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Beitrag von Fade So Nov 16 2014, 19:34

Die Erstinspektion war schon immer ein besonderes Ritual für Cecil gewesen. Bald schon würden sie mit dem neuen Schiff auf die ungewisse Mission aufbrechen und letztendlich lag ihr aller Leben dann an dem Konstrukt von Metall und Verbundstoffen, welches mit einer Länge von knapp 85 Metern noch zu den kleineren Raumschiffen der Royalen Flotte gehörte. Streng genommen gehörte es ja auch gar nicht mehr zur Flotte. "Abgezweigt", so hatte sein Kapitän dazu gesagt. Cecil war der Weg, wie sie an das Schiff gekommen haben relativ egal. Er konzentrierte sich voll und ganz auf seine Aufgabe, jedes Zahnrad und jede Schraube einzeln zu kontrollieren und alle Systeme einem letzten Volllasttest vor dem Start zu unterziehen.

Eine fast gänzlich neue Crew würden sie haben. Eigentlich interessierte er sich dabei nur für seinen zukünftigen Stellvertreter. Ingenieure gab es wie Sand am Meer, aber wehe wenn ihm sein Kapitän ein faules Ei unter den waghalsigen Glücksrittern heraussuchte. Schlimm genug, dass es wohl wieder nicht zu einem Assistenten reichen würde, oder besser noch einer netten kleinen Assistentin. Cecil lächelte leicht bei dem Gedanken. Der 2.07 Meter große Hüne war nicht gerade ein Schönling mit der halblangen, strähnigen, schwarzroten Zottelmähne und den etwas tief in den Augenhöhlen liegenden und dadurch recht klein wirkenden Sehorganen, allerdings zählten dort draußen im All und innerhalb der kleinen Nussschale ohnehin andere Werte. Mit Anfang dreissig war er mit seiner Fachkenntnis über die meisten Hüllen und Maschinentypen so ziemlich auf dem Gipfel seines Marktwertes, nachdem er vor vielen Jahren auf einem Kreuzer der Royalen Flotte begonnen und durchweg überzeugende Leistung erbracht hatte.
"Unehrenhafte Entlassung." Nun das hätte auch schlimmer kommen können, nach dem feuchtfröhlichen Abend und der Art und Weise, mit der er einem Offizier, welcher Gott sei Dank nicht im Dienst war, da es sonst wohl vor ein Militärgericht geführt hätte, das Gesicht neu geordnet hatte.

Es war nur erst die zweite Mission mit seinem neuen Kapitän, wobei es für Cecil ziemlich egal war, wer ihn herumkommandierte. Er machte seine Arbeit und das tat er gut. Natürlich musste er verrückt sein. Wie sonst hätte er sich auf das geplante Unterfangen einlassen können? Ein Ausflug hinter den schwarzen Nebel? Mochte ja sein, dass sie dort Schätze noch und nöcher finden würden, nur war von dort bisher noch niemand zurückgekehrt. Sicher das Schiff war modern und ganz anderen Belastungen gewachsen, als die früheren Modelle, jedoch wie konnte man sich gegen das Unbekannte rüsten? Der Kapitän vertraute Cecils Fähigkeiten und das war ein Grund, warum Cecil nicht wie die übrigen nach der vergangenen halsbrecherischen Mission das Weite gesucht hatten. Die Frage war wohl eher, ob es gelingen konnte, genug halbwegs fähige und dennoch tolldreiste Leute für das nächste Unterfangen zu gewinnen.

Mit einem aufstöhnenden Dröhnen schalteten sich die Hilfsmaschinen zu und Cecil hakte den nächsten Punkt auf seiner endlos scheinenden Liste ab. Notenergieversorgung OK. Der Weg des kräftig gebauten Mannes führte ihn weiter ins zweite Unterdeck zum Gravitationsbrunnen. Eine Höllenmaschine, wie sie Cecil regelmäßig Schauer über den Rücken jagte. "Grafitron Mark XII"  Stand in einem glänzenden Messingetikett am Rand des runden Metallkessels. Cecil öffnete die Schutzverkleidung ehe er vorsichtig den Regler hinauf drehte, um die Justierung vorzunehmen. Die Spindeln begannen sich in schneller werdender Bewegung entgegengesetzt zueinander um den glänzenden Metallkern zu drehen. Das ganze erinnerte dabei ein wenig an das Modell eines Sonnensystems. 0,1 G. Wozu sich der Brunnen bis zu einer künstlichen Schwerkraft von 17 G hinauf drehen ließ, war für Cecil nach wie vor ein Rätsel. Er hatte die Bücher von Einstein VIII gelesen und hielt den berühmten Nachfahren aus tiefster Überzeugung für einen ausgemachten Spinner.

Nachdem auch die Zugangsleitungen gewissenhaft kontrolliert und auf der Liste abgehakt worden waren, ging es in den Crewbereich des Schiffes. Kleinkram in Cecils Augen, aber Leben auf engsten Raum konnte verdammt unangenehm werden, wenn solche unwichtigen Systeme wie der Waschraum oder die Küche ihren Dienst versagten. Das Design der Royalen Schiffe hatte Cecil persönlich noch nie gemocht. Überall Gold und Silberverkleidungen und kunstvolle Statuetten. Man hatte manchmal den Eindruck, durch ein Lustschloss zu wandern, anstatt durch ein Langstreckenraumschiff. Besonders der Offiziersbereich erinnerte an die kleinen Palazzos der Aristokratie, wo fette Adelige oder aufgetakelte Damen in aufwändigen Kleidern einander zu umgarnen und hintergehen pflegten und auf die Not der Unterschichten spuckten. Glücklicherweise war sein Reich, der Maschinenraum, von übermäßigem Prunk verschont geblieben und die Verzierungen der Wände und Türen beschränkten sich auf ein Mindestmaß nach dem Standard der Royalen Flotte.

Cecil verjagte die aufkommenden Erinnerungen und konzentrierte sich weiter auf seine Arbeit. Mit dem Checkup würde er sicherlich noch bis spät in die Nacht brauchen, aber früher würde der Kapitän wohl auch nicht von seiner Rekrutierungstour zurück sein.




Inzwischen war es längst dunkel geworden, doch aus dem Halleninneren war dies ohnehin gleich. Cecil wurde ein wenig unruhig. Wenn der Kap mit der neuen Crew nicht bald zurückkehren würde, müssten sie den Start wohl auf morgen oder noch später verschieben und immer höher würde das Risiko werden, dass man das Schiff hier entdecken würde. Von außen war das Industriegelände zumindest denkbar unscheinbar. Eine alte Luftschiffsfabrik umgeben von Wäldchen und fast eine Fußstunde von der Stadt entfernt. Schon fast zwei Jahrzehnte lag die Anlage brach und war längst der wichtigsten Habseligkeiten beraubt. Ihr einziges Interesse hatte ohnehin der monumentalen Fertigungshalle gegolten in der sie das kleine Juwel sorgsam versteckt hatten um es in wenigen Wochen etwas zu überarbeiten. Dunkel hatte Cecil es zuletzt spritzen müssen. Die meisten Goldverzierungen der geschwungenen Hülle waren überstrichen und der gewaltige Rumpf war nun schwarz und bedrohlich und möglichst schlecht im Nachthimmel oder in der Weite des Raumes zu erspähen.

Aufgebaut war das Schiff im inneren aus drei Decks, dem unteren Maschinendeck, indem sich im vorderen Bereich die Lager für Kesselwasser und Heizkohle, sowie die Primärwaffensysteme befanden. Angrenzend im mittleren bereich des Maschinendecks befand sich der Gravitationsbrunnen, welcher für die Anziehungskraft außerhalb der Atmosphäre verantwortlich war und dahinter lag der Brenn- und Kesselraum, welcher die im hinteren Teil des Decks befindlichen Turbinen und den Maschinenraum versorgte.
Das mittlere, oder auch Mannschaftsdeck beinhaltete neben dem im Heck befindlichen Laderaum für Bedarfs- und Versorgungsmaterial auch die Quartiere der Crew im Mittelteil und vorne noch der Mannschaftsraum, die Küche und die Krankenstation. Im vordersten Bereich des Mannschaftsdecks waren aus Platzgründen auch die primären Bugteleskope verbaut, jedoch führte ein Schacht von dort ebenfalls geradewegs zur Brücke auf dem Oberdeck. Die Crewquartiere waren denkbar klein gehalten und boten gerade einmal Platz für ein schmales Bett, einen nicht viel breiteren Spind und einen minimalen sanitären Bereich. Der Mannschaftsraum hingegen hatte immerhin zwei gut verschraubte, elegante Couchgarnituren zu bieten. Einen größeren Karten- sowie einen Billardtisch.
Im Oberdeck war beinahe die halbe hintere Fläche für das Biotechnische Labor vorgesehen, in welchem sowohl die Sauerstoff-, als auch die Nahrungsversorgung sichergestellt wurden. Im mittleren Bereich des Oberdecks befand sich ein Kartenraum, welcher auch für Besprechungen verwendet wurde und in dessen inneren sich eine komplexe, kugelförmige Apparatur befand, auf der sich mittels unzähliger dreh und verschiebbarer Schichten eine Karte des umgebenden Alls abgebildet werden konnte. Davor lag die reich ausgeschmückte Kapitänskajüte, welche schließlich an die Brücke anknüpfte.
Markant auffallend am Schiffsrumpf war neben den zahlreichen verschlossenen Luken vor allem die große halbkugelförmige Auswölbung auf der Mitte des Schiffsrumpfes. Momentan von einer schützenden, absenkbaren Metallkuppel verdeckt befand sich darunter eine große Glaskuppel mit einem riesigen Teleskop im Mittelpunkt des Raumes, welches zur Astronavigation unerlässlich war.

