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Die Taverne "Zum betrunkenen Betrachter" - IC Abenteuerorganisation

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Beitrag von Leo am Do Sep 10 2020, 19:18

Ich stehe mir nie selber im Weg“, brummelte Lizzie, war aber insgeheim froh über Wimms Entscheidung. Sie war sich immer noch nicht sicher, ob der Typ auch nur halb so heldenhaft war, wie er sich gab – geschweige denn, dass er tatsächlich oft Kontakt zu Adeligen hatte, denn dann hätte er saubere Kleidung, oder? – aber solange er eine gute Gelegenheit erkannte, wenn sie vor ihm lag, störte sie das erstmal nicht weiter.
Sie schaute zweifelnd an sich selbst herunter, dann an Wimm, schließlich an Jekjak. Leider hatte Wimm recht. So konnten sie Lydia Greywood nicht unter die Augen kommen, wenn sie wenigstens halbwegs professionell aussehen wollten. Trotzdem gab es Grenzen. „Kleidung? Wenn du glaubst, dass ich mich in ein Kleid stecken lasse, nur damit die adelige Schnepfe nicht ihr gepudertes Näschen rümpfen muss, zeig‘ ich dir, was ich von der Idee halte!“ Sie hob die geballte Faust und zog die Augenbrauen hoch. Sie hatte seit ihrem Hochzeitskleid nie wieder Frauenkleider getragen. War auch gut so. Sie fragte sich, ob ihr Vater das Ding eigentlich behalten oder weggeworfen hatte … „Aber was das Badehaus angeht, da bin ich dabei. Verdammt, ich hatte wochenlang kein ordentliches Bad!“ Sie hob die linke Achsel, roch daran und verzog das Gesicht. Ja, das war höchste Zeit.
Gab es nur noch ein Problem. Lizzie sah den Goblin verständnislos an, wartete kurz darauf, ob Wimm ihr das Reden abnahm und ergriff dann doch selbst das Wort. „Grüner, vielleicht hast du das ja nicht geschnallt, aber die Frau hier“, sie schnappte Wimm ihrerseits den Greywood-Brief wieder weg und hielt ihn hoch, „die wird uns viel mehr als 10 mickrige Gold zahlen! Wenn sie’s nicht macht, fordere ich die von ihr, denn wenn man so wohnt, dann hat man Geld. Und wenn sie dann immer noch knausert, verziehen wir uns und nehmen uns die Mitternachtsbestie vor. Ist doch ganz einfach!
Lizzie stand auf, griff auch die anderen beiden Papiere und verstaute die drei Aufträge in ihrer Tasche. Man konnte ja nie wissen. Sie spähte über die Köpfe der Anwesenden hinweg, um den Blonden ausmachen zu können, der vorhin an ihrem Tisch gestanden hatte. Sie fragte sich, warum  der Kerl ihnen geholfen hatte. Sie war sich eigentlich sicher, ihn noch nie gesehen zu haben … oder? Zumindest konnte sie ihn nicht wiederfinden … Machte aber auch nichts. Sie zuckte die Schultern. Vielleicht lief sie ihm ja noch einmal über den Weg, dann konnte sie ihn immer noch fragen.
Schließlich wandte sie sich wieder an den Goblin. „Jekjak, du bist von uns dreien derjenige, der am dringendsten ins heiße Wasser sollte. Mit Abstand. Also keine Widerrede, oder du kannst dir zwei andere Rosehäute suchen, die dich mit Glitzerkram versorgen.“ Sie hob wieder die Faust, lächelte dabei aber. „Und bring mich nicht dazu, dich ins Wasser zu zwingen. Keine Angst, wenn ich sehe, dass du ertrinkst, ziehe ich dich schon wieder raus.“ Sie schob ihren Stuhl über die knarzenden Holzboden an den Tisch, schulterte ihr Gepäck und sah auffordernd in die Runde.
Also los, Faulpelze! Ab ins Bad und dann zu Lady Greywood. Wir haben keine Zeit zu verlieren!

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Beitrag von Fade am So Sep 20 2020, 12:24

Nachdem die Gruppe sich mehr oder minder auf die Begegnung mit hochwohlgeborener Gesellschaft vorbereitet hatte, führte ihr Weg sie ins Adelsviertel der Stadt. Ein tatsächlich großflächiger Bereich, wie die weitläufige Mauer, welche ihn abgrenzte bekräftigte. Die Tore waren tatsächlich offen und man musste sich nicht extra ausweisen um das Viertel betreten zu dürfen, aber die Blicke der Wächter waren aufmerksam und vor allem schien es Sie dort an jedem Eck zu geben.
Nach einem Stück des Weges, welcher auffällig sauber und gut instand war, bemerkte die Gruppe wohl auch dass ihnen zwei Wachen, wie zufällig hinterher schlenderten.

