hund und schließlich sich selbst, um sich auf das große Bett fallen zu lassen.
Im Dämmerzustand klöpfelte sie auf die andere Bettseite.
Der Hund nahm entspannt platz und legte sich zur Ruhe.
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Beitrag von Adrian Kane am Mi Apr 22 2015, 06:53

Er rannte. Um ihn herum schlugen die Feuer der Hoelle mit gnadenloser Wucht auf die Erde ein und hauchten links und rechts die Leben seiner Kameraden aus als waeren sie nicht mehr als Kerzen in einem unbarmherzigen Sturm der Verwuestung. Jemand schrie etwas in sein Ohr, doch konnte die Stimme das allgegenwaertige Klingen nicht uebertoenen. Dies musste der Zorn der Goetter sein, eine andere Moeglichkeit kam nicht in Frage, das Ende der Zeit, Tag der Abrechnung. Eine Erschuetterung liess seinen auf nassem Boden liegenden Koerper erbeben. Lorac hob zoegerlich den Kopf und blickte zurueck, wo er gerade noch Zeuge davon wurde wie eine grosser Teil der imposanten suedlichen Mauer seiner Heimat in sich zusammenfiel wie ein Kartenhaus. Es war zwecklos. Die feuerspuckenden Waffen der Menschen waren den ihren weit ueberlegen. Schwarze Rauchschwaden stiegen allgegenwaertig innerhalb der Stadt auf, dort wo die Feuer der Kurzlebigen bereits gewuetet hatten. Er hustete, sein Blick verschwamm. Es war schwer zu sagen ob er weinte oder ob ihm der Schweiss in die Augen trat. Wahrscheinlich beides. Es spielte auch keine sonderlich grosse Rolle mehr, denn er wuerde in Kuerze Myl’esh gegenuebertreten. Was wuerde er sagen? Wie ein Feigling lag er hier im blutdurchtraenkten Gras und traute sich nicht einmal mit der Wimper zu zucken, wahrend sein Herz so hart schlug, dass er Angst hatte, sein Brustkorb wuerde bald platzen. Wieder schrie jemand in sein Ohr, diesmal hartnaeckiger. Konnte die Person nicht sehen, dass er sich hier zum Sterben niedergelegt hatte? Widerstrebend dreht er sich zur Seite und blickte in die giftgruenen Augen einer jungen Elfe, die scheinbar auf ihn einredete und aufgeregt in eine Richtung zeigte. Grunzend zwang er seinen Kopf dem Zeigefinger zu folgen. Ein weiterer Donnerschlag fuhr ihm durch Mark und Bein. Dann sah er sie. Die Artilleriestellung der Menschen. Und weitgehend ungeschuetzt. Es war ihm ein Buch mit sieben Siegeln wie er ueberhaupt so nahe daran herangekommen war, doch er, die Gruenaeugige und eine handvoll anderer grimmig dreinblickender Elfen und Myl’ir hatten sich scheinbar irgendwie hinter die Stellung der Armee geschlichen. Und war das nicht sein Auftrag gewesen? Wieder erbebte die Erde. Wieder krachte ein Teil der Mauer in einer staubigen Explosion in sich zusammen. Gruenauge half ihm auf, er hustete. Hinter ihm stuermte ein Teil der Menschenarmee in seine geliebte Stadt. Lorac spuckte eine Lache Blut auf den Boden. Nein, so konnte er nicht gehen. Mordlust stieg in ihm auf, pulsierte durch seine Adern wie fluessiges Feuer, gab ihm neue Kraft. Etwas ihn ihm wusste, dass der dunkle Gott seine Finger im Spiel hatte, doch es scherte ihn nicht. Die anderen blickten ihn fragend an, er nickte grimmig. Dann stuermte die kleine Bande Verzweifelter den Huegel hinunter.

Lorac riss die Augen auf. Sonnenschein drang in sein Zimmer und kuendete von einem neuen Tag in Ashala. Wie lange hatte er geschlafen? Und wie war er auf sein Zimmer gekommen? Die Erinnerung war schwach und der harte Alkohol tat sein uebriges um sie zu verschleiern. Mit dem Handruecken wischte er sich den Schweiss von der Stirn und starrte nachdenklich auf den rustikalen Holzboden. Sie war es gewesen, kein Zweifel. Hektisch fischte der Myl’ir in seiner Kleidung nach dem kleinen Beutel und nahm schliesslich einen kraeftigen Zug Morgentau. Nicht lange, und die ungewollten Gefuehle stumpften ab, verschwanden im Hintergrund, ganz so als ob er sich die Ohren zuhalten wuerde. Alles war gut.

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Beitrag von Miss Raten am Mi Apr 22 2015, 12:31

Fine

Fine tat einen tiefen Atemzug, bevor sie die Augen aufschlug. Sie hatte tief und traumlos geschlafen, was verwunderlich war, denn meist quälten sie wirre Träume, die sie weder zu deuten, noch einzuordnen vermochte und nur allzu oft hatte sie sie bereits vergessen, bevor sie richtig wach war. Die Erinnerungen an den gestrigen Abend jedoch kehrten zurück und Fine drehte sich auf die Seite, um über sie nachzudenken. So unerfreulich der Abschluss ihres Besuchs in der „Feder“ gewesen war und sie würde dieser hochnäsigen Elfe nur allzu gern ins Gesicht spucken, um ihr ihre Verachtung zu zeigen und auch ihrem schuppenbewehrten, echsenäugigen Handlanger den Hals durchschneiden, so sehr beschäftigte sie die Begegnung mit Dinivan.
Sofort war sein Gesicht vor ihrem inneren Auge präsent und obwohl sie meinte, bei ihrer Begegnung nicht ganz bei Sinnen gewesen zu sein, fiel ihr doch jedes seiner Worte ein, die er zu ihr gesprochen hatte. Und sie hatte wirklich Glück gehabt, so sah sie das jedenfalls jetzt. Nicht auszudenken, sie wäre an jemanden geraten, der sie auch erwischt und dann an die Wachen ausgeliefert hätte! Sie könnte schon bald am Galgen baumeln oder mit einer Hand weniger, was obendrein sofort jedem verriet, dass sie eine Diebin war, ihr Leben fristen.

Nicht auszudenken!

Nein, es war gut so wie es war und sie würde nachher sofort zur „Feder“ laufen und nach dem Goldenen Raben zu fragen. Seltsam, sie hatte davon noch nie etwas gehört. Allerdings hatten die Belange Ashalas noch nie interessiert, nur ihre eigenen.
"Und das wird sich ab heute ändern!", kicherte sie zu sich selber.
Entschlossen kletterte sie von ihrer Bettstatt und zog sich saubere Kleidung über, als ihr Blick auf das kleine Schränkchen neben ihrem Lager fiel. Dorthin hatte sie gestern den Dolch und die Münze gelegt und nachdenklich betrachtete sie nun beides im Licht des noch jungen Tages. Der Dolch schien sehr wertvoll zu sein, er war eine sehr schöne Arbeit hervorragender Goldschmiedekunst, das erkannte sogar sie.
Die Münze hingegen….
Fine strich über den Adlerkopf und fragte sich, was er wohl zu bedeuten hatte. Doch konnte sie schlecht zu dem Myl’ir laufen und ihn fragen. Dieser Bastard. Sofort kehrte die Wut in ihren Bauch zurück, als sie nur an den Jäger dachte. Er und seine Anführerin. Die Pest mochte über sie kommen und die Krätze am besten auch gleich. Über sie und ihresgleichen. Allesamt.
So. Nachdem Fine sich wieder beruhigt hatte, wickelte sie ihre Schätze in ein Tuch und verbarg sie in dem Versteck unter dem Fenster, das sich unter einer herauslösbaren Fußbodendiele verbarg.

