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Beitrag von Chirda am Mo Jul 27 2015, 21:57

„Verdammte schei...“ erst im letzten Moment erinnerte sich Helena an ihre guten Manieren und schluckte den Rest ihres Fluches herunter. Sie hielt ihren Finger ins Licht und betrachtete den langen Kratzer darauf, abgeschrammte Haut und ein paar kleinere Blutstropfen. Kaum der Rede wert, doch bedachte man woran sie sich verletzt hatte, wäre wohl eine Desinfektion oder wahrscheinlich gleich besser eine Amputation angebracht. Mit einem unverhohlen wütenden Stirnrunzeln betrachtete sie die dumme Schraube, die direkt an ihrer Schalttafel herausschaute. Nur eine kleine Schraube und dennoch ein deutlich sichtbares Symptom, des durch und durch kranken Schiffes. Man brauchte nicht einmal danach zu suchen und fand überall Spuren von Rost, halbherzig übermalt. Zweimal war bereits nur ein kaltes Esse ausgegeben worden, weil in der Küche nichts funktionierte wie es sollte. Und heute war ihr aufgefallen, dass nicht einmal die Namensplakette des Schiffes gerade hing. Goldene Schrift auf roten Grund die 'Mary Rose', nur leider mit einem Drall nach links unten. Jeder andere Captain würde sich schämen, aber wahrscheinlich war er dieser einfach zu voll um den Unterschied zu merken.

Sie sah auf, als Kanter die Brücke betrat und nickte ihm kurz zu. Sie war verdammt froh die Nachtschicht zusammen mit ihm zu haben. Dem einzigen Kerl an Bord der sie noch nicht auf billige Art angegraben oder sie wie eine Saftschubse behandelt hat. Der schmierige Mechaniker hatte erst von ihr abgelassen als sie ihm rein zufällig seinen Werkzeugkoffer auf den Fuß geschmissen hatte. Sie musste grinsen, denn er humpelte immer noch. Der Captain hatte hingegen zweimal versucht ihr seine Memoiren zu diktieren, als sei sie seine Privatsekretärin.
Nein Kanter hatte sich ihr gegenüber nie so benommen, eigentlich, wenn sie so drüber nachdachte, hatte er kaum etwas mit ihr gesprochen.
Sie schüttelte den Kopf, was machte sie sich Gedanken über diese Crew, sie war nicht hier um Freunde zu finden. Ihre Hand wanderte unbewusst zu ihrem Shirt unter welchem sie die vertrauten Konturen des Medaillons spürte. Sie vermisste ihn so, sie vermisste beide. Tief atmete sie ein, schob den Schmerz beiseite und die vielen Erinnerungen. Sie hatte eine Chance erhalten, eine kleine aber vielleicht ihre einzige und sie musste diese nutzen. Also wandte sie sich ihren Anzeigen und Instrumenten zu, verglich was sie sah mit den Karten, die auf dem Pult neben ihr lagen. Es war eine langwierige, anstrengende Arbeit und alles andere als aufregend. Doch jedes mal wenn sie durch dieses Teleskop blickte konnte sie etwas entdecken das wichtig war, nicht für den Captain oder die Kartographiegesellschaft, sondern für sie ganz persönlich.

Warum auch Kanter nachts Dienst hatte wusste sie eigentlich gar nicht so genau. Vielleicht gab es eine Vorschrift, dass immer zwei wach und auf der Brücke bleiben mussten. Oder man wollte die zarte Dame nicht allein lassen. Oder vielleicht war er auch für Dinge zuständig, von denen sie schlichtweg keine Ahnung hatte. Ab und zu hatte sie ihn seine Waffen pflegen sehen und sich insgeheim gefragt ob er auf Weltraummonster hoffte, die er erlegen könnte. Denn eine durchschlagkräftige Projektilwaffe in einem Raumschiff schien ihr etwas...gefährlich? Aber er redete ihr in ihren Job nicht rein, also würde sie ihn sicher auch nichts nach der Sinnhaftigkeit seines Tuns fragen.

Gerade notierte sie wieder mal einen kleinen Gesteinsbrocken als sie stutzig wurde und noch einmal genauer und länger hinsah. Sie könnte schwören, dass sie diesen Brocken schon einmal gesehen hatte. Sie ging ihre Aufzeichnungen bis vor zwei Stunden durch und fand ihre Beschreibung wieder. Es  w a r  der gleiche Brocken – etwas stimmte mit dem Kurs nicht. Sie seufzte und wusste nicht ob sie sich aufregen oder die Hände über dem Kopf zusammenschlagen sollte. Konnte diese schmutzige alte Rostmühle nicht einmal einfach nur Gerade aus fliegen? Mit einem schweren Seufzer schob sie ihren Stuhl nach hinten und sah sich nach Kanter um. „Etwas stimmt nicht mit dem Kurs, ich glaube wir fliegen im Kreis und....“ sie verstummte und legte den Kopf schief. Angestrengt blinzelte sie und sog dann mehrmals prüfend die Luft ein. Ihre Nase kräuselte sich und kleine Sorgenfalten erschienen auf ihrer Stirn. „Riechst du das?“ fragte sie und erhob sich halb aus ihrem Sitz „Das riecht irgendwie scharf wie...Feuer?“ fragte sie schon leicht alarmiert. Das letzte was man an Bord eines kleinen, völlig veralteten Raumschiffes haben wollte war Feuer.
Sie wollte gerade noch etwas sagen, als ein harter Ruck quer durch das Schiff ging, begleitet von einer ohrenbetäubenden Explosion. Es traf sie unvorbereitet und schleuderte sie brutal gegen die Konsole. Sie hörte das Knirschen ihrer Rippen, während es ihr gleichzeitig die Luft aus den Lungen trieb. Dann sah sie nur noch Sternchen, als ihr Kopf an der oberen Kante aufschlug. Sie fühlte sich wie eine Puppe, die hilflos herumgewirbelt wurde und war fast froh als sie auf dem Boden landete. Wenigstens kann man von hier unten aus nirgends mehr hinfallen, schoss es ihr ironischerweise durch den Kopf. Doch ihre Freude währte nur kurz, denn als sie einatmete brannte ihre rechte Seite wie Feuer. Sie schmeckte Kupfer auf ihren Lippen und brauchte einen Moment um zu begreifen, dass es ihr Blut war, das warm aus der Wunde an ihrem Kopf über ihr Gesicht lief. „Scheiße“ stöhnte sie, diesmal war ihr egal, dass dies wenig Damenhaft war. „Lebst du noch?“ fragte sie und wischte sich mit dem Ärmel das Blut aus den Augen.
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Beitrag von Elodriel am Di Jul 28 2015, 20:51

Hätte man ihm irgendwann mal gesagt, dass er doch noch das Heimatland seiner Eltern betreten würde, nach all der Zeit, hätte er laut gelacht und das niemals geglaubt.
Doch dann kam es doch noch dazu. An sich hatte er das ja gar nciht geplant. Er saß da in einer Bar in Südamerika, trank das schale Bier und bekam dann mit, wie sich Leute neben ihm an der Bar unterhielten. Gut, das passierte natürlich häufiger mal, aber diese Leute unterhielten sich doch ernsthaft darüber, dass der legendäre Raumkapitän Sully Leute für eine neue Expedition suchte. Diese Gelegenheit konnte er sich nicht entgehen lassen und so fand er sich dann auch schon bald in der näheren Auswahl wieder.
Schließlich kam er mit den anderen Neulingen der Crew zusammen nach Ulm. Da er sich damals unter fremden Namen und mit falschem Alter zum Militär gemeldet hat, dürfte er wegen des Dessertierens nicht belangt werden können. Dennoch war er nervös. Dabei war fraglich, ob er überhaupt überprüft worden wäre, denn das Königreich schien begierig gewesen zu sein, dass Sully seine Crew endlich zusammen bekam und für sie starten konnte.