Die Häuser zu beiden Seiten wirkten kostspielig und man gewann den Eindruck, dass sie Richtung des Schlosses, dessen Türme von hier gut sichtbar alles andere überragten, noch deutlich pompöser wurden.
Das Gebäude, zu dem die Adresse sie führte, wirkte dagegen fast schon ein wenig schlicht zwischen den angrenzenden Anwesen. Der kleine, geschmackvolle und gut gepflegte Garten wurde von einem schmiedeeisernen Zaun umschlossen, welcher mit den hier allerorts zu sehenden hohen Spitzdornen versehen war, um überklettern schwierig zu gestalten. Das Haus selbst hatte eine saubere Fassade und wirkte zwischen den beiden angrenzenden Prachtbauten etwas zierlich.
Da das Tor tatsächlich offen war, gelangte die Gruppe über den farbenprächtigen Pflasterweg auch direkt zur Eingangstüre wo ein Blick nach hinten auch sogleich zeigte, dass die beiden Wächter sie genau beobachteten.

Nach kurzem Klopfen mit dem fantasievoll geschwungenen Türklopfer aus Messing öffnete ihnen kurz darauf auch tatsächlich eine junge Frau. Die Dame trug ein klassisches Kleid mit dezenten Rüschen in einem hellen Karamellton. Sie schien penibel gepflegt bis zu den Fingerspitzen, was ihr ein etwas Puppenhaftes aussehen verlieh, zumal sie eher zierlich gebaut und bestenfalls durchschnittlich groß gewachsen war. Das braune, lockige, lange Haar war aufwändig zusammengesteckt und der bloße Anblick der Dame erweckte den Eindruck, dass sie bedeutende  Zeit mit herrichten verbringen musste.
Die junge Dame begann zu lächeln, als sie Lizzie, Wimm und Jekjak erblickte, was sie ganz vortrefflich beherrschte, wären ihr bei dem funkelnden Blick ihrer Augen und den winzigen Grübchen beim perfekt dargebotenen lächeln doch so manche Herren der Schöpfung hoffnungslos verfallen.
„Oh.“ Entgegnete sie in hellen warmen Klang. „Wie schön euch zu sehen. Ich bin Lydia Greywood. Bitte tretet doch ein.“
Lydia machte einen perfekten Knicks ehe sie die Türe weiter öffnete und mit einer Feengleichen Geste die Gruppe ins innere ihres Hauses einlud.
Die Wächter draußen verharrten noch einige Sekunden, nachdem Miss Greywood die Türe wieder geschlossen hatte, und setzten ihre Patroullie dann fort.

Tatsächlich wirkte Lydia gemessen an ihrer Aufmachung noch halbwegs natürlich in ihrer Art und auch der Innenraum ihrer Wohnung war weniger strahlend, dafür aber sehr geschmackvoll eingerichtet. Sie führte die drei aus dem kleinen Empfangsbereich des Eingangs in ein Wohnzimmer, welches fast schon unheimlich gemütlich wirkte. Der dicke weiche Teppich schien mit den hineingewobenen Bildern eine Geschichte zu erzählen und die Wände waren mit einer großen Menge von Gemälden geschmückt, welche wohl Angehörige der Gastgeberin, aber auch abenteuerlich anmutende Orte und Stillleben wiedergaben. Im Kamin am ende des kleinen Speisetisches brannte behaglich ein Feuer, auch wenn es für die Tageszeit den Raum fast etwas zu warm erscheinen ließ. Für die Beleuchtung war es allemal Angenehm, denn fehlten der Umgebung hier wohl beabsichtigt die Fenster. Ein kristallgläserner Kronleuchter, sowie mehrere entzündete Kerzenhalter glichen dies zuzüglich zum Kamin aus und tauchten den Raum in einen sehr warmen gleichmäßigen Feuerschein.

Lydia bot der Gruppe die gemütlich gepolsterten Stühle beim Tischchen, sich zu setzen und entschwand kurz aus dem Raum, um wenig später ein Tablett  mit Tee und Gebäck zu bringen. Dienerschaft schien die Dame nicht zu besitzen, oder hatte jene vielleicht ihren freien Tag?
Immerhin schien sie in der Gruppe sogleich die Helden erkannt zu haben, nach denen sie heute erst geschickt hatte.