Eilig trat sie nun vor ihre Kammer und lauschte. Malte schien noch zu schlafen, vermutlich hatte er wieder bis spät in die Nacht gearbeitet. Ein liebevolles Lächeln umspielte ihre Lippen und sie sauste nach unten in die Wohnküche und begann, so leise wie möglich ein besonders ergiebiges Frühstück zu bereiten. Fine wollte Leben ändern und das tat man am besten mit einer guten Mahlzeit im Bauch….




Malte


Malte tat einen tiefen Atemzug, bevor er die Augen aufschlug… nur um im nächsten Augenblick wieder zu schließen und schmerzhaft das Gesicht zu verziehen und leise aufzustöhnen. Sein Kopf schmerzte ziemlich und als er die Hand hob, um sich an die Schläfe zu fassen, zog sich das quälende Gefühl genau dort zusammen. Vorsichtig ertastete er die dicke Beule und benötigte einige Zeit, um sich an das Geschehen von gestern zu erinnern. Doch dann klaffte ein großes Loch in seinen Gedanken und als er abermals die Augen aufschlug, fand er sich in einer  fremden Kammer wieder.

"Wo bin ich?", murmelte er und entdeckte seinen Freund Dinivan, der schief zusammengesunken auf einem Stuhl kauerte und offensichtlich noch schlief. Nicht sehr bequem, wie man deutlich sah.
Malte richtete sich langsam auf und schloss gequält die Augen, bis der beißende Schmerz in seinem Kopf endlich etwas nachließ. Dafür meldete sich sein Magen auf unschöne Weise. Ihm war schlecht.
Suchend blickte er sich um. Ein Schluck Wasser könnte Abhilfe schaffen oder noch besser, ein ordentliches Frühstück. Wenn das schief ging, würde er die Bettstatt in seiner Kammer aufsuchen und drei Tage nicht mehr verlassen.

"Dinivan… mein Freund… wach auf.", sprach er den Mann vor sich an.

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Beitrag von Schattenmond am Mi Apr 22 2015, 21:00

Die ersten Sonnenstrahlen fielen der jungen Elfe ins Gesicht und kitzelte sie wach.
Trotz der aufregenden Nacht War ihr Schlaf ruhig und Traumlos geblieben. Sie öffnete die Augen und warf sich auf die der Sonne entgegen gewandte Seite, wo ihr Blick auf Schatten viel, welcher sie Erwartungsvoll anhechelte.
"Na großer."
Sie Rang sich dazu durch, sich aufzusetzen, als die Tür sich einen zaghaften Spalt breit öffnete.
"Komm ruhig rein. Wir sind wach."
Sie klang nett, nahezu liebevoll.
"Verzeiht mir, ich dachte nur, ihr solltet nicht vergessen, dass in zwei Stunden dieser Kunde kommt. Der mit dem Pferd."
"Ich Danke dir. Mach uns dreien etwas zum Frühstück, wir kommen gleich."
"Natürlich Herrin."
Minara lächelte, als Lea, so hieß das Mädchen, sie war etwa 17 Jahre alt, aus dem Zimmer schlich.
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Beitrag von Quinn am Do Apr 23 2015, 19:49

Dinivan schreckte geradezu hoch. Er schlief seit jeher nicht besonders fest und seine Position auf dem harten Stuhl hatte auch nicht gerade zu einem erholsamen Schlaf beigetragen. Gähnend rieb er sich die Augen und streckte sich kurz.
"Tut mir Leid, ich wollte eigentlich vor dir wach sein", entschuldigte er sich bei Malte während er aufstand. "Warte einen Moment, ich bin gleich wieder da", verabschiedete er sich dann kurzzeitig und lief nach unten in den Schankraum. Kurze Zeit später kam er mit einem Eimer mit klarem, frischem Wasser wieder, welchen er Malte reichte, damit dieser sich etwas frisch machen konnte. Inzwischen war das Bier, das Malte am Abend zuvor über den Kopf bekommen hatte, getrocknet, stank und klebte.
Anschließend setzte sich Dinivan wieder auf den Stuhl.
"Und, wie geht's dir?", fragte er Malte besorgt. Er würde sich wohl an nicht mehr viel erinnern können, aber diese Frage sollte er zumindest beantworten können.

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Beitrag von Miss Raten am Fr Apr 24 2015, 18:02

Malte

Das Grinsen in Maltes Gesicht, das eine blässlich-grüne Farbe anzunehmen begann, fiel etwas schief aus. Doch bevor er Dinivan antworten konnte, verließ dieser die Kammer, jedoch nur, um wenig später mit einem Eimer Wasser zurück zu kommen.
"Du rettest mich, mein Freund. Ich danke dir." Malte trank zuerst von dem kühlen Brunnenwasser, dann wusch er sich behutsam Gesicht und ein wenig auch die Haare. Die Beule schmerzte heftig, wenn er sie berührte, doch da musste er jetzt durch. Der Gestank nach schalem, abgestandenem Bier war jedenfalls ebenso wenig zu ertragen.

Das schmerzhafte Ziehen blieb in seinem Kopf, reduzierte sich aber etwas, sodass er wenigstens wieder klar sehen konnte. Auch das flaue Gefühl in seinem Magen ließ nach.

"Ach, nichts was nicht wieder in Ordnung kommt. Das wird schon und zum Glück habe ich einen harten Schädel.", erwiderte er Dinivan auf dessen Frage nach seinem Befinden. "Was mir viel mehr Sorge bereitet, ist, dass ich nicht weiß, was passiert ist. Ich erinnere mich dunkel an das Herumschnüffeln der Magiejäger, aber mehr weiß ich nicht."

Malte zuckte mit den Schultern. "Ich danke dir, dass du dich um mich gekümmert hast. Aber ich sollte heim, meine Schwester wird sich sicher schon Gedanken machen. Was hältst du davon, wenn du mit zu mir kommst und beim Frühstück erzählst, was gestern geschehen ist? Ich kann dir versprechen, dass du die leckersten Eier mit Schinken in ganz Ashala bekommst.
Oder hast du etwas anderes zu erledigen?"

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Beitrag von Quinn am So Apr 26 2015, 00:55

"Stets zu Diensten", meinte Dinivan grinsend, nachdem Malte sich bedankt hatte. Es war nun wirklich kein großer Akt gewesen, einen Eimer Wasser zu organisieren. Und ein solcher konnte einem Mann den Morgen nach einem Rausch oder einem Knock-Out durchaus erleichtern, das wusste Dinivan aus eigener Erfahrung.