Cecil öffnete eine der mechanisch verschlossenen Luken an der Schiffsseite und starrte aus dem Bullauge zum Halleneingang vor. Allmählich wurde es Zeit, dass die Bande eintrudelte. Wenn er erst alle Rotoren warmlaufen ließ und den Maschinenraum dazu hoch fuhr würde der nächtliche Lärm sicherlich neugierige anlocken und spätestens dann lief die Zeit gegen sie und ihr waghalsiges Vorhaben.
Vor der Schiffshalle stand noch der Dampfkarren mit den beiden Lastanhängern, welcher den Ankömmlingen mit Ausnahme des Kaps wohl als erstes auffallen würde, wenn sie den holprigen Kiesweg aus der Stadt hinter sich gebracht hatten. Die eigentliche Überraschung, das Schiff wartete hinter den schweren Toren auf die Ankömmlinge und Cecil freute sich diebisch darauf die Blicke der Glücksritter zu sehen, wenn sie sein Werk bestaunten.

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"Stardust" Empty Azah Shakti Ziris Talzu bint Sherazade

Beitrag von Netade Do Dez 25 2014, 15:32

Die junge Frau Azah blickte sich um, atmete erleichtert auf, als sie, den Mann, mit dem kleinen Handkarren, auf dem ihr Gepäck verstaut war, ein großer Reisekoffer, ein Seesack, eine Hutschachtel und ein Gewehr in einer Ölhaut eingeschlagen sie vor dem verschlossenen Hangartor erreichte. Ab hier übernahm sie. "Vielen Dank, MisteRR." Dabei reichte sie ihm eine Münze für den ihr erwiesenen Dienst. Sie rollte das 'r' in einer eigentümlichen Art, ebenso wie sie manche Worte zu dehnen schien, die den Mann aufhorchen ließen. Die Münze verschwand in einer geübten Bewegung in seiner Tasche. "Schon Recht, M’äm… schon recht." Dann wandte er sich ab und ward verschwunden. Was immer hinter diesem Tor lag, ging ihn nichts an.

Dem Mann ein freundliches Lächeln schenkend wartete sie noch einen langen Moment ab, wandte sich dann ebenfalls um, zog den Handkarren mit ihrer Bagage in Richtung des Hangartores, das sich mit einem Quitschen und Knarren öffnete.

Gemächlich, jeden Schritt bewusst setzend, betrat Azah den Hangar, blieb dann stehen. Dieser Ausbund an modernster Technik, war also ihr neues Zuhause. Ihre Augen glitten über die Konstruktion des Schiffskörpers vom Bug bis zum Heck. Langsam sog sie ihren Atem ein, als sie das Monstrum aus Stahl und Chrome betrachtete.

Azah ging so vieles durch den Kopf, ihr war als zöge ihr ganzes bisheriges Leben an ihr vorbei. Da waren Bilder vor ihrem inneren Auge von Fröhlichkeit, Spaß und Liebe, aber auch jene, die sie in die tiefsten Abgründe gestoßen hatten. Krieg, sie hatte am Krieg teilgenommen, hatte Schlachten in Nahua durchlebt, Verwundete versorgt, denen die Hand gehalten, die ohne Hoffnung waren, bis der letzte Atem aus ihnen gewichen war.  Aber da war auch Evan Jul dul Bretaq gewesen, der, der für ein Jahr und einen Tag einen Kontrakt mit den Sherazade geschlossen hatte. Es war nicht richtig gewesen, das war ihr klar, aber sie hatte sich in ihn an dem Tag verliebt, als er sie abholte und ihre Reise begann. Man hatte ihr so vieles beigebracht, wie man jemanden glücklich machte, wie man das Umfeld setzte um Verhandlungen zu begünstigen, aber niemand hatte sie vorbereitet, auf die Liebe.

Die Kleidung mochte Azah als Soldatin ausweisen, aber wenn man ihren geschmeidigen Gang, den ausgeprägten Hüftschwung betrachtete, so kam man zu einem ganz anderen Schluss. Dazu noch die zierliche Gestalt, das nahezu perfekte Gesicht, die filigranen Finger. Einige hätten sie ohne zu zögern in die Kategorie Engel geschoben und dabei an etwas gedacht was war himmlisch aber nicht engelhaft war. Ein wahrhaft sonderbare Mischung. Ihre Augen ruhen immer noch auf dem technischen Monster aus Chrome und Stahl. Ihre Hand legte sie auf die Aussenhaut. Leise hört man die Wort die sie spricht:  "Nichts, nichts steht geschrieben…"
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Beitrag von Umbra Sa Dez 27 2014, 17:18

Beziehungen und Bekanntschaften. Heutzutage waren allein Beziehungen und Bekanntschaften von Bedeutung, um irgendetwas im Leben erreichen zu können. Sie erleichterten einem die Arbeit in vielerlei Hinsicht. Kannte man jemanden, der jemanden kannte, brauchte man sich selbst nicht mehr die Finger schmutzig zu machen. Das sparte Zeit, die man für weitere Angelegenheiten nutzen konnte, die noch anstanden. So war es nicht der Kapitän (dessen Beziehungen zum Militär ihm ermöglicht hatten, diesen inzwischen pechschwarz gestrichenen Raumfrachter auf nicht ganz offiziellem Weg aus einer unauffälligen Ecke des Flottenhangars zu entfernen, in dem er gestanden hatte), der die Crew angeheuert hatte, sondern ein ihm vertrauter Mittelsmann. Der Kapitän war ein pragmatischer Mensch. Er baute auf das Urteilsvermögen seines Rekrutierers. Dies alles war im höchsten Maße inoffiziell. In dem Wissen, dass man die Mission verboten hätte, hätte er um Erlaubnis gefragt, hatte sich der Kapitän von Anfang an dazu entschlossen, alles unter dem Radar der Instanzen zu halten, die ihm mit höchster Wahrscheinlichkeit einen Knüppel zwischen die Beine geworfen hätten. So hatte er alles aus eigener Tasche bezahlt (kleckerweise, nach und nach – bloß nicht alles auf einmal!), nichts angemeldet und sich ein Raumschiff „abzweigen“ müssen (das er Nautilus getauft hatte, weil er die Werke des berühmten Jules Verne verehrte), um nicht unnötige Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Der Start war das heikelste. Erst einmal. Innerhalb der Erdatmosphäre lauerte die größte Gefahr. Wenn man das gestohlene Schiff hier in der Abgelegenheit des verlassenen Industriegeländes entdeckte, war es aus. Würde das Militär sie beim Verlassen der Atmosphäre abschießen, war es aus. Würde man sie entdecken, verfolgen und irgendwo außerhalb der Atmosphäre abschießen, war es auch aus. Erwischt zu werden, würde, zusammengefasst, vermutlich mit Militärgefängnis oder Tod für alle Teilnehmer enden. Nicht gerade verlockend. Diese Reise hinter den schwarzen Nebel würde aber nicht weniger gefährlich werden.

Doch das Risiko war es wert.

Der Kapitän war so optimistisch, wie er sein konnte. Das gelang ihm, indem er sich auf andere Dinge konzentrierte… Und die möglichen Schwierigkeiten, die noch kommen mochten, gar nicht erst auf dem Schirm hatte. Er ignorierte diese geflissentlich.

Stur und zielstrebig: So war er, der Kapitän der Nautilus, Prof. Dr. Dr. Dr. E.M. Whorn (so stand es an der Tür seiner Kabine, an seinem Kittel und an fast allen seiner Habseligkeiten) – im Sprachgebrauch „Professor“, „Kapitän“ oder „Cap“, wenn es schnell gehen musste. Manch einer bevorzugte auch „Spinner“ oder ähnliches. Aber mit Abneigung und Gegenwind musste ein Visionär rechnen. Professor Whorn wusste, dass er auf der Spur von etwas ganz Großem war – und diese Unternehmung würde sein Sprungbrett in die Geschichtsbücher sein und mit seinen Erkenntnissen würde er seine Kollegen und gleichzeitig Rivalen beschämen und vor Neid erblassen lassen! … Das war der Plan. Den Schlüssel dazu trug er immer bei sich, momentan in der Brusttasche seines Tweedjacketts, über das er seinen bereits etwas mitgenommenen Laborkittel gezogen hatte.

Nein, entgegen Cecil Rabenbachs Annahme, war der Kapitän der Nautilus wirklich nicht unterwegs, um die zukünftigen Teilnehmer ihrer eher größeren als kleineren Unternehmung einzusammeln. Eigentlich hatte er schon vor Stunden aufbrechen wollen, um in der Stadt kurzfristig eine Crew zusammenzustellen. Aber ihm war etwas dazwischengekommen. Stattdessen seinen Kontaktmann loszuschicken, war eine Notlösung gewesen. Angesichts der kritischen Lage, von der niemand außer dem Professor etwas wusste, war dies allerdings die einzig angemessene Reaktion gewesen. Cecil hatte ihn während seines Rundgangs bisher nicht bemerkt. Vermutlich hatten sie sich ein oder mehrere Male schlichtweg verpasst.

Zu Cecils Verteidigung konnte man sagen, dass der Professor aktuell leicht zu übersehen war, wie er Winkel um Winkel des Schiffes absuchte und dabei auch die verstecktesten Ecken nicht ausließ. Momentan kroch er auf allen Vieren durch die spärlich erhellten Gänge des Schiffes und machte immer wieder Halt, um mithilfe seines fast schon antiken Stethoskops angestrengt den Boden abzuhorchen. Seine optisch nicht zu sehende Fußprothese behinderte dabei nur geringfügig. Es war eindeutig: Er war auf der richtigen Spur und kam immer näher. Der Professor hatte sich bereits vom Labor auf dem Oberdeck, über das Mitteldeck fast bis zur Treppe Richtung Maschinendeck vorgearbeitet. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis er das aufspürte, was er suchte – vor dem Start musste dies aber unbedingt noch erledig sein! Hier irgendwo, hörte er, musste es sein.  
Der Professor murmelte seit Stunden bereits leise einen Fluch nach dem anderen vor sich hin. Aber noch war nicht alles verloren.