Endlich setzte auch sie sich zu ihnen und lehnte sich mit einer etwas jugendhaften Neugier nach vorne um jeden einzelnen der Gruppe zu betrachten und dabei zauberhaft anzulächeln.
„Ich bin wirklich froh, dass ihr meiner Einladung so rasch nachkommen konntet. Ich möchte eure Neugier auch so rasch als möglich befriedigen, was die Umstände meiner etwas verwegenen Art betrifft, an euch herangetreten zu sein. Lord Mordekeil, ein etwas wüster Geselle, hat mir vor einigen Tagen eine Brosche gestohlen. Es war wohl eher eine Geste seiner Überlegenheit an mich, mit welcher er mich unter Druck zu setzen versucht. Das Schmuckstück besitzt tatsächlich allerdings großen Wert für mich.“
Miss Greywood deutete auf eines der Bilder neben dem Kamin, auf welchem eine alte Frau mit silberweißem Haar abgebildet war. Diese trug auf ihrem antik wirkenden Kleid eine auffällige Brosche mit einem dunklen ovalen Stein in der Mitte. Die Frau auf dem Bild entsprach den Gesichtszügen nach recht auffällig einer stark gealterten Lydia Greywood und die Augen schienen einen dabei so sehend zu betrachten, als könne man vor ihr kein Geheimnis verstecken.
Mit ruhiger Stimme fuhr Lydia mit ihrer Erklärung fort, nachdem sie der Gruppe genug Zeit gegeben hatte, sich das Bildnis mit der Brosche anzusehen. „Lord Mordekeil wird morgen Abend an einem Fest teilnehmen, wo er meine Brosche sicherlich als Trophäe zur Schau tragen wird. Leider muss ich gestehen, dass derlei gebaren in unseren Kreisen hier eine liederliche Üblichkeit geworden ist. Ich bitte euch nun, mir die Brosche auf dem Fest zurück zu holen, meine Helden. Bei dem heiklen Unterfangen werde ich euch nach Kräften unterstützen und wenn es euch gelingt, so sollen zwanzig Goldstücke euer sein.“
Mit einem Blick, der Eis zum schmelzen hätte bringen können, sah Miss Greywood schließlich lange Momente in die Runde ehe sie heiter lächelte und nach einem Keks griff. „Bitte seht mir nach, dass ich so lange das Wort an mich gerissen habe. Euch werden sicher eine Menge Fragen beschäftigen. Bitte lasst nichts aus.“
Mit vergnügtem Schmunzeln lümmelte sie sich mit ihrer Tasse Tee und dem Keks bewaffnet auf ihrem Stuhl zurück und sah neugierig auf ihre Gäste.

Hinweise:
Bitte beschreibt ruhig bei eurem nächsten post, wie sich eure Figuren jeweils für das Treffen hergerichtet haben. Solltet ihr Jekjak wirklich zu seinem "Glück" gewzungen haben, klärt die Umstände darüber idealerweise ooc.
Gebt mir bitte auch jeweils einen d20 für den Erfolg eures herausputzens. Der Wert wird spätestens wärend der heissen Phase der Quest später relevant ;)

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Beitrag von Thorgrimm am Mi Sep 30 2020, 06:10

Vielleicht hatte sich Jekjak etwas getäuscht. Er wusste nicht viel über Menschen, weshalb er der Erklärung Lizzies auch aufmerksam zuhörte. Wer also wohnte wie sie, besaß ordentlich viel Glitzerkram und konnte damit auch mehr als nur 10 Goldstücke zahlen. Hörte sich richtig an. König Progg Hau-auf-Kopf hatte auch eine eigene Höhle im Sumpf, in der er all seinen Kram aufbewahrte. War anscheinend bei Menschen nicht anders. "Trotz kleinem Gehirn versteht Jekjak jetzt!", meinte er gut gelaunt. Wenn die Frau ihnen nicht viele Goldstücke gab, würden sie einfach einen anderen Auftrag annehmen. Hörte sich gut an. Was sich dagegen nicht gut anhörte, waren die weiteren Worte von Frau Haudrauf. Aber was sollte er schon tun? Er wurde ja quasi dazu gezwungen. "Oooooh aber Jekjak will nicht. Wasser, bah!" Dann würde der ganze schöne Sumpfgeruch verschwinden, der ihn so an seine Heimat erinnerte. Aber hatte er eine Wahl? Alleine würde er nicht an so viele Geldstücke kommen. "Armer Jekjak. Ganz armer Goblin. Viel zu schwach um sich zu wehren. Muss baden gehen. Aber ich tun alles um an Goldstücke zu kommen, damit König glücklich ist und mich wieder in Sumpf lässt." Damit war es entschieden. Er würde baden. Wenn auch nur kurz und mit einiger Gegenwehr.
Zumindest war der gröbste Schmutz abgewaschen und wirklich stinken tat Jekjak auch nicht mehr. Er war zwar immer noch kein angenehmer Anblick aber wenigstens roch man ihn nicht schon aus zehn Metern Entfernung. Der Goblin schenkte der Gegend nicht viel Beachtung. Er hatte weder ein Auge dafür, noch Interesse daran, mehr über das Leben der Menschen herauszufinden. Ihm fiel nur auf, dass es hier sauberer war und das war ein weiterer Grund, es hier nicht zu mögen. Was hatten alle nur gegen Schmutz und Gestank? Es gab nichts Besseres, als sich ordentlich im Schlamm zu suhlen und bis zum Himmel zu stinken. Aus Langweile zog Jekjak einige Grimassen und versuchte sich mit dem Ärgern der Wachen abzulenken aber die reagierten kaum. Genauso langweilig wie die Gegend. Konnte er nur hoffen, dass diese olle Frau lustiger war. Seufzend lief er weiter. Was man nicht alles für ein paar Goldstücke tat.
Die Tür wurde ihnen direkt von Lydia Greywood, ihrer Auftraggeberin geöffnet. Jekjak staunte nicht schlecht, als er die Frau sah. Sie war so sauber und makellos. Ganz anders als alles, was er bisher gesehen hatte. "Ich sein Jekjak. Schwächster Goblin von Schlammstampfer-Stamm.", stellte er sich stolz vor. Ihm lag eine Frage auf der Zunge aber für den Moment hielt er sich noch zurück. Er staunte nicht schlecht, als sie durch die Räume geführt wurden. So viel Glitzerkram. Selbst er wusste, dass das Zeug hier einiges wert war. Einen Moment überlegte er, ob er sich nicht bedienen sollte, aber die Situation schien nicht wirklich zu passen. Vielleicht, wenn ihm weniger Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Wer so viel Glitzerkram hatte, würde doch ein oder zwei Stücke nicht vermissen, oder? Jekjak setzte sich an den Tisch und griff auch direkt zum Gebäck, als das Tablett gebracht wurde. Mit offenem Mund kaute er lautstark und bröselte den halben Tisch und Boden voll. "Nicht schlecht.", sagte er mit vollem Mund.
Was dann folgte, strengte ihn ziemlich an. Wieder so viel Blablabla. Er konnte der Frau kaum folgen. Ihm war das ganze drumherum völlig egal, wichtig war nur, was sie tun sollten. Er sah sich das Bild an, auf das Miss Greywood zeigte und erkannte die Brosche. Die sollten sie also stehlen. Das sollte doch gar nicht so schwer werden. Wenn Jekjak eine Sache konnte, dann war es Dinge zu stehlen. "Zwanzig Goldstücke!", schrie er. Dabei spuckte er fast den halben Keks wieder aus, den er sich noch kurz vorher in den Mund gesteckt hatte. "Das doppelt so viel wie für Mitternachtsbestie. Jekjak kann Brosche klauen. Jekjak zwar klein und schwach und dumm und hässlich aber er kann stehlen Brosche." Es gab nur ein Problem, welches sogar Jekjak erkannte. Ein Fest war bestimmt kein Ort, an dem ein Goblin erlaubt war. "Nur wie kommen Jekjak dahin? Menschen mögen Goblins nicht. Jekjak bestimmt nicht gern gesehen auf Fest." Die ganze Fragerei wollte er eigentlich den anderen überlassen. Er hatte ohnehin nur halb zugehört und davon nur die Hälfte verstanden. Es gab allerdings eine Sache, die er sich noch fragte. "Wie der Mann haben Brosche geklaut?"