"Ja, einem Dickschädel hattest du in der Tat schon immer", bemerkte er lachend, bevor er wieder ernst wurde. "Recht viel mehr ist dann auch nicht passiert, nachdem dieses Dreckspack von Magiejägern aufgetaucht ist. Aber wenn du es genauer wissen willst, dann erzähle ich es dir gerne." Bei Maltes Vorschlag zögerte er jedoch kurz. Seine Gedanken wanderten zu seinen Gildenkameraden. Zu Deorn, der sich bei seiner Rückkehr bestimmt beschweren würde, dass er auch dem ganzen Papierkram sitzen geblieben war, und zu Shad, der sich sicherlich Sorgen machen würde, wenn er so lange nicht zurück zum Dämmerweg kam. Andererseits konnte er Thia ja Bescheid sagen. Und Deorn, der sollte nicht immer rummeckern. Er hatte sowieso ein besseres Händchen für den ganzen diplomatischen Schreibkram. Außerdem machte sich just in diesem Moment Dinivans Magen bemerkbar, der nun auch schon seit fast einem ganzen Tag nichts anderes als Alkohol bekommen hatte.

Dankbar nickte er Malte zu. "Danke, ich würde gerne mitkommen. Es wird wohl auch niemandem schaden, wenn ich heute etwas später mit der Arbeit anfange", meinte er abermals grinsend, sprang von seinem unbequemen Stuhl auf und half seinerseits Malte beim Aufstehen, da er bestimmt etwas wackelig auf den Beinen unterwegs sein würde.

Nachdem sie das größte Hindernis, die enge Treppe ins Erdgeschoss, hinter sich gelassen hatten und Dinivan Thia Bescheid gegeben hatte, machten sie sich schließlich ganz gemächlich auf den Weg zu Maltes Wohnung, wobei Dinivan immer ein Auge auf diesen hatte. Nicht, dass er ihm doch noch umkippen würde.

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Beitrag von Schattenmond am So Apr 26 2015, 11:12

Ziehmlich gequält, hatte sie sich dazu durchringen können, aufzustehen und ins Esszimmer zu gehen, ein großer Raum mit einer für Lea und Minara viel zu großen Tafel.
Die junge Bedienstete hatte den Tisch mit etwas frischem Brot, Käse, zwei verschiedenen Wurstsorten und einem Stück Schinken gedeckt.
Minara setzte sich und wie jeden Tag nahmen sie ihr morgendliches Mahl eher schweigend und ohne einen Dank an einen Gott zu sich.
"Wir werden heute zur Geisterschmiede gehen, wir sind dort eingeladen. Nimm dir etwas Freizeit, mach dir einen schönen Tag."
Mit jenen Worten und einem wohlwollenden Lächeln stand sie auf und legte Lea ein paar Münzen auf den Tisch.
"Herrin, ich... "
Sie winkte ab und entfernte sich. Dieses Mädchen war so wohlerzogen und doch tat es ihr beinahe in der Seele weh, dass man diese junge Frau so gebrochen hatte. Unter ihrem Vater hatte dieses Mädchen die Zeit fast wie eine Sklavin verbracht, schließlich besaß sie nichts, außer ein Dach über dem Kopf und die Gewissheit zu jeder Mahlzeit einen reichgedeckten Tisch vor zu finden.
"Komm Schatten."
Sie hasteten durch einige Räume, bis sie über eine Tür in den für die Ortschaft recht großen Hof traten. Das Tor, welches von außen Einlass gab, ohne das Haus zu durchqueren stand bereits offen. Sie würde warten.
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Beitrag von Taku l Artworks am So Apr 26 2015, 17:45

Andre‘s Augen zuckten fieberhaft, während er sich im Schlaf in seinem Bett hin und her wälzte.

Von überall her verfolgten ihn fremde Augen. Noch immer jagten ihn die Stimmen, die ihn seit Anbeginn seiner Kindheit verfolgten.

„Verschwinde du gehörst hier nicht her, Halbblut.“

„Du verdienst es nicht zu Leben, Halbblut.“

„Stirb einfach. Du bist eine Schande für die menschliche Rasse.“


Wieso sagen diese Stimmen so etwas?
War es wegen seiner Augen?
Was konnte er dafür so geboren zu sein wie er war?
Andre erwachte schweißgebadet aus seinem Alptraum. Krankhaft krallten sich seine Hände in seine Decke, während er verzweifelt nacht Luft rangte. Es dauerte eine kurze Weile bis er sich wieder beruhigte und begriff, dass er sich in Sicherheit in seiner Schmiede befand. Sein Blick wanderte durch ein Fenster nach draußen. Der Tag hatte gerade erst begonnen.
Ein dumpfer Schmerz machte sich an seiner Stirn breit und erinnerte ihn an den vergangenden Abend. Die Platzwunde vom gestrigen Zwischenfall war weitgehend verheilt und nur noch eine schmerzende Beule war erkennbar. Andre lag sich einen Verband an, der sich wie ein Stirnband um seinen Schädel legte. Andre lachte für einen kurzen Moment in sich hinein. Mit diesem Verband musste er ein wenig aussehen wie ein von sich selbst überzeugten Fischverkäufer.

Nach kurzem innehaltem, ob er sich noch einmal hinlegen sollte, machte er sich schlussendlich im Bad fertig und ging seinem Beruf als Schmied nach. Immerhin war er der einzigste Arbeiter in der Geisterschmiede und seine Arbeit erledige sich ja nicht von alleine.

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Beitrag von Adrian Kane am Di Apr 28 2015, 06:35

Manchmal war es besser seine Gefuehle einfach auszuschalten. Der Myl’ir blinzelte nachdenlich gegen die Sonne und bog in eine duestere Nebenstrasse ein. Diese Moenche oben im Norden, manche, so sagte man, haben durch Jahre der Meditation jegliche Gefuehle abgelegt, fast so gut wie Tau, Lorac musste unweigerlich grinsen, ja aber nur fast. Schmerz zuckte durch seine Schulter, liess ihn stolpern und taumeln waehrend er spuerte wie durchaus geschickte Finger nach seinem Geldbeutel fischten. Der junge blonde Kerl, den er einen Herzschlag spaeter mit festem Griff am Handgelenk gepackt hatte war vielleicht gerade mal 15 Jahre alt, schmutzig und roch nach Fisch und einer Spur Faekalien. Junge Menschen, vor allem maennliche, gingen ihm gehoerig auf die Nerven. Nachdenklich starrte der Dunkelhaeutige seinen zappelnden und fluchend Fang etwas laenger an befor er ihn mit einem „Verpiss dich“, gegen die naechstbeste Hauswand warf.

Rauer war es geworden, das Hafenviertel. Weniger Handel, weniger Waren, mehr Arbeitslose. Angeekelt klopfte sich der Myl’ir Staub und etwas Dreck von seinen Klamotten und nahm wieder Kurs auf sein Ziel. Warum er dorthin ging konnte er freilich nicht genau sagen, oder zumindest war es ihm in diesem Moment fast unmoeglich klare Gedanken zu fassen und so schritt er mit der Entschlossenheit eines Schlafwandlers ohne weitere Zwischenfaelle durch die Pforten des „Roten Hahns“, wo ihm sogleich stickige, alkohol und schweissgeschwaengerte Luft entgegenschlug. Die Atmossphaere unterschied sich deutlich von der „Feder“, generell lag mehr Gewaltbereitschaft und eine Idee moralischen Verfalls in der Luft.