Nach einer Art Crashkurs zur Einführung, wie alles auf dem Schiff funktioniert, ging es dann auch schon mit den richtigen Vorbereitungen los. Dass das Schiff einen recht heruntergekommenen Eindruck machte, war ihm dabei schon aufgefallen, aber der Name des Kapitäns hat da noch drüber gestrahlt und es für weniger shclimm erscheinen lassen. Dass der Raumfahrer sich die ganze zeit nur einmal kurz hat blicken lassen konnte daran auch nichts ändern.
Nun befand sich Wilhem Kanter also endlich in den Weiten des Raums...und war ziemlich ernüchtert. Inzwischen ist deutlich geworden, dass die Legende sich selbst überlebt hat. Ein dauersaufender Egomane, der wohl selbst mehr an die Legende glaubt, als sich noch selbst zu kennen. Die restliche Crew waren größtenteils Halsabschneider und Glücksritter.
Gut, im Grunde musste man Wilhelm ja auch als Glücksritter bezeichnen, aber mit diesen Leuten würde er nicht sonderlich gern verglichen werden. Irgendwie bezweifelte er inzwischen auch, dass der Kapitän eine seiner hochgelobten waghalsigen Einfälle haben würde und etwas neues entdecken. Ein reiner Auftragsflug war das wohl für ihn, der ihm Geld brachte...und damit gewiss noch viele weitere Flaschen Hochprozentigen.
Ansonsten ragte nur noch die Verbindungsoffizierin der u,mschen Armee aus der Crew heraus...sowohl körperlich, aber auch vom Verhalten, wie er fand. Sie schien von irgendwas zu dieser Reise getrieben, auch wenn er nicht mal ahnte, was das sein konnte. Doch er wusste nie so recht, wie er ein Gespräch hätte anfangen sollen, weshlab es bisher bei gelegentlichen begrüßungen geblieben war. Dabei hätte er ihr ja gern für die Aktion mit dem Mechaniker gratuliert.
Dass er heute dann auch noch zur Nachtschicht mit ihr eingeteilt worden war, hatte ihn erst überrascht, dann besorgt. Was sollte er denn machen? Sie anschweigen war ja wohl kaum eine Option, wie sähe das denn aus all die Zeit? Doch was sollte er ihr denn erzählen? Und weil er so unsicher war, nahm er sich etwas Arbeit mit auf die Brücke. Diese Wachdienste waren selten mehr, als dass man rumsaß und alles im Auge behielt. Und da er nur die Grundlagen erklärt bekommen hatte, müsste er sowieso einen erfahreneren Raumfahrer auf die Brücke rufen, falls denn etwas passieren sollte. So oder so war es also doch nur verständlich, dass er sich eine Aufgabe mitnahm.
In einer kleinen Kiste trug er seine Netzkanone, das Allzweckmesser, ein paar kleinere Werkzeuge, die elektromgnetische Spule, die er auf der Brücke anschließen will, um sie zu laden und das Zielfernrohr vor sich her, seine Elefantenbüchse hing am Tragegurt über die Schulter. Er wollte ausprobieren, ob er das Zielfernrohr vielleicht auch an der Netzkanone befestigen kann. An der Elefantenbüchse ging das, das hat er schon ausprobiert, aber auch da musste er noch an der Feinjustierung arbeiten und das konnte er ja nun, genug Zeit sollte er haben. Er erwiderte das Nicken der Offizierin und räuspert sich leise, ehe er tief durchatmet. "'Nabend Leutnant Nowak." Er versuchte sich noch an einem Lächeln, auch wenn das wohl eher ein schiefes Grinsen wurde. "Wenn ick Euch ablös'n soll, sacht bescheid, wa? Dit macht ja keen Sinn, dit wir beede da raus glotz'n."
Dass ihnen da ein Gesteinsbrocken entgegenkam, bekam er erstmal nicht mit, immerhin wusste er ja nicht, dass sie diesen schonmal kartographiert hat. Und zudem lenkte ihn etwas anderes auch ab. Den Brandgeruch nahm er nämlich auch wahr und lief daher gleich wieder zur Tür. Gerade, als ihn ihre Frage erreichte, riss er die Tür auf und starrt entsetzt auf das Bild, dass sich ihm bietet. Ein Stück den Gang hinunter war scheinbar eine Leitung durchgebrannt, jedenfalls bildete sich dort ein beachtliche Brand. Und wenn er das kurze Training und vor allem den Teil über die verschiedenen Leitungen im Schiff richtig im Kopf hatte, befand sich da irgendwo auch eine Sauerstoffleitung. Hat da vorhin nicht noch der Mechaniker dran gearbeitet? Und kurz darauf war der Vorfall mit der Offizierin und ihm wurde der Werkzeugkasten auf den Fuß 'fallen gelassen', weshalb er in die Krankenstation kam und Wilhelm seine Nachtschicht übernehmen musste. Vielleicht hat er dadurch irgendwas vergessen?
So oder so musste jetzt was getan werden. "Gib Alarm!" In Notsituationen kommt dann doch sein selbstbewusstes Ich hervor, auch gegenüber Frauen. Er schnappte sich das Feuerlöschgerät und lief auf die Flammen zu. Den Trichter auf das Feuer gerichtet, drückte er den entsprechenden Hebel und...nichts. Ach verdammig nocheins! Er klopfte gegen das Gerät. Das darf doch jetzt nicht wahr sein. Und zugleich breitet sich der Brand fröhlich weiter aus, nicht zuletzt, weil an einigen Stellen aus Kostengründen die Verkleidung mit Holz ausgebessert wurde.
Er versuchte es nochmal mit dem Löschapparat, aber das brachte immer noch nur ein 'prrfft' hervor. Er ging näher heran, um zu sehen, ob er durch kommen könnte, um auf der anderen Seite einen Löschapparat zu finden. Andererseits kann er doch Nowak nicht allein lassen. Etwas fällt ihm ins Auge und er greift mit der mechanischen Hand danach. In dem Moment gibt es einen Knall, weil die Sauerstoffleitung erreicht wurde. Mit einem unfreiwilligen Satz landete er rücklings vor dem Eingang zur Brücke.

War das schon der Alarm? Oder wo kam das Klingeln in seinen Ohren her? Achja...die Explosion. Aber hat er da Nowak reden hören? Wie weit ist sie entfernt? NOWAK? Er versuchte sich aufzurappeln, kam aber nur langsam in eine Kriechposition. Seine Haut brennt und ein paar Schnittwunden hatte er auch abbekommen. Das Schiff erzitterte und ein Knirschen durchzog den Rumpf, welches selbst er mit seinem momentan eingeschränkten Gehör vernehmen konnte...oder spürte er ihn im Boden? "WIR MÜSS'N HIER RAUS!" Die Brücke hatte doch irgendwo eine eigene Rettungskapsel.
Er blickte sich nochmal um, nur um sich bestätigt zu sehen, dass da nichts mehr zu machen wahr. Der Gang war eine einzige Flammenhölle. Mit einem Fuß trat er die Tür zu, um die Flammen möglichst lang draußen zu halten, dann kroch er zu der Offizierin hinüber.
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Beitrag von Leo am Mi Jul 29 2015, 01:09

Hagen blieb ziemlich verloren im Gang zurück und sah seinem potentiellen Kartenspiel-Partner nach, wie er mit dem Captain von dannen zog. Jetzt hatte er sich seine Auszeit für nichts und wieder nichts erfragt … aber was sollte er jetzt tun?
In seine Kammer zurückzukehren wäre vermutlich gut für sein Karma – immerhin war sie die siebte. Aber was sollte er da? Hunger hatte er auch keinen, also kam die Küche nicht infrage, und der Gemeinschaftsraum würde jetzt verlassen sein. Zurück in den Turm? Nein. Er wollte nicht, dass die anderen einen falschen Eindruck von ihm bekamen, und Strebsamkeit führte schnell zur Unbeliebtheit bei Crewmitgliedern …
Seine Gedankengänge wurden abrupt durcheinandergeworfen, als das Schiff einen unerwarteten Ruck tat. Hagen stürzte nach vorn, bekam mit der linken Hand noch einen Griff an der Gangwand zu fassen und bewahrte sich nur dadurch vor einem Sturz. Er brauchte einen Moment, um seine Füße zu sortieren und seine Uniform wieder in die richtige Lage zu zupfen, dann sah er misstrauisch alle Gänge hinunter.
Niemand da. Keine verdächtigen Außerirdischen.
Trotzdem gab es bestimmt Probleme … nun hörte er die Durchsage von John. Er klang ernst, und wenn er nach Whorn verlangte, musste es wichtig sein. Hagen runzelte die Stirn.
Zeit für ihn, aufzutauchen. Und zwar auf der Brücke.

Auf der Brücke war alles in Ordnung. Nicht einmal eine Kaffeetasse lag zerschellt auf dem Boden. Offenbar waren alle Instrumente der Nautilus gut genug befestigt, einem kleinen Stoß problemlos standhalten zu können.
Gut so. Er hatte keine Lust, seine mageren Talente als Handwerker unter Beweis stellen zu müssen – aber wenn er Glück hatte, war der große Mann von vorhin Handwerker oder Ingenieur. Seinen Beruf hatte er nicht genannt, aber Hagen konnte sich nicht vorstellen, dass Whorn abreiste, ohne einen Mann mit Ahnung von Schraubenschlüsseln an Bord zu haben. So verpeilt war selbst der nicht.
Er machte ein paar Schritte vor, bis er neben John an der Fensterfront stand. Whorn war noch nicht da; klar, er selbst war nur wenige Gänge von der Brücke entfernt gewesen. Der Alte brauchte mit Sicherheit länger für den Weg.
Alles im Lot hier? Was ist los, Kollege?

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Beitrag von Chirda am Mi Jul 29 2015, 21:11

Helena blinzelte ein paar mal, ihre Augen brannten denn es war Blut hineingelaufen. Alles war so verdammt schnell gegangen, dass sie einige Momente brauchte um sich zu orientieren. Ihr tat alles mögliche weh, aber nichts schien wirklich ernsthaft beschädigt. Kanter, wie war noch sein Vorname, hatte ihr etwas zugerufen. Sie wollte sich aufrichten und zuckte zusammen. Dann versuchte sie es noch einmal viel langsamer und zog sich an der Konsole nach oben. Ihr Blick glitt über die leeren Sessel und Arbeitsbereiche und blieb dann an der Schleuse zum Gang hängen. Ihre Pupillen weiteten sich und ihr Körper fror mitten in der Bewegung ein. Sie war wie ein Reh, dass im Scheinwerferlicht erstarrte anstatt zu fliehen. Ihr Herz begann zu rasen und kalter Schweiß bedeckte ihre Handflächen.
War es das Feuer? Sie hatte schon Feuer gesehen, gezähmt und gebändigt, säuberlich im Kamin brennend. Nie so wild und unkontrolliert, wie ein beseeltes Wesen das alles um sich herum verschlingen wollte. Oder war es der Geruch, scharf und chemisch drang der Qualm in ihre Nase und brannte in den Augen. Trockenes Holz mochte gut riechen, doch hier brannten die verschiedensten Flüssigkeiten und Materialien und kratzten bei jedem Atemzug in der Luftröhre. Oder waren es die Geräusche? Das Knacken und Bersten, das Prasseln mit dem sich das Feuer seinen Weg durch das Schiff fraß. Das Zischen der Leitungen und das kreischen von Metall das sich in der Hitze verzog. Das Schiff klang wie ein verwundetes Tier das sich im Todeskampf wand.
Helena konnte nicht genau sagen was die Ursache war, aber für einige wertvolle Minuten geriet sie in Panik.
Nichts in ihren Leben hatte sie auch nur annähernd auf eine solche Situation vorbereiten können. Es war als wäre ihr jede Luft zum atmen genommen worden und völlig hilf- und orientierungslos wusste sie nicht was sie tun sollte. Sie hatte ihren Sohn verlassen, ihn allein zurückgelassen und zur Waise gemacht. Vorwürfe drehten sich wie eine kaputte Schallplatte und lähmten sie. Ihr Atem ging immer schneller, sie begann zu hyperventilieren und ihr wurde schwindlig.