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Beitrag von Thorgrimm So Dez 28 2014, 02:41

Einen letzten Blick warf Katherine Rowe - von ihren Bekannten und Freunden einfach nur Kate genannt - noch auf die Papiere, die sie als Köchin ausgeben würden und machte sich auf den Weg, ihr neues Ziel zu erreichen. Es war wie ein Wink des Schicksals gewesen, als sie nach ihrer Flucht die einsame Frau entdeckt und von einer Mission in den Weltraum sprechen gehört hatte. Wenn alles gut lief, hatte sie es wieder einmal geschafft, ihre Haut zu retten. Kate widerstand dem Drang, den "roten Stern" aus seinem Versteck herauszuholen und ihn ein weiteres Mal zu betrachten. Dieses Ding würde ihr bis ans Lebensende ein überaus luxuriöses Leben erlauben - wenn sie denn diese Mission überlebte, ein bisschen Gras über die Sache gewachsen war und sie einen geeigneten Hehler fand. Kate sah sich vorsichtig und verstohlen um, konnte aber keine Polizei entdecken und auch nichts dergleichen hören. Sie hatte die Ordnungsgewalt der Stadt schon vor einiger Zeit erfolgreich abhängen können.

Sie wusste zwar nicht, wohin es genau ging und wo dieses Raumschiff war, von dem die bewusstlose Köchin gesprochen hatte aber sie würde es schon früher oder später finden. Während ihrer Suche, blieb Kate zumindest genug Zeit, noch einmal alle wichtigen Daten durchzugehen. Eine Köchin... das war natürlich nicht ideal. Sie hatte davon keine Ahnung aber das konnte doch nicht so schwer sein. Ein paar Zwiebeln zu kochen und zu würzen würde sie schon schaffen.
Sie blieb stehen und warf einen Blick in den Koffer, der ursprünglich der Köchin gehört hatte. Eine ganze Menge Dosen und Behältnisse. Auf dem einen stand Mehl - das konnte sie bestimmt auf die gekochten Zwiebeln schütten und dann als Gourmet-Speise und neusten Trend unter den blaublütigen ausgeben. Wer würde sie schon Infrage stellen? Schließlich war sie eine Meisterköchin und der Rest hatte gar keine Ahnung von richtigem Essen. "Alles Banausen!" Kate kicherte in sich hinein. Sie musste einfach nur selbstsicher auftreten und Niemand würde etwas bemerken.

Sie machte sich - den übergroßen und bis zum bersten gefüllten Koffer mitziehend - wieder auf den Weg. Eigentlich müsste sie auf Nummer sicher gehen und sich verkleiden aber die Wahrscheinlichkeit, dass eines der anderen Crewmitglieder in ihrem Metier tätig war, war verschwindend gering. Es würde alles einfacher machen, wenn sie sich gar nicht erst veränderte und einfach als Kate - natürlich mit falschem Namen - auftrat. Das hatte sie auch schon getan, als sie zu dem Treffen mit diesem Mann gegangen war, um sich anheuern zu lassen.
Schließlich erreichte sie den Hangar, in dem vermutlich ihr sicherer Fluchtweg stand. Wieso mit der Beute einfach nur aus dem Land verschwinden, wenn sie die Erde verlassen konnte? Niemand würde auf die Idee kommen, im Weltall nach ihr zu suchen. Es war der perfekte Plan. Langsam näherte sie sich dem Gebäude und umrundete es erst einmal im Schutze des Waldes, um eine mögliche Falle aufzudecken aber es schien alles sicher zu sein.
Kate bewegte sich also zielsicher auf das innere der Halle zu. Eine Person schien schon anwesend zu sein und der näherte sich Kate auch einfach Mal. Ob es sich um die Person handelte, die die Köchin angeworben hatte oder war es einfach nur ein Crewmitglied? Sie entschied sich das herauszufinden.

"Erstaunliches Gerät oder?" fragte sie und stellte sich neben die Frau. Kate war etwas größer als Azah, trug ihre roten, kinnlangen Haare offen und war in dunkelrote, braune und schwarze, weite Kleidung gehüllt. Sie hatte einen schlanken aber durchtrainierten Körperbau und trotzdem war sie recht unauffällig. An ihrem Äußeren war schwer abzulesen, was für einem Beruf sie nachging - und das war auch gut so. Zur Begrüßung hielt sie der Frau ihre Hand hin und lächelte sie freundlich an. "Ich bin Elizabeth aber du kannst mich Beth nennen, wenn du möchtest." stellte sie sich recht direkt vor. Auf bestimmte Verhaltensformen oder eine respektvolle Begrüßung legte sie nie wert. Unter ihresgleichen wäre so etwas nur verschwendete Zeit. Lediglich die Kleidung der Frau, ließ Kate einen Moment innehalten.


Zuletzt von Thorgrimm am Do Jan 29 2015, 20:20 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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"Stardust" Empty Azah Shakti Ziris Talzu bint Sherazade aka Thar

Beitrag von Netade So Dez 28 2014, 11:53

"Ahhh, ja, ein erstaunliches Gerät, ja, in der Tat." Azah blickte die Frau freundlich an. "Azah Sahkti Ziris Talzu bint Sherazade, ich bin erfreut Ihre Bekanntschaft zu machen, Beth. Sie können mich geRne ThaR nennen, das ist kürzer und auch nicht so verwiRRrend." Azah ergriff dann die Hand der anderen Frau und schüttelte die leicht wie eine Feder. Sie kannte diese Art von Gesten, benutzte sie aber eigentlich nie, ihre Klientel, legte Wert auf Distanz in der Verbundenheit, deshalb nutzte man den Vornamen, gleichzeitig jedoch auch das sie. Ihr war das kurze Zögern nicht entgangen, das Beth an den Tag gelegt hatte, als sie erkannt hatte, das sie eine Uniform trug. Die Sherazade nahm den Zylinder ab, hielt in der linken Hand und verlieh ihm halt in dem sie ich auf ihrer Hüfte absetzte. "Die Uniform hat mir geholfen hier hin zu kommen, ohne, dass jemand mir Fragen stellte. So ein Kleid der Ehre hat, wie ich festgestellt habe, hier viele Vorteile. Es ist aber kein GRund zuR BesoRgnis, wir hieR tun alle etwas VeRbotenes." Dass sie es so deutlich aussprach galt ihrer Fürsorge, die Sorgen von Beth zu zerstreuen. Das hatte nichts mit Misstrauen zu tun, denn wer hier erschien, das lag auf der Hand, war ein(e) Mitverschwörer(in).

Ihr Blick wanderte zum Einstieg, dann wieder zu der rothaarigen. "Wir sollten dann wohl an BoRd gehen, ich hoffe, dass die Gänge breit genug sind, Beth." Dabei machte sie eine einladende Geste, gab Beth so zu verstehen, dass sie zuerst das Schiff betreten durfte. "Darf ich fragen, welche Aufgaben Sie an BoRd übernehmen werden, Beth?" Es gehörte mit dazu, dass sie sich untereinander vorstellten und besprachen was man tat. In einer so kleinen Gemeinschaft würde es sicherlich Überschneidungen geben und ja, man würde auch schon einmal Hilfe andere bedürfen. Umso besser wenn man sich gut kannte.  

Die Sherazade warf einen Blick hinein in das Monstrum. "Haben Sie einen Plan Beth, wo welche Kabine ist? Ich muss gestehen, dass ich keinen erhalten habe." Azah fragte sich, warum niemand hier war, um sie und die anderen neuen Besatzungsmitglieder in Empfang zu nehmen. Wo war der Kapitän? Der erste Offizier? Es konnte doch nicht sein, dass man die Crew-Mitglieder hier 'blind' durch das Schiff laufen ließ. Es musste sich wohl noch so einiges einspielen.

Mit Geschick und Kraft bugsierte sie ihr Gepäck durch die Luke. "So, das wäre erst einmal geschafft... jetzt müssten wir nur noch wissen wohin."
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"Stardust" Empty Re: "Stardust"

Beitrag von Fade So Dez 28 2014, 12:37

BildCecil Rabenbach




Heimatspiel:Steam and Stardust
Herkunft:
Steckbrief:hier
Begleiter:Dr. Whorn





Cecil beobachtete den ersten Ankömmling, wie er sich langsam dem Schiffsrumpf näherte. Wahrscheinlich war er von außen durch das gewölbte Glas nicht als menschliches Wesen zu erkennen, jedoch war die Person draußen für ihn auch nicht genau zu identifizieren. Offenbar eine Frau, nicht allzu groß gewachsen und schwer einzuschätzen, welche Position sie wohl zu bekleiden hatte.
Auch der zweite Ankömmling war eine Frau und Cecil begann, mit einem aufkommenden Schmunzeln, die Auswahl seines Caps zu schätzen. Als die beiden Hühner jedoch vor dem Schiff zu gackern begannen, schwand das Lächeln binnen eines Augenblicks. Offenbar erwarteten die Beiden so was wie ein Empfangskomitee. Cecil löste sich von der Luke um sich auf zur Rampe zu machen und stolperte beinahe über den Cap, als er den Wartungsschacht auf den Schiffsgang hin verließ, da dieser, wie eines seiner heiß geliebten Insekten, auf allen Vieren auf dem Boden herumkrabbelte und mit seinem Stethoskop selbigen abhörte, als erwartete er vom Schiff allen ernstes ein husten.