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Beitrag von Umbra am Di Okt 06 2020, 14:39

Wimm unterließ den Versuch, Lizzie davon zu überzeugen, dass etwas weiblichere Kleidung ihr gut gestanden hätte. Das wäre vermutlich ohnehin gelogen gewesen. Allerdings hätte man die ranzigen Stoffdinger, die sie als „Kleidung“ bezeichnete, durchaus durch eine frische, feinere Gewandung tauschen können, die ihrer Figur wenigstens ein bisschen schmeichelte und nicht den Eindruck vermittelte als würde sie nebenberuflich Ställe ausmisten.
Wimm musste ein Seufzen unterdrücken. Mit Lizzie und Jekjak an der Seite würde es schwer sein, einen guten Eindruck zu machen. Doch vielleicht würde er selbst, mit ihnen verglichen, wie ein Edelmann wirken, wenn er sich erst einmal herausgeputzt hatte. Der Kontrast könnte seine Vorzüge betonen und sie in einem helleren Licht strahlen lassen… darauf hoffte er zumindest inständig.
Jedenfalls ließ Wimm es sich nehmen, ausgiebig zu baden, seinen Bart und seine wirren Haare von einem Barbier in Ordnung bringen zu lassen, und sich auf die Schnelle einen Satz Kleidung zu suchen, der zwar nicht aus dem besten Zwirn bestand (dafür hätte er bei einem Schneider eine Maßanfertigung in Auftrag geben müssen – und dafür fehlte die Zeit und vermutlich auch das Geld), aber immerhin einen ehrbaren Mann aus ihm machte. Leider musste das reichen.

Wimm schritt beschwingt voran, während seine eigentümliche, kleine Abenteurergruppe das Adelsviertel durchquerte. Er ignorierte die Blicke der Wachleute mit einer Selbstverständlichkeit als würden ihm die Straßen hier gehören – denn innerlich bereitete er sich schon auf die Rolle vor, die er gegenüber Lady Greywood spielen würde. Er hatte zwar nicht vor, sich wirklich zu verstellen, aber er konnte sich ja kaum wie der Sohn eines Tischlers benehmen, der er war, wenn er ganz andere Ambitionen im Sinn hatte. Sein Heldenepos musste noch geschrieben werden… die Feder selbst in die Hand zu nehmen, war hier elementar! Vor allem, weil er eigentlich kein Held war oder sein wollte, sondern den einfachen Weg zum Ruhm suchte. Galant und charmant war der Wimm, der ihm vorschwebte. Ein Poet und Maestro, den die Reichen zu ihren Festen einluden, um zu protzen, weil er so talentiert und seine Musik so einzigartig war. Ein Statussymbol. Aber gleichzeitig musste Wimm ein bescheidener Mann sein. Jemand, den man für seine Demut und seinen Intellekt schätzte und als vertrauenswürdig ansah. Jemand, den man um Hilfe bat, aber nicht zu Mitternachtsbestien schickte, denn das wäre eine Vergeudung seiner Talente. Heldenhafter Rat, nicht heldenhafte Tat. So stellte er es sich vor!