Obschon der Tag noch jung war, hatten sich schon einge der hiesige Stammgaeste fuer ein fruehes Getraenk in der Bar im Erdgeschoss eingefunden. Die Meisten waren, er korrigierte sich als er langsamen Schrittes durch den schummerig beleuchteten Raum schritt, alle waren Menschen. Sicher, hin und wieder hatte er hier den ein oder anderen Elf oder einen seinen Rasse gesehen, heute aber war er allein und die Blicke vieler Maenner sprachen Baende. Egal. Mit einer Seelenruhe nahm er auf einem freien Barhocker platz und bestellte sich einen Schnaps. Wie schwere Watte lage der Morgentau noch zwischen seinen Ohren, ein gutes Gefuehl, ein sehr gutes. Es beruhigte ihn. Was gut war, den sonst haette er womoeglich eine seiner Handmusketen gezogen als ein grosser, baertiger Mensch sich neben ihm aufbaute. Der Schnaps schmeckte gut, eigentlich genausogut wie das Zeug von Bramir oder Bromir oder wie sein Name auch war. Der Dunkelhaeutige nahm einen weiteren Schluck waehrend er das Gebrabbel des huenenhaften Mannes neben ihm voellig ausblendete. Eine muskuloese Hand griff nach seiner Schulter, wurde jedoch von einer anderen, weiblichen abgefangen. Ihre Stimme klang so suess und verfuehrerisch wie immer und es dauerte nur wenige Augenblicke bevor der betrunkene Angeber mit eingezogenem Schwanz an den Tisch seiner Kumpels zurueckkehrte. Lorac befeuchtete sich nachdenklich die Lippen, auf denen noch eine Spur des Alkohols lag. Dann drehte er sich um. Diese Augen. Es waren immer die Gruenaeugigen. „Esma“, sagte er mit einem Nicken und war ueberrascht wie klar seine Stimme klang. Sie sah hinreissend aus. Die kupferroten Haare spielten im perfekten Einklang mit den dunkelroten Klamotten und den hohen, schwarzen Stiefeln. Nicht schlecht fuer eine Menschenfrau zumindest.

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Beitrag von Miss Raten am Mi Apr 29 2015, 11:12

Malte

Der Weg nach Hause war nicht allzu weit, dennoch war Malte froh, Dinivan bei sich zu haben. Ihm schwindelte mehrmals und ganz traute er seinen Beinen nicht über den Weg. Der Schlag, der ihm von diesem verdammten Magierjäger verpasst worden war, muss wohl doch ziemlich heftig gewesen sein. Dennoch tat ihm die frische Morgenluft gut, vor allem wegen des üblen Geruchs, der ihm anhaftete.

Sie hatten ihr Ziel erreicht und Malte öffnete die Haustür. Die untere Etage beherbergte zwei Räume, die durch einen schmalen Flur, in dem sich auch die enge Treppe nach oben befand, voneinander getrennt wurden. In dem größeren Raum befand sich die Schreinerwerkstatt, in dem kleineren die Wohnküche mit dem großen Kamin, der einerseits für Wärme sorgte und andererseits als Kochstelle diente.
Hier hinein bat Malte Dinivan, gleichzeitig schlich sich ein breites Grinsen in sein Gesicht. Nicht nur, dass es verführerisch nach gebratenem Schinken roch, nein, der große Tisch war auch einladend mit einer großen Pfanne Rührei, verschiedenen Sorten Fruchtmus, Käse und guter Butter gedeckt. Auch ein großer Leib frisch gebackenes Brot fehlte ebenso wenig, wie heißer Kräutertee und Wasser. Das Einzige, was nicht da war, war….

"Fine, wo steckst du? Ich habe Besuch mitgebracht." Malte hatte den Kopf zur Tür hinaus gesteckt und in den Flur gerufen. Dann blickte er wieder zu Dinivan und zuckte mit den Schultern.
Im nächsten Moment sauste eine Gestalt um die Ecke, nur um genau in den gerade erwähnten Besuch zu rennen. "Da ist sie ja!", lachte Malte. So war seine Schwester, immer für eine Überraschung gut.



Fine

Fine kam gerade vom Abtritt, der sich auf dem Innenhof befand und wo sie ihre Notdurft verrichtet hatte, zurück. Sie hatte Geräusche im Haus gehört und flitzte los, um ihren Bruder zu begrüßen. Hastig schoss sie um die Ecke….

Rumms… wo kam denn diese atmende Wand her?

Verblüfft blickte Fine an dem Mann nach oben. Malte war das nicht, der ihr im Weg gestanden hatte. Nein, es war…
"Ddddu… oh….", stotterte sie. Ihr erschrockener Blick huschte zu ihrem Bruder und dann wieder zurück. Hatte Dinivan sie doch verraten und wusste ihr Bruder jetzt von ihrer verborgenen Seite? Aber er war doch auch ein Dieb oder hatte sie das falsch verstanden? Und was hatte er überhaupt mit Malte zu schaffen?



Mikkel und ein bisschen Titus

Das hatte verflucht weh getan. Mikkel wünschte den Myl´ir in die Finsterste aller Höllen, wo er die Grausamsten aller Folter erleiden sollte, die man sich vorstellen konnte. Nachdem er vergeblich nach dessen Geldbeutel getastet hatte, war er von diesem gegen die nächstbeste Häuserwand geschleudert worden, was seine klapprigen Knochen bis ins innerste Mark erschütterte. Kein Quäntchen Fett polsterte den Aufprall ab und so sackte der Bengel heulend auf den dreckigen Boden der Gasse. Schnodder lief ihm aus der Nase, den er teils ableckte, teils wieder hochzog. Den Rest wischte er mit dem Ärmel seines vor Schmutz starrenden Hemdes ab. Aber es war hier zu ungemütlich, um hocken zu bleiben und sich seinem Elend zu ergeben und so erhob er sich und machte sich auf den Weg zum „Hahn“, den er durch die nach hinten gelegene Küche betrat. Natürlich erzählte er dort lautstark, gegen welche Übermacht er hatte ankämpfen müssen, zeigte mit mitleidserregender Miene die Hautabschürfungen und Prellungen an Schulter und Rücken. Doch so ganz schienen die Anderen ihm nicht glauben zu wollen und so begab er sich beleidigt in den Schankraum, um ein Bier abzustauben.

Aber wen musste er da erblicken? Da saß doch dieser Myl´ir von vorhin, der ihn auf so schäbige Weise um seine erhoffte Beute gebracht hatte!

Mikkel schob sich zu Titus durch, deutete nur auf den Myl´ir, der einen Tisch weiter saß und machte das Zeichen des Halsdurchschneidens. Bevor dessen fleischige Hand jedoch nach dem Mann greifen konnte, schob sich die schöne Chefin des Hauses dazwischen. Ein Blick von Esma genügte und Titus zog seine Hand zurück, während ein weiterer Mikkel das Weite in Richtung Küche suchen ließ.