„Professor! Die ersten Crewmitglieder sammeln sich vor dem Schiff. Wir sollten sie wohl hereinlotsen, ehe sie noch auf die Idee kommen, sich da draußen anzusiedeln.“

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"Stardust" Empty Re: "Stardust"

Beitrag von Leo So Dez 28 2014, 18:47

Eine Staubwolke wirbelte auf und glitzerte in den letzten Lichtstrahlen, als Hagen Larsson seinen Koffer auf dem Boden absetzte und sich mit einem zufriedenen Lächeln umsah. War er hier auch richtig? Na hoffentlich, sonst würde er noch den Abflug verpassen, und dieser Auftrag war eine einmalige Gelegenheit.
Das Schiff weiter vorne in der Halle war gänzlich schwarz angestrichen. Er war schon einmal in einem Luftschiff mitgeflogen, sogar ähnlich gebaut, aber nicht in schwarz. Er war sich aber ziemlich sicher, dass es dem schwarzen dort vorne sehr geähnelt hatte, bis auf die Farbe, natürlich. Womöglich war für die Mission einfach ein umlackiertes Militärschiff herangeschafft worden, auf welchen Wegen auch immer.
Der Fußweg hinaus in dieses verlassene Gebiet war recht lang gewesen, etwa eine Stunde, vermutete Hagen (und auf seine innere Uhr war meistens Verlass), aber als ehemaliger Soldat war sein Körper derartiges gewohnt. Zügigen Schrittes ging er auf die Halle zu. Ja, hier war er richtig. Ein schwarzes Schiff irgendwo im Nirgendwo – das konnte nur richtig sein. Immerhin war der ganze Spaß hier illegal. Ob er der erste war? Vor dem Schiff konnte er niemanden entdecken. Nun etwas langsamer, steuerte er auf das eiserne Monster zu, begann, eine kleine Musik aus seinem Heimatland zu summen uns schlenkerte den Koffer hin und her. Offenbar war ja noch ein wenig Zeit bis zum Abflug.

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"Stardust" Empty Re: "Stardust"

Beitrag von Umbra Di Dez 30 2014, 21:16

Professor Whorn fühlte sich durch die Umhertrampelei, die er durch das Stethoskop nur allzu deutlich wahrnahm, beim Lauschen leicht gestört. Der Urheber dieser Behelligung war kein anderer als Cecil… Das war eigentlich zu erwarten gewesen. Wer sonst sollte hier herumlaufen? Aufzublicken und jemand anderes vor sich zu erkennen als seinen Maschinisten, hätte den Professor in diesem Moment in rege Unruhe versetzt. Denn die Crew war noch nicht eingetroffen.

Doch das war sie, laut Cecil.

„Nun gut, führe sie hinein“, antwortete er dem Hühnern und befingerte währenddessen sein Stethoskop nervös. Ihm war zwar schleierhaft, warum die Neuankömmlinge unbedingt Hilfe benötigten, aber…
„Ähm“, fiel ihm ein, Cecil noch einmal aufzuhalten, bevor er verschwand, „achte darauf, die Luftschleuse zu schließen, bevor du sie einlässt. Und schließe die Bordaußentür direkt hinter ihnen. Die beiden Tore dürfen nicht gleichzeitig offen stehen! Und beeil dich dabei! Die Konsequenzen sind nicht auszudenken, wenn…“
Er unterbrach seinen Satz in der Mitte und verengte beinahe misstrauisch die Augen.
„Hörst du das?“, fragte er dann. Es herrschte absolute Stille. Mit einem Mal sprang er auf und stand wieder auf den beiden. Wahrscheinlich hätte ihm niemand, der ihn sah und sein Alter einzuschätzen versuchte (was wirklich schwer war, er mochte zwischen Fünfzig und Siebzig sein… vielleicht sogar älter), eine solche Agilität zugemutet. Erst recht nicht, wenn man wusste, dass ihm ein Fuß fehlte.
„Der Maschinenraum!“
Schon flitzte er humpelnd davon und murmelte irgendwas über Selbstverständlichkeit und Thermophilie.

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Beitrag von Fade Sa Jan 03 2015, 14:33

„Aye, Kapitän. Werde alle Luken dicht machen. Sind aber noch nicht alle, wenn ich richtig gezählt habe.“ Professor Whorn war offenbar vollends in seiner eigenen Welt, denn seine Aufmerksamkeit galt gerade absolut nicht Cecil oder der übrigen Crew oder dem Schiff. Cecil schüttelte etwas den Kopf als der Prof. in Richtung Maschinenraum verschwand und er selbst sich zum Unterdeck aufmachte, um die neuen Kameradinnen willkommen zu heißen. Hätte er den Prof. nicht auf der vorherigen Mission von einer völlig anderen Seite kennengelernt, so wäre dem großen, grobschlächtigen Mann wohl spätestens jetzt mulmig in Anbetracht der bevorstehenden Mission geworden.
Als er den Aufenthaltsraum erreichte, welcher mit einem kurzen Seitengang und Schott mit der Schiffsrampe verbunden war, stellte Cecil fest, dass die Damen ihren Weg hinein inzwischen gefunden hatten. „N'abend.“ begrüßte er die beiden in einem wenig herzlichen Ton, während er sie mit dem Blick eines Wolfes musterte. Man hätte es wohl schlechter treffen können, aber leider kam es wohl mehr darauf an, ob sie ihr Handwerk beherrschten, als dass die Mission zur Vergnügungsreise geriet. Er deutete Seitlich zum Mittelgang des Schiffs. „Dort sind die Quartiere und ihr könnt eure Sachen da verstauen. Nehmt euch was frei ist und kommt dann wieder hierher. Sobald alle angekommen sind wird der Kapitän sich vorstellen und eure Posten zuweisen.“

Cecil wendete sich zum Seitenschacht, um nach Anweisung des Caps die Rampe zu schließen und erblickte dabei noch den dritten Ankömmling, den er gleich herein winkte um ihn ebenso knapp über den weiteren Verlauf zu instruieren. Als nach einem letzten Blick niemand weiter in Sicht war, betätigte er das Druckventil und nach kurzem Zischen setzten sich die Zahnräder in Bewegung um die Rampe hoch- und einzufahren. Das Schott wurde routiniert verschlossen und der Maschinist machte sich zurück auf den Weg in den Maschinenraum, um nach dem Cap zu sehen und weitere Instruktionen einzuholen.

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Beitrag von Netade Sa Jan 03 2015, 15:32

Azah wandte sich langsam um, nickte dann dem Mann freundlich zu. War das der Kaitän?, der Maat (?). Ihre Augen strahlten und ihr Lächeln schien den Raum ein wenig zu erhellen. Er sagte was er zu sagen hatte, was klar machte, dass er nicht der Kapitän war. Die junge Frau setzte an: "ERlauben Sie, dass ich mich voRstelle, ich Azah Sahkti Ziris Talzu bint Sherazade, Maat. Bitte um ERlaubnis das Schiff betreten zu dürfen..." Ihre Stimme war leiser geworden, als sie bemerkte, dass der Maat sich schon in Richtung eines Seitenschachtes abgewandt hatte. Ihre Augenbraue zuckte nach oben, als sie dem Hünen nachblickte, der sich ihrem Blickfeld entzog.

Das Rascheln des Uniformenstoffes war zu vernehmen als sie sich Beth zuwandte. "Ah... nun, dann wollen wir unsere Quartiere wählen, Beth." Dabei machte sie eine einladende Handbewegung in Richtung der Quartiere und versuchte auf eine diplomatische Art und Weise zu überspielen, dass sie in ein 'Fettnäpfchen' getreten war. Das man so jovial hier war, damit hatte sie nicht gerechnet. "Beth wissen Sie, wo denn die Arbeitsbereiche sind? Dann könnten wir das bei der Wahl des Quartieres mit in Betracht ziehen."
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Beitrag von Leo Mi Jan 07 2015, 00:22

Hagen summte weiter, während er die Rampe zum Schiffsinneren hochstieg. Er achtete nicht sonderlich auf seine Umgebung und hing nebensächlichen Gedanken nach, ging aber stetig (und mit Schritten im Takt zur Melodie) weiter. Er bemerkte Cecil erst, als er den ersten Schritt in das Raumschiff setzen wollte und dabei beinahe gegen ihn lief. Ein beeindruckend großer Mann. Ob er hier eine höhere Position bekleidete?
Hagen öffnete den Mund, um sein Gegenüber freundlich zu begrüßen, doch dazu kam es nicht. Stattdessen erteilte er ihm sofort Anweisungen, die wie auswendig gelernt klangen, und verschwand dann. Hagen nickte, zum Zeichen, dass er verstanden hatte, obwohl der große Kerl sich bereits umgedreht hatte, und sah sich erst dann so richtig in dem Raum um, in dem er stand. Es schien ein Aufenthaltsraum zu sein, und er wirkte sogar einigermaßen bequem. Zwei Sofas, zwei Tische, zwei Frauen.
Zwei Frauen?
Hagen setzte ein fröhliches Lächeln auf und ging zu den beiden hinüber. „Einen wunderschönen guten Tag, die Damen“, sagte er in übertrieben höflichem Ton und deutete sogar eine kleine Verbeugung an. Dann zeigte er mit je einem Daumen auf die zwei. „Ihr zwei gehört doch sicher zu meiner Crew. Wir sollen uns Kabinen aussuchen, das hat er doch gesagt, oder? Gut … wenn’s euch nichts ausmacht, hätte ich gern die siebte Kabine.“ Sieben, das brachte Glück. Hoffentlich war noch keine der beiden Frauen darauf gekommen und hatte die Sieben bereits für sich deklariert … und hoffentlich gab es unter dreizehn Räume. Dann konnten sie den Schiffsrumpf auch gleich anzünden. Er wandte sich zum Gehen, um möglichst schnell seine Räumlichkeiten beziehen zu können. Irgendwie war er nun doch etwas neugierig geworden, wer ihr Auftragsgeber war, und wie es schien würde er ihn demnächst ja kennenlernen …