Wimm war noch darin versunken, innerlich seine Begrüßung für Lady Greywood zu üben, als die Tür ihres Hauses schon geöffnet wurde. Er hätte einen Diener erwartet, deswegen brachte ihn der Anblick Lydia Greywoods etwas (sehr) aus dem Konzept. Wimm konnte seine Verwunderung nicht verbergen. Statt eine schwungvolle Verbeugung zu präsentieren, so wie er es sich gerade noch ausgemalt hatte, und die Dame mit einem Lächeln für sich zu gewinnen, starrte er Lydia Greywood nur verdattert an wie der letzte Trottel und fand sich selbst in dem Bann ihres Lächelns wieder.
„Habt Dank für die Einladung“, kam Wimm viel zu spät über die Lippen, nachdem die Gastgeberin sie hereingebeten hatte, und trat ein. Er hatte so gehofft, sie würde sich als hübsch und jung erweisen und nicht als Greisin, doch er brauchte einen Moment, um die Erfüllung seiner Hoffnung zu verarbeiten und seine Fassade der Selbstsicherheit wieder zu richten.
„Darf ich mich vorstellen?“, fragte er rhetorisch, denn er ließ keine Zeit für eine Antwort. „Man nennt mich Wimm“, nun folgte die geplante, galante Verbeugung, „– Glücksritter, Weltreisender, Poet… und bereit, Euch zu Diensten zu sein.“
Damit war die Situation hoffentlich gerettet.
„Dies hier“, er stellte Lizzie vor, „ist…“ Er zögerte kurz. Elise? Eliza? Lisbeth? Und wie war eigentlich ihr Nachname? „Lizzie“, ergänzte er trocken. Sehr vornehm. Jekjak stellte sich selbst als schwächster Goblin seines Stammes vor und war scheinbar auch noch stolz darauf.
Wimm gab sich Mühe, nicht aufzustöhnen. Wenn das hier vorbei war, musste er offenbar noch eine Unterrichtstunde in Sachen „Wie wirke ich möglichst kompetent“ geben. Aber Lady Greywood schien sich allgemein nicht von ihrem Vorhaben abbringen zu lassen, Lizzie, Jekjak und ihn anzuheuern. War das noch ein gutes oder schon ein schlechtes Zeichen?

Während sie vortrug, worum es ihr ging, tauchte Wimm in ein Wechselbad der Gefühle ein. Einerseits hätte Wimm jubeln können: eine Einladung zu einem Fest des Adels, das hatte er sich schon so lange gewünscht! Andererseits war da Sorge, ja, auch Ernüchterung. Sie sollten einem Lord ein Schmuckstück stehlen? Selbst wenn dieser Lord es zuerst gestohlen hatte, erfüllte der Gedanke daran Wimm nicht mit schelmischer Vorfreude, sondern mit Angst. Was man auf keinen Fall mit Wimm, dem zukünftigen Musikanten der Adelshöfe, in Verbindung bringen durfte, war Diebstahl! Wenn ein Adeliger den anderen bestahl, mochte das ein Scherz unter Gleichen sein… aber wenn man einen Gemeinen beim Diebstahl an einem Lord erwischte, ging das für den Gemeinen unwahrscheinlich „nett“ aus. Wimm wollte nicht in den Knast! Er wollte nicht, dass ein grausamer Wachmann ihm die Finger brach, die dann vielleicht krumm zusammenwuchsen, und er als ewiger Krüppel nie wieder Laute spielen könnte! Er wollte nicht, selbst wenn es keine körperliche Strafe geben würde, dass sein Name ewig mit dem Makel des Diebstahls beschmutzt sein würde! Dann müsste er sein Leben lang auf der Straße um Almosen für ein paar Verse betteln…
„Klingt als wären wir genau die Richtigen für Euer Anliegen“, hörte Wimm sich selbst sagen, wusste aber wirklich nicht, warum. Ergänzend zu Jekjaks Frage fügte er an: „Wie gedenkt ihr, uns auf das Fest zu schmuggeln? Lizzie und ich können uns verkleiden, aber ein Goblin… dürfte auffallen.“


Zuletzt von Umbra am Di Okt 13 2020, 09:44 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Beitrag von Leo am Di Okt 06 2020, 16:45