Erst als eine Stimme ihren Namen brüllte, war es als würde sie aufschrecken aus einem schrecklichen Alptraum. Doch es war kein Traum, es war real! Sie saß in einer brennenden Rostschüssel mitten im Weltall. Was sollte sie tun? Sie war so spät an Bord gekommen, sie hatte nie eine richtige Einweisung erhalten, so es denn je eine gegeben hatte. Sie sah, dass sich Kanter auf sie zubewegte und dass er bei der Explosion auch etwas abbekommen haben musste. Sie humpelte auf ihn zu, während er ihr zurief das sie so schnell wie möglich weg mussten. Nur ein Blick in den Gang hinter ihm und sie gab ihm von Herzen recht. Er schlug die Türe zu und verschaffte ihnen somit ein wenig Zeit. Wie lange würde das Schott halten? Minuten?
Wohin? Wohin können wir?“ fragte sie und sah ihn hilfesuchend an. Sie vertraute ganz einfach darauf, dass er wissen würde was zu tun ist. Ihre Schulbildung und selbst die Laufbahn beim Militär halfen ihr jetzt wenig. Er gab die Richtung vor und halb stütze sie ihn, halb hielt er sie als sie sich auf den nächsten Ausgang zubewegten.

Doch auf einmal fuhr sie herum und machte sich los. „Meine Karten!“ so absurd und dämlich es auch war, angesichts der Gefahr in der sie schwebten, vergeudete sie weitere Sekunden damit die Karten und ihr Logbuch an sich zu raffen. Diese Karten waren ihr wichtig, vielleicht der einzige Schlüssel um jemals den zu finden den sie suchte.
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Beitrag von Elodriel am Mi Jul 29 2015, 23:09

Der Abenteurer hatte noch immer dieses Klingeln in den Ohren und als er sich erstmal aufgerappelte, wurde ihm schwindlig und er musste ein paar mal tief durchatmen und die Augen geschlossen halten. Er war dann auch sehr froh, dass sie sich gegenseitig stützten. Er deutete auf ein Schott. "DORT IS DIT RETTUNGSDINGENS." Ihm war gar nicht bewusst, dass er schreit, viel mehr wunderte er sich, warum sie so leise sprach. Was hat sie gesagt? 'Warten?' Aber dann lief sie zurück und er sah ihr verwundert hinterher, erkannte dann jedoch, was sie vor hatte. Er schleppte sich zu seiner Kiste. Dabei fiel ihm das Ding wieder ein, dass er bei dem Brandherd gefunden hatte, steckte es nun aber erstmal in die Tasche seiner Jacke. WIRF DIT ZEUCH HIER RIN, DANN LÄSST DIT SICH SCHNELLER ZUSAMMENSAMMELN. WIR MÜSSEN UNS BEEILEN1 Er warf sich noch sein Gewehr wieder über die Schulter und stellte ihr dann die Kiste hin und half ihr beim Zusammensammeln. Anschließend trug er mit ihr zusammen die Kiste zum Schott, öffnete dies und ließ ihr den Vortritt in die Kapsel, um ihr mit der Kiste zu folgen. Er verschloss das Schott luftdicht und legte die Schalter um, um die Kapsel von dem Schiff weg zu schleudern. Ein Countdown fing an runter zu zählen. HOFFENTLICH HABEN DIE ANDEREN DEN ALARM GEHÖRT. Er ging davon aus, dass sie einen Alarm ausgelöst hatte. Dass das gar keinen Unterschied machen würde, wusste er ja nicht, denn dass alle anderen Kapseln nur noch leere Hüllen waren, weil alles an Technik davon verkauft worden war, wusste er ja nicht. Er holte das Gerät heraus, dass er gefunden hatte. Im Hintergrund hört man, wie die Zahlen runter gezählt werden. "DAS IST EIN BRANDSATZ, DAS WAR SABOTAGE." Das Schiff hatte zwar bestimmt nur einen kleinen Schubs gebraucht, aber diesen Schubs hatte es wohl bekommen. Und schon spürte er den Ruck, als die Kapsel vom Schiff abgestoßen wurde. Wie lange sie hier drin wohl überleben konnten? Hoffentlich würden sie gefunden werden. Er machte sich nun erstmal daran, die Verpflegung an Bord zu untersuchen und war doch recht überrascht, weil hier eine Menge, auch frischer Dinge gelagert waren. Langsam setzte sich das Bild zusammen. Der Techniker war eigentlich zur Nachtschicht eingeteilt...er hätte hier in der Kapsel gesessen. Und er hatte an den Leitungen gearbeitet. Also hatte er auch seine Flucht vorbereitet. Würden sie nun von seinen Freunden oder zumindest Gesinnungsgenossen gerettet werden? Und was würden sie sagen, wenn der Mechaniker nicht dabei war? Würde man sich in der Panik an ihn erinnern, in der Krankenstation? Er schaute hinaus, aber da kamen keine anderen Kapseln. Wo blieben sie? Aber sie kamen nicht und konnten auch nicht kommen. Er seufzte und setzte sich auf eine der Bänke. Das Klingeln nahm ein wenig ab und er entspannte sich etwas. Sein Blick wanderte zu Helena Nowak und er schluckt schwer. "ÄHM...ALSO..." Er räusperte sicht und strich sich über die Ohren. "Verzeiht...also...hm...da wär'n wa. Und was soll er nun machen? Erstmal weiter die Vorräte durchsehen, genau.
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Beitrag von Netade am Do Jul 30 2015, 16:01

Als sie die Durchsage vernahm, wurde ihr heiß und kalt zu gleich, da war es weder gut noch schlecht, dass sie die Uniformjacke anhatte oder auch nicht. "Kate, entschuldige mich bitte..." Mit diesen Worten sprintete sie davon in Richtung ihres 'Reiches'. Dort angekommen griff sie nach der fertig gepackten braunen Tasche, die einen großen Teil dessen mit erlebt hatte, was auch sie erlebt hatte. Erinnerungen wurden in ihr geweckt, Bilder von Schlachtfeldern, von Sterbenden, von Verwundeten. Azah schüttelten den Kopf versuchte die Bilder fortzuwischen. Es gab andere Bilder, Bilder von glücklicheren Tagen, Bilder als sie hat Menschen helfen können. Sie seufzte, strich die Schürze glatt, ebenso die Weste und bewegte sich schnellen Schrittes zur Brücke.

Ihre Orientierung war gut, denn sie fand die Brücke im ersten Anlauf. Immer noch hoffte sie, dass es nichts Ernstes sei, aber man wusste es erst, wenn die Analyse abgeschlossen war. Hoffentlich hatte sich niemand an Bord verletzt. Das dies auch gleich das Ende ihrer Reise sein könnte verwarf sie in dem Moment wo sie daran dachte. "Was ist passieRt? Wurde jemand verletzt?" Fragte sie ohne die Frage direkt an einen zu richten. Ihre Stimme war beherrscht, strahlte Ruhe aus, das hatte sie gelernt im huatlanischen Feldzug. Ihr Blick war auf die Sichtscheibe gerichtet. "Kann ich iRgend etwas tun?" Ihrer Aufmerksamkeit war nicht entgangen, dass der Captain noch nicht auf der Brücke war.
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Beitrag von Chirda am Do Jul 30 2015, 20:34

Helena hatte erwartet er würde sie anschreien, ihr vorwerfen wie irrational und dumm sie handelte, ihr befehlen ihre Sachen hier zu lassen. Vielleicht würde er sie sogar ohrfeigen, wie manche Männer es gerne mit 'hysterischen' Frauen taten. Doch nichts davon geschah, nein im Gegenteil er half ihr, ihre Sachen in seiner Kiste zu verstauen, die sie gemeinsam schleppen konnten. Sie war ihm in diesem Moment unglaublich dankbar, doch brauchte sie alle Luft die sie bekam um weiter zu laufen und sich auf den Beinen zu halten. Es konnten erst wenige Minuten seit der Explosion vergangen sein und doch kam es ihr vor als hätte sie einen Marathonlauf durch einen Hochofen unternommen.
Er trieb sie zur Eile an, doch allein schon die Hitze die immer schlimmer wurde und die bedrohlichen Geräusche ließen sie sich so schnell bewegen wie sie konnte. Die Kiste war verdammt schwer und die verletzte Seite erschwerte ihr das Atmen.
Sie war unendlich erleichtert, als schon wenige Meter hinter der Brücke das Schott wartete zu dem sie mussten. Sie hatte zwar noch keine Rettungskapsel gesehen, aber genau so stellte man sie sich vor. Klein, eng, voller Dinge die an den Wänden festgemacht waren und nur einem winzigen Fenster.
Kaum war die Kiste auf den Boden, ließ sie sich in einen der beiden Sitze sinken und konzentrierte sich darauf ihre Atmen zu normalisieren. Sie hörte wie die schwere Luke von Kanter geschlossen wurde und die Bolzen einrasteten. Es war ein gleichermaßen unheimliches wie beruhigendes Geräusch. Sie waren nun in einer noch kleineren Blechkiste mitten im Weltall, aber diese hier brannte wenigstens nicht. Sie sah, dass er einen Schalter umlegte, es gab ein zischendes Geräusch und dann trieb die Kapsel weg vom Schiff, sie spürte den kurzen Ruck, konnte aber durch das winzige Bullauge kaum etwas erkennen.

Langsam beruhigte sie sich, ihr Herz schlug langsamer und sie konnte wieder richtig durchatmen. Kanter hatte sich erst gar nicht hingesetzt, er hatte sofort mit einer Bestandsaufnahme aller Dinge begonnen. Er hatte alle Kisten geöffnet, hinter jedes Schritt geschaut und nur ausgelassen, was direkt bei ihr und dadurch blockiert war. Er hatte die ganze Situation wesentlich ruhiger und professioneller überstanden als sie. Er war nicht in Panik geraten.