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Beitrag von Netade Mi Jan 07 2015, 08:55

Da hatte Beth nicht mal auf ihre Frage ihr antworten können, da war er aufgetaucht, hatte seinen Gruß entrichtet und natürlich sich nicht vorgestellt. Die Männer hier an Bord, so schien es Azah, fehlte es an Erziehung und Höflichkeit Damen gegenüber. Fast schien es ihr, dass sie auch hier an Bord Uniform tragen müsste, so als würde sie sich durch eines der Arbeiterviertel Britanias bewegen, wo die Gesichter der Menschen rußverschmiert waren, jeder Freude bar, jeder Lebensgeist gewichen schien und die Armut hauste. Azah hat es immer als eine Schande betrachtet, das man die Arbeiter so schlecht bezahlte, wo sie doch das Rückgrat einer jeder Firma waren. Ihre Ansicht war sicherlich auch geprägt durch die Armut und die Menschen in Nahua. Auch dort fehlte es manchmal an höflicher Distanz, dafür waren die Menschen dort im Eigentlichen warmherziger gewesen. Ein Lächeln glitt über ihr ebenen Züge. Sie dachte an die kleine Azah, das Mädchen dem sie auf die Welt geholfen hatte und das man, obwohl sie eine Fremde war, dazu noch einen Kombatantin der anderen Seite, das um sie zu ehren ihren Vornamen erhalten hatte. Alles würde sich noch einspielen, da war sie sich sicher. Vieles mochte sie schon in ihrem kurzen Leben gewesen sein, aber Piratin gehörte nicht dazu. Sie würde lernen!

Die Sherazade blickte dem Mann hinterher. "Mein HeRr, Sie können gerne das siebente Zimmer nehmen…" Ein wenig saß da wohl der Schalk in ihrem Nacken  "… allerdings wo wollen sie zu zählen anfangen? Von links nach rechts? Von vorne nach hinten? Ich habe keine Zimmernummern an den Türen ausgemacht."

Immer noch lächelnd wandte sie sich Beth wieder zu. "Wo waren wir noch stehengeblieben?"
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Beitrag von Thorgrimm Mi Jan 07 2015, 17:10

Etwas irritiert sah Kate von Azah zu den beiden Männern - die sich nicht vorgestellt hatten - und wieder zurück zu Azah. "Die haben sich aber ganz schön schnell verpi..." Fast hätte sie sich versprochen. Kate war nun mal nicht mehr Katherine die gesuchte Kriminelle, sondern Elizabeth die Köchin und damit musste sie sich auch anstrengen, diese Gossensprache loszuwerden. "... äh, aus dem Staub gemacht, meine ich." Sie lächelte die Frau neben sich an und bugsierte ihr Gepäck in das stählerne Monstrum. Zeit das Thema zu wechseln und da kam die Frage Azahs gerade Recht. "Ich glaube, wir waren bei unseren Aufgaben im Schiff stehen geblieben. Ich werde wohl auf der Reise dafür sorgen, dass alle was zwischen die Zähne kriegen. Ich schmeiß einfach alles in einen großen Topf - wird schon schmecken. Hehe." erklärte sie und machte sich dabei am ehesten selbst noch Mut. Hoffentlich würde die Crew sie nicht so schnell rausschmeißen und herausfinden, dass sie absolut nicht kochen konnte. "Vielleicht sollten wir uns erst umsehen und dann die Quartiere aussuchen. Was wirst du hier für uns tun?" Kate konnte die Frau absolut nicht einschätzen. Zumindest war die Uniform nur eine Verkleidung gewesen - oder es war eine sehr gute Lüge, um sie reinzulegen. Kate entschloss sich aber vorerst Azah zu trauen. Selbst wenn sie angelogen worden war, würde das den Aufenthalt auf dem Schiff doch nur interessanter machen und den öden Alltag etwas versüßen. Wieder lächelte die rothaarige Frau.
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Beitrag von Netade Mi Jan 07 2015, 17:43

"In der Tat, daSS ist ein guteR Vorschlag, Beth." Sagte Azah zur Köchin, mit der ihr eigenen Betonung und Gesten. "Ich freu mich schon einmal auf die Eintöpfe und auf was immer da auch kommt. Was mich betrifft, ich bin der sagen wir Feldscher, Schiffsarzt? Um die Gesundheit der Mannschaft werde ich mich kümmern, wobei ich mich am Besten mit der Versorgung von Wunden auskenne und einige spezifische Frauenkrankheiten. Für den Rest habe ich Bücher dabei. Die Uniform ist echt, Beth, das ist eine lange Geschichte, für einen langen Abend. Und nein ich werde sie nur dann tragen, wenn es einen Anlaß dafür gibt, ich trage lieber legere Kleidung, aber um hier her zu kommen war sie unverzichtbar. Wir sollten uns dann schnell umschauen, bevor noch mehr der Herren auftauchen, uns stehen lassen und die Luxukabinen für sich beanspruchen. Dann wollen wir mal sehen wo die, wie sagt man Kombüse und die Krankenstation ist."
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Beitrag von Fade Fr Jan 16 2015, 21:52

Naheliegender Weise machten sich Hagen, Kate und Azah daran, mit ihrer Habe Quartier zu beziehen. Hagen zählte sich eine Kabine ab, welche zumindest aus einer Richtung die Siebente war.
Die Kombüsen waren wieder erwartend ebenso wie der Mannschaftsraum und der Hauptgang des Decks relativ geräumig und aufwändig ausgestattet und verfügten sogar über ein verschließbares Bullauge.
Auch wenn es sich bei dem Schiff ja ursprünglich lediglich um einen von vielen Prototypen gehandelt hatte, um das All erfolgreich zu erschließen, scheute die Krone in diesem Bezug keine Kosten, was manch einem Gemüt, welches auch schlichtere Verhältnisse kennengelernt hatte etwas hochmütig erscheinen mochte.

Noch während so das Gepäck der Glücksritter seinen Platz in Schränken und Kommoden fand erreichte etwas gehetzt nun auch John Rogers das Fabrikgelände. Von draußen lag alles noch still  und unauffällig dar, was den militärisch geprägten Mann innerlich aufatmen ließ. Sowohl der Professor als auch dieser verrückte Maschinist hatten ihre Eigenheiten und verkannten manchmal die Brisanz ihrer Situation. Auch wenn Rogers sich alle Mühe gegeben hatte, die neue Crew zu durchleuchten und die Gespräche unter dem Mantel der Verborgenheit abzuwickeln, konnte man sich nie sicher sein, ob der Geheimdienst ihnen nicht doch inzwischen auf die Schliche gekommen war. Ein bis zwei Stunden noch, dann würden sie diese Sorge auf die eine oder andere Weise losgeworden sein. Dabei machte John sich im Grunde nur wenige Sorgen um den Schiffsdiebstahl. So sehr die Großnationen sich auch mühe gaben, die Erschließung des Raumes unter ihren offiziellen Bannern laufen zu lassen, wurde es doch mit jedem Jahr und den fortschritten in der Entwicklung immer einfacher an Schiffsteile oder ganze Raumschiffe zu gelangen und die Gerüchte  um Raumflüge kleiner Drittstaaten und unbekannter privater Pioniere wurden sowohl zahlreicher als auch glaubwürdiger.
John war überrascht, die Rampe des Schiffs verschlossen vorzufinden. War er tatsächlich so spät, dass alle anderen schon an Bord waren? Er öffnete die Rampe von außen und verschloss sie nach dem Betreten auch wieder, nachdem er feststellte, dass sogar die Schleusen inzwischen geschlossen worden waren. Zunächst suchte John die Mannschaftsquartiere auf, um die geworbenen Glücksritter auf dem Schiff zu begrüßen und bat jeden von ihnen, sich im Mannschaftsraum einzufinden, sobald das Gepäck verstaut war. Er kündigte an, den Kapitän zu holen und verschwand, wie vorhin auch Cecil zunächst durch den Gang, wobei sein Weg ihn ins Labor führte.