Lizzie sah wirklich nicht ein, was das Hochgeputze jetzt auf einmal sollte. Und sie hatte wirklich keinerlei Lust darauf. So absolut gar keine.
Viel zu sehr erinnerte sie das an die Vergangenheit, der sie eigentlich entkommen wollte. Ihr Vater hatte oft irgendwelche Feiern oder Bälle abgehalten; manchmal, um tatsächlich etwas zu feiern, manchmal zu Spaß und manchmal auch einfach, um mit seinem Reichtum zu protzen (ihre eigene Interpretation). Ihre Brüder hatten Tanzen gelernt, sie selbst, wie man in einem gottverdammten Korsett vernünftig atmete – die Antwort war übrigens: gar nicht. Die meiste Zeit saß man rum, japste nach Luft und hoffte, nicht aufstehen zu müssen, aus Angst, sich dann zu übergeben. Einmal, da war sie wohl um die 17 gewesen, hatte sie absichtlich ihr aufwendig geflochtenes Haar ruiniert, hatte ein paar Zöpfe und Spangen gelöst und sich dann zurückgezogen, angeblich, um sich ‚in Ordnung zu bringen‘. Sie hatte die Zofe, die sie begleitet hatte verarscht, indem sie sagte, sie müsste austreten. Dann war sie durch den Obstgarten mit wild wehendem, zerzaustem Haar in die Felder davon, hatte sich das Korsett runtergerissen, sich den Bauernburschen gesucht, von dem sie wusste, dass er auf sie stand, und die halbe Nacht mit ihm herumgeknutscht … in den Himbeersträuchern seiner Familie.
Heiliger Firaun, ihr Kleid war völlig hinüber gewesen. Ihr Vater hatte nie die Hand gegen sie erhoben. Aber im Nachhinein hätte sie es ihm verziehen. Sie hatte es wirklich herausgefordert. Klar, er hatte sie angeschrien, dass sie eine Schande für die Familie sei und wie viel Geld das Kleid gekostet hatte, das jetzt schmutzig und zerrissen war, und dass er das ja alles nur für sie tat, damit es ihr einmal gut ging. Blabla. Der alte Mann hatte einfach nie verstanden, was ihr wirklich gut tat.
All das und mehr ging ihr durch den Kopf, während sie im Badehaus im Wasser lag, die Arme über den Rand ausgebreitet, umwölkt von Dampf und parfümiertem Geruch. Hin und wieder schnipste sie mit den Fingern ins Wasser oder legte den Kopf zurück und schloss genießerisch die Augen. War das was sie da tat vielleicht schon ein heiliger Akt? Gott des Wassers … sie hatte nie drüber nachgedacht, ob das vielleicht auch für heißes, sauberes Wasser galt. Wenn dem so war, musste sie dringend öfter baden. Einer der wenigen Vorteile, die echte Städte hatten, war definitiv ein Badehaus. Ihre Heimat Stauwasser lag weit weg und auf ihrem Weg hierher war sie hauptsächlich durch Bauerdörfer gezogen – da suchte man heißes Wasser fernab der Kochtöpfe vergeblich.

Es war keine völlig veränderte Lizzie, die sich mit ihren neuen ‚Freunden‘ wieder traf, aber doch deutlich sauberer und mit sanftem Blütenduft. Das kurze Haar nicht länger schmutzig und verfilzt, die Fingernägel strahlend weiß – gut, gegen die Schrammen im Gesicht und die rauen Lippen hatte das Baden wenig geholfen, und ihre Rüstung war genau so schäbig wie zuvor. Zu Beginn tat sie noch ihr bestes, selbst die Führung zu übernehmen, aber je tiefer sie ins Adelsviertel vordrangen, desto unwohler fühlte sie sich, und desto mehr ließ sie Jekjak und Wimm vor sich. Zuhause hatte es nicht so ausgesehen, weil auf dem Land nicht so viele Adeligen auf einem Fleck wohnten, aber trotzdem fühlte es sich an, als hätte sie einen Schritt in die Vergangenheit gemacht – sie hatte mehr als genug Lebenszeit in solchen Villen verschwendet. Mann, sie hätte nicht gedacht, dass sie das so hart treffen würde. Aber so richtig darüber nachgedacht, als sie den Brief von Lydia Greywood gelesen hatte, hatte sie auch nicht. Sie ging langsamer, verlor sich in der Betrachtung von Stuck und Formschnitt, die mancher Beobachter wohl für Faszination gehalten hätte. Das war zwar nicht der richtige Zeitpunkt, ihre Lebensentscheidungen neu zu bewerten, aber für einen kurzen Moment konnte sie nicht anders.
Ehe sie sich versah, war sie auch schon bei Lydia Greywood (die fast genau so aussah, wie sie es erwartet hätte); sie hörte, wie Wimm sie vorstellte, versuchte, etwas hinzuzufügen (ihren selbstgegebenen Nachnamen, zum Beispiel), verschluckte sich aber und musste sie anstrengen, nicht laut zu husten. Konzentrier dich, Lizzie, verdammt nochmal! Die Arbeit ruft. Ja, richtig. Sie klopfte sich zweimal klirrend gegen die Brust, während der Rest schon im Wohnzimmer verschwand, keuchte erleichtert und folgte dann dem Rest.
Der Auftrag war anders, als sie erwartet hätte – aber als Greywood das Fest erwähnte, verschluckte sie sich fast noch einmal. Das durfte doch nicht wahr sein. Hatten sich denn die Götter verschworen, sie zu quälen?! Sie sah schon die ganzen gepuderten Gesichter vor sich, roch den mühsam versteckten Schweiß, der bei solchen Veranstaltungen trotzdem oft zu riechen war, spürte die getäuscht ausgelassene Stimmung, ewig gemischt mit Neid und intriganter Zwietracht. Sie HASSTE diese Welt. Heiliger Firaun, das war ja echt zum Kotzen.
Sie wollte laut protestieren, aber irgendwie gehorchte ihre Stimme ihr nicht, und dann hatten Jekjak und Wimm schon zugesagt, während sie noch dastand und sich fragte, was bei allen Göttern gerade passierte. Brosche? Ein Adeliger, der ein Dieb war? Sie warf einen schnellen Blick auf das Bild, das Lydia ihnen zeigte, und glaubte keine Sekunde, dass Lord Mordekeil das Ding gestohlen hatte, um ‚seine Überlegenheit zu beweisen‘. Blödsinn. In den Adelskreisen, die sie kannte bewies man Überlegenheit, indem man das größere Fest ausrichtete oder den schöneren Garten hatte. Da steckte irgendwas anderes dahinter, irgendetwas das Lydia Greywood wohlweißlich verschwieg, da war sie sich sicher. Und dieses Ding da war bestimmt mehr als nur eine einfache Brosche von sentimentalem Wert.
Lizzie begann, beinahe verlegen, ihren Mittelfinger in der Faust der anderen Hand herumzudrehen, weil sie nicht wusste, was sie sonst mit ihren Händen machen sollte. Sie bemühte sich, ihr selbstbewusstes Äußeres beizubehalten, die Brust etwas zu weit rausgestreckt, das Kinn etwas zu schräg nach oben. Da sie sich Lydia nicht vorgestellt hatte, hatte sie die Hoffnung, der Adeligen vielleicht nicht direkt aufzufallen, und solange Wimm das Wort an sich riss, ließ sie ihn (für dieses Mal!) gerne machen. Gerade wollte sie eigentlich nur gerne hier raus.