Schließlich holte er etwas aus seiner Tasche und besah es sich genauer, sie erkannte nur einen dunklen, metallischen Gegenstand und hätte so schnell nicht erkannt was es sein sollte. Doch er brauchte nur einen langen, prüfenden Blick um zu verstehen, worum es sich handelte. Helena blinzelte ihn erst verständnislos an und brauchte mehrere Momente um diese Information zu verarbeiten. Sabotage? Jemand...jemand wollte das wir sterben? Es war Absicht? Dieser Gedanke schien ihr so unverständlich und absurd, dass sie ihn fürs erste von sich schob. Es gab wohl auch dringendere Probleme, wie in etwa was sie nun tun sollten. Würde sie hier jemand finden? Wie lange konnten sie hier ausharren? Wie lange reichte der Sauerstoff, die Vorräte? Würde man nach ihnen suchen oder sie einfach vergessen so wie sie....wie sie Nicolas im Stich gelassen hatten? Was wenn er auch in irgendeiner Rettungskapsel saß und auf Rettung hoffte. Konnte er es überleben, all die Zeit? Sie versuchte es sich vorzustellen, Tage, Wochen in dieser winzigen Dose und schauderte.

Sie war froh, dass Kanter sie ablenkte indem er sich räusperte und sie ansprach. Nach all der Aufregung kam es ihr in der Kapsel sehr ruhig vor. Nur sie beide und die Stille. Und die Schmerzen. Nun da der nette Adrenalincocktail den ihr ihr Körper spendiert hatte nachließ, spürte sie auch die Platzwunde an ihrem Kopf wieder. Sie pochte ziemlich unangenehm.
Ja ich denke wir haben es erstmal geschafft“ sie sah ihn an und schenkte ihm ein lächeln „dank dir“. Ohne ihn wäre sie hilflos gewesen und hätte nicht gewusst wohin sie gehen sollte. Sie richtete sich etwas auf und bekam dies gleich mit einem schmerzhaften Stich in die Seite belohnt. Sie konnte nur hoffen das nichts gebrochen war. Der nächste Arzt war ein bisschen weit.
Hast du bei deiner Inspektion auch einen Verbandskasten gefunden?“ sie war zu müde und zu erschöpft um am förmlichen 'sie' festzuhalten. „Ich denke wir sollten uns gegenseitig verarzten, so gut es eben geht“ sagte sie und sah ihn auffordernd an.
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Beitrag von Elodriel am Fr Jul 31 2015, 12:15

Jetzt, da er zur Ruhe kam, spürte er die Schmerzen am Leib. Er tastete nach seinem Hinterkopf und fühlte dort eine feuchte Stelle. Als er die Hand wieder hervorholte, hatte er etwas Blut daran. Vermutlich von dem Sturz, nach der Explosion. Sein Gesicht fühlte sich an, als hätte er es in der Wüste am hellichten Tag in den Sand gerieben und sein linkes Bein fühlte sich auch nicht gut an. Den Brandsatz hatte er in die Mitte der Kapsel gelegt. Er will gerade etwas sagen, als er ihre Worte hört und nickt. Natürlich sollten sie sich um die Wunden kümmern...aber sagte sie gerade gegenseitig? Gut, wenn man auch nur grob darüber nachdenkt, ist das das einzige, was Sinn ergibt, aber dennoch. "Ähm ick...nein...also ja...dit Verbandszeuch is da unter Eurem Sitz." Er deutete unter sie. Er selbst konnte scheinbar noch nicht zum Du wechseln oder denkt nicht daran. Gerade war er auch viel zu nervös, was das Verarzten anging. Er betrachtete sie, um abzuschätzen, wie schlimm sie wohl verletzt ist und wo, hatte dann aber das Gefühl, sie anzustarren und suchte sich etwas anderes, was er anschauen konnte. Der Brandsatz...er deutete darauf. So'n Ding hab ick och ma jenutzt, um n Konkurrenten auszustechen." Er schmunzelte bei dem Gedanken daran, schüttelte dann aber den Kopf. Alte Geschichten konnten ihn jetzt wohl kaum aus dieser Situation holen. Sie mussten versorgt werden und da er ihr wohl kaum aufbürden konnte, sich selbst zu versorgen...er schluckte schwer und schob sich vom Sitz in eine knieende Position. Ick hol dit Zeuch mal vor? Da würde sie sich ja nun wohl kurz erheben, er konnte ihr ja nicht einfach so zwischen den Beinen durchgreifen. Aber vielleicht würde sie den Erste-Hilfe-Koffer ja auch hervorholen.
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Beitrag von Chirda am Fr Jul 31 2015, 22:45

Helena brauchte ihr Gegenüber nur einmal genau anzusehen und sie wusste er war genauso angeschlagen und ramponiert wie sie selbst. An mehreren Stellen war seine Kleidung den Flammen ausgesetzt zu werden und angekokelt. Die Haut darunter schimmerte rot und brannte sicher ziemlich schmerzhaft. Sie beobachtete, dass er sein eines Bein ein wenig seitlich hielt und sah das er das Gesicht verzog als er sich am Kopf berührte. Er war dem Explosionsherd viel näher gewesen als sie, deshalb hatte er sich auch schlimmer verbrannt. All das konnte sie zwar beobachten und analysieren, aber wie sie ihm helfen sollte, davon hatte sie keine Ahnung. Ihr gesamtes medizinisches Wissen beschränkte sich so ziemlich auf den Erste-Hilfe-Kurs während ihrer Grundausbildung. In diesem Moment fiel ihr auf, dass an Bord gar kein Arzt war, nicht mal ein Sanitäter. War dies überhaupt zulässig?

Kanter deutete auf den Bereich den ihre Beine gerade verdeckten, einen der wenigen Stauräume die er noch nicht inspiziert hatte. Sie warf einen Blick nach unten und sah das deutliche Kreuzzeichen. Logisch den Ort der Versorgung mit medizinischen Gütern so zu markieren. Sie hätte auch selbst darauf kommen können sich danach umzusehen. Sie musste unbedingt aufmerksamer werden und mehr selbst nachdenken. Schließlich würde sie nicht immer das Glück haben, dass ein Retter gerade in der Nähe war. Sie blickte auf, entschlossen sich bei Kanter zu bedanken indem sie ihn wenigstens nach besten Kräften versorgte. Doch er sah sie gar nicht an, sein Blick glitt in der Kapsel umher und sie fragte sich ob er noch etwas suchte. Vielleicht hatte er eine Idee gehabt die ihnen weiterhelfen konnte?

Aber dann fing er wieder mit dem Brandsatz an, den sie die letzten Minuten völlig verdrängt hatte. Er sah so klein aus, so unscheinbar und dennoch hatte er so schreckliche Auswirkungen gehabt. Sie runzelte die Stirn als er sagte, auch er habe schon so etwas benutzt. In welcher Situation und gegen wen? Sie war nicht naiv und sie war Soldatin. Sie hatte zumindest eine grobe Ahnung, dass die Welt nicht so leicht und gerecht war, wie es ihre Kindheit vermuten ließ. Doch jemanden in die Luft zu sprengen? Sie unterzog ihn noch einer Musterung und fragte sich zu was er alles fähig war und was er in seinem Leben wohl schon getan hatte.

Doch dann wurde wieder die Frage der medizinischen Versorgung vorrangig. Ihre Blutung musste gestoppt und seine Verbrennungen behandelt werden. Kanter schien das ebenfalls einzusehen und glitt von seinem Sitz. Er blieb in der Mitte des kleinen Raumes, knapp vor ihr auf den Knien sitzen und schien unschlüssig. Hatte auch er keine richtige medizinische Ausbildung? Er zögerte, deshalb beugte sie sich vor um nach dem Kasten zu greifen. Doch als sie sich krümmte, da schoss der Schmerz heftiger denn je in ihre Seite und mit einem Keuchen beschloss sie, das sein zu lassen. Sie lehnte sich wieder nach hinten, schob aber die Beine zur Seite. „Ich glaube es ist besser du holst den Kasten raus“ meinte sie und versuchte wieder normal zu atmen.

Als er auf der Bank lag, öffneten sie ihn und machten eine kurze Bestandsaufnahme. Die wichtigsten Utensilien waren vorhanden, wenn auch in rationierter Anzahl. „Gut, lass mich zuerst mal deine Kopfwunde ansehen“ meinte sie und nahm sich einen Teil des Verbandsmaterials heraus. „Wenn du dich wieder vor mich kniest, nur anders herum komme ich gut ran“ bat sie ihn und wartete bis er in Position war. Sanft drehte sie seinen Kopf etwas, damit das Licht besser darauf fiel. Ihre Hände waren warm und als sie sich nach vorne lehnte um die Wunde genauer betrachten zu können, lehnte sie mit ihrem Körper an seinem. So vorsichtig wie sie konnte schob sie die Haare zur Seite, in denen sich etwas Blut gesammelt hatte. Kurz schloss sie die Augen und überlegte was sie damals gelernt hatte. Wunden reinigen, Blutungen stillen, verbinden und dann zum Lazarettarzt schicken. Zumindest einige der Punkte konnte sie erledigen. Und während sie sorgfältig die Wunde reinigte fragte sie Kanter „Also erzähl mal, wen hast du schon in die Luft gejagt und vor allem warum?“. Zum einen war sie neugierig, aber sie wollte ihn auch davon ablenken, dass sie an ihm herum zupfte, was sicherlich schmerzhaft war.
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Beitrag von Fade am Sa Aug 01 2015, 18:37

John hatte garnicht erwartet, dass die anderen sich auf seinen Aufruf hin auf der Brücke einfinden würden und so überraschte ihn das rasche Erscheinen von Hagen und Azah. Den Umständen nach war ihr Verhalten wohl verständlich, wobei John es unterließ, sich doppelt mit ihnen zu Unterreden, solange der Cap noch nicht da war. „Habt ihr Captain Whorn unterwegs gesehen? Es hat sich tatsächlich bereits eine Situation ergeben, die wir nicht vorhersehen konnten und nun brauche ich seine Entscheidung. Bitte sucht nach ihm die Zeit arbeitet gegen uns, solange wir nicht wissen, ob man uns bis hierher...“

John kam nicht dazu, seinen Satz zu vollenden, als bereits der Professor durch die Tür kam. Er wirkte nicht minder aufgewühlt, als die anderen beiden und verlangte unverzüglich nach Auskunft über den Stand der Lage. John drehte den Pilotensessel soweit als möglich in Richtung der Türe und wandte sich halb zu Captain Whorn um, da es in der Situation eher unprofessionell gewesen wäre, das Steuer aus der Hand zu geben. „Wir sind in ein kleines Trümmerfeld geraten Captain. Ein kleines Trümmerteil hat vorhin unser Sonnensegel durchschlagen und leicht beschädigt, was bei unserer erreichten Distanz zur Erde eigentlich keine große Rolle mehr spielt. Die Trümmer scheinen jedoch von einem zerstörten Schiff herzurühren und ich konnte eine Rettungskapsel ausmachen, welche offensichtlich zu dem Unglücksschiff gehört. Da die Signalleuchten dort noch aktiv sind, kann der Unfall höchstens einige Tage zurückliegen, vielleicht auch weit weniger und die Leute darin sind vermutlich noch am leben. Es ist für mich nicht ersichtlich, ob es sich bei dem Raumschiff um ein militärisches Gefährt handelte, oder um Glücksritter, aber wenn wir nicht eingreifen, müssten die überlebenden wohl auf unsere Verfolger hoffen, von denen ich fast sicher bin, sie mit unserem Kurs abgehängt und in die Irre geführt zu haben. Ich bitte um ihre Befehle Captain, wie wir weiter vorgehen sollen.“

Rogers schwieg und wartete auf die Antwort Whorns. Es war vielleicht nicht klug gewesen, die Details vor den Mitgliedern der Crew auszusprechen, aber die Situation erlaubte kaum Aufschub.