Esma

Esma hatte schon von Mikkels Missgeschick gehört, ihre Vögelchen, die überall im Distrikt verteilt waren, hatten es ihr geflüstert. Als der Bursche jetzt im Gastraum Titus auf den Myl´ir hetzen wollte, war es an ihr, dazwischen zu gehen. Sie duldete so etwas in ihrem Haus nicht, wenn sie es nicht angeordnet hatte. Und sollte Magnus davon erfahren, konnte sich Mikkel einer ordentlichen Tracht Prügel gewiss sein.
Lorac Chevynn weilte nicht zum ersten Mal in ihrem Haus, dennoch hatte sie noch nicht herausfinden können, was er hier wollte, denn zu den Mädchen ging er nicht. Gut, er war kein Mensch und die Leute seiner Art sahen meist von oben auf die menschliche Rasse herab, geschweige denn, dass sie sich mit ihnen einließen. Trotzdem war er immer mal wieder hier aufgetaucht, hatte etwas getrunken, manchmal auch etwas verzehrt, aber keine Geschäfte gemacht, welcher Art auch immer. Es wurde Zeit, hinter seine Absichten zu kommen. Falls es denn welche gab.

"Lorac Chevynn, ich begrüße dich in meinem Haus." Esma sprach mit weicher Stimme, der ein besonderes Timbre anhaftete, das den Männern zumeist eine Gänsehaut über den Rücken jagte. Ihre Finger glitten sanft über den Nacken des Myl´ir, als sie sich um seinen Stuhl und dann katzenhaft geschmeidig auf seinen Schoß schob. Das Grün ihrer Augen schien sich zu intensivieren, als sie sich leicht zurück gegen den Tisch lehnte und einen Blick auf ihr Dekolletee bot, das von ihrer halb geöffneten Bluse gerade soweit bedeckt war, um die Fantasien des Betrachters in Ganz zu setzen.
"Besondere Gäste verlangen besondere Aufmerksamkeit. Was kann ich für dich tun? Mädchen, so viel du willst, Spiele, den besten Wein, den du hier für Münzen bekommen kannst… kurzum, was dein Herz begehrt."
Esma nahm einen Schluck aus ihrem Becher, den sie in ihrer Rechten hielt und der mit einem leicht mit Morgentau versetztem Wein gefüllt war und über dessen Rand sie den Mann fixierte. "Oder begehrst du das eigene Geschlecht? Ich kann dir versichern, auch dafür ist gesorgt."
Lorac reizte sie und sie wollte, nein, sie musste mehr über ihn erfahren.


Zuletzt von Miss Raten am Fr Mai 01 2015, 13:28 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Beitrag von Quinn am Mi Apr 29 2015, 22:38

Malte hatte wirklich nicht übertrieben, was das Essen betraft. Zumindest duftete es schon einmal köstlich. Und wenn es dann auch noch genau so schmecken würde, dann wären das wirklich die leckersten Eier mit Schinken, die Dinivan jemals in seinem Leben gegessen hatte. Wobei seine Meinung, was gut schmeckte und was nicht, sehr subjektiv war. Für ihn schmeckte eigentlich alles gut. Schließlich kam er aus sehr armen Verhältnissen, da hatte er gelernt das zu schätzen, was er hatte - und das war wirklich nicht viel gewesen. Und auch wenn es ihm heut zu Tage an Geld nicht mangelte, so lebte er dennoch weiterhin recht einfach, im Vergleich zu manch anderen Nachtigallen. Er war eben einfach mit diesem Leben aufgewachsen und hatte sich daran gewöhnt. Außerdem gab es noch so viele andere, denen das Geld besser nutzte, als ihm. Dinivan kannte einige der Armen und Bettler. Schließlich war er als einer von ihnen geboren worden und aufgewachsen. Und auch jetzt fühlte er sich immer noch als einer von ihnen. Und wenn er ihnen auch nur auf irgendeine Weise helfen konnte, dann war Dinivan gerne bereit, dafür selbst zurückzustecken.

Maltes Rufen holte Dinivan aus seinen Gedanken zurück. Fine... Ja, jetzt wo Malte es erwähnte, kehrte die Erinnerung zurück. Malte und Fine... Und noch ein Dritter... Thorn. Doch Thorn war nicht mehr am Leben, wie Malte ihm einmal erzählt hatte... Abermals wurde Dinivan aus seinen Gedanken gerissen, diesmal jedoch auf etwas unsanftere Weise, als eine kleine Gestalt um die Ecke bog und geradewegs in ihn hinein rannte. Der Stoß kam zwar unerwartet, doch Dinivan fing sich sofort wieder - zumindest was das Gleichgewicht betraft. Denn verblüfft stellte er mit einem Blick nach unten fest, dass Maltes Schwester Fine niemand geringeres war, als das Mädchen, welches ihn am Abend zuvor hatte bestehlen wollen und dem er einen Platz in der Gilde angeboten hatte. Doch die Verblüffung zeigte sich nur für einen Sekundenbruchteil auf seinem Gesicht. Sofort setzte er wieder seine ausdruckslose Maske auf, die nichts darüber verriet, was in ihm vorging. Und in ihm ging in diesem Moment eine ganze Menge vor.

Jetzt erinnerte er sich wieder, wieso ihm das Mädchen so bekannt vorgekommen war. Sie waren sich schon öfter über den Weg gelaufen, daran hatte Dinivan von Anfang an keinen Zweifel gehabt, aber er wäre nie darauf gekommen, dass Malte dabei eine Rolle spielte. Aber jetzt, da er es wusste, waren die Erinnerungen wieder glasklar.
Aber das machte die Sache nicht gerade einfacher. Nun, da diese Frage beantwortet war, türmten sich nur noch weitere auf.
Ersten: Wusste Malte vom Doppelleben seiner Schwester? Höchst wahrscheinlich nicht, sonst hätte Malte sicher schon einmal mit ihm darüber gesprochen, da er ja wusste, dass Dinivan sich auf diesem Gebiet auskannte.
Zweitens: Sollte er Malte davon erzählen? Nein. Diebe verrieten einander nicht, egal an wen. Wenn Fine gewollt hätte, dass Malte davon wusste, dann hätte sie es ihm bestimmt gesagt. Dinivan würde nichts verraten. Das war schließlich ihre Sache.
Und Drittens: Wie sollte er sich nun Fine gegenüber verhalten? Das war wohl die schwierigste Frage. Auf jeden Fall wäre es wohl besser, nichts über gestern Abend zu erwähnen. Am besten war es wohl, den ganzen Diebes-Teil nicht zu beachten. Das würde zwar nicht gerade einfach werden, aber Dinivan war in dieser Sicht kein Anfänger. Er war gut darin, sich nichts anmerken zu lassen, und das betraf nicht nur seine Gestik und Mimik.

Fine also... Er musterte sie einmal von oben bis unten. In diesem Licht konnte er sie besser erkennen, als im schummrigen Licht der Feder. Malte hatte nicht gelogen, hübsch war sie wirklich. Schlanke, eher sportliche Statur, schöne, fast schwarze Haare und graue Augen, in denen immer ein leicht trotziger Ausdruck lag. Nur nicht in diesem Moment. Innerlich musste Dinivan grinsen. Nun hatte er es zum zweiten Mal in zwei Tagen geschafft, sie vollkommen aus dem Konzept zu bringen. Das verrieten ihm wieder einmal ihre Augen.