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Die Taverne "Zum betrunkenen Betrachter"  - IC Abenteuerorganisation - Seite 2 Empty Re: Die Taverne "Zum betrunkenen Betrachter" - IC Abenteuerorganisation

Beitrag von Fade am Mi Okt 14 2020, 11:00

Ihre bezaubernde Gastgeberin lachte glockenhell über Jekjaks Tischmanieren, wie über einen Hundewelpen, der unbewusst seiner Umgebung, drollig vor sich hin tollte. Sie beugte sich Jekjak leicht entgegen und Antwortete in sanften Ton auf seine Fragen. „Ihr könnt unbesorgt sein Herr Jekjak. Für euch habe ich eine passende Verkleidung parat. Ihr werdet staunen. Was die Umstände des Diebstahls betrifft, nun, es gelang Lord Mordekeil unglücklicher weise, meine Vorsichtsmaßnahmen zu überwinden. Vielleicht hatte er dabei gar Unterstützung schwarzer Magie, aber das kann ich nicht mit Gewissheit sagen. Der Mann ist jedenfalls von sich selbst überzeugt und wird auf dem Fest mit seinem Erfolg prahlen.“

Lydia setzte eine betrübte Mine auf, wobei die Art, wie sie über den Diebstahl sprach, es tatsächlich wie eine Spielerei der Aristokraten erscheinen ließ. Ihr Blick wanderte weiter zu Wimm und ihre Augen funkelten geradezu, als sie tief in seine Seelenspiegel sah und ihm sacht ihre seidenzarte Hand auf die seine legte. Selbst ihr Lächeln wurde noch strahlender, wie der eines jungen Kindes, dem der größte und reinste Herzenswunsch in Erfüllung ging. „Seit ich von eurer großen Tat erfuhr, hatte ich keine Zweifel mehr, dass ihr meine Helden seid.“ Hauchte Lydia Wimm Feenhaft zu und die Wärme, die von ihren filigranen Fingerspitzen ausging, wirkte fast schon vereinnahmend. Als ob sie seine Gedanken lesen konnte, was gerade vielleicht aber auch nicht besonders schwierig schien, nickte sie sachte, als wolle sie seine Sorgen zerstreuen und zog ein unscheinbares schwarzes Kästchen aus der Schublade einer zierlichen Kommode neben sich.