Cecil hatte in der Zwischenzeit den Maschinenraum erreicht und lehnte nun mit verschränkten Armen vom inneren an der, wieder geschlossenen Schleusentür. Er hatte dem Cap die Ankunft der neuen Crew melden wollen, doch schien dieser immer noch seinem augenblicklich höherem Ziel hinterher zu jagen. Auch wenn der Professor aus Sicht des Maschinisten wohl schlicht Genial in seinem wissenschaftlichen Gebiet sein mochte, um was auch immer es sich dabei eigentlich handelte, so hatte Cecil innerlich lange damit abgeschlossen die Ticks des alten Mannes verstehen zu wollen. Verflixt der Alte krabbelte seinem Käfer weitaus emsiger hinterher, als es  sich ein Vertreter der gleichen Gattung zwecks Paarung zugemutet hätte. Cecil war versucht, sich eine Zigarre anzustecken, aber bei seinem Glück würde das sowohl den Käfer, als auch den Cap in Rage versetzen.
Etwas kribbelte auf seinem Nacken und rein aus Reflex wollte der Hüne gerade zuschlagen, als ihm einfiel, dass Whorn ja genau solche Plagegeister sammelte. Laut räuspernd brach Cecil die Stille. „Professor Whorn. Einer ihrer Käfer hat mich gefunden.“

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Beitrag von Umbra So Jan 18 2015, 15:51

Ganz in seinem Element, hatte der Professor Cecil gar nicht bemerkt, bevor dieser mit einem Räuspern auf sich aufmerksam machte. Er brauchte einen kleinen Augenblick, um zu verarbeiten, was der große Maschinist von ihm wollte. Dann aber schlich sich ein strahlendes Lächeln auf sein faltiges Gesicht. Rasch erhob er sich vom Boden, um Cecils Nacken inspizieren zu können.
„Ah, sehr schön!“, wertete er den Fund.
„Nicht…“, murmelte er dann und zückte eine Federstahlpinzette, „bewegen…“
Auch ein Schraubglas fand aus einer seiner Kitteltaschen den Weg in seine Hand.
„Dies hier ist ein männliches Exemplar“, erklärte er. „Recht aggressiv, unter Umständen, und ich bezweifle, dass du Bekanntschaft mit seinen Mandibeln machen willst. Genau genommen“, dozierte er, während er sich dem Insekt vorsichtig mit der Pinzette näherte, „gehört unser Freund hier nicht zur Ordnung der Coleoptera, sondern zu jener der Orthoptera – der Heuschrecken. Faszinierende Krabbler, diese Biester. Er hier hat sich durch seinen Gesang verraten.“
Anscheinend war er behutsam genug vorgegangen, um seine Beute nicht zu verschrecken, und verkündete seinen Triumph, als er das Insekt mit der Pinzette ergriffen hatte:
„Da haben wir dich, du böser, kleiner Ausreißer!“
Der Professor steckte den Flüchtling in das Glas und schraubte den mit Luftlöchern versehenen Deckel sorgfältig auf.

Gryllus extraterrestris, setzte er seinen soeben begonnenen Vortrag fort – in Ermangelung eines Saals voller Studenten musste nun eben Cecil herhalten –, „eine nicht näher untersuchte, rein aus morphologischen Gründen den Grillen zugeordnete Art. Die Klassifikation außerirdischer Lebensformen ist noch nicht besonders ausgereift, würde ich sagen. Interessanterweise ähnelt in diesem Fall Habitus und Lebensweise der irdischen Feldgrille sowie anderen Arten in weniger ausgeprägtem Maß so sehr, dass einige Kollegen davon ausgehen, dass gerade diese Grille und unsere heimischen Grillenarten einen gemeinsamen Ursprung haben. Ein durchaus faszinierender Gedankengang. Diese Theorie geht davon aus, dass eine Urform der Grille irgendwie auf die Erde verschleppt worden sein muss – entweder in Form von gefrorenen Eiern, die mit einem Meteoriten auf die Erde kamen, oder aber an Bord eines Raumschiffs, in etwa so, wie die Seefahrer, besonders zur Erdkolonialzeit, heimische Arten in fremde Länder brachten. Bewusst oder unbewusst. Alles Firlefanz, soweit du mich fragst, es gibt keine stichhaltigen Hinweise, die solche Szenarien untermauern könnten. Insekten sind so artenreich, dass so ein Ereignis ordnungsübergreifend und früh in der Erdgeschichte hätte stattfinden müssen. Nur aufgrund einer, vermutlich zufälligen zustande gekommenen Ähnlichkeit in auch nur einer Unterordnung, klingt das Ganze für mich sehr an den Haaren herbeigezogen. Dennoch ist es höchstspektakulär zu sehen, wie zwei Arten wie Gryllus campestris und Gryllus extraterrestris unter ähnlichen Lebensbedingungen auf unterschiedlichen Planeten solche Übereinstimmungen entwickeln konnten. Ich war schon seit Aufnahme meiner Studien sehr interessiert am Artbildungsprozess und habe nun, anhand dieses Kerlchens und  seiner Artgenossen, die Möglichkeit, möglicherweise stattgefundene Vorgänge genauer zu untersuchen, da ich ihren Lebensraum eingehend studiert habe und sie mit der Feldgrille und anderen Mitgliedern der Orthoptera vergleichen kann.

Einmal abgesehen davon“
, meinte er mit einem Lächeln, „ eignen sie sich ausgezeichnet als Lebendvorrat, um die Verpflegung mit tierischem Protein auf Reisen zu gewährleisten. Wenn sie denn nicht gerade ausbrechen. Schlimmer noch wäre es, wenn mir ein Weibchen entwischt wäre. Diese geben nicht lautstark ihre Position preis... Und wäre eins in die Freiheit gekommen und hätte irgendwo Eier abgelegt… Die Auswirkungen wären fatal gewesen. Diesem Ereignis hätte die gesamte nächste Ernte dieser Umgebung zum Opfer fallen können.“

Das brachte ihn auf einen anderen Gedanken und zugleich auf eine Möglichkeit, eine Anekdote mit Cecil zu teilen.
„Ich war einmal auf einer Insel in den afrikanischen Subtropen… deren Name ist mir leider entfallen… aber sie war ein erschreckendes Beispiel dafür, was eingeschleppte, invasive Arten für einen Schaden anrichten können. Eine Art kann die ganze Natur aus dem Gleichgewicht bringen. In diesem Fall waren es tatsächlich Seefahrer gewesen, die Schlangen auf die Insel brachten, die sich zwischen der Fracht versteckt hatten. In kürzester Zeit, so Berichte der Inselbewohner, entstand daraus eine Schlangenplage. Die Schlangen fraßen alle Singvögel, was zur Folge hatte, dass sich Spinnen ungehindert vermehren konnten. Kaum ein Quadratmeter, in dem man sich nicht in einem klebrigen Netz verfing! Diese Expedition werde ich wohl nie vergessen! Das einzig Erfreuliche daran war, dass wir keine Last mit Moskitos hatten…“
Ja, das waren noch Zeiten gewesen!

Dem Professor fiel ein, dass Cecil ihn nicht ohne Grund aufgesucht haben könnte.
„Mmh, was war noch dein Anliegen?“, fragte er, nachdem er einige Sekunden in Erinnerungen geschwelgt hatte.
Wo war eigentlich sein Gehstock? Bestimmt hatte er ihn irgendwo im Gang liegen lassen…

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Beitrag von Leo So Jan 18 2015, 22:57

Hagen war sehr zufrieden mit sich und seinem neuen Domizil. Kabine sieben, wenigstens dann, wenn man vom Mannschaftsraum aus kam. Er wusste nicht, ob es an seiner speziellen Glückskabine lag oder ob alle Zimmer so gebaut waren, aber er hatte sogar ein kleines Bullauge für sich – unerhörter Luxus für ein einfaches Crewmitglied. Er konnte sich nicht einmal erinnern, auf seiner erstes Weltraumfahrt ein Fenster gehabt zu haben, obwohl auch diese unter der Krone stattgefunden hatte.
Er summte wieder seine kleine Melodie von vorhin, während er sein Gepäck im Schrank und auf dem Nachttisch (wie gesagt – purer Luxus) verteilte. Und sobald er heute Abend sein erstes Räucherstäbchen anzünden würde, würde in der Kabine dann auch die richtige Luft herrschen … er freute sich bereits darauf. Er konnte sich nur noch nicht entscheiden … Lavendel vielleicht?
Er schob gerade seinen Koffer unters Bett (sodass vom Eingang aus ausschließlich sein Hinterteil sichtbar war), als sich die Tür öffnete. Als Hagen sich umdrehte, sah er den Mann in der Türschwelle stehen, der ihn für diese Mission angeworben hatte. Er lächelte sofort und wollte gerade aufstehen, um den Kerl freundlich zu begrüßen, doch der Mann schien kurz angebunden und forderte ihn lediglich auf, in den Gemeinschaftsraum zu kommen, sobald er fertig war. Dann ging er wieder, wohl um den Rest der Crew aufzusuchen. Schade. Hagen zuckte mit den Schultern, fischte sich eine Staubfluse aus den Haaren und machte sich dann auf, der Anweisung Folge zu leisten. Tat sicher nicht ungut, am ersten Tag einen guten Eindruck zu hinterlassen.
Im Gemeinschaftsraum angekommen schien es, als ob Hagen der erste war; zumindest war noch niemand sonst eingetroffen oder gerade zugegen. Die anderen waren vielleicht noch nicht fertig, und der Anwerber war bestimmt noch unterwegs, um ihnen Bescheid zu geben. Na, sollte ihm recht sein. Der Däne lümmelte sich auf eine Couch und zog die Knie an. So langsam war er jetzt aber echt neugierig, wer sein Captain war. Und was für Ziele er mit dieser Unternehmung verfolgte – diesbezüglich war der Anwerber recht einsilbig gewesen.