In seinen hingegen konnte man nichts erkennen, als er schließlich wieder eine lockere Haltung einnahm und sich ganz leicht in Fines Richtung verneigte.
"Hallo Fine. Freut mich, dich wieder zu sehen", sagte er in ruhigem, freundlichem Ton, wobei er das "wieder" besonders betonte. Malte dürfte das gar nicht auffallen, doch Fine würde seine Anspielung bestimmt verstehen. Er warf ihr ein herzliches Lächeln zu, gab ihr jedoch gleichzeitig mit einem mahnenden Blick zu verstehen, dass es besser wäre, den gestrigen Abend vorerst weitestgehend zu ignorieren.

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Beitrag von Adrian Kane am Fr Mai 01 2015, 03:18

Fuer den Bruchteil einer Sekunde weiteten sich seine raubtierhaften Pupillen in schwarze Abgruende, welche den Anblick der Frau foermlich zu verschlingen schienen. Ein Laecheln umspielte seine Lippen als sich der Schuppenhaeutige innerlich zu Ordnung rief. Sie war gut, sehr gut sogar. Es wuerde ihn wenig wundern, wenn hier jeder Kerl mit intaktem Geschlechtsorgan gehorsam wie ein Huendchen nach ihrer Pfeife tanzte. „Nun“, begann er im lockeren Plauderton und griff dabei beilaeufig nach Esmas Weinbecher, entwand ihn sanft aber bestimmt aus ihren Fingern und fuehrte ihn an seinen eigenen Mund, wobei er ihn unter dem wachsamen Blick der Gruenaeugigen so drehte, dass er von der Stelle trank, an welcher sie angesetzt hatte. Schliesslich war die Dame nicht die Einzige, die Spielchen spielen konnte.

„Erlaube mir zunaechst, dir zu deinem hervorragenden Geschmack zu gratulieren“, sprach er mit einem angedeutenden Grinsen, welches offen liess, ob er ueber den Wein oder etwas anderes redete. Der rote Rebensaft war tatsaechlich hervorragend und die Idee, ihn mit Tau zu mischen schien ihm so, zivilisiert, besser als sich das Zeug einfach so reinzufahren. Begleitet von einem dankbaren Nicken reichte der Myl’ir den Behaelter schliesslich an seine Besitzerin zurueck. „Der Kleine gehoert zu dir?“, nachdenklich wischte sich Lorac mit der Daumenspitze etwas Wein vom Mund. „Talentiert, aber das Anrempeln“, er schuettelte halb-theatralisch den Kopf, „zu klassisch. Wie dem auch sei“, er bekam einen frischen Schnaps vorgesetzt und nickte erneut, „Der Vorfall ist bereits vergessen. Wir alle muessen sehn wo wir bleiben heutzutage.“

Ein paar Herzschlaege lang erlaubte er seinen Augen ueber die Raender des Dekolletees zu wandern bevor er erneut sprach: „Mein Herz begehrt allerlei Dinge“, ihr Blick fing den seinen ein und es kostete ihn eine gehoerige Portion Willensanstrengung sich wieder von diesen gruenen Sirenengesaengen abzuwenden. „Ich wuerde gerne jemandem“, seine Miene verfinsterte sich fuer mehrere Atemzuege, „mit dem ich und auch ein paar“, er suchte nach der rechten Umschreibung, „nun ‚Vogelfreunde‘, Geschaefte zu machen pflegten eine private Nachricht zukommen lassen“, er schenkte ihr ein sein unschuldigstes Laecheln.

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Beitrag von Miss Raten am Fr Mai 01 2015, 10:12

Fine und Malte

"Hallo Fine. Freut mich, dich wieder zu sehen"

Fines Gedanken überschlugen sich panisch und so sehr sie sich um eine gleichgültige Miene bemühte, sofern das überhaupt in dieser Situation möglich war, verrieten sie doch ihre Augen, die noch immer erschrocken an Dinivan hafteten. Sie hatte instinktiv bei dem Zusammenprall ihre Arme gehoben und so lagen ihre Hände noch immer auf seiner Brust, die sie nun, als sie dessen gewahr wurde, hastig zurückzog. Und das, ohne in seine Taschen zu greifen, was ihr sagte, wie durcheinander sie gerade war.

…dich wieder zu sehen….
Wieder….
WIEDER!!!!


Ihr war nicht entgangen, dass Dinivan die Betonung auf genau dieses Wort gelegt hatte und endlich fügten sich die einzelnen Teile in ihrem Kopf zu dem richtigen Bild zusammen. Er spielte nicht auf ihre Begegnung am gestrigen Abend an, er hatte sie auch nicht verraten und nun kam auch sie darauf, wieso sie das unbestimmte Gefühl gehabt hatte, ihn irgendwoher zu kennen.
Das war Dinin, Maltes Freund!!! Sie war ihm ein paar Mal in der Schreinerei begegnet, doch sie hatte sich nie um andere Leute geschert und so war Dinivan nur ein Besucher oder Kunde ihres Bruders gewesen.

"Ich bin so ein Trottel.", murmelte sie zerknirscht, während sie immer wütender wurde. Zu allererst auf sich, doch dann richtete sich dieses Gefühl gegen den Mann, der das ganze Dilemma und Chaos in ihr verursacht hatte. War ja auch viel einfacher so und sie fühlte sich spontan besser. Wenn er sie nur nicht so intensiv ansehen würde. Diese Blicke aus diesen blaugrauen Augen ließen ihre Knie weich werden. Dabei war er nicht einmal ein sonderlich hübsches Mannsbild. Groß, schmal, mit blonden, leicht wüsten Haaren, die irgendwie danach schrien, dass man mit den Fingern hindurch fuhr, ein blasses Gesicht mit weichen Lippen… zum Barbier könnte er auch mal wieder gehen….
Wieder zwang Dinivans Blick ihren irgendwie in seinen. Fine wurde rot… und noch wütender und hätte sie es gekonnt, hätten ihre Blicke Dolche in seine Richtung geschleudert und ihn so auf und nieder gemeuchelt. Mindestens.

Und wer macht dann den Dreck hier weg?, ertönte die gelangweilte Stimme in ihrem Hinterkopf. Fine knurrte genervt auf.

"Schön, auch dich wieder zu sehen, Dinivan. Nimm doch Platz.", antwortete Fine endlich, allerdings mit vor Hohn triefender Stimme.
Nur der Verfassung ihres Bruders war es zu verdanken, dass dieser nichts davon mitbekam. Als Fine sich ihm nun endlich zuwandte, überdeckte die Sorge um ihn für den Moment alles andere. Dieser wehrte allerdings ab und so ließ sich Fine beim Essen erzählen, was am letzten Abend passiert war. Dass sie selber ebenfalls in der "Feder" gewesen war und ihre eigenen Erfahrungen mit den Magierjägern gemacht hatte, verschwieg sie wohlweislich. Und dass sie kein Wort wegen der Begegnung mit Dinivan verlor, verstand sich von selbst.

Malte ging es dann doch nicht so gut, was das Frühstück abkürzte. Auf Fines Drängen hin suchte er seine Kammer auf, um sich zu waschen und dann hinzulegen und auszuruhen.
Dinivan hatte sich zwischenzeitlich für das Frühstück, das ihm offensichtlich sehr gemundet hatte, bedankt, dann verabschiedet und verließ gerade das Haus, als Fine ihm hinterhereilte. Vor der Tür packte sie ihn am Ärmel und zog ihn herum. Ihre Wut war noch nicht verraucht und konzentrierte sich jetzt in vollem Umfang auf den Mann, der dieses Chaos in ihr Leben brachte.
"Duuuuu… du du du Lügner, Betrüger… duuuuu….", schimpfte sie los und boxte gegen seine Brust. "Du hast doch genau gewusst, wer ich bin. Warum hast du dich nicht gleich zu erkennen gegeben? Was spielst du da für ein Spiel?"