Während sie das Kästchen öffnete wanderte Lydias Blick weiter zu Lizzie und jener mochte es erscheinen, als könnte die Frau ihr ganz genau nachempfinden, wie sich das Puppenspiel anfühlte, was mit dem ganzen Adel und Wohlstand verbunden war und vielleicht fiehl die Maske Miss Greywoods gegenüber der Frau auch für einen Moment um sorge und Ernsthaftigkeit zu Präsentieren, welche sie gegenüber der beiden Männer so geschickt verbarg. Nichtsdestotrotz sah sie auch Lizzie dabei freundlich an, ehe ihr Blick sich auf drei grüne Karten senkte, die sie aus dem Kästchen hervorholte und ihren Gästen zuschob. Ihr Blick hellte sich dabei wieder auf, wie bei einem Kind, welches Geschenke auspackte.
„Eure Eintrittskarten zum Fest. Ihr könnt darauf die Namen vermerken, unter denen Ihr auf der Feier vorstellig werden möchtet. Die Karten sind mit einer Magie versehen, welche ihre Echtheit bestätigt, also verliert sie bitte nicht. Ihr werdet auf dem Anwesen grüne und lilane Bereiche vorfinden. Leider konnte ich keine lilanen Karten beschaffen, da hierfür mein Einfluss zu gering ist, aber vielleicht findet ihr auf dem Fest ja Gelegenheit dazu. Einige der Adeligen werden freie Karten davon besitzen, um ausgewählte Personen einzuladen. Es wird über den Abend verteilt einige Darbietungen geben, etwa der Auftritt einiger Schausteller und einen Maskenball. Letzterer wird allerdings wohl in einem lilanen Bereich der Feier stattfinden.“

Lydia griff erneut ins Kästchen und zog als nächstes einen schmucklosen Eisenring hervor den sie Jekjak entgegen hielt und ihn dabei anlächelte. „Dieser Ring wird euch für eine begrenzte Zeit menschliche Gestalt verleihen, Herr Jekjak. Sobald ihr ihn anlegt, verwandelt er euch für sieben Stunden. Wird der Zauber unterbrochen indem ihr ihn abnehmt oder ist diese Zeit verbraucht so muss der Ring für sieben Tage ruhen, ehe man ihn wieder verwenden kann. Ich rate euch, erst kurz vor beginn der Feier davon Gebrauch zu machen.“
Tatsächlich mochte man leichte sorge in Lydias Blick lesen und sie zögerte etwas ehe Sie Jekjak den Ring in der Befürchtung gab, er könne ihn sofort anlegen.

Erneut griff Sie in das Kästchen und zog einen gut zusammengerollten, durchsichtig grauen Umhang hervor, den Sie kurzerhand auswickelte, um ihn ihren Gästen zu zeigen. „Dieser Umhang macht den Träger Unsichtbar. Allerdings wirkt der Zauber nur im Dunkel, oder Zwielicht. Im Lichtschein wird der Träger wie ein Schatten gesehen und setzt man sich zu lange hellem Licht aus, während der Umhang angelegt ist, so bricht der Zauber. Die Magie des Umhangs endet bei Sonnenaufgang und nach dem Tragen erhält er sie erst beim nächsten Vollmond zurück.“
Fingerfertig rollte Lydia den Umhang, welcher für einen Goblin wohl viel zu groß gewesen wurde auf und legte ihn zwischen Lizzie und Wimm.
Als letztes zog die Gastgeberin aus dem Kästchen einen extravaganten, zwei Finger langen, Zigarettenhalter, dessen spitze augenscheinlich in ein Seidentuch eingeschlagen war.
„Dieses Werkzeug ist nun etwas bedacht zu behandeln, meine Helden.“ Sah sie nochmals behutsam freundlich in die Runde. „Wenn ihr jemandes Haut mit der Spitze berührt, so versinkt die Person für Minuten in einen tiefen schlummer. Es wäre eine gute Möglichkeit, ohne Gefahr die Brosche zu gewinnen, wenn es euch gelänge, Lord Mordekeil vom Trubel fort zu locken und hiermit zu betäuben. Seid euch aber bitte gewahr, dass der Mann trotz seiner Makel kein Dummkopf ist und wohl auch nicht alleine auf der Feier erscheinen wird. Auch diese Wirkung tritt leider nur ein einziges mal zuverlässig ein und ist danach auch unwiederbringlich verflogen.“

Miss Greywood schloss das leere Kästchen wieder und verstaute es erneut in der Komode, um stattdessen einen kleinen, perlen verzierten Geldbeutel hervorzuholen und Lizzie, Wimm und Jekjak jeweils zwei Goldstücke zu geben. „Vielleicht habt ihr selbst noch Ideen, euch auf eure morgige Mission vorzubereiten. Der einlass ist schon ab der achtzehnten Stunde, auch wenn die meisten Gäste wohl erst am fortgeschrittenen Abend erscheinen werden. Ich empfehle euch jedoch, die Zeit zu nutzen, um euch von der örtlichen Situation ein Bild zu machen. Mit einem gut durchdachten Plan sollte Helden wie euch diese Tat ein leichtes sein. Ich habe volles vertrauen in euch, nun da ich euch persönlich kennenlernen durfte.“
Wieder lächelte Lydia auf die perfekte Art, die irgendwie ein Gefühl von Klammheit beim Gegenüber verursachen konnte.


OOC:
Wenn Jekjak den Ring anlegt, verwandelt er sich gemäß der erklärten Regeln in einen blonden, pausbäckigen und vollschlanken Jungen mit kleinen blauen Augen und Sommersprossen. (Bei Lizzie und Wimm wird der Ring keinen Effekt zeigen, da sie ja bereits Menschen sind)

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