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Beitrag von Thorgrimm Do Jan 22 2015, 19:41

"Dann wollen wir hoffen, dass wir deine Arbeit nicht in Anspruch nehmen müssen und wir alle Gesund bleiben." sagte Beth - oder besser Kate - mit einem verschmitzten Lächeln und machte sich auf den Weg, das Schiff näher in Augenschein zu nehmen. Wenn sie Pech hatte, würde sie es sein, die den Rest der Crew mit ihrem Essen krank machte... "Es wird vermutlich einige lange Abende geben, an denen wir uns Geschichten erzählen können. Ich freue mich darauf." kommentierte sie noch, obwohl das nicht ganz ehrlich gemeint war. Schließlich spielte sie die Köchin und konnte deshalb nichts aus ihrer Vergangenheit erzählen - auch wenn es da sicherlich Geschichten gab, die es Wert waren, erzählt zu werden. Sicherheitshalber würde sie aber darauf verzichten, damit die Crew keinen falschen Eindruck bekam und sie noch erkannten, dass sie eigentlich eine Kriminelle war.
Da Kate recht klein war, hatte sie nicht viele Probleme mit den Gängen und schon bald entdeckte sie die Kombüse, die in Zukunft die Funktion ihres Arbeitsbereiches übernehmen würde. "Ich werde wohl mal mein Reich inspizieren. Wir sehen uns." verabschiedete sich Kate von Azah und betrat schließlich den Raum. Pfannen und Töpfe konnte sie ja noch erkennen aber da hörte es auch schon auf. Sie wusste noch nicht einmal, wofür die Hälfte der Utensilien hier im Raum nützlich waren. Zum Glück beobachtete sie keiner dabei, wie sie das Gesicht verzog, als sie einige bereits in den Regalen stehende Gewürze probierte. "Braucht doch eh keiner." dachte sie sich und würde das Zeug vermutlich komplett ignorieren. Schließlich suchte sie sich eine Kabine in der Nähe der Kombüse aus und richtete sich ein. Für den Moment verstaute sie ihre Beute in ihren Sachen und hoffte einfach, dass niemand auf die Idee kam und so neugierig war, den Raum zu durchsuchen.
Sie begrüßte kurz den anderen Mann - den sie als denjenigen erkannte, der sie als Köchin engagiert hatte - und machte sich, nachdem sie sich in ihrer luxuriösen Kabine etwas eingerichtet hatte, auf den Weg in den Gemeinschaftsraum. Dort angekommen, fläzte sie sich - einer Dame vollkommen unwürdig - neben den Mann, der sich noch nicht vorgestellt hatte und sprach diesen direkt und ohne Umschweife an. "Du hast vergessen dich vorzustellen. Ich bin Kate - die Köchin. Mit wem habe ich die Ehre?" fragte sie neugierig.


Zuletzt von Thorgrimm am Do Jan 29 2015, 20:17 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Beitrag von Netade Fr Jan 23 2015, 08:33

Azah nickte. "Ja, sicherlich, es wird einige lange Abende geben, an dem wir Geschichten teilen können. Die Freude ist auch auf meiner Seite." Nochmals nickte sie Beth zu, die in ihrem Reich verschwand. In Gedanken war sie ein wenig erleichtert, dass sie nicht die einzige Frau an Bord war, auch der Umstand, das Beth ihr sympathisch war trug einiges zur Entspannung bei.

Die Sherazade ging den Gang noch ein kleines Stück weiter und fand schließlich was sie gesucht hatte: die Krankenstube. Es hatte etwas bedeutungsschwangeres, als sie erstmalig die Stube betrat. Ihre dunklen Augen schienen alles in sich aufzusaugen. Dies war nun ihr 'Reich' in dem sie die nächsten Wochen und Monate tätig sein würde. Der Raum war perfekt eingerichtet, wenn man die Enge bedachte. Ein Schreibtisch, ein Stuhl, eine Liege, die man vorziehen konnte, um eine Operation durchführen zu können. Ihre Augen klebten einen langen Moment am Bücherregal und beäugten was dort alles an Standardwerken vorhanden war. Zu ihrer Überraschung befand sich dort ein Buch, das sie nicht erwartet hatte. 'Die Kunde der Körpersäfte' ein uraltes Werk eines wahren Hakim im Original. Ihre Augenbraue zuckte leicht nach oben, während ihre Hand das Werk vorsichtig und mit Ehrfurcht dem Bücherregal entnahm und öffnete. Auf der ersten Seite war handschriftlich in der geschwungenen Schrift ihrer Heimat ein Sinnspruch geschrieben worden: Das beste Wissen ist das, was du kennst, wenn du es brauchst. Unwillkürlich nickte sie, ja, dies war wahr. Wenn die Begrüßung vorüber war, würde sie sich dem Buch widmen. Für den Moment aber gab es andere Dinge. Azah machte sich daran und räumte schnell ihre Dinge ein, so dass sie diese, wenn der Fall eintreten sollte diese griffbereit waren.

Erst als sie das getan hatte, öffnete sie die Tür ins Nebenzimmer. Sie staunte nicht schlecht, denn das Quartier war geräumiger als sie angenommen hatte. Sie würde sich hier wohlfühlen, mit so viel Komfort hatte sie nicht gerechnet. Flink öffnete sie den Koffer und räumte ihre Kleidung und Habseligkeiten ein, verlieh dem Raum etwas wie Persönlichkeit in dem sie kleine Ornamente aufstellte, so wie es Brauch bei den Sherazade war. Ein Blick auf das Chronometer deutete ihr, dass es Zeit war in den Aufenthaltsraum zu gehen. Zuvor machte sich Azah noch frisch, arrangierte ihr Haar neu, so dass es nun in voller Pracht über ihre Schulter sich legte. Die Uniformenjacke hatte sie abgelegt, so dass ihre Kleidung nicht mehr so formell wirkte. So 'gerüstet‘ machte sie sich auf den Weg zum Aufenthaltsraum.
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Beitrag von Leo Sa Jan 24 2015, 21:07

Hagen grinste, streckte die Beine wieder aus und drehte sich halb zu der Frau, die ihm Gesellschaft leistete. Ihm gefiel Kates offene Art auf Anhieb.
Und ihre roten Haare. Lustige Farbe.
Er tat so, als würde er einen imaginären Hut lüften. „Olá, Kate! Ich bin Hagen, Sicherheitsoffizier hier an Bord. Freut mich! Hoffe mal, du machst keine Probleme hier an Bord, sonst kriegen wir zwei noch häufiger miteinander zu tun.“ Er grinste noch breiter, auch wenn das eigentlich ernst gemeint war. Aber im besten Fall würde die Crew gut miteinander auskommen, das würde seinen Job auch viel leichter gestalten. Das einzige, was ihm Kopfzerbrechen bereitete war, dass vermutlich die gesamte Besatzung aus eher … zwielichtigen Personen bestehen würde – immerhin war ihr Unterfangen illegal.
Nun, die Hoffnung starb zuletzt.

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Beitrag von Netade Sa Jan 24 2015, 22:36

Es war ein 'hereinschweben' in den Aufenthaltsraum, als zierliche Azah diesen frohgelaunt betrat. "Guten Abend!" Sie nickte kurz Beth zu, wandte dann den Blick dem Mann zu. "Ahh, da sind Sie ja wieder, wir war noch gleich ihr Name? Ich bin Azah Shakti Ziris Talzu bint Sherazade. Ich hoffe für Sie, dass Sie die Kabine ihrer Wahl mit der richtigen ZiffeR gefunden haben." Ihr Sprachklang unterstrich ihr fremdländisches Aussehen.

Azah nahm Platz, schaute sich um, rückte ihre Kleidung zurecht und beugte sich zu Beth.

"Das ist sehr geschmackvoll eingerichtet..." Immer noch musterte sie den Raum. "... ich bin angenehm überrascht. Mein Arbeitsbereich ist perfekt eingerichtet. Sogar mit einer Bibliothek und Ihr Bereich meine Liebe?"
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Beitrag von Fade Mi Jan 28 2015, 21:16

Cecil beugte sich brav nach vorne und hielt still, um den Prof. die Ernte seines Krabbeltieres zu erleichtern. Hektor hätte das Insekt vermutlich auch geschmeckt, aber wenn es dabei wirklich um eine außerordentliche Gattung handelte, war es vielleicht zu wertvoll. Beeindruckend war die Erklärung zu dem lästigen Grillentier nun nicht gerade oder zumindest nicht interessant in den Augen des Hünen. Einen Kommentar darüber, dass Whorn auch leicht als nicht näher untersuchte außerirdische Lebensform hätte durchgehen können, verkniff sich der große Maschinist in einem seltenen Anflug außerordentlicher Weisheit. Er würde schon noch jemanden an Bord finden, bei dem er sich den Frust von der Seele quatschen konnte.
„Das groß der Crew sollte inzwischen eingetroffen sein Kapitän. Vielleicht sollten sie die Bande dann mal willkommen heißen. Ich würde inzwischen schoneinmal dem Kessel ordentlich Dampf machen, damit wir in etwa einer halben Stunde startbereit wären.“ Cecil stand es fern, Whorn aus dem Maschinenraum zu jagen, jedoch war es ihm lieber, wenn der genial verrückte Zausel nur sein Labor in Unordnung brachte, anstatt hier eine Sicherung oder ein Überdruckventil zu beschädigen. Warum hatte man ihm auch keine Hilfskraft zur Seite gestellt? Noch während Whorn im Raum vor ihm Stand, wanderte Cecils prüfender Blick zu den großen Dampfmaschinen und dem Brenner. Im Grunde tat er dem Professor wahrscheinlich Unrecht. Schließlich gehörte schon ein ganzes Stück Mumm dazu, den schwarzen Nebel passieren zu wollen und es schein zumindest, als wüsste Whorn was er tat.