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Beitrag von Netade am Sa Aug 01 2015, 19:08

Azah war Johns Worten aufmerksam gefolgt. "NaRtürlich, ich weRde Kapitän Wh..." Die Sherazade brach mitten im Satz ab, als sie den Kapitän die Brücke betreten sah. Sie machte einen Schritt zur Seite, so dass sie ihm nicht im Weg stand und er direkt zu John treten konnte. Als John dann begann die Fakten zu nennen, musste sie schlucken. 'Das Sonnensegel beschädigt! Drohte Gefahr? Menschen in Gefahr?' Es war bewundernswert, wie ruhig John blieb. Das er die Erlaubnis des Kapitäns brauchte um gegebenenfalls eine Bergungsmission zu initiieren, war ihr klar. Ihr Herz hoffte, dass Kapitän Whorm den Einsatz anordnen würde, auch wenn sie nicht wirklich wusste was das für dieses Schiff und vor allen Dingen für die Besatzung zu bedeuten hatte. Für sie stand fest, dass sie sich sofort freiwillig melden würde, sie war es sich schuldig. Die Medizintasche immer noch in der Hand wartete sie das 'Urteil' Whorms ab.
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Beitrag von Elodriel am So Aug 02 2015, 18:42

Schnell hatte Wilhelm den Kasten hervorgeholt, als sie die Beine zur Seite nahm. Während sie durchsah, was es darin alles gab, schaute er ihr über die Schulter, um ebenfalls einen Blick auf den Inhalt des Notköfferchens zu werfen. Viel war es zwar nicht, aber doch hoffentlich ausreichend. Wenn sie eine längere medizinische Behandlung bräuchten, wäre die Kapsel eh nicht der richtige Ort gewesen. Als sie meinte, er solle sich vor sie hocken, damit sie ihn zuerst am Kopf behandeln konnte, setzte er erst an zu protestieren: "Sollten wa nich erst schauen, wat mit Euch is?" Doch ihm wurde schwindlig und er musste sich erstmal irgendwo festhalten. Als er wieder klar sehen konnte, wurde ihm bewusst, dass dieses 'Irgendwo' ihr Knie war, was er hastig wieder los ließ. "Aber jut, zumindest meen Kopp sollten wa schnell versorjen, damit ick mir konzentrier'n kann." Er setzte sich mit dem Rücken zu ihr und wartete ab, was sie tat, versteifte sich leicht, als sie ihm dann so nah kam. "Dit muss sein, sie weeß schon, wat se tut. Als sie ihn dann aufforderte, ihr etwas von seinen Erlebnissen mit Brandsätzen zu erzählen, war er ihr unglaublich dankbar, denn das war etwas, womit er sich gut ablenken und entspannen konnte. Ick hab ma mit eenem Raffke aus Brittania zusamm in Ostafrika eene alte versunkne Stadt jesucht, die der Legende nach viele Reechtümer jehabt ham soll. Nach eenigen Schwierigkeeten ham wa se och jefunden und auch eenige Schätze berjen könn, wa? Na aber wie dit so is mit som falschen Fuffziger, wollt der mich hinterjehen, hat mich bis zum Hals eenjebuddelt und is mit der Beute davon. Ick konnt ma befrei'n und bin ihm hinterherjejacht. Irjendwann hab ick ihn einjeholt, als er jerade mit nem Zug abjefahren is. In dem Zug hatte er seine Beute in eener Tasche über seenem Sitz verstaut. Ick hab dann mit nem Brandsatz wie dem da een kleenes Feuer verursacht und die Flitzpiepen im Waggon in Panik versetzt. Der Raffke war och abjelenkt und ick konnte übers Dach bis zum Fenster an seenem Platz und die Tasche raus zieh'n" Er war immer mal etwas zusammengezuckt, als sie ihm die Wunde säuberte und versorgte. Aber das Erzählen hat ihm wirklich geholfen, sich vom Schmerz, aber auch der Nervosität ob ihrer direkten Nähe und der Berührung ihrer warmen Hände, abzulenken. Als sie so weit fertig war mit seiner Platzwunde am Hinterkopf, schob er sich etwas vor und drehte sich zu ihr um. "So, wat fehlt Euch? Ihr habt Probleme mit dem Atmen? Schmerzen in der Seite? Und die Wunde am Kopp müssen wa versorjen. Was noch?" Er hoffte, dass da noch vieles andere war, als das Problem mit der Atmung. Denn da wüsste er kaum etwas zu tun mit den Mitteln, die sie hier haben. Die Platzwunde an ihrer Stirn konnte er zumindest schonmal schnell säubern und mit einem Druckverband versorgen. Danach sah er sie fragend an, was sie noch hat und womit er ihr helfen konnte.
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Beitrag von Chirda am Di Aug 04 2015, 19:47

Als sich Kanter an ihr festhielt als ihm scheinbar schwindlig wurde, da kam Helena das kein bisschen seltsam oder unpassend vor. Ihre Mutter hätte wohl aber einiges zu sagen gehabt über diese „Unschicklichkeit“. Selbst in einer Situation wie der ihren, selbst verwundet und knapp dem Tode entronnen würde sie harte Worte finden. Sie daran erinnern wie sie sich zu benehmen hatte, wie sie zu sprechen, zu sitzen und sich zu geben hatte. Helena war es unbegreiflich, dass ihr das damals ganz normal erschienen war. Ihr Sicht auf die Welt und was wichtig darin war, hatte sich grundlegend geändert – wie sie fand eindeutig zum besseren.

Es tat ihr jedes Mal leid, wenn ihr Patient leicht zusammenzuckte, aber sie wollte die Wunde sauber reinigen und von all den Haaren befreien die darin verklebt waren. Nach einer Weile begann er zu sprechen und von seinen Erlebnissen zu sprechen. Sie hatte mitbekommen, dass die Mannschaft ihn viel gefragt hatte, aber da sie es vermieden hatte sich bei den anderen aufzuhalten, hatte sie nie eine der Geschichte gehört. Kanters Dialekt war zwar gewöhnungsbedürftig aber die Art wie er Erzählte gefiel ihr. Man konnte viel heraushören, seine Empörung betrogen worden zu sein, seine Freude ihn überlistet zu haben und obwohl er nur grob beschrieb, glaubte sie ihm die Geschichte. Sie hatte schon zu oft Aufschneider zugehört und zumindest dieses Abenteuer schien er wirklich erlebt zu haben. Und irgendwie beruhigte es sie zu wissen, dass niemand dabei zu schaden gekommen war. Außer dem, der es offensichtlich verdient hatte.

Als sein Kopf nicht professionell, aber zumindest sauber verbunden war, drehte er sich um und fragte nach ihren Beschwerden. Um die offensichtlichste Wunde, die an ihrer Stirn kümmerte er sich zuerst. Helena glaubte nicht, dass es schlimm war, doch da an der Kopfhaut viele Blutgefäße lagen, sah es beeindruckend aus. Auch er säuberte den Cut von allem was nicht hinein gehörte und legte dann einen Verband an. Nähen konnte keiner von ihnen oder traute es sich zu. „Danke“ sagte sie und tastete über die Mullbinden an ihrem Kopf. „Meine Seite hat auch etwas abbekommen, ich kann nicht sagen wie schlimm es die Rippen erwischt hat. Ich glaube aber wenn wirklich etwas gebrochen wäre, dann würde ich hier nicht so locker sitzen“ meinte sie hoffnungsvoll. „Es brennt und sticht wenn ich mich zu schnell bewege, aber ich glaube nicht, dass wir hier die richtige Ausrüstung haben um etwas zu tun“ meinte sie und warf einen Blick auf den doch eher kleinen Erste-Hilfe-Kasten.