Fine war außer sich und kam nicht im Entferntesten darauf, dass etwas an ihren Rückschlüssen falsch sein könnte.






Esma


Irgendetwas Besonderes ging von diesem Mann aus, das sich Esma nicht erklären konnte, sie aber nur noch mehr reizte. Auch wenn sie sich des Gefühls nicht erwehren konnte, dass sie besser ihre Finger von ihm lassen sollte. Vielleicht irrte sie sich aber auch und ihre Sinne, auf die sie sich trotz des leichten Genusses von Morgentau sonst immer verlassen konnte, spielten ihr einen Streich – ein Gefühl, das sie so noch nicht kennen gelernt hatte.
Esma´s Lider flatterten kurz und die feinen Nasenflügel erbebten, als ihr Blick tief in den des Myl´ir eintauchte, während sich die feinen Härchen in ihrem Nacken auf erregende Weise aufstellten. Ihre vollen Lippen öffneten sich leicht und ihre Zungenspitze glitt über sie, um sie zu befeuchten. Auch ihr Hals war urplötzlich trocken.

Nur einen Wimpernschlag später atmete sie kaum merklich durch und schon umspielte das gewohnt überlegene, leicht arrogant wirkende Lächeln ihre Lippen und sie griff nach ihrem Becher, den der Myl´ir ihr zurückgab, um erneut daraus zu trinken. Auch sie tat es nun an der Stelle des Kelchs, die seine Lippen berührt hatten.

Als der Myl´ir ihr grinsend zu ihrem Geschmack – woraufauchimmer er anspielte - gratulierte, warf sie leise lachend den Kopf in den Nacken, dass ihre kupferroten, langen Flechten sich über den Tisch ergossen. Für einen Augenblick fühlte sie sich frei und wie auf den Schwingen eines riesigen Adlers, der hoch oben am azurblauen Himmel seine Kreise zog, während er überlegen auf den Rest der Welt herab blickte.
Jedoch holte sie die Realität schnell auf den Boden der Tatsachen zurück, denn die Bemerkungen über die kleine Made Mikkel ärgerten sie sehr. Nicht wegen des Myl´ir, sondern weil der Bursche sich so dumm und ungeschickt angestellt hatte. Sie würde mit Magnus später ein ernstes Wort über Mikkel reden. Es war nicht das erste Mal, dass es Ärger wegen ihm gab.

Esma nickte nur, Lorac hatte alles dazu gesagt und die Sache war für ihn erledigt. Für sie war sie das ebenso, also fast. Nur für Mikkel nicht. Aber das hatte Zeit.

Der Myl´ir betrachtete sie erneut intensiv und das Lächeln auf Esmas´s Lippen vertiefte sich. Ihre Linke lag noch immer auf seiner Schulter und sie begann, sanft seinen Nacken zu kraulen. Sie hörte dem Mann zu, denn sie hatte das Gefühl, dass das, was er jetzt preisgab, ihm wichtig sein könnte und sie in ihrem Bestreben, hinter die Beweggründe seines Hierseins zu kommen, weiter brachte.
Aaaah… so langsam ließ er die Katze aus dem Sack.
"Nachrichten zu überbringen sind, nun ja, eine besondere Spezialität von mir. Es gibt es keinen Auftrag, der nicht erledigt werden kann. Von nur einer Nachricht überbringen bis zum plötzlichen Ableben des Adressaten, nachdem ihn der Wortlaut erreicht hat… nun, es ist lediglich eine Frage des Preises. Sag also ruhig genau, was ich für dich tun kann.", bot sie Lorac noch einmal an. Natürlich offerierte sie ihm so, dass bis hin zum Mord jeder Auftrag möglich war und auch prompt erledigt wurde. Die Gefahr hielt sich für sie allerdings in Grenzen, denn sie befand sich hier auf eigenem Terrain und Lorac gehörte ganz sicher nicht zu den Häschern und Wachen des Distriktes.
Der wirkliche Hintergrund für ihre Offenheit war jedoch ein anderer. Lorac spielte unmissverständlich auf ihre Erzfeinde die „Nachtigallen“ an und wenn sie ihr Instinkt nicht täuschte, hatte er eine Rechnung mit einem aus dieser Drecksbande offen. Schon das allein war Grund genug, sich den Interessen dieses Mannes näher anzunehmen.
Und noch ein Gedanke setzte sich in ihrem Kopf fest: Sollte sich das bewahrheiten… nun, sie sollte Lorac vielleicht ein Angebot machen, das er nur schwer ablehnen konnte. Es wurde Zeit, sich an den Nachtigallen für die einst erlittene Schmach zu rächen.

"Trügt mich mein Eindruck oder bist du wirklich nicht gut auf gewissen gefiederte Freunde zu sprechen?" Esma lächelte honigsüß zurück.

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Beitrag von Schattenmond am Fr Mai 01 2015, 15:15

Es war gut gewesen, bereits etwas früher mit ihrem Gast zu rechnen.
Mitlerweile hatte sich Schatten neben der Hauswand postiert und döste etwas im warmen Sonnenlicht. Über seinem Rücken ausgebreitet lag der Mantel der Herrin. Ihre sonst zusammengezurrten Haare, fielen frei an ihrem Körper herab und statt der engen Kleidung, die sie sonst so trug, hatte sie nun ein schlichtes schwarzes Kleid an, welches jedoch nach unten hin etwas weiter auseinander fiel. Auch besaß es kaum Ausschnitt. Um die Taille herum war ein rotes Band gebunden, eben jenes Farbenspiel war auch an den weiten Ärmeln aufgegriffen worden, deren Saum in dem gleichen Rotton gewählt worden war.
Selbst die Kette hatte sie abgelegt und dem Hund um den Hals gebunden, gerade rechtzeitig, bis sie das wohlbekannte Geräusch von Pferdehufen vernahm.
Sie setzte ein offenes freundliches Lächeln auf.
Dann bog ein Mann in den Hof ein, ein großes braunes Pferd hinter sich her führend, welches sich abschätzend nach allen Seiten umsah, ansonsten jedoch entspannt wirkte.
Der Kunde selbst war eben ein typischer Mann höheren Standes, gut gekleidet, auffällig gut und übertrieben höflich, als er auf sie zutrat und sie begrüßte.
"Nun, die Freude ist ganz meiner Seits, mein Herr."
Und dann hatte sie sich auch schon von ihm abgewand und lies das Pferd kontakt aufnehmen.
"Nun, er sieht ruhig aus, was also treibt Euch zu mir?"
Sie hatte jede ihrer Bewegungen, selbst den Klang ihrer stimme genauestens bemessen. Geradezu wie eine Lady verhielt sie sich, als hätte sie mit ihrem Mantel eine andere Indentität abgelegt.
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Beitrag von Quinn am Fr Mai 01 2015, 17:14

Dinivan hatte nicht damit gerechnet, dass Fine ihn einfach so gehen lassen würde. Dafür war sie viel zu aufgewühlt und es gab noch zu viele Fragen, die geklärt werden mussten. Daher überraschte es ihn auch nicht, dass ihn nun zur Rede stellte. Jedoch hatte er gehofft, das Ganze würde etwas ruhiger und kontrollierter ablaufen.
Ruhig ließ er Fines Anschuldigungen über sich ergehen, ohne auch nur einen Anflug von Emotionen zu zeigen. Irgendwie konnte er sie ja verstehen. Ihre ganze Welt war innerhalb von ein paar Stunden auf den Kopf gestellt worden. Natürlich war sie unglaublich wütend. Und nun suchte sie nach irgendeiner Art Ventil, um sich selbst nicht eingestehen zu müssen, dass sich ihre gesamte Wut in Wahrheit gegen sie selbst richtete.