John hatte den Kapitän weder auf der Brücke noch im Labor aufspüren können und so begab er sich zunächst zurück zum Mannschaftsraum um die Neuen nochmals vernünftig einzuweisen. Whorn würde wohl die Endabnahme mit Cecil zusammen durchgehen und sich bald von sich aus der Mannschaft präsentieren. Glücklicher Weise fand er auch just alle drei Neuen im Raum versammelt und wartete einen Augenblick, bis sich alle seiner Präsenz gewahr waren und ihre Unterhaltungen unterbrachen. Mit leichtem Schmunzeln nickte er in den Raum, während er sich lässig an den Türrahmen lehnte. „Schön, dass ihr euch alle schon etwas eingelebt habt. Mit Kapitän Whorn werdet ihr gleich noch das Vergnügen haben. Zunächst habe ich hier eure Dienstpläne und eine kleine Anleitung über unser schönes Schiff, damit ihr nicht aus versehen die falsche Tür öffnet, oder  die Brücke mit 500° heißem Dampf flutet.“

Nach einem kurzen Augenzwinkern teilte Buddy die Unterlagen aus und zeigte schließlich auf ein blauweisses Bild an der Wand des Raumes. „Wie ihr unverkennlich sehen könnt, habt ihr hier einen Schiffsplan mit den wichtigen Räumen und Stationen. Bis zum Start könnt ihr euch ja noch umsehen und gute Fragen überlegen. An Material sind wir gut versorgt. Das Schiff ist beladen und bereit und wartet eigentlich nur noch auf die befehle des Cap`s. Ich für meinen Teil heisse John Rogers, wie ihr vielleicht noch wisst und bin unter anderem der Pilot hier. Keine sorge wenn es mal holprig wird. Ich kann alles fliegen, was genug Druck im Kessel hat. Wie ihr unschwer erkennen könnnt ist unsere Crew recht überschaubar, was es wichtig macht, dass jeder auf sich und die anderen etwas acht gibt. Verluste wären nur schwierig zu ersetzen. Ausser uns hier ist die Crew auf Kapitän Whorn und Cecil Rabenbach, unseren Maschinisten begrenzt. Wir werden also wenig Mühe damit haben einander bald wie eine nette kleine Familie zu kennen. Unserem Zeitplan nach werden wir wenigstens zwei Wochen die Erde verlassen, jedoch haben wir mit genug Unbekannten zu tun, welche diese Schätzung leicht nach oben treiben können. Geht also bitte nicht verschwenderisch mit unseren Ressourcen um. Wir haben Reichlich, jedoch nicht unbegrenzt davon.“

Immernoch recht entspannt wirkend, endete John mit der kurzen Einführung und ließ den Eindruck der Crew auf sich wirken.

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Beitrag von Thorgrimm Do Jan 29 2015, 20:40

Ulkiger Typ, dachte sich Kate. Momentan schätzte sie ihn nicht wirklich als Gefahr ein. Für einen Sicherheitsoffizier schien er seltsam offen und locker zu sein. Bisher hatte sie Typen dieser Art nur mit einem Stock im Arsch erlebt. Vielleicht lag das auch daran, dass sie sich eigentlich von dieser Sorte Mensch fern hielt. Hing wohl damit zusammen, wie sie sich ihren Lebensunterhalt verdiente. Sie zuckte mit den Schultern. "Ach was. Probleme? Ich doch nicht..." winkte sie locker ab und grinste den Mann breit an. "Wenn der wüsste."
Als Azah den Raum betrat, nickte sie der Frau zu, deutete auf die Couch neben sich und machte damit klar, dass sie sich setzen sollte. "Alles da, was man zum Kochen braucht. Pfannen, Kümmel, Kartoffeln und das ganze Zeug. Wird bestimmt lustig." erklärte sie. Interessanter als die Küche waren da schon der Schiffsplan und die Dienstpläne. Sie zwinkerte John Rogers zu, als sie die Papiere entgegennahm und studierte sie. "Nur zwei Wochen? Da kann ich doch bestimmt ein bisschen auf die Pauke hauen und nen ordentliches Festmahl zaubern. Wie sieht's eigentlich mit Alkohol hier an Bord aus?" fragte die Frau ganz unverblümt. Mit genug Alkohol im Essen würde keinem der abartige Geschmack auffallen und spaßig würde die Fahrt durch das Weltall auch noch werden.
Zwei Wochen waren zwar lange nicht genug, um Gras über ihren Diebstahl wachsen zu lassen aber zumindest wäre sie einen Moment komplett von der Bildfläche verschwunden und könnte sich währenddessen die weiteren Schritte überlegen.
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"Stardust" Empty Azah Shakti Ziris Talzu bint Sherazade aka Thar

Beitrag von Netade Fr Jan 30 2015, 16:53

Die Sherazade, Azah, hatte ruhig zugehört, was John zu sagen hatte. Auffällig war die joviale Art seinerseits, mit der er, John, versuchte Vertrauen zu schaffen. Abgesehen von diesem Detail, welches sie wegen der Plumpheit nicht mochte, war es für sie Notwendigkeit und auch eine Freude Unterlagen über das Schiff zu erhalten. Den Plan würde sie studieren, ja verinnerlichen, damit sie sich auch im Dunkeln zu Recht finden würde.

Beth so schien es ihr war unerschütterlich und stets guten Mutes, das waren zwei hervorragende Eigenschaften, die der Crew helfen würden wenn nicht alles glatt lief. Vielleicht würde Beth auch ihr helfen können, wenn die Stunden dunkel würden und der Druck der Schatten sich mit dem Gewicht eines Hundertgewichtes auf ihr Herz legte.

Sie räusperte sich und ergriff dann das Wort. "Wenn Sie erlauben, John, ich hätte noch einige Fragen?" Sie wartete ab bis er ihr anzeigte, dass sie sprechen durfte. "Können wir erstmalig eine gemeinsame Begehung des Schiffes machen? Dann erscheint mir die Zeitspanne für die Reise kurz bemessen zu sein. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich habe keine Ahnung, nicht einmal im Entferntesten, von den Distanzen im Weltraum, aber gab es jemand der diesen Törn oder wie man auch immer als Ætherschiffer sagt, schon gemacht hat?"Freundlich lächelte sie John an, machte eine grazile Bewegung mit ihren Händen. Auffällig für die, die sie nicht kannten war, dass an jedem ihrer filigranen, Finger ein goldener Ring steckte, was ein klarer Widerspruch zu ihrer strengen Militärkleidung war. "Wenn kann ich um Erlaubnis bitten, wenn ich Pflanzen züchten möchte. Keine Sorge, ich habe nur Sämlinge dabei, keine Pflanzen, um den Befall von Schädlingen von vorneherein auszuschließen. Die Pflanzen könnten mir eine Hilfe sein bei der Wundversorgung, gleiches gilt für einige Blutegel und Maden, die von mir unter Verschluss gehalten werden. Ach noch eine weitere Frage, wo bestehen Möglichkeiten, bei Bedarf sich draußen zu verproviantieren?"

Ihr Sprachduktus hatte wie schon zuvor diesen seltsamen Klang und das 'a' wurde immer lang ausgesprochen und das 'r' stets gerollt. Die Sprache passte zu ihrem äußeren Erscheinungsbild, dem warmen goldbraunen Teint, die dunklen Augen und ihren blauschwarzen Haaren.
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Beitrag von Fade Sa Jan 31 2015, 19:18

Verproviantieren? Maden und Blutegel? Das konnte ja heiter werden. John musterte die ansehnliche Ärztin wärend sie sprach. Tatsächlich konnte das Zusammenleben auf dem Schiff alles andere als harmonisch verlaufen, besonders, da die Neuzugänge keine Erfahrung mit Weltraumeinsätzen vorzuweisen hatten.
Nach einem kurzen Räuspern antwortete er schließlich freundlich. "Natürlich können wir alle sehenswerten Bereiche des Schiffes vor dem Start noch in Augenschein nehmen, wobei wir dafür doch noch den Kapitän abwarten sollten. Geplant ist der Start eigentlich erst für ein Uhr Nachts, aber die entgrültige Entscheidung darüber trifft natürlich ebenfalls Kapitän Whorn. Auch was die Pflanzen und .. ehm biologischen Wundheiler betrifft ist wohl ebenfalls die Entscheidung des Kapitäns gefragt. Glücklicherweise schneidet dieser Bereich denke ich in eines seiner Lieblingsfachgebiete und sollte daher ohne Frage kompetent zu lösen sein." Den Blick zu Kate wendend, antwortete er mit einem leichten Lächeln. "Ja Alkohol gibt es an Bord. Keine großen Vorräte und harte Sachen auch eher zur medizinischen Verwendung. Wir sind hier für uns selbst verantwortlich und werden wohl nach der Mission noch genug Zeit zum feiern finden, aber für leichte geschmacksverstärker sollte gesorgt sein."

Rogers griff sich nachdenklich in den Nacken wärend er über die letzten beiden Fragen nachdachte. Er war sich nicht sicher, wieviel Wissen der Professor den Rekruten zutrauen wollte, doch hatte Buddy sie ja zumindest soweit in den Plan einweihen dürfen, dass der Ausflug zum schwarzen Nebel führen sollte. "Die Reisedauer ist natürlich nur optimistisch Kalkuliert, wie ich bereits gesagt habe. Der Weltraum steckt voller, teils recht herausfordernder, Überraschungen und unsere Route wird uns zweifellos aus den erschlossenen Bereichen hinausführen. Es bestehen eine Hand voll Optionen, unsere Vorräte unterwegs aufzustocken, was wir jedoch nur im Notfall umzusetzen gedenken. Was das Schiff betrifft, ist es für langstreckenflüge konstruiert und auf dem neuesten Stand der Technik. Den steigflug in die Stratosphäre werden wir in weniger als 30 Minuten, hoffentlich unbemerkt, bewältigen. Mit den Sekundärtriebwerken und den Solarsegeln werden wir zum Rand des Sonnensystems etwa einen halben Tag benötigen. Der Sprung durch den Raumtunnel zu unserem ersten Etappenziel wird voraussichtlich etwas über zwei Tage in Anspruch nehmen, vielleicht auch drei. Alles danach ist schwer in genaue Zahlen zu fassen, aber bis dahin sind wir mit unseren Möglichkeiten ja noch recht flexibel und in der Lage es uns anders zu überlegen." John zwinkerte bei den letzten Worten.


Zuletzt von Fade am Fr Feb 06 2015, 17:10 bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet

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