Langsam lehnte sie sich wieder zurück und schloss einen Moment die Augen. „Wie lange können wir hier durchhalten?“ fragte sie dann leise.
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Beitrag von Umbra am Mi Aug 05 2015, 10:45

Professor Whorn humpelte zur Brücke, nachdem er von John aufgerufen worden war. Das Sprichwort, dass ein Problem selten allein kam, schien sich auch dieses Mal bewahrheitet zu haben. Erst der Ärger im Wartungsschacht, um den sich nun Cecil kümmerte, und nun wurden auch noch von John Schwierigkeiten angekündigt.
Auf der Brücke hatten sich bereits einige Mitglieder der Crew versammelt, aber Whorn verlangte erst einmal Bericht von John und hörte aufmerksam zu. Dass das Sonnensegel beschädigt war, war tatsächlich keine gute Nachricht, aber der Captain vertraute auf das Urteil seines Piloten, dass dies keine große Rolle spielte. Doch als Whorn von der Rettungskapsel hörte, wusste er, dass es unbedingt notwendig war, zu handeln. Für ihn als ehemaligen Fregattenarzt verstieß es nicht nur gegen einen Ehrenkodex und seinen hippokratischen Eid, Schiffsbrüchige zurückzulassen – er wollte auch niemanden zurücklassen, der in Lebensgefahr schwebte.
„Bereite alles darauf vor, die Kapsel andocken zu lassen, John“, wies er den Piloten an. „Wenn es Überlebende gibt, werden wir sie aufnehmen.“
Dann wandte er sich an Hagen.
„Larsson, Sie kümmern sich darum, dass die Crew nicht gefährdet wird. Wir wissen nicht, wer in der Kapsel sitzt, und dürfen daher nicht vergessen, trotz der Hilfeaktion Vorsicht walten zu lassen.“

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Beitrag von Elodriel am Do Aug 06 2015, 01:05

Der Abenteurer betrachtete sie besorgt, als sie ihre Symptome beschrieb. Das klang wirklich nach einer Verletzung an einer Rippe, wenn wohl auch wirklich kein Bruch. Er zog den Verbandskasten zu sich und kramte darin herum. "Legt Euch besser hin, immerhin hamwa jenuch Platz dafür." Die Kapsel wäre wohl für mindestens vier Leute gedacht gewesen. Wenn er sich nicht zu sehr ausbreitete, sollte sie genug Platz haben. Schließlich zog er zwei Einmalspritzen und eine kleine Flasche hervor. "Hiermit sollten wa länger durchhalten können. Und Euch sollte es zumindest die Schmerzen erträglicher mach'n." Er zeigte Ihr die Flasche mit einem starken Betäubungsmittel. "Wenn ick Euch jenuch davon geb', solltet Ihr ruhig schlafen und weniger Sauerstoff verbrochen. Ick jeb mir och n wenig davon. Und vermutlich werden wa bald jefunden, dit allet hier sieht danach aus, als hätt' der falsche Fuffzijer seene Flucht jut vorbereetet, da wird sicher een Schiff kommen, um ihn zu hol'n. Fracht sich nur, wat die mit uns mach'n, wenn ihr Atze nich' dabee is'. Aber dit wer'n wa dann seh'n, wa?" Erstmal sorgte er dafür, dass sie beide nicht so viel Sauerstoff verbrauchten, nachdem sie beide noch was gegessen hatten. Dann hieß es warten. Den Brandsatz versteckte er erstmal in der Kiste bei den anderen Sachen, damit die Freunde des Saboteurs, die er erwartete nicht sofort merkten, dass sie beide wussten, dass das Schiff sabotiert worden war. So schliefen sie dann wohl vermutlich beide, sie tief und fest und er etwas leichter, als die Nautilus sich ihrer Kapsel näherte.
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Beitrag von Fade am Do Aug 06 2015, 12:09

John Rogers Salutierte nach dem Kommando seines Kapitäns. „Aye, aye Sir. Ich werde die Nautilus auf Rendezvouskurs mit der Kapsel bringen. Sollte in etwa 15 Minuten geschehen sein. Um die verbliebenen Trümmer müssen wir uns denke ich keine Sorgen machen. Die Schiffshülle wird bei niedriger Geschwindigkeit dadurch nicht in Mitleidenschaft gezogen. Was den Andockvorgang betrifft hätte ich noch zwei Anmerkungen zu machen. Da die Kapsel sich vermutlich noch in  Eigenrotation befindet und unsere Andockvorrichtung für so kleine bewegte Objekte nicht ausgelegt sind, empfehle ich hierfür manuelles Eingreifen. Cecil ist für soetwas ausgebildet und hat von uns allen wohl die meiste Außenraum Erfahrung.“

Mit der zweiten Anmerkung wandte sich John an Hagen. „Von der Luftschleuse aus müssten wir eigentlich eine gute Verhandlungsposition gegenüber der Schiffbrüchigen haben. Wenn die Kapsel angedockt ist kann man den Überlebenden mittels Sprachrohr von hinter der Schleusentüre aus Instruktionen geben. Sollte die Situation aus irgendwelchen Gründen eskalieren, ließen sie sich durch lösen der Andockvorrichtung ins All spülen. Hoffen wir einfach das Beste.“
John drehte sich im Pilotensessel wieder zurecht und konzentrierte sich auf den Anflug zur Raumkapsel.


Cecil fluchte inzwischen im Wartungsschacht wie ein Maschinist. Ein Leitungsrohr war aus der Verankerung gebrochen und schaukelte sich durch die regelmäßige Druckbelastung des Maschinenraums immer wieder an einen Punkt an dem es gegen die Metallträger der Befestigungen schlug. Er war sich zu Hundert Prozent sicher, die Leitungen vor Tagen überprüft zu haben. Allenfalls war der Beschuss beim Start oder Rogers amateurhaftes Flugverhalten dafür verantwortlich, dass das Schiff jetzt schon in Stücke ging. Vielleicht hatten sie es aber auch mit handfester Sabotage zu tun. Dem Typen aus dem Geschützturn würde er jedenfalls ein raffiniertes Doppelspiel zutrauen und vielleicht war auch Rogers, der alte Pirat dabei, sie alle zu hintergehen. Er war sowieso viel zu gehorsam und schien keinen Fleck auf der Weste zu tragen. Bei den Frauen hätte Cecil eher versehen als Absicht vermutet. Er glaubte an die Geschichten über Weltraummonster, aber eine Frau mit handwerklichem Talent musste man ihm noch beweisen.
Mürrisch drückte er das Rohr wieder in die Halterung und befestigte es provisorisch mit Draht. Nach vollbrachter Flickschusterei machte er sich nun endlich in Richtung des Aufenthaltsraums auf um erst mal etwas zu Trinken und sich zu entspannen.

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Beitrag von Netade am Do Aug 06 2015, 20:43

Aufmerksam hatte Thar zugehört, was der Kapitän zusagen hatte. Er schien wie sie zu fühlen, dass man niemandem seinem Schicksal überlassen durfte. Als er soweit seine Befehle erteilt hatte, trat die junge an John heran, räusperte sich. "Wenn sie erlauben, John, würde ich sie beide gerne begleiten, um sie zu unterstützen für den Fall eines Falles und vorrangig auch um so es von Nöten ist medizinisch helfen zu können." Ihre Haltung hatte sich in eine militärische wie bei einer Habachtstellung verändert, still, heimlich nur durch eine geschmeidige Bewegung.

Azah war gespannt auf die Leute, die man aus den Kapseln würde bergen. jedenfalls hoffte sie, dass wer auch immer in der Kapsel war noch am Leben war, ansonsten würde man die sterblichen Überrest bergen müssen. Sie jedenfalls war ausgerüstet, für was auch immer auf sie zukommen würde. Es fehlte nur noch die Erlaubnis von John, mehr nicht.
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Beitrag von Fade am Fr Aug 07 2015, 17:47

John sah etwas irritiert zu Azah auf, ehe er lächelte. "Ich werde hier nirgendwo hingehen. Solange wir im Sonnensystem sind ist mein Platz auf diesem Sitz hier. Du wirst da wohl Hagen begleiten müssen, was ich wiederrum für sinnvoll halte, da wir nicht wissen, in welchem Zustand die Schiffbrüchigen sind." Kurz sah er bestätigung suchend zum Kapitän, wobei er nicht annahm, dass dieser anderer Meinung wäre und wendete sich dann wieder dem Steuer zu, um die Nautilus schoneinmal in die richtige Lage zur Kapsel zu drehen. Die Entfernung war bei so kleinen Objekten immer etwas schwierig abzuschätzen und daher musste er behutsam mit den Triebwerken sein und brachte das Schiff daher auf einen recht gemächlichen Anflugskurs.

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Beitrag von Netade am Fr Aug 07 2015, 18:27

Azah nickte. "SicheR, John, dann weRde ich Hagen begleiten, wenn Du hier bleiben musst. Da habe ich wiedeR etwas gelRnt." Ihr ruhiges strahlendes Lächeln spiegelte ihr freundliches Wesen wieder. Die Sherazade wandte sich nun an Hagen. "Soll ich mich bewaffnen oder ist es ausreichend wenn Du bewaffnet bist? Falls ja, benötige ich eine Einweisung was ich mit meinem GewehR tun darf und was nicht, damit eeich keine Schwierigkeiten auslöse." Das Schiff hielt sie für ziemlich stabil, jedoch welche Auswirkungen ein Schuss im Weltall haben konnte, war ihr absolut fremd, sie war ja keine Wissenschaftlerin, sondern eine Sherazade. Ihr Blick war auf Hagen gerichtet, die Antwort abwartend.
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Beitrag von Leo am So Aug 09 2015, 02:46

Geht klar, Captain!
Hagen salutierte, dann erst fiel ihm ein, dass er ja nicht mehr der Armee angehörte.
Er hatte erwartet, von Whorn einen Befehl dieser Art zu erhalten, und sich innerlich bereits ausgemalt, wer wohl in dieser Kapsel sitzen mochte; dummerweise konnte es alles und jeder sein, von schießwütigen Ulmer bis zum zartbesaiteten Bord-Pfarrer irgendeiner größeren Fregatte. Immerhin wusste sie (oder zumindest er) beim besten Willen nicht, was da für ein Schiff draußen zerschellt war; trotzdem verdienten eventuell Überlebende natürlich einen Rettungsversuch.
Er hörte sich auch Johns Instruktionen an und nickte zum Ende hin knapp; was der Pilot erklärte klang nicht allzu kompliziert, und obwohl Hagen keine Erfahrung in dieser Art von Situation hatte, fühlte er sich eigentlich erstaunlich gut gerüstet.
Zumindest, solange nicht dreizehn Leute in dieser Kapsel saßen. In dem Fall konnte er für nichts garantieren … er würde sicher nicht das größte Unglücksomen der Welt in ihr Schiff einlassen. Dazu hing er zu sehr an seinem Leben.
Hagen hörte auch Azah zu, was ihm jedoch etwas schwieriger fiel. Der Akzent der Frau machte das Zuhören schwer, und Hagen kam nicht umhin, ab und an mit dem Blick abzudriften. Kurz war er überrascht, dass Azah ihn duzte; beim letzten Mal schien sie auf dem ‚Sie‘ beharren zu wollen, doch er würde sich nicht beschweren. „Mir wäre es lieber, wenn du beide Hände frei hast, Azah. Wir wissen nicht, in welchem Zustand unsere Schiffbrüchigen hier eintreffen, und wenn sie erste Hilfe benötigen ist uns das Gewehr nur im Weg. Aber sei versichert, dass ich mich um jeden kümmern werde, der uns an den Kragen will.“ Er zwinkerte ihr zu. „Das ist schließlich mein Job.“ Er tastete noch einmal nach seiner Pistole, die aber nach wie vor am Gürtel angebracht war. Sicher war sicher. „Also dann, gehen wir?