Mit einer einzigen plötzlichen, fließenden Bewegung hatte Dinivan erneut Fines Hände gepackt. Wie auch am Abend zuvor kam die Aktion zu plötzlich, als dass Fine ihre Hände hätte rechtzeitig zurückziehen können. Dinivan nutze diesen Moment der Verwunderung wiederum geschickt aus, um Fine aus dem Gleichgewicht zu bringen, und sie nach hinten gegen die Hauswand neben der Tür zu drücken, vor der sie ihn aufgehalten hatte. Ihre Hände hielt er jeweils seitlich neben ihren Kopf an die Wand gedrückt. Er selbst verlagerte sein ganzes Gewicht auf sein linkes Bein, sodass er mit dem rechten mögliche Tritte von Fine abwehren könnte. Denn sie würde garantiert nicht gerade glücklich darüber sein, nun erneut völlig in seiner Gewalt zu sein.

"Zu hitzköpfig", zischte er ihr leise, aber scharf zu. "Gestern hattest du dich besser im Griff. Würdest du nachdenken, bevor du handelst, dann könnten wir das hier ganz sachlich wie zwei normale erwachsene Menschen klären. Aber so lässt du mir keine andere Wahl." Seine Stimme war vollkommen ruhig, doch in seinem Blick lag ein bedrohliches Funkeln.
"Ich bin also der Lügner und spiele ein Spiel? Hast du nicht selbst Malte die ganze Zeit belogen? Ihm vorgespielt etwas zu sein, was du nicht bist? Ihm vorenthalten, wer du wirklich bist? Wahrheit und Lüge ist etwas sehr subjektives. Selbst eine Lüge kann zur Wahrheit werden, wenn man nur ein paar bestimmte Fakten beiseite lässt. Aber du kannst mir glauben, wenn ich dir sage, dass alles, was ich gestern zu dir gesagt hatte, ehrlich war. Ich lüge nur, wenn es sein muss."

Nach diesen Worten wurde sein Blick etwas weicher und er lockerte seinen Griff um Fines Hände. "Ich habe wirklich nicht gewusst, dass du Maltes Schwester bist. Natürlich sind wir uns schon begegnet, und auch dein Gesicht kam mir schon gestern Abend bekannt vor, doch konnte ich das ihn keinen Zusammenhang bringen. Und du offensichtlich auch nicht, denn auch du hast mich nicht erkannt. Und wahrscheinlich hattest du auch viel zu sehr mit deinen Gefühlen zu kämpfen."

Sein Blick wurde noch weicher, fast schon sanft. "Ich weiß genau, wie du dich fühlst. Du fühlst dich verraten und in deinem Stolz verletzt und das macht dich wütend. Wütend auf dich selbst. Und nun projizierst du deine gesamte Wut auf mich, auf denjenigen, den du für all das verantwortlich machst. Natürlich ist es kein schönes Gefühl, beim Diebstahl erwischt zu werden. Aber ich finde, du kannst dich glücklich schätzen, dass du an mich geraten bist. Sonst wäre das Ganze für dich wohl nicht so glimpflich ausgegangen. Ich kannte einen Jungen, der ebenfalls beim Diebstahl erwischt wurde. Der Mann, den er beklauen wollte, zerrte ihn in eine Seitengasse und verprügelte ihn so lange, bis er nicht einmal mehr aufstehen konnte. Danach blieb der Junge drei Tage lang in dieser Gasse und rührte sich nicht. Zum einen, um sich von seinen Verletzungen zu erholen und zum anderen, um seine Verzweiflung und seine Wut in den Griff zu bekommen. Aber er war nicht wütend auf den Mann, der ihm das angetan hatte - er war wütend auf sich selbst. Wütend auf seinen eigenen Fehler, der ihn in diese Situation gebracht hatte. Wütend auf seine Verletzbarkeit. Doch er hat es geschafft, darüber hinweg zu kommen. Und ich bin mir sicher, dass du das auch kannst. Also beruhige dich und sieh das Ganze mal aus einem anderen Blickwinkel, auch wenn es dir vielleicht schwer fällt."

Endlich ließ er ihre Hände komplett los und trat einen Schritt zurück. Dort verschränkte er die Arme und musterte Fine dann nachdenklich. "Aber dass du Maltes Schwester bist, macht alles nur noch komplizierter. Denk noch einmal gut über mein Angebot nach. Malte ist ein guter, aufrichtiger Kerl. Er sollte nicht auch noch seine Schwester verlieren."

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Beitrag von Schattenmond am Fr Mai 01 2015, 17:56

Der Mann lächelte und tätschelte dem großen Kerl ein wenig den Hals.
"Schon, ja, aber er beißt, sobald ich aufsteige."
Sie zog eine Augenbraue hoch. "Könntet Ihr mir zeigen, was genau passiert? Er scheint Euch eigentlich zu mögen"
Natürlich war es jetzt nicht unbedingt die feine Art, jemanden aufzufordern, etwas gefährliches zutun, aber wenn man nunmal ein schwewiegendes Problem hatte, musste man nach ihren Regeln spielen, um es zu beheben und tatsächlich schwang sich der Mann, er war recht dünn und konnte nicht viel Gewicht besitzen, auf das Tier.
Der große wurde unruhig, sie griff nach dem Zaumzeug und versuchte ihn einige Meter zu bewegen. Er schien wiederwillig, folgte ihr erst zögerlich und riss sich dann mit einiger hastigen Handbewegung aus ihrem Griff, um nach den Beinen des Reiters zu schnappen, wobei eine hektische Bewegung des angegriffenen, das ganze ins leere laufen lies.
"Hmm, Ihr könnt absteigen."
Weitere Angriffe blieben aus, der Reiter lies sich hinunter.
Zielstrebig trat sie an den Sattel heran und löste diesen, um ihn fast etwas unbeholfen hinab zu hiefen.
"Ziehmlich schwer, Euer Sattel..."
Sie griff an die Stelle, auf welcher der Sattel gelegen hatte und striche diese vorsichtig entlang. Schon in diesem kleinen Moment zuckte das Pferd leicht zusammen.
"Der Sattel tut ihm weh, lasst einen neuen Sattel anpassen. Euer Sattel passt nicht und drückt ihn so sehr, dass er schmerzen hat. Das wird auch sobald nicht aufhören. Die nächsten Tage solltet Ihr ihn nicht reiten, ansonsten schient zwischen Euch und Eurem Pferd alles in Ordnung zu sein."
Sie lächelte aufmunternd.
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