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Beitrag von Netade am So Aug 09 2015, 13:57

Azah hörte zu was Hagen sagte, natürlich, es war wichtig wie der andere 'tickte' damit sie ableiten konnte wie er sich im Fall eines Falles verhalten würde. Das Argument, dass das Gewehr im Weg sein könnte war für sie nicht besonders stichhaltig, da niemand wusste wie viele in der Kapsel waren. Die Gedanken der Sherazade wanderten wieder zurück zum nahuatlanischen Feldzug. Sie hatte dort Dinge sehen und erleben müssen, die sie nie für möglich gehalten hätte. Sie schluckte leicht wischte den 'Traum' mit der Hand fort. Es war das erste Mal, dass sie eine unkontrollierte Regung zeigte, ein Blick hinter die makellose Fassade einer Sherazade, die stets für andere da war ohne wen und aber. "NatüRlich, Hagen, alles wie Du es sagst, Du bist schließlich der Spezailist für die Sicherheit."

An ihrer Weste zupfend und die Schürze richtend machte sie sich zusammen mit Hagen auf den Weg. Der Doktorkoffer fest in ihrer linkend halten schritt sie neben ihm. "Wollen WiR hoffen, das wir den aRmen Wesen noch helfen können." Mit der rechten berührte sie das Medaillion, welches unter ihre Weste verborgen war. 'Wie oft schon hast Du mir geholfen? Helfe mir auch heute wieder.' Die junge, zierliche Frau mit dem braunen Teint und den schwarzen hüftlangen Haaren machte sich bereit für was auch immer kommen würde.
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Beitrag von Thorgrimm am Mo Aug 10 2015, 19:17

Einen Augenblick lang sah Kate Thar völlig perplex hinterher, als diese aus der Küche rannte und sofort in den Untiefen des Schiffes verschwand. Bevor sie die Frau aufhalten konnte, war sie auch schon verschwunden. Vermutlich hatte sie sich sofort auf den Weg auf die Brücke gemacht. Eigentlich war diese Reaktion nicht besonders verwunderlich - schließlich hatte Thar einen militärischen Hintergrund aber trotzdem war Kate von der plötzlichen Reaktion und der Schnelligkeit der Frau überrascht.
Was sollte sie jetzt nur mit den Schnittchen und dem Wein machen? Beides musste ja nicht verkommen und mit einer netten kleinen Party im Aufenthaltsraum konnte sie jetzt sicherlich nicht mehr rechnen. Kate zuckte mit den Schultern, goss sich ein Glas Wein ein und naschte von den Türmen. Zwischen dem ein oder anderen Schluck Wein überlegte sie, was sie jetzt wohl am besten tun konnte. In der Küche wollte sie nicht bleiben und hier war es sowieso langweilig. Sie war keine Köchin und das Kochen machte ihr nicht unbedingt Spaß. Was ihr allerdings Spaß machte und sie reizte, war dieser Unfall oder was auch immer passiert war.
Kate entschied sich also, den Weg zurück zur Brücke zu suchen. Doch ihr Selbstbewusstsein schützte sie nicht davor, sich in den verwinkelten Gängen zu verirren. So lief sie so lange planlos umher, bis sie schließlich auf Thar und Hagen traf. "Wohin gehts? Kann ich mitkommen?" fragte sie deshalb frei heraus. Ein Nein würde sie nicht gelten lassen und so schloss sie sich den beiden schon an, bevor sie überhaupt antworten konnten.

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Beitrag von Fade am Mi Aug 12 2015, 00:41

Die begrenzte Größe der Nautilus ließ nicht allzu viele Versteckspielchen zu und so lief Cecil auf seinem Rückweg aus den Wartungsschächten, welcher zu Whorns  Labor führen sollte, geradewegs der kleinen Gruppe bestehend aus Azah, Kate, Hagen und dem Kapitän selbst in die Arme.
Während der Cap ihm anordnete, sich in einen Raumanzug zu schmeißen, weil sie wohl irgendetwas bergen wollten, entglitten Cecil die Gesichtszüge. Er hatte doch selbst einen wichtigen Bericht zu erstatten und die ganze Gruppe schien völlig auf irgendein Schrottteil aus dem Weltraum konzentriert. Angespannt salutierte er knapp, und wendete sich auf der Stelle um. Seinen Unmut konnte er dabei nur schwer unterdrücken.
'Rettungskapsel' konnte er die Gruppe noch quasseln hören, die sich wieder Richtung der Schleuse aufmachte, während er sich einen der schweren Raumanzüge aus den Versorgungskammern organisierte.
Nicht dass er etwas gegen einen Spaziergang im All einzuwenden hatte. Es war ein besonderes Gefühl von Freiheit, vielleicht auch Macht, in der Schwerelosigkeit und mit praktisch unendlich viel Platz um sich herum die Außenhaut des Schiffes entlang zu gleiten, um Wartungen und Reparaturen vorzunehmen, die für das Bestehen aller auf dem Schiff lebenswichtig waren. Ob man die Erde von ihrer Position aus noch sehen konnte? Wenn ja war es wohl idiotisch, einen Zwischenstopp einzulegen, um irgendwelchen Fremden eine Reise zu bescheren, mit der sie garantiert nicht gerechnet hatten. Würde man sie irgendwo sicher absetzen können? Soweit sich Cecil erinnern konnte, hatten Rogers und der Cap von einem Backup gesprochen, falls die Ressourcen ihren Berechnungen nach, nach dem ersten Stück Weg zu knapp würden.

Viele Menschen hätten bei den Überlegungen Zweifel bekommen, ob die Mission mit so vielen unbekannten Faktoren tatsächlich stemmbar war. Eine fast grüne Crew und nun noch fremde Passagiere eines anderen Schiffes und das alles noch vor dem ersten Vakuumsprung, welcher für sich genommen schon ein eigenes Risiko barg. All das, lange bevor die eigentliche Herausforderung losging. Cecil war keiner dieser Menschen. Es gab keine unstemmbaren Herausforderungen, solange man nur nicht aufhörte, auf sein Ziel hinzuarbeiten. Und das tat man im Jetzt und nicht im Dann!
Der Hünenhafte Mann wirkte in dem schweren Raumanzug der Größe XL fast schon monströs, wie er im Gang kaum platz ließ, an ihm vorbei zu kommen. Die Crew inklusive Captain Whorn war bereits vor der Luke versammelt und traf wohl Vorbereitungen auf die Konfrontation mit den Schiffbrüchigen. Cecil interessierte das nur am Rande. Durch das Panzerglas seines Anzugs sahen die anderen ohnehin wie in einem Aquarium herumstehende seltsame Fische aus. Er wischte sich mit dem Arm, welcher aus mehrlagigen Textilmaterial bestand über das Visier, was leidlich dazu beitrug, sich wieder unter Menschen zu fühlen. Die Frauen wirkten für seine Begriffe fehl am Platz, wenn die Fremden wirklich ärger machen würden. Wie Vermutlich lief es aber ohnehin auf die guten alten Luftschleusenverhandlungen hinaus, bei denen die angedockten wenig Optionen hatten, als folge zu leisten. Egal. Auch das war nicht Cecils teil des Jobs. Er drängelte sich vielmehr schwerfällig zunächst selbst die Schleuse, wie schon viele viele Male zuvor. Geduldig wartete er, wie die Luft aus der verschlossenen Kabine gepumpt wurde und spähte neugierig durch die Luke der äußeren Schleusentüre.
Tatsächlich konnte er die Kapsel sehen. Sie wirkte ein wenig verbeult, hatte es wohl gerade so noch geschafft, oder war noch im Nachhinein von Trümmern in Mitleidenschaft gezogen worden. Zumindest die Signallampen funktionierten offensichtlich noch, was es wahrscheinlich machte, dass sich darin wirklich noch ein oder mehrere Überlebende befanden.
Man konnte von Rogers sagen was man wollte, aber die Nautilus hatte er im Griff, was die Flugkontrolle anbelangte. Die Distanz zur Kapsel betrug kaum mehr als dreißig Meter und die Flugroute schien dabei stabil. Die Kapsel hatte eine langsame Eigenrotation, was es für Cecil nicht einfacher machen würde, aber wozu hatte er sein Werkzeug dabei?
Endlich wurde die Signallampe im Inneren der Schleuse grün und er machte sich sogleich daran die Außenluke zu entriegeln und zu öffnen. Noch einmal drehte er sich halb um und signalisierte mit Daumen und Zeigefinger, die er zum Kreis formte, dass alles nach Plan verlief.

Die anderen sahen gebannt durch das innere Schottfenster, wie Cecil sich fast wie in Zeitlupe aus dem Raumschiff treiben ließ. Er entriegelte Draußen die Andockleinen, welche aus Spezialmetallfasern geflochten waren, und weit schwerere Objekte zu halten vermochten, als die winzige Rettungskapsel. Die dicken Seile waren schwer zu bewegen und unhandlich, dienten aber als guter Anker zum Schiff, falls Rogers doch plötzlich auf die Idee käme, einem großen Schrottteil oder so etwas auszuweichen. Am Rand der Luke ging der große Eisenmann, wirklich wie in Zeitlupe, in die Hocke und stieß sich kräftig Richtung der Kapsel vom Schiff ab. Die Andockseile spulten dabei sogar noch etwas schneller ab, um ihn nicht gleich wieder auszubremsen und wellten sich wie riesige Schlangen im All. Trotz gutem Sprung musste Cecil die Hochdruckdüsen im Raumanzug benutzen, um die Kapsel nicht zu verfehlen. Er bremste selbst die Geschwindigkeit vor dem Aufprall etwas zurück, da er die Kapsel durch sein eigenes Gewicht sonst zu sehr aus ihrer Bahn drücken konnte.
Die Halteseile unter einen Arm geklemmt, schoss er mit der freien Hand einen Bolzen in die Hülle der Kapsel. So, nun fliegt mir das Teil schon nicht mehr davon. Cecil sah sich zunächst um, um sich zu orientieren, wie er sich auf der Aussenhülle zu bewegen hatte, um die Luke zu erreichen und krabbelte dann mit etwas Schwierigkeiten los.

Im inneren der Kapsel hatte man den dumpfen, metallischen Aufprall des Astronauten deutlich hören können, wobei es von einer Trümmerstückkollision bis dahin nur schwer zu unterscheiden gewesen wäre. Der Bolzeneinschlag, welcher durch den fachkundigen Maschinisten natürlich nicht willkürlich gesetzt worden war, erklang dagegen völlig anders, lauter und unerwartet. Kurz danach war das Kratzen und Schleifen von Metall auf Metall zu vernehmen, ehe sich der große, Kugelförmige Helm mit dem runden Glasauge sich langsam von der Seite vor die Luke der Rettungskapsel schob. Einige Sekunden verharrte er ruhig, dann klopfte eine große Faust mehrfach gegen die Luke.
Cecil konnte Bewegung im Inneren wahrnehmen, aber das Glas war zu beschlagen oder auch zerkratzt, um genaueres zu erkennen. Endlich hakte er die Andockleinen in die vorgesehenen Halterungen ein und signalisierte zum Schiff, dass man ihn doch mitsamt der Beute wieder einholen konnte. Rogers hatte die Operation offensichtlich beobachtet, denn das Lichtzeichen kam vom Cockpit Nautilus zurück ehe sich die Leinen in Bewegung setzten und einen grimmen Schiffsmechaniker, der gerade stolz wie Kapitän Ahab auf die Erlegung seines weißen Wales war, samt der Rettungskapsel mit den beiden Überlebenden zur Luftschleuse zogen. Kaum angedockt setzte der stolze Raumanzuginhaber sich mit neuer Ernsthaftigkeit in Bewegung, um die Kapsel zu verankern und die Luke damit zu versiegeln. Halteklammern machten es dabei unmöglich, die Kapsel von innen her zu öffnen, was inzwischen eine reguläre Sicherheitsmaßnahme war, nachdem viele vermeintlich Gerettete aus Panik oder in euphorischer Freude die Kapsel direkt nach dem Andockvorgang aufrissen, was in Ermangelung des stattgefundenen Druckausgleichs in der Schleuse zu fatalen Ergebnissen führte.
Eben jenen Druckausgleich leitete Cecil nach abgeschlossener Versiegelung ein und setzte seinen vorherigen Zeitvertreib fort, die Gruppe hinter dem inneren, warmen und luftigen Bereich der Nautilus anzustarren. Die Lampe Sprang auf grün und wahrscheinlich würde nun Dr. Whorn oder der Sicherheitsmann, welchen Cecil in dem Typen aus dem Geschützturm von vorhin zu erkennen meinte, die Sache übernehmen und er konnte sich entspannt zurücklehnen und reagieren.
Cecil bezweifelte, dass irgendjemand die Geduld oder den Anstand haben würde, ihn ersteinmal aus der Schleuse zu lassen, ehe man sich den Geborgenen widmete.

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Beitrag von Elodriel am Mi Aug 12 2015, 09:34

Wie lange sie sich schon in der Kapsel befanden, könnte Wilhelm nicht genau sagen. Einen Tag- und Nachtrythmus gab es nicht und die Uhr, die eingebaut war funktionierte nicht. Er hatte versucht sie aufzuziehen, hat aber entdeckt, dass gar kein Uhrwerk mehr enthalten war, vermutlich war es ausgebaut und verkauft worden. So driftete er also im Halbschlummer durch die Kapsel, nur von einem Gurt in der Nähe seines Sitzes gehalten, damit er nicht unkontrolliert dort herumschwebte und seine Begleiterin versehentlich anstieß. Das hätte vermutlich deren Schmerzen wieder angefacht. Hellwach wurde er aber, als er diesen Knall vernahm, der von dem Bolzeneinschlag herrührte. Eindeutig anders, als die bisherigen Geräusche. Und kurz darauf veränderte sich auch die Bewegung der Kapsel. Er meinte, kurz einen Schatten am Lukenfenster gesehen zu haben, aber das konnte auch Einbildung gewesen sein, hervorgerufen durch die schlechte Luft in der Kapsel. Bald wäre es mal wieder Zeit gewesen, eine Sauerstoffflasche zu leeren. Doch nun war das erstmal zweitrangig. Er versuchte vorsichtig die Offizierin zu wecken und gleichzeitig ging er alles durch, was man ihm über die Bergung einer Kapsel erzählt hatte. Natürlich gingen diese Erklärungen immer davon aus, dass man derjenige sei, der eine Kapsel birgt, aber auch das konnte ja helfen, denn so konnte er sich zumindest ansatzweise vorstellen, was nun jeweils passierte. Daher versuchte er auch gar nicht erst, die Kapselluke zu öffnen, denn nun noch auf den letzten Metern zur Rettung den Fehler zu begehen, sich selbst ins Vakuum zu bugsieren, wollte er gewiss nicht. Zugleich wuchs aber auch die Anspannung. Waren das die Komplizen des Saboteurs? Was würden sie machen, wenn dieser nicht in der Kapsel war? Man würde es sehen, denn ändern konnte man jetzt sowieso nichts. Er löste den Gurt und stieß sich in Richtung der Luke ab, um sich dann dort an einem Metallbügel festzuhalten. So wartete er nun darauf, dass man sich mit ihnen in Verbindung setzte oder aber die Luke öffnete.
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Beitrag von Chirda am Mi Aug 12 2015, 20:00

Helena nickte dankbar, als er ihr vorschlug sich hinzulegen. Der Boden mochte nicht sehr bequem sein, aber sie konnte sich lang ausstrecken und so den Druck von ihren Rippen nehmen. Sie ließ sich ganz vorsichtig zu Boden gleiten, jede Bewegung war schmerzhaft und so sah es aus, als würde sie sich in Zeitlupe bewegen. Endlich lag sie und atmete tief durch, es war nicht angenehm, aber aushaltbar. Die Kapsel sah von ihrer neuen Position aus sehr seltsam aus, höher dafür schmaler. Kanter schlug vor, dass sie beide ein Beruhigungsmittel nehmen sollten, um weniger Sauerstoff zu verbrauchen. Es klang logisch und doch gefiel ihr der Gedanke nicht. Sie wären dann hilflos, noch hilfloser als jetzt schon. Was wenn sie ein Signal verpassten? Was wenn wirklich der Mechaniker über die Kapsel hatte fliehen wollen und nun seine Komplizen kamen? Sie runzelte die Stirn und sah Kanter fragend an. Er schien das für die beste Vorgehensweise zu halten und nach einem Moment hielt sie ihm ihren Arm hin.

Sie schluckte schwer als sie den Stich spürte, nicht weil es weh tat, sondern weil sie sich Sorgen machte was nun mit ihr passieren würde. Die Stelle kribbelte ein wenig, sonst merkte sie zunächst nicht direkt etwas. Sie konzentrierte sich darauf ruhig zu atmen und sah wieder hoch zur Decke. Sie wusste nicht was sie erwartete, die nächsten Minuten, Stunden, vielleicht Tage. Womit konnte sie rechnen? Aber womit konnte man schon generell rechnen? Sie hätte nie geglaubt mal zum Militär zu gehen, ins Weltall zu fliegen oder halb in die Luft gesprengt zu werden. Sie dachte an das Feuer, dass sich so schnell ausgebreitet hatte, wie ein Tier auf der Jagd. Gibt es Flammen im Weltall? Brauchten sie nicht Sauerstoff? Helena merkte, dass ihre Gedanken immer langsamer und verworrener wurden. Träge neigte sie den Kopf und fühlte sich wie in Watte gepackt. Das Mittel schien zu wirken und sie sah wieder hoch zur Decke. Ob sie jemals wieder den Himmel sehen würde? Sollte sie dies alles überleben, dann wünschte sie sich einfach im Gras zu liegen und nach oben zu sehen. In das Blau und in den weißen Wolken bekannte Umrisse suchen. Ihre Augenlider wurden immer schwerer und irgendwann fiel ihr Kopf leicht zur Seite. Ihr Herzschlag wurde langsamer und der Atem flacher. Sie lang vollkommen regungslos und ihr Geist war in einem Dämmerzustand gefangen.

Sie hätte nicht sagen können wie lange es so blieb, doch irgendwann ließ die Wirkung des Mittels nach und sie glitt in einem normalen Schlaf über. Als es dann an der Kapsel einen Ruck und ein lautes Geräusch gab öffnete sie die Augen. Für einen Moment war sie etwas orientierungslos und sah suchend nach oben. Und da sah sie ihn, oder besser meinte ihn zu sehen. Draußen vor der Luke sah sie sein Gesicht, lächelnd, wie er sie bei ihrem Abschied angesehen hatte. Sie wusste es war Einbildung, nicht real und unmöglich, aber dennoch sah sie hin. Sie starrte den Schatten, der nicht war, wen sie glaubte zu sehen an, bis sie blinzeln musste. Dann war das Bild verschwunden und sie ließ sich zurücksinken. Sie schloss die Augen und beschwor den Anblick noch einmal herauf, doch kurz darauf rüttelte sie Kanter vorsichtig am Arm.

Langsam setzte sie sich auf, ignorierte das Stecken und rutschte auf ihren Sitz zurück. „Was passiert jetzt?“ fragte sie und musste sich mehrmals räuspern weil ihre Stimme so belegt klang. „Und was soll ich tun?“ meinte sie und stellte mal wieder fest, wie wenig sie eigentlich über die Raumfahrt wusste. „Und haben wir einen Plan falls es...Probleme gibt?
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